Gastbeitrag: Schußwaffen, Amoklauf und Persönlichkeitsstruktur

Albrecht D / (c) Albrecht DIn der vergangenen Woche gab es gleich zweimal „Amok-Alarm“: Einerseits bei dem Gestörten, der in Steyr um sich geballert und bei seiner Festnahme einen Polizeihund erschossen hat, anderseits bei dem Anschlag auf eine jüdische Schule in Toulouse, wo dann erstaunlicherweise doch keine rechten Recken dahintersteckten sondern muslimische Mörder. Amokläufe waren das jedenfalls beides keine, ein Amoklauf ist etwas ganz anderes. Aber wenn die Presse einmal ein Modewort gefunden hat, dann reitet sie auch brav darauf herum, völlig egal ob das Sinn ergibt oder nicht. Albrecht D hat sich zum Thema „Amoklauf“ jedenfalls auch seine Gedanken gemacht und sie in einen Gastbeitrag gepackt den ich meinen Lesern heute als Sonntagslektüre empfehlen möchte:

Schußwaffen, Amoklauf und Persönlichkeitsstruktur

Immer wieder muß man in den Systemmedien von Straftaten lesen, die unter dem Einfluß von Psychopharmaka stattgefunden haben. Das hat gewiß einen wahren Kern – aber solche Amokläufe nur dem zuzuschreiben, ist eine völlig unzutreffende Vereinfachung. Und vor allem: Nicht die Waffe ist das Problem. Das Problem ist vielmehr die Persönlichkeitsstruktur des einzelnen Menschen. Es gibt genügend Beweise dafür, daß Amokläufe oft genug nicht von Waffen als Werkzeug zur Tatbegehung abhängig sind!

Und des Weiteren sind sogenannte Amokläufe mit Schußwaffen in den seltensten Fällen Amokläufe! Zum Amoklauf gehört das Plötzliche, das völlig Unerwartete, das den Betreffenden Übermannende. Als Beispiel mögen hier die vielen Mordtaten, die mit bloßen Händen erfolgten, dienen. Und diese Mordtaten mit bloßen Händen sind gegenüber allen anderen in der erdrückenden Überzahl. Wer für Mordtaten andere Möglichkeiten benutzt, hat vorher meist überlegt, wie er diese begehen könnte – da fehlt das Übermannende, das Plötzliche.  Daher kann man in diesen Fällen keineswegs von »Amoklauf« sprechen. Und da sind wir bei einem gewichtigen Problem, das sehr viele Menschen gleichermaßen betrifft. Der Amoklauf ist etwas aus dem Nichts Auftauchendes – geplante Taten aber sind in der Persönlichkeitsstruktur des Täters zu suchen. Ein von seiner Struktur her friedlicher Mensch neigt nur in äußersten Extremfällen zu aggressivem Verhalten.  Ein solcher Extremfall liegt zum Beispiel bei Intoxikation vor – sei diese durch Alkohol oder andere Drogen induziert worden. Gerade Alkohol ist global ein großes Problem. Die Gerichte erkennen Alkoholisierung als »strafmindernd« an. Das ist nicht nur problematisch, das ist pervers. Jemand, der sich betrinkt, ist für seine Taten voll verantwortlich zu machen – schließlich hat er sich betrunken und damit wissentlich einer Intoxikation ausgesetzt. Er hätte es nicht tun müssen! Alkohol ist wie jede andere Verwendung von Drogen eine gesetzte Handlung, die der Betreffende wissentlich und willentlich gesetzt hat – es sei denn, er ist bereits abhängig, also süchtig. Ein Süchtiger wird aber kaum jemals in die Lage kommen, eine Schußwaffe legal zu erwerben und zu besitzen. Genau genommen ist also der Legalwaffenbesitz in den allerseltensten Fällen für Mordtaten verantwortlich zu machen. Legalwaffenbesitzer sind in der Regel starke Persönlichkeiten, die nicht zu Aggressionen neigen. Sie haben kein Persönlichkeitsdefizit, das durch den Erwerb und Besitz einer legalen Waffe kompensiert werden müßte. Und sie neigen auch nicht zu ängstlichem Verhalten – sie sind keine »Angstbeißer«.

Sehen wir uns aber jetzt auch die Sache mit Straftaten mit Schußwaffen unter anderen Einflüssen an. Eine weit verbreitete Krankheit ist – global gesehen – die Depression. Diese kann verschiedene Ursachen haben. Zuvorderst sei festgehalten, daß die Depression in den meisten Fällen eine gegen sich selbst gerichtete Aggression des Kranken ist. Endogene Depressionen sind eine Folge genetischer Prädisposition. Das sind keine autoaggressiven Verhaltensweisen, die sozial bedingt sind – das Umfeld kann höchstens als verstärkender Faktor diese Art von Depression zum Vorschein bringen. Latent war die Depression bereits vorhanden, was durch Untersuchungen an der Gehirnchemie des Kranken leicht nachgewiesen werden kann. Die Persönlichkeitsstruktur ist aber auch zu einem großen Teil genetisch vorbedingt – soziale Faktoren können diese allerdings verstärken oder abschwächen.  So neigen Personen aus archaisch geprägten Kulturkreisen wesentlich eher zu Aggressionen, da die vorhandene Persönlichkeitsstruktur durch die Gebote einer blutrünstigen Religion durchaus stärker zu Gewalttaten geneigt macht. So wurde letzthin durch einen Gerichtsentscheid festgehalten, daß der Ausspruch »In neuerer Zeit sind praktisch alle Terroristen Mohammedaner« keine Verhetzung darstellt. Und dem ist auch so. An vielen Stellen des Koran wird vom Mohammedaner verlangt, daß er »Ungläubige« töte. Im rigiden System des Islam ist es fast immer unmöglich, seine Persönlichkeit auf andere Möglichkeiten auszurichten, ohne von anderen Mohammedanern als »Abtrünniger« betrachtet zu werden. Und im Koran ist festgehalten, daß »Abtrünnige« schlimmer seien als »Ungläubige«…

Doch zurück zur Depression. Diese kann auch in ihrer reaktiven Form etwa durch den Verlust von nahestehenden Personen auftreten. Die Äußerungsform der reaktiven Depression ist hier abhängig von der Art, wie man diese Person verloren hat. Wenn ein alter Mensch stirbt, ist das für die Hinterbliebenen zwar traurig, aber es bedingt keine Depression, die sich durch Aggression nach außen äußert. Anders ist es, wenn ein Mensch durch ein Verbrechen zu Tode kam. Diese nachfolgende Depression kann sich durchaus mithilfe von Aggression den Weg nach außen bahnen. Krisenintervention ist daher nach solchen Verlusten durch Verbrechen das Gebot der Stunde. Opfer und deren Angehörige sowie das Umfeld des Opfers sind dringend zu therapieren – nicht der Täter. Opferschutz muß zwingend Vorrang  haben. Wenn dann noch Zeit und Möglichkeit bleiben, kann man versuchen, den Täter zu therapieren. Was aber ganz besonders wichtig ist, ist der Schutz der Gesellschaft vor dem Täter. Und zwar ohne alles »Wenn und Aber«.

Wie ist es nun mit von Depression Betroffenen, die legal Schußwaffen besitzen? Diese Kranken sind in der Regel keinerlei Problem für ihre Umwelt. Es liegt wieder in der Persönlichkeitsstruktur begründet, ob diese eine Bedrohung darstellen könnten. Bekommt ein depressiver Mensch eine angemessene Therapie, so ist jegliche Gefahr gebannt – wenn die Therapie tatsächlich angemessen ist und »greift«. Sie kann um so leichter greifen, wenn durch die Erziehung durch die Eltern der Grundstock für friedliches Verhalten gelegt worden ist. Ist das nicht der Fall, so ist die Prognose nicht so günstig. Das Kind und der junge Mensch braucht zwingend Bezugspersonen, denen er vertraut und vertrauen kann. Daher braucht das Kind beide Eltern als Bezugspersonen, die sich seiner tatsächlich annehmen und ihm Vorbild sein können und sind …

Immer wieder geistern durch Presse und Internet Berichte, wonach Medikamente gegen Depressionen aggressiv machen. Ob das stimmt oder nicht: Es ist niemandem geholfen, wenn nun durch solche Artikel Depressive ihre Medikamente aus Angst absetzen, sie könnten ein Verbrechen begehen. Ein Kranker bedarf des Arztes – Selbstmedikation ist unbedingt zu vermeiden. Auch das eigenmächtige Absetzen eines Medikamentes ist eine solche. Gerade in dieser Zeitspanne zwischen dem Absetzen des hilfreichen Medikamentes und dem erneuten Aufflammen der Depression liegt die Gefahr. Da eine Depression eine gegen sich selbst gerichtete Aggression ist, kann der Kranke Taten setzen, die zu einer Katastrophe führen. So möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, daß in diesem Zustand oft ein »erweiterter Selbstmord« begangen wird – oder aber ein »suicide by cop«. Mitunter ist diese Tat eine Verknüpfung dieser beiden Möglichkeiten. Nur eines ist diese Tat mit Sicherheit nicht: ein Amoklauf.

Wie immer man Taten mit Schußwaffen sieht – nicht die Waffe ist das Problem. Das Problem ist immer der Mensch, der mit der Waffe umgeht. Psychotiker kommen in der Regel auf legalem Wege nicht an eine Schußwaffe. Behandelte Depressive stellen üblicherweise keine Gefahr für die Mitmenschen dar. Die Gefahr geht von aggressiven Menschen aus und von fanatisierten. Gegen den Handel mit illegalen Waffen wird nur kontraproduktiv vorgegangen. Daran sind die Hoplophobiker (auch eine Art von psychischer Krankheit! wie jede Phobie) und die Handlanger eines totalitären Systems schuld. Wer den Freien Bürger entwaffnet und ihn an der Selbstverteidigung hindert, ist entweder selber krank (Hoplophobie) oder ein Büttel eines totalitären Systems. Ich will hier nicht zum x-ten Mal die Beispiele aufzählen, die jedem denkenden Menschen geläufig sind. Auch will ich nicht zu sehr ins Detail gehen, was psychische Ausnahmezustände, Geisteskrankheiten etc. und Schußwaffen betrifft. Eines ist sicher: Der Ge- und Mißbrauch von Alkohol und andere Drogen dürfen keine Strafminderung zur Folge haben. Hoplophobie ist, wie viele anderen Phobien, zwar schwer aber doch behandelbar. Depression als solche stellt bei guter Behandlung keinen Grund dar, warum der Betreffende keine legale Waffe besitzen soll. Straftaten mit illegal erworbenen Waffen stellen die Regel dar – und gegen Fanatisierung ist rigorosest vorzugehen. Nicht der Täter ist zu schützen und zu umsorgen – die Opfer von Verbrechen bedürfen der Obsorge. Und als allerletzter Punkt sei betont: Alle Totalitarismen sind mit äußerster Macht hintanzuhalten und zu bekämpfen – seien diese (wie der Islam) »religiös« verbrämt oder aber »im Namen der Demokratie und Menschenrechte« aufgezwungen.

3 Antworten zu “Gastbeitrag: Schußwaffen, Amoklauf und Persönlichkeitsstruktur

  1. Straftaten mit illegal erworbenen Waffen stellen die Regel dar – und gegen Fanatisierung ist rigorosest vorzugehen. Nicht der Täter ist zu schützen und zu umsorgen – die Opfer von Verbrechen bedürfen der Obsorge.
    Folglich geht eine Waffengesetzverschärfung immer nach hinten los.

  2. Pingback: Wochenrückblick 13/2012 | dagarser

  3. Wieder einmal eine wunderbare Betrachtung von unserem Albrecht D.

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