Was ist ein Name?

„Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften.“ Diese Worte läßt William Shakespeare in seinem Stück „Romeo und Julia“ die Hauptdarstellerin  Julia Capulet zu ihrem Romeo sagen, der den Namen der verfeindeten Familie Montague trägt. Der Name ist nicht wichtig, will Shakespeare damit sagen, es geht um die Person, nicht darum wie sie heißt. Wie die Geschichte für die beiden Protagonisten ausgeht setze ich als bekannt voraus.

In einem deutschen Waffenforum bin ich auf eine Diskussion aufmerksam geworden in der es darum geht, der sensibilisierten Öffentlichkeit die Nennung des Wortes „Waffe“ zu ersparen, das sei ja so fürchterlich negativ besetzt, vielmehr solle man statt von „Waffen“ von „Sportgeräten, Sportflinten, Sportbüchsen, Sportrevolvern und Sportpistolen“ sprechen. Hatte ich zuerst vermutet, daß es sich dabei – der Jahreszeit entsprechend – um einen Faschingsscherz handelt, so wurde mir beim weiteren Lesen des Beitrags schnell klar, daß das durchaus ernst gemeint ist:

Aus einem einfachen Grund gibt es schon seit vielen Jahren keine Sportwaffen mehr : Eine „Waffe“ ist ein Gegenstand der zum Angriff oder zur Verteidigung, also um Menschen zu verletzen oder gar zu töten, verwendet wird.
Sowas hat mit Sport nichts zu tun. Die letzten „Sportwaffen“ gab es zu einer Zeit als mit Flinten noch auf lebende Tauben statt auf Wurftauben aus Ton geschossen wurde.

Daher beschreibt das Wort „Waffe“ böse Gegenstände mit denen Verbrechen, Leid und Elend erzeugt werden.
Das hat mit unseren friedlichen SPORTGERÄTEN nichts zu tun.

Unsere Sportgeräte sollten also IMMER als „Schiesssportgerät“ (lang oder kurz) bezeichnet werden.

Wie meine Leser wissen beschäftige ich mich sehr intensiv mit dem Thema „Waffen“, ich versuche – wenn schon nicht alles, dann doch sehr viel – darüber zu lesen, was es gibt. Ein derartiger Unfug ist mir allerdings bislang noch selten untergekommen, das reiht sich nahtlos in die pseudo-politisch-korrekte Bezeichnung des Schießsports als „Zielsport“ ein, noch so eine Wortschöpfung, die jedem aufrechten Schützen Tränen der Wut und der Verzweiflung über soviel Dummheit in die Augen treibt. Dieses hündische Einknicken vor dem Zeitgeist, der in Wahrheit natürlich ein Ungeist ist, führt für den Schießsport und damit auch für den legalen privaten Waffenbesitz direkt ins Verderben.

Was ist ein Name? Was uns Waffe heißt, wie es auch hieße, würde laut „bumm“ machen. Das ist jetzt nicht von Shakespeare, das ist ein echter dagarser, zeigt aber deutlich auf, daß es sich – anders als bei den Shakespeare’schen Personen – hier um leblose Gegenstände handelt. Gegenstände die keine Charaktereigenschaften besitzen, sondern Funktionsweisen. Eine Pistole ist nicht die aggressive Cousine des Revolvers, es sind beides Waffen, wenngleich unterschiedlicher Bauart und Funktion. Ob man das jetzt „Waffe“ nennt oder „Sportgerät“ ist völlig gleichgültig, es wäre schön, wären die Feinde und Gegner des legalen privaten Waffenbesitzes so blöd, sich durch bloßes Ersetzen von Begriffen von ihrer Gegnerschaft abbringen zu lassen, das sind sie aber nicht.

Auch die neutrale Öffentlichkeit würde sich durch derartige fadenscheinige Begriffsver(w)irrungen höchstens – ich sage es ganz deutlich – verarscht vorkommen, jedes Kind weiß, was eine Waffe ist und es weiß auch, daß es immer eine Waffe bleiben wird, ganz egal wie man es nennt.

Was ist aus dem stolzen Schützenwesen geworden? Statt selbstsicher und selbstverständlich zum Schießsport, zum Waffenbesitz, zu den Bürgerrechten zu stehen und diejenigen, die diese Rechte beschneiden und gar verbieten wollen klar und deutlich in die Schranken zu weisen wird hier überlegt, wie man sich mittels Placebomaßnahmen mit dem Zeitgeist arrangieren kann. Wie ein Kleinkind, das die Augen ganz fest zukneift und sich denkt: „Ich sehe dich nicht, also kannst du mich auch nicht sehen!“

Was ist ein Name?  Julia hat das Drama nicht überlebt, Romeo auch nicht. Genausowenig wird der legale private Waffenbesitz überleben, wenn wir nicht offensiv und unbeeindruckt von irgendwelchen zeitgeistigen Strömungen zu unseren Waffen stehen, wenn wir nicht als verantwortungsbewußte Mitglieder dieser Gesellschaft aufstehen und unsere Bürgerrechte (die uns nicht geschenkt, sondern von unseren Vorfahren erstritten wurden) gegen die Feinde der Freiheit verteidigen!

Durch Schwanzeinziehen wird das aber nicht gelingen.

11 Antworten zu “Was ist ein Name?

  1. Wir leben leider in einer Zeit der Feigheit und Verlogenheit. Wenn unsere Vorfahren auch immer so feige und ohne Rückgrat gewesen wären, könnten wir heute nicht in einem(noch) freien Land (abgesehen vom EU Terror)leben. Daher aufrecht Mut und Rückgrat zeigen, unseren jetzigen, regierenden Politikern durch Abwahl beweisen wo’s langgeht.

  2. Pingback: Wochenrückblick 2/2012 | dagarser

  3. Waffen kommt von dem altgermanischen Wort wafn. Dies bezeichnet ein Gerät/Hilfsmittel.

    Waffen können defensiv (Abwehr/Verteidigung), aggressiv (Angriff) oder heutzutage abstrakt (Sport) benutzt werden.

    Zu Waffen gehört daher alles, was man als Gerät zur Abwehr und zum Angriff einsetzen kann. Selbst ein Baseballschläger wird, sofern man sich nicht auf dem Weg zum/vom Training befindet, von der Polizei bei einer Verkehrskontrolle als Waffe beschlagnahmt. Es hilft daher überhaupt nichts, eine Pistole als Sportgerät zu titulieren, wenn dieser Begriff nicht einmal beim Baseballschläger zu einer Abgrenzung führt.

    Waffen können von sich aus nicht böse sein.

    Den Polizisten und den Ängstlichen dient sie als Schutz, dem Land als Verteidigung, dem Sportler als Gerät und den Kriminellen und Diktatoren als Macht- und Foltermittel. Es ist immer der Anwender, der die Absicht der Verwendung festlegt.

  4. Ich bin ein Präzisionspappeperforierer mit einem Bummlochmachgerät auf einer Kreismeisterschaft im Sportbalisticken.
    Wenn ich diese Schlagzeile lese oder als Zitat in den Medien warnehme dann hat die Volksverdummung doch geklappt und wir dürfen unsere Schuswaffen behalten.
    Auf einer LM kam es im letzten Jahr zu ebensolch einer Diskussion über die Begriflichkeiten, ehrlich gesagt mir war es zu doof. Die Leitung hatte ihre Anweisung durch den Dachverband erhalten und hat sich daran gehalten. Die „Erfinder“ dieser Begrifflichkeiten sitzen in Wiesbaden und meinen damit dem Sport einen Gefallen getan zu haben. Soll sie halt weiter träumen bis der Hammer fällt.

  5. Alfred J. Kwack

    Druckluftwaffen machen aber nicht laut Bumm!

  6. Wenn ich meinen Freunden erzähle, dass ich auf den Schießstand gehe, bei Schießbewerben teilnehme oder jage, dann ernte ich als erstes verständnislose Blicke. Aber mit der Zeit überreißen meine Freunde, dass ich diese Hobbys seit Jahren ausübe und einfach nicht in das von den Gutmenschen propagierte Schema eines psychopathischen Neonazis passe. Ich beantworte auch geduldig die Fragen nach dem Warum und Wieso. Die Vorurteile, mit denen ich mehr oder weniger offen, teils aus Naivität der Fragenden, konfrontiert wurde, bringen mich nicht aus der Fassung. Es ist aber traurig, wie tief das hoplophobe Gedankengut in den Hirnen sitzt.
    Mir käme auch nie die Idee, Zielsport zu betreiben oder auf den Zielstand zu gehen.

  7. Auch hier nochmals gesagt es geht ja gar nicht umd die Waffengegner, sondern um die „normalen Menschen“ bei denen das Wort Waffe gleich die Rolladen runter geht, also gar nicht mehr zugehört wird. Es wird versucht mit dieser Begrifflichkeit diese Menschen zu erreichen.
    Es bleibt eine Waffe und diese ist gefährlich, das stimmt.

    • Mit „Begrifflichkeiten“ erreicht man keine Menschen, zumindest nicht wenn das so vordergründig manipulativ geschieht. Eine Waffe ist nicht „böse“, Waffenbesitzer auch nicht. Feiges Verstecken hinter irgendwelchen Begriffen suggeriert vielmehr, daß man sich seiner Waffen „schämt“, da diese ja wohl irgendwie doch „böse“ wären. Das ist der falsche Weg.

      Wie ich oben schrieb: Auch die neutrale Öffentlichkeit würde sich durch derartige fadenscheinige Begriffsver(w)irrungen höchstens – ich sage es ganz deutlich – verarscht vorkommen, jedes Kind weiß, was eine Waffe ist und es weiß auch, daß es immer eine Waffe bleiben wird, ganz egal wie man es nennt.

      Ach ja: Nein, eine Waffe ist nicht „gefährlich“. Gefährlich kann nur der sein, der sie verwendet. Wären Stahl und Holz gefährlich dürfte man auch keine Eisenbahngeleise mehr überschreiten.

  8. Vor einiger Zeit hat mir ein recht hoher Schießsportfunktionär aus einem südlichen Bundesland vorgehalten:
    „Nehmen Sie bítte zur Kenntnis: Wir haben keine Sportwaffen sondern Sportgeräte!“
    Nun gut, habe ich zur Kennntis genommen. Der Gesetzgeber aber hat das nicht zur Kennntis genommen, er behandelt alles gleich.
    Man wird den Sportschützen halt dann ihre Sportgeräte wegnehmen, ganz egal, wie sie dazu sagen.

  9. Wir leben in einer verlogenen Zeit, die die Sprache benutzt um den letzten freien Menschen diedie Begriffe zu verwirren. Sind diese verwirrt, kann daraus geschlossen werden, daß die Freiheit in den letzten Zügen liegt – besonders, wenn Menschen, die der Sprache mächtig sind, vor den Lügnern einknicken und deren Hüllsprache verwenden, anstatt Fraktur zu reden. Es ist eine altbekannte Tatsache, daß Umgang prägt. Allerdings nur den, der sich prägen läßt! Wer gegen den Zeitungeist opponiert – also ein Freier Bürger ist – läßt sich durch niemanden »umprägen«. Diese schlechte Gewohnheit sich umprägen zu lassen ist nichts anderes, denn Falschmünzerei gut zu heißen und zum Überläufer zu werden. Das war’s dann wieder mit der Freiheit – und das nur aus Feigheit zu sich selber, zu seinem Volk, zu seiner Sprache und zur Wahrheit zu stehen. Solche Sklaven liebt jede Diktatur.

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