Gastbeitrag: Pro und Contra

Albrecht D / (c) Albrecht DJede Reaktion setzt eine vorhergehende Aktion voraus, das liegt in der Natur der Sache. Wie aber soll man reagieren, beziehungsweise soll man das überhaupt? Aufgrund welcher Richtlinien, vor dem Hintergrund welcher Werte, ist eine Reaktion überhaupt sinnvoll und angebracht? Was sagt das Fehlen sinnvoller Reaktionen über unsere Gesellschaft aus? Albrecht D hat sich darüber Gedanken gemacht und mir den Artikel darüber zur Verfügung gestellt, ich danke dafür! Der Kernsatz, den ich für mich daraus gezogen habe lautet, daß „Freiheit“ nicht die Freiheit von etwas, sondern die Freiheit zu etwas bedeutet. So simpel, aber offensichtlich doch auch so kompliziert:

Pro und Contra

Die meiste Politik, die heute gemacht wird, wendet sich “gegen” etwas. Seltsam – man hört immer nur, daß zum Beispiel etwas “gegen” die Arbeitslosigkeit getan werden müsse, etwas “gegen” die Wirtschaftskrise, und schlußendlich ist man “gegen” die Andersdenkenden – “gegen” Patrioten, “gegen rechts” (was auch immer das sein mag), man ist gegen – es geht bis ins Aschgraue… Da ich von Natur aus kein Schwarzmaler bin, möchte ich endlich etwas erfahren “für das” man ist, “für das” man arbeitet. Davon aber ist weit und breit – zumindest von den Systemparteien – nichts zu hören. Es klingt immer wieder, als wäre ein namenloses Fatum dafür verantwotlich, daß etwas geschehen ist, “gegen” das man sich wehren müßte. Daran kann doch etwas nicht stimmen. Dieses namenlose Fatum gibt es schlichtweg nicht. Alles ist immer wieder die Folge von gesetzten Handlungen.

So ist die derzeitige Situation in den sogenanneten “Demokratien” westlicher Ausprägung: Der Mensch wird in die Ketten der Vorstellung von Dilettanten gelegt, die selber glauben, es sei ihre Planungskunst, von der die Welt abhinge, obwohl es dafür kei-nen Hinweis gibt – dafür aber jede Menge Beweise, daß das Gegenteil richtig ist. Dies ist eine gigantische Fehleinschätzung dieser Dressureliten, der wir nicht begegnen können, weil wir niemanden mehr dagegensetzen können. Die Frage bleibt also: was sollten, was könnten wir noch tun? In der real existierenden BRD, in Österreich und vielen anderen “demokratischen” Ländern hat man den Indivi-dualismus zu weit getrieben schon deswegen, weil bereits die Qualität dessen, was dieser Individualismus bei ihnen hervorgebracht hat, bestenfalls noch unterer Durchschnitt ist. Damit ist der Individualismus aber nicht per se etwas Schlechtes. Er hat nur das überwuchert, was einstens echter Individualismus war – der begriffen hatte, daß man dennoch immer ein Glied einer Gemeinschaft ist. Die Gemeinschaft “Nation” gründet auf der Gemeinschaft von Familien (und Familienverbänden), die etwas gemeinsam haben: Kultur, Sitten, Gebräuche, Wertvorstellungen, Ethik, meist auch Religion und (Lebens)Philosophie. Man wird immer in eine Familie hineingeboren – man kann sich die Familie nicht aussuchen und “als Individuum” entscheiden. Es wird immer die historische Hierarchie geben, daß die „Älteren” – die Eltern eben – eine gewisse Norm vorgeben (müssen), damit die Gemeinschaft ohne größere Reibungen funktionieren kann. Diese Regeln sind schon aus rein historischen Gründen sinnvoll, da es der jüngeren Generation an der Erfahrung fehlt, welche die vorhergehende Generation gemacht hat. Ändern sich nun die Umwelt und ihre Bedingungen, wird die jüngere Generation versuchen, manch andere Regeln aufzustellen, die mit diesen geänderten Bedingungen besser zurechtkommen. Hier kommt die echte Individualität zum Zuge: Was wirklich geändert werden muß, wird geändert – allerdings das als gut und wertvoll Erachtete aus den Regeln der älteren Generation wird weiterhin gepflegt und beibehalten. Gute Beispiele sind dafür sowohl Goethe als auch Schiller, die ja auch in einer Zeit der Umbrüche lebten. Sie haben es verstanden, mit dem hohen Gut des überkommenen Wissens und der lang hergebrachten Sitten und ethischen Regeln erstklassig umzugehen und die Freiheit zu propagieren. Das aber war nicht nur die Freiheit von etwas sondern die Freiheit zu etwas. Zu diesem Zweck aber mußten sie zuerst das System verstehen (und auch dessen Gegenentwurf mit allen Greueln – man denke an die frz. Revolution und die Schreckensherrschaft des “Wohlfahrtsausschusses” und des Direktoriums sowie hernach die Gewaltherrschaft Napoleons). Das alles war zwar ernüchternd aber heilsam.

Der Weg, ein System verstehen zu lernen, geht leider nur über die konfrontative Beschäftigung mit diesem, zwangläufig einhergehend mit schmerzhaften Kollisionen und Verlusten. Jeder Lernprozeß setzt Unbehagen voraus und den Mut, sich dieses Unbehagens zu entledigen. Für den Akteur ist solch ein Versuch recht unbequem, zeitraubend und erschütternd. Vergeblich erscheint mir aber solches nicht, denn trotz aktueller und temporärer Erfolglosigkeit wird sich mit ziemlicher Sicherheit eine heute noch nicht sichtbare Fernwirkung ergeben. Mißstände abzustellen ist etwas Notwendiges. Allerdings ist das alleine noch zu wenig. Wir müssen einen praktikablen und guten Gegenentwurf bereit haben und für etwas Sinnhaftes eintreten. Und gegebenenfalls auch dafür kämpfen. Ganz klar ist in erster Linie, daß unsere heimische Familie gefördert werden muß. Sie ist das wichtigste Zukunftsunternehmen unserer Heimat und die kleinste Einheit unserer Gesellschaft, die es als Keimzelle zu schützen gilt. Wenn die Familien zerbrechen, zerbricht die Gesellschaft. Das heißt im Klartext: Wir müssen etwas für unsere Familien tun – nicht nur gegen die Mißstände wettern. Wir müssen für den Erhalt unserer gewachsenen Kultur eintreten: indem wir sie pflegen. Um sie aber pflegen zu können, müssen manche sie erst wieder kennen lernen. Zu lange hat das System unsere Kultur der Unkultur des “Multikulti”, dem Schwachsinn einer nach unten nivellierenden “amerikanischen Kultur” («American way of life»), dem Ungeist des Nihilismus der “Frankfurter Philosophenschule” (Habermas, Adorno, et al.) preisgegeben. Der nihilistisch beeinflußte Zeitgenosse bejammert dies. Wir Patrioten – die Freien Bürger – tun das nicht. Wir wissen es besser – wir kümmern uns um diesen Nihilismus nicht, sondern wir leben den besten Gegenentwurf: die nationale Einheit durch Familie, durch unsere autochthone Kultur und Kunst, durch den Zusammenhalt aller Patrioten. Und dabei wollen wir unser höchstes Gut (neben der Familie) verteidigen: Unsere Freiheit. Und das müssen wir in Zeiten, wie diesen, mit allem Nachdruck tun – und mit allen Mitteln. Das Volk will seine Souveränität leben – allen Malversationen der Systempolitiker zum Trotz. Und das kann es auch durch den oben genannten besten Gegenentwurf zur Unfreiheit – wenn es will!

Eine Antwort zu “Gastbeitrag: Pro und Contra

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