Schießen – ein Sport?

Vorweg: Schießen ist natürlich ein Sport! Ein sehr schöner sogar.

Dennoch wird gerade diese Sportart  immer wieder in Mißkredit gebracht. „Passiert“ irgendwo eine Familientragödie mit einer Schußwaffe oder läuft ein verstörter (besser: gestörter) Jugendlicher „Amok“ (Übrigens ein furchtbar inflationär gebrauchter Begriff, meist noch dazu falsch. Kommt vom javanesischen amoak, was töten heißt, die ursprünglichen „Amokläufer“ waren besonders rücksichtslose und brutale Krieger. Heute wird in den Medien aus jedem Milchbubi das eine Waffe halten kann schon ein Amokläufer.) werden reflexartig Rufe nach einem generellen Schußwaffenverbot laut. Daß ein solches Verbot auch vor den Sportschützen nicht haltmachen würde stört dabei nicht, speziell in der linken Reichshälfte heißt es dann dazu, daß „kein Mensch“ eine Waffe brauche und daß es viele andere, gefahrlose Sportarten gebe. Dabei wird geflissentlich darüber hinweggesehen, daß der Schießsport eine der ungefährlichsten Sportarten überhaupt ist, noch weniger Verletzte gibt es gerade noch beim Schach. Aber wo kämen wir denn da hin, wenn man eine Ideologie durch Fakten ersetzen müßte.

Zudem kommt auch immer wieder das „Argument“, daß Schußwaffen und somit auch der Schießsport „kriegsverherrlichend“ seien, Schützen also in Wirklichkeit nichts anderes als „Wehrsport“ betreiben würden.

Das finde ich interessant, das will ich einmal näher beleuchten: Der Wurfscheibenschütze (früher hat man dazu Tontauben gesagt, ist aber nicht mehr pc) ist diesbezüglich eigentlich unverdächtig, diese Disziplinen kommen aus dem jagdlichen Bereich. Der Ordonnanzgewehrschütze, der mit seinem alten K98 auf 100, 200 oder 300 Meter Zielscheiben beschießt kommt dem Wehrsport aber schon sehr nahe, ebenso der dynamische IPSC-Schütze. Üben diese Schützen aber tatsächlich Wehrsport aus?

Blicken wir über den Tellerrand, wenden wir uns einem gänzlich akzeptierten, politisch korrekten und massenweise ausgeübten sportlichen Betätigungsfeld zu: der Leichtathletik. Sprint, Weitsprung, Hochsprung, etc. Leichtathletik-Meisterschaften mit begeisterten Zusehern und umfangreicher TV-Übertragung sind sicherlich gänzlich unverdächtig, Brutstätten für ewiggestrige Kriegsverherrlicher zu sein. Aber sehen wir uns die einzelnen Disziplinen einmal an: Woher kommen die denn eigentlich? Der Speerwurf ist doch eindeutig eine kriegerische Tätigkeit, zu welchem anderen Zweck sollte man denn einen Speer sonst werfen? Der Weitsprung – im Gefecht über vom Gegner ausgehobene Fallgruben springen zu können war sicherlich eine sehr wertvolle Eigenschaft. Der Hochsprung – das Überwinden der feindlichen Burgmauer war für den Ausgang der Schlacht entscheidend. Der Sprint – essentiell für den Soldaten um möglichst schnell ins Geschehen eingreifen oder sich gegebenenfalls ebenso schnell davon entfernen zu können. Der Marathonlauf – eine Veranstaltung in Gedenken an den griechischen Soldaten Pheidippides, der 490 v.Chr. die Nachricht von der siegreichen Schlacht gegen die Perser nach Athen brachte (wobei es da mehrere Deutungen bzw. Legenden gibt).

Ist jetzt aber deshalb ein Leichtathletik-Meeting im Grunde nichts anderes als eine Wehrsportübung? Nach den Maßgaben derer, die auch dem Schießsport kriegsverherrlichenden Charakter zugrundelegen muß das ja eigentlich so sein. Fragt man das aber einen normal denkenden Menschen wird die Antwort auf diese Frage wohl „nein“ lauten.

Sportausübung ist heute ein „Luxus“, keiner muß Sport betreiben. Für den antiken und auch den modernen Kämpfer waren und sind oben genannte Fähigkeiten aber (über)lebenswichtig. Heute betreibt man Sport aus Ehrgeiz, der Figur zuliebe, oder auch nur aus Spaß an der Freude, früher war das eine Notwendigkeit.

Es gibt keinen „guten“ und keinen „schlechten“ Sport, es gibt nur verschiedene Sportarten. Der Schießsport hat genauso seine Berechtigung wie die Leichtathletik, das Schwimmen, das Reiten oder das Gewichtheben. Es gilt, den Schießsport vor jenen Leuten zu verteidigen, die – aus welchen Gründen auch immer – diese schöne Betätigung verbieten wollen, denn diese zeigen überdeutlich, daß sie vom Sport keine Ahnung haben, außerdem sind das die Todfeinde jeglicher Freiheit!

Um also zur Eingangsfrage zurückzukehren: Schießen ist Sport, darüber kann es gar keine Diskussion geben.

Darum sind alle Schützen aufgerufen, ihren Sport nicht nur weiterhin mit Begeisterung auszuüben, sondern auch offensiv und mit Nachdruck irgendwelchen pseudo-zeitgeistigen Strömungen entgegenzuwirken, die diesen Sport schwächen oder gar zerstören könnten. Damit meine ich auch jene Ungeister, die von „Zielsport“ statt von „Schießsport“, von „Sportgeräten“ statt von „Waffen“ sprechen!

4 Antworten zu “Schießen – ein Sport?

  1. Pingback: Die 10 Thesen des DWJ | dagarser

  2. Pingback: Zufälle gibt’s | dagarser

  3. Ceterum censeo: Tischtennis hast Du vergessen, ist ganz harmlos, siehe WSK, das wird die hoplophoben Gutmenschen aber freuen

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