Wen freut die Entwaffnung?

Wenn ein Gewaltverbrecher vorhat einen Raub, einen Einbruch oder eine Vergewaltigung zu begehen gibt es nicht viel, das ihn von diesem Vorhaben abbringen kann. Seinerseits ist er ja bereit, zum Erreichen seines Zieles Gewalt einzusetzen, das Wohl seiner Opfer ist ihm natürlich egal, die eigene Haut ist das einzige, was ihn interessiert. Versucht man sich in einen solchen Gewalttäter hineinzuversetzen, dann ist das auch logisch schlüssig.

In Österreich geht es den Verbrechern diesbezüglich sehr gut, selbst das Innenministerium rät den Opfern von Gewaltverbrechen von Selbstverteidigung ab, von Selbstverteidigung mittels einer Schußwaffe überhaupt. Amtsdirektor Gerhard Pichler, Leiter der Bürgerservicestelle im BMI, meint dazu:

Die Polizei warnt allerdings davor, sich zur Selbstverteidigung auf Waffen oder ähnliche Abwehrgeräte zu verlassen, da diese die Gewaltbereitschaft und die Aggressivität eines Angreifers noch zusätzlich steigern können.

Gut, wenigstens hat es sich schon bis ins Innenministerium herumgesprochen, daß Angreifer von Haus aus gewaltbereit und aggressiv sind, warum aber dem blöden Stimmvieh die Gelegenheit genommen werden soll, auf Gewalt und Aggression mit probaten Mitteln zu reagieren erschließt sich mir nicht.

Es stimmt schon, setzt man sich gegen einen Gewalttäter zur Wehr besteht natürlich die Möglichkeit, im Kampf zu unterliegen und verletzt oder gar getötet zu werden, dem Verständnis des BMI nach liegt dieses Risiko aber allein beim Verteidiger, es ist dort offensichtlich undenkbar, daß auch der Aggressor unterliegen könnte.

Daß die von den selbsternannten Sicherheitsexperten propagierte Passivität für die Opfer aber auch kein Garant für leidliche körperliche Unversehrtheit ist zeigen zahlreiche Beispiele, als spektakuläres Exempel mag hier der Mord an einem Heurigenwirtehepaar und der Mordversuch an deren Tochter durch einen bulgarischen Schwerverbrecher im Juni 2009 in Pachfurth/NÖ dienen. Die haben sich nämlich auch nicht gewehrt und das hat ihnen auch nicht geholfen.

Fortes fortuna adiuvat“ wußte schon Cicero in seinen „Tusculanae disputationes“, „Dem Mutigen hilft Gott“ ließ Friedrich Schiller in „Wilhelm Tell“ die Großbäuerin Gertrud Stauffacher zu ihrem Mann Werner sagen. Das hat aber im Innenministerium wahrscheinlich keiner gelesen oder, falls doch, scheinbar nicht verstanden.

Es ist kein Wunder, daß die Kriminalität immer weiter ausufert, es wird den Kriminellen ja auch allzu leicht gemacht. Mit Gegenwehr müssen sie nicht wirklich rechnen, wenn bekannt ist, daß jemand Waffen besitzt und vielleicht noch dazu einen Hund hat dann wird dessen Haus eben ausgelassen, warum sollten sich die Verbrecher denn auch wissentlich in Gefahr begeben? Schließlich hängen die auch an ihrem Leben.

Ein lieber Freund hat mir zu diesem Thema ein Video zukommen lassen (vielen Dank Klaus!):

Das Video ist natürlich gestellt und für die USA gemacht, von der Grundaussage bestätigt es jedoch zahlreiche Studien mit Gewaltverbrechern. Vielleicht sollte man einen solchen Spot für österreichische Verhältnisse drehen, die Finanzierung könnte ja das Innenministerium übernehmen.

10 Antworten zu “Wen freut die Entwaffnung?

  1. Pingback: Ein Schaf mit Waffe ist keins | BildDung für das VOLK

  2. Ich bin auch für Bewaffnung. Aber Mut ist die wichtigste Eigenschaft. Bei uns in Österreich hat eine alte, alleinstehende Frau einen Einbrecher in die Flucht geschlagen, indem sie ihm ihre schwere Bratpfanne auf den Schädel geschmettert hat. Daraufhin sah ich mir meine Bratpfanne an und mein Luftgewehr. Ich glaube, ich gebe im Falle daß -der Bratpfanne den Vorzug. 😉

    • Bratpfanne ist sicher gut, besser als ein Luftgewehr! Vor allem gibt es derzeit keinerlei Bestrebungen den Besitz von Bratpfannen zu verbieten.

      Aber es stimmt schon: „Mut“ (oder nennen wir es Entscheidungsfreude, Selbstbewußtsein, Rechtsbewußtsein, Überlebensinstinkt) ist sicherlich das „sine qua non“!

  3. Pingback: In eigener Sache | dagarser

  4. Leider sind viele offensichtlich der absoluten Vollkaskomentalität verfallen, aber das alte Sprichwort gilt, meiner Meinung nach, noch immer…..“Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren“

  5. Gut, dieses Video. Vielleicht gibt es einigen gestörten Waffengegnern doch zu denken, aber ich glaub es nicht.

  6. Wunderbar auf den Punkt gebracht. Liest man den Blog auch im „Sicherheitsministerium“?

  7. Für mich stellt sich nicht die Frage ob ich eine Waffe im Haus haben sollte – sondern »wie viele«. Mir fällt dazu nur der Ausspruch eines bekannten Schießtrainers für Polizei und Militär ein – im aktiven Polizeidienst trug er nämlich stets drei Waffen bei sich (Dienstwaffe und zwei »backup guns«) – »Warum ich drei Waffen trage? Nun, weil ich glaube, daß vier etwas übertrieben wären«. Er ist Einer von denen, die viele Angriffe auf Leib und Leben siegreich überstanden haben. Das Schlüsselwort ist in diesem Fall »siegreich«. Nur bloß irgendwie zu überleben (schwer verletzt, verstümmelt, etc.) ist zu wenig!

    Der Verbrecher darf keine Chance haben – das ist meine Maxime…

    • „Der Verbrecher darf keine Chance haben – das ist meine Maxime…“

      Ich hab’s schon einmal gesagt und werde es immer wieder sagen: Wer bei mir einbricht gibt sein Recht auf körperliche Unversehrtheit an der Tür (oder am Fenster…) ab!

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