Einladungen

Die Dosis macht das Gift, so ein alter Spruch, in diesen Tagen, wo Jagdeinladungen in aller Munde sind frage ich mich schon, welche „Dosis“ an jagdlichen Einladungen heutzutage von den – aus welchem Grund auch immer – „regulierenden“ Medien gestattet wird.

Ich selbst bin kein gewählter Volksvertreter (ich möchte auch keiner sein), meine Jagdeinladungen erstrecken sich (vielleicht deshalb?) auf ein sehr überschaubares Maß. Natürlich könnte einen der Neid fressen wenn man hört, daß der Jungjäger Platter mit Jagdeinladungen geradezu überhäuft wird, wer möchte nicht in schönen Tiroler Revieren auf Gams, Hirsch & Co. weidwerken?

Diese Penetranz jedoch, mit der unsere von Qualitätsjournalismus so weit wie ich von der Magersucht entfernten Medien die Jagd „auf dem Korn“ haben (Vorsicht: Böser jagdlicher Begriff!) gibt mir schon zu denken. Sind Österreichs Jagdreviere wirklich ein derartiger Sündenpfuhl? Ist jeder lodenberockte Geschäftsmann wirklich ein Lobbyist und jeder gleichsam gewandete Politiker automatisch bestechlich und „gekauft“ wenn er sich von ersterem zu einem Fasanenstamperer einladen läßt? Wo liegt die Grenze? „Gehst heut‘ mit ausse auf an Schnepf?“ – Eine nette Jagdeinladung oder schon höchst bedenkliche „Anfütterung“? Ein Anruf am Samstagvormittag: „Im Kukuruz stecken d’Sau. Hast Zeit?“ – Eine Bitte um Schützenhilfe oder der sinistre Plan eines üblen Bösewichtes? „Hast heuer eh wieder Zeit zur Hubertusjagd?“ – Liebgewonnene Tradition unter Freunden oder Machenschaften übelster Sorte?

Es ist ja schon interessant, daß gerade die Jagd (bzw. die Jagdeinladungen) plötzlich so im Visier (wieder so ein martialischer Ausdruck, huch!) der selbsternannten Gut- und Bessermenschen steht. Gibt’s denn Korruption nur in Verbindung mit Jagd? Sind nicht etwa auf Golfplätzen zwischen dem 18. und dem 19. Loch schon wesentlich mehr „Deals“ geschlossen worden als zwischen zwei Treiben? Auch Tennisplätze (bzw. deren Umfeld) sollen dem Vernehmen nach hervorragender Nährboden für  Geschäfte aller Art sein, wer’s weniger sportlich lieber hat findet auch sonst sicherlich einen Ort für gute Geschäftsanbahnungen. Den Club vom Zuckerbäcker gibt’s aber leider nicht mehr, eigentlich schade, der hat wenigstens immer eine Pistole eingesteckt gehabt.

Liegt dieses – jetzt einmal ganz „neudeutsch“ gesprochen – Jagd-Bashing womöglich nur daran, daß da ein paar Leute ohne jegliche Ahnung von der Materie Ressentiments gegen Jagd und Jäger, somit natürlich in weiterer Folge auch gegen die Jagdausübung und den damit verbundenen legalen Besitz von Schußwaffen in privaten Händen, schüren wollen? Haben diese Leute womöglich „Ahnung von der Materie“, verfolgen aber ganz bewußt eine eigene Agenda?

Es geschieht nichts zufällig, auch dieses widerliche Hintreten auf die Jagd hat einen perfiden Hintergrund. Bundeskanzler Figl hat seinerzeit durch politisches Geschick, aber auch nicht zuletzt durch Jagden (und Schüsseltriebe…) den Grundstein dafür gelegt, daß die sowjetischen Besatzer unsere Heimat wieder verlassen haben. Vielleicht sind ja die (mehr oder weniger deklarierten) Anhänger der kommunistischen Lehre deshalb sofort Feuer und Flamme wenn es darum geht die Jagd bestmöglich zu diskreditieren.

Um zum Eingangsthema zurückzukehren: Auf der Jagd ist mir vollkommen sch…egal, was für ein Parteibüchl ein Kamerad hat, durch die Jagd habe ich Freundschaften geschlossen die ich mir selbst nicht zutrauen würde. Und das eben deshalb weil die Jagd mit Politik nichts, aber auch gar nichts, zu tun hat. Und wenn jemand bestechlich ist, dann ist das seine Charaktereigenschaft und er ist dann natürlich auch durch Jagdeinladungen bestechlich. Genauso wie durch Teilnahme an Golfturnieren, Tennisevents und Pfitschigogerl-Meisterschaften.

4 Antworten zu “Einladungen

  1. Pingback: Wochenrückblick 14/2012 | dagarser

  2. In der heutigen Zeit werden, meist, oder fast ausschließlich von linken Medien, Jagd und Waffen verteufelt. Das besagte Medien von nichts eine Ahnung haben, wird ja von den Lesern nicht durchschaut, von vielen wird dem Geschreibsel sogar geglaubt. Ob jemand zur Jagd eingeladen wird, ist doch- verdammt noch einmal- ihre Sache und geht niemand etwas an. Nur ein Fehler ist es, dass sich die Leute, welche in den linken Schmierblättern verrissen werden, darum kümmern und Gedanken machen. Wenn sich niemand darum kümmern würde, wäre dem auch schon der Stachel genommen. Es gibt nur zwei Wege der verlogenen linken Bande Einhalt zu gebieten: Entweder ignorieren oder auf das Schärfste, mit allen Mitteln, dagegen anzukämpfen. Aber das sind ja unsere Standesverbände derzeit, vielleicht aus uneinigen Gründen, scheinbar nicht in der Lage oder Willens.

  3. …..ist eben wie so oft, ein typisches, sehr praktisches Ablenkmanöver zu Lasten einer beneideten Minderheit, von deren Tun und wahrer Bedeutung die Mehrheit keine Ahnung hat.
    Der Neidkomplex ist ein sicheres Mittel um politisches Kleingeld zu wechseln.
    Das ist aber nicht nur bei der Jagd der Fall, sonder ist eher das Generalproblem der Dummschafe an sich – leider bekommen auch die einen Stimmzettel.
    Parteienfinanzierung funktioniert bei allen Parteien ähnlich:
    Auftragsvergabe an ausgewählte Unternehmen zu oft drastisch überhöhten Preisen und Rückführung des Überschusses über Strohmänner, Firmen oder freundlichen Organisationen.
    Natürlich nehmen sich die handelnden Personen das Recht, sich ihr Schärflein davon abzuzweigen – Jagdeinladungen sind da eher eine nette Geste – man schöpft ja aus dem Vollen – der Taschen der Steuerzahler.
    Leider wollte man mich noch nie bestechen – mein Pech!
    Jagdeinladungen bekomme ich von guten Freunden – vermutlich, weil ich auch ein guter Freund bin….so einfach kann das manchmal sein.

  4. Auch Opern– Konzert– und Vernissageneinladungen sind höchst verdächtig. Und was sich erst während Festspielen und gar Fußballturnieren tut! Da müssen doch unglaublich viele »Deals« geschlossen werden. Ob Jagdeinladung oder Einladung zu einer Vernissage – der Korrupte ist immer korrupt. Und der Anständige ist und bleibt anständig. Die Neidgesellschaft der Journaille sieht das oft anders – besonders, wenn die linksorientiert ist.

    Ich werde sehr oft zu Vernissagen eingeladen (no na – ich bin eben Künstler) – nur: wer wollte mich denn zu einem »Deal« überreden? In der hohen Politik habe ich nichts mitzureden, als Wirtschaftsfaktor bin ich unbrauchbar (welcher wirklicheKünstler hat schon Geld oder gar Einfluß auf die Wirtschaft? Er ist froh, wenn er materiell überleben kann) und Freunde in entsprechenden Positionen habe ich auch nicht. Und so wie ich bin, sind ungezählte andere auch. Ebenso sind auch Menschen mit Einfluß nicht zu korrumpieren, wenn sie keine Gierammeln sind. Einflußreiche Positionen machen aus ehrlichen Menschen nicht zwingend gierige Raffer…

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