Heimat bist du dummer Kinder

Wir leben in schwierigen Zeiten. Der Euro kracht, die Bonität Österreichs ist gefährdet, die Bürgerrechte werden kontinuierlich abgebaut, im Nahen Osten kündigt sich ein neuer Krieg (womöglich mit einer atomaren Komponente) an, um hier nur einige der tatsächlichen Probleme anzusprechen.

Aber einen Teil von „tu felix Austria“ plagen ganz andere Sorgen: Die österreichische Bundeshymne sei nicht geschlechtsneutral formuliert und müsse deshalb ganz dringend umgedichtet werden.

Das Parlament wird das demnächst beschließen, ich möchte meiner Leserschaft den Initiativantrag von Dorothea Schittenhelm (ÖVP), Mag. Gisela Wurm (SPÖ) und Mag. Judith Schwentner (Grüne) nicht vorenthalten:

Antrag 

der Abgeordneten Schittenhelm, Wurm, Schwentner, Gerstl, Wittmann, Musiol                                                                 Kolleginnen und Kollegen

betreffend ein Bundesgesetz über die Bundeshymne der Republik Österreich

„Der Nationalrat wolle beschließen:

Bundesgesetz über die Bundeshymne der Republik Österreich

Der Nationalrat hat beschlossen:

§ 1. Die Bundeshymne der Republik Österreich besteht aus drei Strophen des Gedichts „Land der Berge“ und der Melodie des sogenannten Bundesliedes, beides in der Form der einen Bestandteil dieses Gesetzes bildenden Anlage.

§ 2. Mit der Vollziehung dieses Bundesgesetzes ist die Bundesregierung betraut.“

Begründung

Die österreichische Bundeshymne ist nicht gesetzlich festgeschrieben, sondern wurde durch zwei Ministerratsbeschlüsse vom 22.10.1946 bzw. vom 25.2.1947 festgelegt. Den Beschlüssen war ein Auswahlverfahren vorangegangen, in dem die Entscheidung letztlich zugunsten eines Textes von Paula Preradovic zur vorgegebenen Melodie getroffen wurde.

In den mehr als sechzig Jahren seit dieser Entscheidung hat sich der allgemeine Sprachgebrauch verändert. In der Überzeugung, dass Sprache wie kein anderes Medium Bewusstsein prägt, ersuchen die unterzeichneten Abgeordneten den Nationalrat daher darum, nunmehr eine geschlechtergerechte Änderung des Textes der Österreichischen Bundeshymne zu beschließen, indem die beiden Wörter „bist du“ in der ersten Strophe durch die Wörter „großer Töchter und“ sowie das Wort „Bruderchören“ in der dritten Strophe durch das Wort „Jubelchören“ ausgetauscht werden. Diese Änderungen führen zu einer geschlechtergerechten Formulierung der Bundeshymne.

Aus Anlass dieser Umformulierungen sollen Text und Melodie der Bundeshymne darüber hinaus auch erstmals durch Bundesgesetz festgelegt werden.

Die Kompetenz des Bundesgesetzgebers zur Regelung dieser Materie ergibt sich aus Art. 10 Abs. 1 Z 1 B-VG („Bundesverfassung …“).

Finanzielle Auswirkungen dieser Regelung gibt es keine, da die geänderte Bundeshymne, insbesondere in Schulbüchern, erst mit einer Neuauflage übernommen werden soll.

(http://www.parlinkom.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/A/A_01758/imfname_236158.pdf)

Hervorragend: Künftig wird in der Bundeshymne also auch auf die Hymenträgerinnen Bedacht genommen, ich sehe die Damen schon in Jubelchören um die Wiener Ringstraße ziehen und am Grab der unbekannten Genderbeauftragten einen Kranz niederlegen.

Diese Änderung war auch schon hoch an der Zeit, schließlich haben in der Vergangenheit aufgrund des sexistischen Textes schon viele Leute (etliche Fußballnationalspieler beispielsweise) aus Protest das Absingen der Bundeshymne verweigert. Das wird sich jetzt mit dem neuen Text schlagartig ändern und ein ganz neues Nationalbewußtsein wird entstehen. Schön, auch wenn das sicherlich nicht die Intention der Grünen gewesen sein wird.

Bei aller Freude über diese bahnbrechende Änderung geht mir das aber nicht weit genug. Was ist mit den „Transgender Personalities“? Diese werden einmal mehr übergangen, Diskriminierung in ihrer scheußlichsten Form. Müßte es nicht eigentlich heißen „Heimat großer Töchter, Söhne und jener, die sich nicht ganz sicher sind“? Das ist mit gutem Willen zu schaffen und mit dem Versmaß kriegt man das sicherlich auch irgendwie hin – wenn’s nicht eh schon wurscht ist.

Da ist Handlungsbedarf gegeben! Maria Rauch-Kallat-Mensdorff-Pouilly an die Front – dringend!

3 Antworten zu “Heimat bist du dummer Kinder

  1. Pingback: Wochenrückblick 26/2014 | dagarser

  2. Pingback: Entwarnung | dagarser

  3. Gerade war die Abstimmung: 151 abgegebene Stimmen, 112 für die Änderung der Bundeshymne, 39 dagegen.

    Anna, die Hymne hamma!

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