Diplomatenpaß

Die Diplomatenpässe sind dieser Tage in aller Munde, aufgekommen ist dieses Thema als Ex-Finanzminister Grasser seinen Diplomatenpaß völlig rechtskonform verlängert hat.

Das hat natürlich der Opposition (und der SPÖ) gar nicht gefallen, als dann bekannt wurde, daß neben Grasser auch Gorbach und Scheibner solche offiziellen Dokumente der Republik besitzen war es um die Contenance vollends geschehen: Mit diesem Mißstand gehöre jedenfalls aufgeräumt!

Dumm nur, daß man das wohl nicht selektiv machen kann, entweder steht solch ein Dokument einem ehemaligen Regierungsmitglied zu, oder aber nicht; somit werden wohl etwa auch Gusenbauer, Blecha und Androsch ihre Diplomaten-Privilegien verlieren. Damit kann ich leben.

Was mir neu war ist die Tatsache, daß solche Diplomatenpässe auch an Personen ausgestellt wurden und werden, die überhaupt nie im Dienste der Republik Österreich unterwegs waren – beispielsweise an Alfred Mensdorff-Pouilly, den Ehemann von Maria Rauch-Kallat, ehemals ÖVP-Ministerin. Recht putzig Rauch-Kallats Argument: Wenn ihr Mann bei offiziellen Reisen mitfliegt wäre es „unpraktisch“, wenn sie rasch durch die Kontrollen käme und er noch in der Schlange stehe.

Na wenn’s unpraktisch wäre – alles klar, darauf müssen wir schon Rücksicht nehmen!

Es stellt sich mir nur die bohrende Frage: Wenn der Alfons einen Diplomatenpaß hat – hat die Fiona dann auch einen? Ein Untersuchungsausschuß muß her – dringend!

3 Antworten zu “Diplomatenpaß

  1. Pingback: Wochenrückblick 2/2012 | dagarser

  2. Wenigstens kostet ein Diplomatenpaß nicht extra. Wenn man das in die Relation zu den gigantischen Verschwendungen setzt, die sonst in diesem Lande passieren – nebbich.
    Dennoch interessant, wie sich die Bonzen arrangieren. Ich bin gleicher als du – die Phillosophie steckt hinter all dem. Du Trottel stellst dich an vor dem Zoll und ich spaziere hohnlachend vorbei. Bonzokrate pur!

  3. »…entweder steht solch ein Dokument einem ehemaligen Regierungsmitglied zu, oder aber nicht; somit werden wohl etwa auch Gusenbauer, Blecha und Androsch ihre Diplomaten-Privilegien verlieren. Damit kann ich leben.«

    Ich könnte vor allem damit leben, wenn die Gesetze genau eingehalten würden. Schließlich ist es ja geregelt, daß beim Ausscheiden aus einem derartigen Amt der »diplomatische Status« endet.

    Ich frage mich übrigens, wer aller noch mit solchen Sonderprivilegien gesegnet ist. Manche Leute von der System-Presse vielleicht? Industrielle? Gewisse Lobbyisten? Es stinkt schon sehr zum Himmel…
    Weiter Problemfelder sind gewisse Leute mit Doppelstaatsbürgerschaften. Mal tritt man in dem einen Staat zur Wahl an, dann (wenn man keinen Erfolg hatte) im anderen Staat. Wer kann denn wirklich zwei Herren dienen? Fragen, nichts als Fragen – wo sind die Antworten?

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