Die 10 Gebote der ÖVP

Die ÖVP hat sich jetzt also einen „Verhaltenskodex“ verschrieben, offenbar ist man dort der Ansicht daß das notwendig ist um Korruption und Bestechlichkeit auszuschließen. Ich habe zu wenig Einblick um das beurteilen zu können, aber wahrscheinlich wird’s schon stimmen. Schon irgendwie ein Armutszeugnis.

Ausgearbeitet haben diesen Kodex die Zukunftshoffnungen der ÖVP Schaumayer, Mantl und Sausgruber, die Gegenwartshoffnung Spindelegger hat das am Freitag ganz stolz präsentiert. Richtig offiziell ist das noch nicht, der ÖVP-Bundesparteivorstand muß das erst noch beschließen, es scheint aber ganz bahnbrechende Neuerungen zu geben: Ethik-Seminare für alle Funktionäre, verbindliche Leitlinien für die Verwendung von Dienstwagen, Verbot der Annahme von Jagdeinladungen (offensichtlich ganz wichtig!), etc. Ein Mix von Selbstverständlichkeiten und paranoidem Regulierungswahn also, was aus der einst staatstragenden ÖVP geworden ist mutet nur noch traurig an.

Als christlich-soziale Partei sollte man diesen Unfug aber wenigstens anders „verpacken“, nicht als „Verhaltenskodex“ sondern vielleicht als „10 Gebote der ÖVP“. Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht wie diese Gebote lauten könnten, vielleicht kann die ÖVP ja etwas davon aufgreifen:

  1. Ich bin die ÖVP, deine Partei. Du sollst keine anderen Parteien haben neben mir.
  2. Du sollst den Namen deiner Partei, der ÖVP, nicht mißbrauchen.
  3. Du sollst den Bundesparteitag heiligen, aber bitte nicht mit dem Dienstwagen anreisen.
  4. Du sollst den Bundesparteiobmann und den Parteivorstand ehren, auf daß du lange im Amt bleibest und und auch wieder zur Wahl aufgestellt wirst.
  5. Du sollst nicht zur Jagd gehen, auf daß nicht irgendein Trottel das gegen dich verwendet.
  6. Du sollst dich beim Ehebruch nicht erwischen lassen, denn das bringt negative Publicity.
  7. Du sollst dich nicht beim Griff in die Parteikasse erwischen lassen.
  8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Parteifreund.
  9. Du sollst begehren deines Nächsten Mandat.
  10. Du sollst begehren deines Nächsten Amt, Wähler, Prestige und auch sonst alles, was sein ist.

Ich denke, damit wären die wichtigsten Punkte ganz gut zusammengefaßt, wesentlich wird sich das Ergebnis des ÖVP-Bundesparteivorstands davon nicht unterscheiden.

Laut Spindelegger soll es übrigens für jene Funktionäre, die sich an den „Verhaltenskodex“ nicht halten „keine Zukunft in der Partei“ mehr geben. Ob es aber für eine Partei, die sich mit solchen Blödsinnigkeiten befaßt (oder glaubt sich befassen zu müssen) überhaupt eine Zukunft gibt steht auf einem anderen Blatt Papier.

Irgendwie schade d’rum.

 

5 Antworten zu “Die 10 Gebote der ÖVP

  1. Pingback: Wochenrückblick 19/2012 | dagarser

  2. Solange es genug dumme Wähler gibt, wird dieser Schwachsinn funktionieren.

  3. Seit Busek gibt es für die ÖVP keine ernstzunehmende Zukunft mehr. Die ÖVP versucht die SPÖ links zu überholen – das kann nicht gut gehen. Dort sind nämlich schon die (stalinistischen) Grünen. Die ÖVP hat ganze Generationen von Menschen verprellt, denen ihr Vaterland und ihre Kultur wichtig waren. Ohne echten Selbstreinigungsprozeß wird die ÖVP von der Mittelpartei (die sie jetzt nur mehr ist) zu einer Kleinpartei verkommen. Nicht, daß ich darüber traurig wäre! Ganz im Gegenteil. Wer so viel politischen und kulturellen, antiösterreichischen Mist gebaut hat, hat auf Dauer nicht in einer Regierung verloren. Daß das Gleiche von der SPÖ gilt, braucht nicht betont zu werden. Nur haben die Roten eine noch immer zu große Gefolgschaft von Nichtdenkern. Die von der PC infolge der Indoktrinierung durch die Frankfurter Philosophenschule weichgespülten Dolme sind zu viele geworden. In den meisten Parteien. Und bei den Nichtwählern. Das Fatale dran ist, daß sich diese Dolme für hochintelligente Menschen halten und viel zu viel mitzureden haben. Nach dem Chaos – und dieses kommt mit Riesenschritten auf uns zu – werden die Freien Bürger das Land neu aufbauen müssen. Nur: wie soll das dann gehen, wenn die Dolme sich weiterhin für hochintelligent halten? Die Dodeln werden durch das Chaos ja nicht atomisiert werden. Seufzend muß der denkende – also der Freie Bürger – zur Kenntnis nehmen, daß das alte Sprichwort weiterhin seine Gültigkeit hat: Gegen die Dummheit kämpfen selbst die Götter vergebens.

    • Das Furchtbare daran ist, dass die kleinen Leute darunter zu leiden haben. Andererseits muss auch gesagt werden, es geschieht ihnen recht, diese Politiker wurden doch von ihnen gewählt, oder…

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