Die Betroffenheit tanzt nicht

Seit 1968 fand stets am letzten Freitag im Jänner der Wiener Korporationsball, eine Veranstaltung des Wiener Korporations-Ringes (WKR), in der Hofburg statt. So wird auch im kommenden Jahr dieses Ballereignis stattfinden, diesmal am 27. Jänner. Es wird der letzte Korporationsball in der Hofburg sein, die Wiener Hofburg Kongresszentrum BetriebsgmbH hat beschlossen, dem WKR ab 2013 keine Räumlichkeiten mehr zur Verfügung zu stellen.

Begründet wird dies mit der „aktuellen politischen und medialen Dimension, welche die Abhaltung des WKR-Balles in den letzten Jahren angenommen hat“. Tatsächlich sind die Gesellschafter, darunter die Casinos Austria, das Verkehrsbüro und die Hotels Sacher und Intercontinental, vor dem linken Mob, verteten u.a. durch „SOS Mitmensch“, in die Knie gegangen.

Auch für 2012 hofft man  seitens der Betriebsgesellschaft noch auf eine Absage des Balls, damit ist aber wohl nicht zu rechnen. Schützenhilfe erhalten die Ballgegner auch von der Israelitischen Kultusgemeinde in Gestalt des sattsam bekannten Ariel Muzicant. Der 27. Jänner ist nämlich der „Holocaust-Gedenktag“, tanzende Burschenschafter dürfen da laut Muzicant nicht sein: „Feiern die sozusagen die zwei Millionen Toten von Auschwitz, oder was? Tanzen sie sozusagen auf sechs Millionen toten Juden, oder was denken sich die dabei?“ (Die Presse)

(Übrigens war mit Theodor Herzl, dem Begründer des modernen politischen Zionismus, ein aus Sicht Muzicants wohl unverdächtiger Zeitgenosse während seines Studiums der Rechtswissenschaften Mitglied einer Burschenschaft, der Wiener akad. B! Albia nämlich. Ob sich der vom Herrn Muzicant wohl einen Ballbesuch hätte verbieten lassen? In seinem (G)Eifer übersieht Muzicant auch die Tatsache, daß während des „Dritten Reiches“ alle Burschenschaften verboten wurden. Aber Ideologie soll man ja bekanntlich nicht durch Fakten verwässern.)

Daß „die sich dabei denken“ mitten in der Ballsaison einfach einen Ball zu veranstalten, darauf kommt Muzicant nicht, ebensowenig wie auf die eingangs erwähnte Tatsache, daß dieser Ball eben schon seit Jahrzehnten zu diesem Termin (letzter Freitag im Jänner) stattfindet. Diesmal ist das eben der 27. Jänner, das war aber auch 1979, 1984, 1989, 1995 und 2006 so, auch da hat der Ball stattgefunden und – oh Wunder – die Republik steht immer noch.

Damit Herr Muzicant nicht ganz so allein mit seinen Sorgen dasteht hier ein paar weitere Gründe, weshalb ein Ball am 27. Jänner schlicht und einfach geschmacklos ist:

  • Am 27. Jänner 1918 beginnt der Finnische Bürgerkrieg. Den Finnen ist an diesem Tag sicherlich nicht zum Tanzen zumute.
  • Am 27. Jänner 1951 wird auf der Nevada Test Site der erste von insgesamt 119 oberirdischen Atombombentests durchgeführt. Tanzen und Atombombe passen nicht zusammen!
  • Am 27. Jänner 1967 verbrennen 3 Astronauten in ihrer Raumkapsel Apollo 1. Aus Rücksicht auf die NASA sollte auf Tanzveranstaltungen verzichtet werden.
  • Am 27. Jänner 1836 wird Leopold von Sacher-Masoch geboren. Der hat zwar auch getanzt, lieber hat er sich aber gegeißelt.
  • Am 27. Jänner 1859 wird der üble Kriegstreiber Wilhelm II. geboren – kein Grund zum Feiern!
  • Am 27. Jänner 1901 stirbt Giuseppe Verdi. Statt zu tanzen sollte man den Abend besser mit Aida oder La traviata verbringen.

In Wahrheit ist dieser „Tanz“ um den Korporationsball nichts anderes als ein linkes Machtspielchen, die Berufsbetroffenen und die Gutmenschen wollen mit der ihnen eigenen Intoleranz den „Andersdenkenden“ jetzt einmal so richtig zeigen, wo der Hammer hängt. Daß das mit blödsinnigen Vorwänden geschieht stört sie nicht, daß dieser Plan aufzugehen scheint zeichnet allerdings ein düsteres Bild unserer Gesellschaft. Der Einfluß der linken Kamarilla in diesem Land hat schon längst einen Grad erreicht, der zu höchster Besorgnis Anlaß gibt.

Ich gehe auf keine Bälle, ich habe kein Talent zum Tanzen. Ich bin auch kein Mitglied des Wiener Korporations-Ringes. Trotzdem könnte mich ein Besuch des Korporationsballs reizen. Weil gewisse Leute dort sicher nicht vertreten sind.

10 Antworten zu “Die Betroffenheit tanzt nicht

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  4. Es wird nicht mehr lange dauern, dann kommt die ganze Wahrheit ans Tageslicht. Man kann die Wahrheit nicht für immer verdrängen Herr Muzicant. All den Verrätern sei ein Gedicht von Herrn Theordor Körner(1791-1813) nähergebracht:
    Noch sitzt ihr da oben ihr feigen Gesellen vom Feinde bezahlt dem Volke zum Spott, doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk, dann gnade euch Gott.
    Es ist ein Gedicht, dass damals wie heute aktuell war (ist), oder?

  5. Malermeister Schiele

    Dieser Muzicant ist ein übler Hetzer!
    Die dem WKR vorgeworfene „Verhöhnung der Opfer der Schoah“ fällt augenblicklich auf diesen feinen Herren selbst zurück, dem ja bekannt ist, daß der traditionelle WKR-Balltermin immer auf den 3. Freitag im Jänner fällt.

    Grob unsaubere Methode, perfide Hetze wenn man so will – nichts anderes ist es, wenn ein Jude auf dem Rücken von Millionen KZ-Opfern versucht, dem politischen Gegner am Zeug zu flicken. DAS ist der eigentliche Skandal.

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  7. Frage mich, warum die Gesellschafter, darunter die Casinos Austria, das Verkehrsbüro und die Hotels Sacher und Intercontinental, vor dem linken Mob, verteten u.a. durch „SOS Mitmensch“, in die Knie gegangen? Wir leben anscheinend wirklich in einer Zeit der Feigheit und der Rückgratlosigkeit. Die linkslinken Österreichzerstörer testen doch immer wieder, wie weit sie gehen können und wer sich das gefallen lässt. Darum aufrecht gegen diese Machenschaften auftreten, denn wenn sie aktiven Widerstand spüren, geben sie ohnehin auf, vielleicht ist dann noch etwas zu retten im Hause Österreich.

  8. Rechte (oder was die Linke dafür hält) haben keine Rechte.

    • Dein Kommentar erinnert mich an eine grüne Kanaille, die vor Jahren in der österreichischen Politik mitmischte und hin und wieder einen Rülpser von sich gab. So auch die Aussage (sinngemäß):

      Alles rechts von uns ist Rechts!

      So sind sie eben. Derart unverbesserlich, daß man sie gar nicht bessern möchte! 😀

  9. »Der Einfluß der linken Kamarilla in diesem Land hat schon längst einen Grad erreicht, der zu höchster Besorgnis Anlaß gibt.«

    Mit Verlaub: Nicht Anlaß zu höchster Besorgnis sondern zum erbitterten Widerstand.

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