Grenzenlose Blödheit

Der  nächste Woche stattfindende Ball des Wiener Korporationsringes läßt mich nicht los: Im Dezember habe ich erstmals über die künstliche Aufregung wegen dieser Veranstaltung berichtet (Die Betroffenheit tanzt nicht), vergangenen Sonntag war das von UMAZ Darabos ausgesprochene Uniformverbot Thema. Daß damit der Gipfelpunkt der Dummheit aber noch nicht erreicht war mußte ich gestern feststellen:

In der Wiener Zeitung steht zu lesen

UNESCO will „Wiener Ball“ als Kulturerbe neu prüfen

Der Wirbel um den Ball des Wiener Korporationsringes (WKR) hat die UNESCO veranlasst, den „Wiener Ball“ als immaterielles Weltkulturerbe grundsätzlich neu zu prüfen. „Im Sinne der Grundprinzipien der UNESCO werden wir die vom Fachbeirat eingereichte Bewerbung des ‚Wiener Balls‘ als immaterielles Kulturerbe einer genauen Prüfung bzw. Revision unterziehen und Anfang Februar zu einer Entscheidung kommen“, kündigte die Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission, Eva Nowotny, am Mittwoch via Aussendung an.

„Wesentlich ist es festzuhalten, dass es beim Kulturerbe ‚Wiener Ball‘ keinesfalls um einzelne Bälle geht, sondern um die Tradition bzw. das Format des Wiener Balls an sich“, so Nowotny. So sei der Philharmoniker Ball im Verständnis des Kulturerbes genauso ein Wiener Ball, wie es beispielsweise der Kaffeesiederball. Grundsätzlich stellte die Präsidentin fest, dass es Ziel der UNESCO sei, „durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Nationen in Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit beizutragen“.

Gut, es ist ja wirklich nicht so wichtig ob der „Wiener Ball“ im immateriellen Weltkulturerbe in einer Reihe mit „Apothekeneigenen Hausspezialitäten“ oder dem „Wiener Dudler“ steht (siehe hier), das soll die UNESCO so handhaben wie sie glaubt. Das wird das Wiener Ballgeschehen schon nicht nachhaltig beeinflussen, da hat der Fasching schon ganz andere Sachen unbeschadet überstanden.

Skandalös sind allerdings etliche politische Stellungnahmen zu diesem Thema, hier ein paar Beispiele:

Aussendung des SPÖ-Parlamentsklubs:

Als „richtiges Zeichen und zu hundert Prozent unterstützenswert“ wertet SPÖ-Kultursprecherin Sonja Ablinger den Umstand, dass die UNESCO noch einmal über die Nennung des umstrittenen WKR-Balls als immaterielles Kulturerbe nachdenken will.
„Der Ball des Wiener Korporationsringes gilt als eines der größten rechtsextremen Vernetzungstreffen in Europa und wurde völlig zu Recht aus der Hofburg verbannt. Es muss daher gründlich überlegt werden, welche negative Signalwirkung von einer Nennung als Kulturerbe ausgeht“, warnte Ablinger heute, Mittwoch, gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. (APA-OTS)

Der Grüne Klub im Parlament läßt verlauten:

Die Entscheidung, den WKR-Ball als Teil österreichischen Kulturerbes anzuerkennen, kann nur ein geschmacksloser Faschingsscherz sein“, reagiert der Grüne Abgeordnete
Karl Öllinger auf die Bekanntgabe, dass der umstrittene Burschenschafterball in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen werde.
„Ich weiß nicht, wer genau das zu verantworten hat. Immerhin waren Vertreter von fünf Ministerien und aller neun Bundesländer an diesem Beschluss beteiligt. Hat sich zumindest einer von ihnen irgendetwas dabei gedacht. Haben sie überhaupt nachgedacht?“, fragt sich Öllinger. „Der Ball, auf dem das Who ist who der europäischen
Rechtsextremen tanzt, hat auf einer solchen Liste nichts verloren.
Die Entscheidung gehört sofort zurückgenommen“, fordert der Grüne. (APA-OTS)

Auch der SPÖ-Pressedienst meldet sich zu Wort:

Deutliche Kritik an der UNESCO übt Verteidigungsminister Norbert Darabos für deren Entscheidung, die den WKR-Ball zum immateriellen Kulturerbe erklärt hat. „Ein Ball, auf dem sich Jahr für Jahr international bekannte Rechtsextreme die Klinke in die Hand geben, hat aus meiner Sicht nichts mit österreichischem Kulturerbe zu tun“, sagte Darabos am Mittwoch im Gespräch mit dem SPÖ-Pressedienst. „Im Gegenteil“, so Darabos, „die Wiener Ballsaison käme auch gut ohne dieses rechtsextreme Stelldichein aus“. 

„Von einer Organisation wie der UNESCO erwarte ich mir deutlich mehr Sorgfalt und Sensibilität bei derartigen Entscheidungen“, so Darabos.
Dem zuständigen UNESCO-Fachbeirat, der sich laut Angaben der Nationalagentur für das Immaterielle Kulturerbe der Österreichischen UNESCO Ende März erneut mit der Thematik befassen wird, empfiehlt Darabos einen Blick auf die Gästeliste des WKR-Balls zu werfen.
Neben mehreren Vertretern der unbestritten rechtsextremen deutschen NPD war auch der Fraktionsvorsitzende des Vlaams Belang, Filip Dewinter, Gast der Veranstaltung. Das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) beurteilt die
Studentenverbindungen, die im WKR zusammengeschlossen sind, als dem
deutschnationalen bis rechtsextremen Milieu entstammend. Die Mitglieder rechtsextremer Burschenschafter seien dabei tonangebend. (APA-OTS)

Wozu genau die SPÖ eine Kultursprecherin hat weiß ich nicht, ich weiß aber auch nicht warum sie sich gerade in dieser Angelegenheit zu Wort meldet. Schweigen wäre hier besser gewesen. Andererseits ist das ja entlarvend, also immer weiter so!

Zum Herrn Öllinger von den Grünen: Was sonst ist von diesen Gestalten zu erwarten? Solange kein Stalinisten-Ball stattfindet wird man ihn und seine Kumpane wahrscheinlich auf keiner Tanzveranstaltung sichten. Ist auch gut so, würde den anderen Gästen höchstens den Abend verderben.

Als besonderer Fan des WKR-Balls erweist sich wieder UMAZ Darabos. Dieser auf dem absteigenden Ast ganz außen sitzende sogenannte „Verteidigungsminister“ versprüht Gift und Galle, traurig für ihn, daß ihm keiner zuhört. Sagenhaft, daß sich der so lange halten konnte.

Die Vereinten Nationen in Form der UNESCO verspielen jedenfalls wieder ein gehöriges Stück ihrer ohnehin eng begrenzten Glaubwürdigkeit indem sie sich vor den Karren dieser  – ja, was sind sie eigentlich? Demokraten wohl eher nicht –  spannen lassen.

Noch ist über eine Woche Zeit bis zum Ball, ich bin gespannt welche Blödheiten den selbsternannten Gutmenschen bis dahin noch einfallen. Ich bin zuversichtlich daß das noch nicht alles war!

Ansonsten wünsche ich den Ballveranstaltern ein gutes Gelingen, Ablinger, Darabos und Öllinger wünsche ich auch einen schönen Ballabend. Vielleicht treffen sie sich ja auf der Demo, sie müssen sich halt ein Erkennungszeichen ausmachen damit sie einander trotz Vermummung erkennen.

5 Antworten zu “Grenzenlose Blödheit

  1. Wir haben es in der Hand, solche linke Touren in Zukunft nicht mehr erleben zu müssen. Deshalb nicht vergessen: Wahl 2013, Wir müssen nur hingehen, um diesem Spuk ein Ende zu setzen. Den Kopf in den Sand stecken hilft nicht.

  2. Zum Charakter der Grünen siehe die Äußerungen des Vorsitzenden der Grünen im Europaparlament während eines Fernsehinterviews:

  3. So, es ist „vollbracht“: Der „Wiener Ball“ ist kein immaterielles Weltkulturerbe mehr, jetzt ist dem linken G’sindl hoffentlich leichter!

    Von der verlinkten Seite ist der „Wiener Ball“ schon entfernt worden…

  4. Und was ist mit dem Jägerball? Da treffen sich doch Leute, die sich dazu bekennen, liebe Bambis hinzumetzeln und sie dann auch noch dazu zu verspeisen. Was sagt da die SPÖ dazu? Was sagen die Jäger in der SPÖ dazu (Androsch, Vranitzky & co)? Was der Öllinger dazu sagt, können wir uns denken.

  5. Über das linke Gesindel nachzudenken halte ich für mich für müßig. Stalinisten und ähnliches Pack haben diese Aufmerksamkeit nicht verdient.

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