Werte

Über viele Jahre hinweg hat unser Alt-Bürgermeister, der gleichzeitig auch Obmann des hiesigen Kameradschaftsbundes ist, auf mich eingeredet doch auch im ÖKB Mitglied zu werden. Ich habe ihm bisher immer abgesagt, ich habe schlicht nicht die Zeit dafür, in einem weiteren Verein aktiv mitzuarbeiten. Die aktive Teilnahme am Vereinsleben ist mir aber wichtig, wenn ich wo dabei bin will ich auch mitarbeiten und mitgestalten, zur „Karteileiche“ bin ich persönlich nicht geschaffen.

Ich „oute“ mich hier aber als großer Freund des Österreichischen Kameradschaftsbundes, ich unterstütze die Aktivitäten des ÖKB, sei es privat, sei es in meiner Funktion im Schützenverein oder bei der IWÖ. „Mitschuldig“ an diesem Engagement meinerseits ist sicherlich oben erwähnter Alt-Bürgermeister, mein Freund Anton, der dieser Tage seinen 83sten Geburtstag begehen wird: Er hat mir – Jungspund – seinerzeit das Wesen des ÖKB so erklärt, er hat gesagt: „Wir sind eine Gemeinschaft, die für ihre Werte eintritt!“ (Ein kleiner Exkurs: Einige meiner Leser kennen den Toni, die wissen auch, daß er statt „Werte“ vielmehr „Wärrtte“ gesagt hat).

Dieser kurze Satz, dieses Bekenntnis zu den eigenen Werten, macht mir den ÖKB so wert und teuer. Nicht die Anbetung der Asche, sondern das Bewahren des Feuers macht eine Gemeinschaft aus, die eigenen Überzeugungen sind es, die den mündigen Bürger vom bloßen Stimmvieh trennen, nicht irgendwelche von Wahlstrategen ersonnenen Vorgaben.

Ich will jetzt nicht so weit gehen und sagen, daß am Wesen des Österreichischen Kameradschaftsbundes die Republik, Europa oder gar die Welt genesen sollte – ich möchte aber schon zur Diskussion stellen, ob „Werte“ im gegenwärtigen politischen Diskurs, im derzeitigen Machtgefüge, überhaupt eine Rolle spielen, oder ob sie von den handelnden Personen als obsolet erkannt wurden.

Ich fürchte, daß unsere heutige Gesellschaft – man verzeihe mir das Wortspiel – auf Werte keinen Wert mehr legt. Widerspruchslos wird hingenommen, daß man sich gegen einen rechtswidrigen Angriff nicht wehren soll, daß also das Recht dem Unrecht zu weichen hat; widerspruchslos wird akzeptiert, daß die Möglichkeit zur bewaffneten Gegenwehr auf einen rechtswidrigen Angriff obszön erschwert wird, widerspruchslos werden auch Fernsehsendungen ausgestrahlt, wo legale Besitzer von Waffen durch einschlägige „Schneidekünste“ suboptimal dargestellt werden.

Verdammt nocheinmal, wo bleibt da der Aufstand? Der Aufstand der Waffenbesitzer? Der Aufstand der Bürger? Der Aufstand derjenigen, die noch „Werte“ haben?

„Werte“ werden heute leider Gottes viel zu oft durch „Beliebigkeit“ ersetzt, da mache ich nicht mit! Das mit der ÖKB-Mitgliedschaft werde ich mir noch einmal ganz genau überlegen, mit den Leuten dort kann man jedenfalls noch reden!

Ich für meinen Teil habe jedenfalls Werte, die ich als ganz wichtig empfinde, ich bedauere die, die keine haben. Verständnis kann ich da aber keines aufbringen.

4 Antworten zu “Werte

  1. Pingback: Wochenrückblick 6/2012 | dagarser

  2. Richard, mein Freund, Du sprichtst mir aus der Seele. Ich selbst bin seit Jahrzehnten Mitglied und Obmann unseres örtlichen Kameradschaftsbundes und freue mich darauf, dass Du auch Mitglied des Kameradschaftsbundes werden willst. Leider ist festzustellen, dass sich in unserem Dachverband auch schon leichte Tendenzen zur Abweichung von der kameradschaftlichen, geraden Linie zeigen- aber nur in der oberen Ebene. Bei uns Kleinen scheint- Gott sei Dank- noch alles in Ordnung zu sein.
    Bis bald
    Josef

  3. Meine Werte hat mir mein Vater vermittelt, ein Kriegsteilnehmer.

    Einer der den Krieg verurteilt hat, aber jederzeit wieder bereit gewesen wäre, mit all seinen, ihm zur Verfügung stehenden Mitteln seine Werte zu verteidigen, auch wenn es Krieg bedeutet hätte. Das war damals ja gar ncith so unwahrscheinlich, da es damals noch Ost-West Konflikte gab. (er ist 1981 verstorben).

    Nun ja ich habe von ihm seine Sturheit und Verbissenheit geerbt, vorallem was die Werte anbelangt. Für Ihn als auch für mich ist die Freiheit das allerhöchste politische Gut!
    Die Freiheit des Denkens, des Handelns und auch die Freiheit der Übernahme von Verantwortung.

    Diese Freiheiten sind in den letzten Jahren immer mehr beschnitten worden. Es gibt eine Gedankenpolizei die uns vorschreibt was wir zu denken haben – politisch korrekt natürlich. Es gibt eine Justiz die unser Handeln immer mehr und härter bestraft – Migrantenbonus z.B.. und eine Gesetzgebung die uns von jeglicher Selbstverantwortung befreien will. Ob es im Verkehr die unnötigen Beschränkungen sind (100er am Wechsel oder auch A4 ri. W, 80er in den Baustellen – gilt auch für den LKW = dessen max. Geschewindigkeit, Feinstaublüge usw) oder auch im Waffenrecht wo wir autochonte Bevölkerung entwaffent werden sollen, angeblich zu unserem eigenen Schutz???

    Für meinen Vater waren die Hippies arme Versager, die am Drogenkonsum vertrottelen. Doch die anderen 68er hat er stets als die ultra-Kommunisten bezeichnet, als Anhänger Stalins und Maos, als Verbrecher die alles vernichten wollen wofür die Vorfahren eingestanden sind. Er wollte dass diese Verbrecher eingesperrt werden, leider ist genau das Gegenteil der Fall. Diese Verbrecher und deren geistiger Abfall sind heute die grossen Führer der Rpublik/EUdSSR!

    Ich denke mein Vater dreht sich im Grab um wenn er mitbekommt dass diese Verbrecher unsere althergebrachten und hart erworbenen Werte so mit Füßen treten.

  4. Ein kluger Mann hat ein mal gesagt: »Sie kennen zwar keinerlei Wert von etwas – aber dafür seinen Preis«. Er hatte das auf die US-Amerikaner gemünzt. Und es stimmt im Großen und Ganzen. Für eine gewisse Klasse, für eine Clique. Heute sollte man das zumindest von den Politikern der Systemparteien der ganzen Welt sagen. Und da die besagten Politiker leider Vorbilder sind – nämlich für die Nicht-Denker der verschiedensten Völker – folgen auch viele diesem Beispiel. Meine Verachtung ist ihnen gewiß.

    Mag ich auch finanziell gesehen arm sein (welcher echte Künstler lebt heute nicht unter der Armutsgrenze?) – so habe ich aber Werte. Und für die lebe ich. Zuoberst steht für mich die Familie, dann das Volk, dann mein Recht ein Freier Bürger zu sein, hernach unsere gewachsene europäische (echte) Kunst und Kultur. Was ich unter dem Recht ein Freier Bürger zu sein verstehe, werden die p. t. Leser meiner Kommentare bereits wissen.
    Leute, die keine Werte haben bedauere ich nicht. Mit allen Konsequenzen. Konsumisten, denen alles egal ist, sind meines Bedauerns nicht wert.

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