Einigkeit und Recht und Freiheit

„Einigkeit und Recht und Freiheit“ – so beginnt die deutsche Nationalhymne.  Gedichtet hat das August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, und zwar schon im Jahr 1841. Gesungen wird das ganze zum Haydn’schen Kaiserlied von 1797, wenn man so möchte also eine recht gelungene deutsch-österreichische Koproduktion. Mich überkommt beim Blick nach Deutschland eigentlich sonst nie der Neid, wenn ich aber das Kaiserlied höre kann ich ihn nicht verleugnen. Eine schöne Hymne haben sie, die Deutschen, sehen wir sie uns etwas genauer an:

Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand –
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!

Wie gesagt, niedergeschrieben wurden diese Zeilen 1841 (Übrigens auf Helgoland, das damals unter britischer Herrschaft stand. Hoffmann von Fallersleben hat das im Urlaub gedichtet, in feucht-fröhlicher Runde soll auch eine inoffizielle Abwandlung dieser Strophe entstanden sein:Stoßet an und ruft einstimmig: Hoch das deutsche Vaterland!“), seit 1991 bilden sie die Nationalhymne des wiedervereinigten Deutschland.

Einigkeit und Recht und Freiheit, diese Begriffe stehen nicht für sich allein, sie sind als Einheit, als „Ganzes“ zu verstehen. Was nutzt Einigkeit, wenn man nicht frei ist? Was nutzt Recht, wenn es nicht „einig“ ist, also für alle gleichermaßen gilt? Was bringt das Gefühl von Freiheit, wenn man dafür auf seine Rechte verzichten muß? Danach laßt uns alle streben – Wer „strebt“ heutzutage denn noch? Der Staat, bzw. seine Repräsentanten, liefert uns doch alles, was nur möglich ist. Es gibt nichts erstrebenswertes mehr, das wir nicht ohnehin von unseren weisen Staatenlenkern vorgesetzt bekommen.  Brüderlich mit Herz und Hand – Da kommt bei mir wieder ein wenig der Neid durch, die Deutschen dürfen noch von „Brüderlichkeit“ singen. Uns Österreichern haben ja ein paar verbale Amokläufer die Bundeshymne verhunzt, unter anderem dürfen wir nicht mehr in Brüderchören singen, nein, jetzt müssen es schon Jubelchöre sein (siehe dazu auch hier). Erschütternd ist, daß so etwas eine parlamentarische Mehrheit gefunden hat. Blüh‘ im Glanze dieses Glückes – Würde alles so ablaufen wie gedichtet, dann könnte einiges erblühen. So welken die Bürgerrechte dahin und verfaulen im abgestandenen Moderwasser.

Einigkeit und Recht und Freiheit – gerade diese Schlagworte sollten sich auch alle Legalwaffenbesitzer auf ihre Banner schreiben, es gibt kaum ein Bürgerrecht, das in diesen Tagen so nachhaltig beschnitten wird wie jenes des freien Bürgers, Waffen zu besitzen. Doch gerade in Deutschland sind die Waffenbesitzer von „Einigkeit“ so weit entfernt wie die DDR-Nostalgiker von der Demokratie: Ohne Anspruch auf Vollständigkeit fallen mir da einige Interessenvertretungen der Legalwaffenbesitzer ein die – zumindest hat es für einen Außenstehenden den Anschein – jeweils „ihr eigenes Süppchen“ kochen: Das FWR, prolegal, die FvLW, die dazugehörigen WO-Delegierten, die diversen offiziellen Verbände. Einigkeit kann man da nicht entdecken, im Gegenteil möchte man oft verzweifelnd die Hände über dem Kopf zusammenschlagen wenn man etwa liest, daß Jagdverbände öffentlich gegen die jagdliche Verwendung von Halbautomaten Stimmung machen, daß Schützenvereinigungen  das Großkaliberschießen ächten, daß die Selbstverteidigung als Menschenrecht in Abrede gestellt wird. Die Einigkeit wird auf dem Altar von Partikularinteressen geopfert, daß das Recht auf Freiheit dabei auf der Strecke bleibt wird billigend in Kauf genommen.

Auch Österreich ist nicht frei von derartigen Verirrungen, die Landesjagdverbände zeichnen sich nicht unbedingt durch große Aktivitäten aus, Teile des Österreichischen Schützenbundes propagieren den „Zielsport“ anstatt sinnvollerweise in der guten Schützentradition zu arbeiten, der von Seiten des Innenministeriums artikulierten gewünschten Beschneidung der bewaffneten Selbstverteidigung wird nicht mit der angemessenen Entschiedenheit entgegengetreten, vielfach wird versucht, sich „zu arrangieren“.

Eines haben wir Österreicher aber unseren deutschen Freunden voraus: Eine starke Interessenvertretung, die IWÖ, die als einzige Organisation die Anliegen aller gesetzestreuen Waffenbesitzer im Auge hat und ohne internen Zank oder Hader zielgerichtet diese Mission verfolgt.

 Einigkeit und Recht und Freiheit –  will man davon nicht nur singen, sondern diese Ideale auch tatsächlich haben, dann muß man sie leben. Alles andere ist Verschwendung von Lebenszeit und Ressourcen.

6 Antworten zu “Einigkeit und Recht und Freiheit

  1. Pingback: Deutschland – jetzt geht’s los! | dagarser

  2. Eine IWÖ für Deutschland? Müssen wir umbenennen in IWEU oder IWD.

  3. »Einigkeit und Recht und Freiheit – will man davon nicht nur singen, sondern diese Ideale auch tatsächlich haben, dann muß man sie leben.«

    Dazu gehört eben Schneid. Und den haben sich die meisten Dumpfbacken abkaufen lassen.
    Ein Staat, der seiner Freien Bürger Rechte zu beschneiden trachtet, hat seine Legitimität verloren. Und dann müssen wir eben unser Recht in die eigene Hand nehmen. So etwas nennt man Widerstand. Ohne den geht heute in der ganzen EUdSSR nichts mehr…

  4. Wir dürfen nicht klagen, denn die Situation in der wir uns jetzt befinden, haben wir selbst verursacht. Ein Großteil der Österreicher(auch der Deutschen) hat diese Politiker bzw. Parteien gewählt und wird sie wahrscheinlich auch wieder wählen. Aus welchen Gründen das passiert, ist unverständlich, anscheinend ist der Mensch wirklich das dümmste Tier. Aber hoffen wir trotzdem das Beste.

  5. Erik Fridjoffson

    Das ist die Krux in Deutschland, das sich die Waffenbesitzer von der Politik spalten und gegeneinander auspielen lassen.
    Mein Vorschlag wäre es, hätte ich was zu sagen, das eine übergeordnete Interressenvertretung entsteht, zu der jeder Verband 5 Abgeordnete entsendet. Egal ob gross oder klein, Christliche Jägerschaft oder Ökologischer Jagdverband, DSB oder VdRBW. Wenn dann noch von allen Verbänden gemeinsam ein Büro mit einem angestellten, geschulten Pressesprecher finanziert würde, der für alle Verbände gleichermassen spricht könnten wir einigen Vorstössen der Politik gelassen entgegen sehen.

    Da könnten dann Wahlempfehlungen ähnlich der letzten Bundestagswahl ausgesprochen werden, missliebige Kandidaten in ihren Wahlkreisen durch Gegenwahlen abgestraft werden.

    ZUSAMMEN SIND WIR STARK, einzeln verkümmern wir!

  6. Ich stimme Ihnen zu, dass der Text der deutschen Hymne gelungen ist. Bis zum 31. Dez. dieses Jahres haben wir Österreicher und -innen auch einen wunderbaren Text. Ich fürchte nur, dass unsere Emanzen bereits Blut geleckt haben und bald auch der dritten Stophe an den Kragen gehen! Alleine die Zeile „frei und gläubig“ ist schon so gut wie obsolet und mit „Vaterland, dir Treue schwören“ ist so böse böse patriotisch und wird wohl bald ausgemerzt.
    Oder wir wechseln gleich zum Text von Drahdiwaberl, der in der Wikipedia zu finden ist.

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