Die „g’sunde Watschn“

Uwe Scheuch hat etwas gesagt: „A klane Tetschn schadet nicht“. Das Wetter ist nicht wirklich schön und die „Eisheiligen“ machen ihrem Namen alle Ehre, die Medien stürzen sich auf diese Meldung aber als hätte es 35° C im Schatten und wir wären mitten im „Sommerloch“.

ÖSTERREICH widmet dem Thema ⅓ Seite, in der „Krone“ tut Peter Gnam im „Thema des Tages“ dar, was er von Uwe Scheuch (nicht) hält und im KURIER wird das ganze gleich zweimal abgehandelt, einmal kurz und bündig auf Seite 2, dann aber nochmals seitenfüllend auf Seite 16.

Ich wurde ja unlängst von einem Kommentator gerügt, ich solle mich in diesem Forum doch auf Waffenthemen beschränken, widrigenfalls dieses Blog in der Bedeutungslosigkeit verschwinden würde. Es dauert mich (nicht wirklich), aber solange dieses Blog eine rein von mir finanzierte und betreute „Spielwiese“ ist werde ich hier veröffentlichen was ich für richtig und wichtig erachte, wem das nicht gefällt muß es ja nicht lesen. Eine kleine „Tetschn“ habe ich mir also von einem Leser eingefangen, wie man schon aus diesem Artikel ersehen kann hat sie nichts genutzt, ich schweife schon wieder ab. Und da sind wir schon bei der wesentlichsten Einschränkung der „Tetschn“, der „Watschn“: Wenn sie von keiner Autoritätsperson kommt ist sie völlig sinn- und wertlos.

Ich stehe diesem Thema ja recht entspannt gegenüber, die „Watschn“, die ich mir „eing’fangt“ habe, hatte ich auch absolut verdient, wenn ich so zurückdenke bin ich oftmals eigentlich ganz gut weggekommen. Ich kann die Ohrfeigen, die ich bekommen habe, mit Leichtigkeit an den Fingern einer Hand abzählen, mein Vater hat nie die Hand gegen mich erhoben, meine Mutter habe ich allerdings ein paar mal zur „Weißglut“ getrieben, die „Tetschn“ einer ehemaligen Leistungssportlerin hatten es aber auch in sich! Wie gesagt, war alles verdient, allemal ich könnte mir heute auch noch die eine oder  andere Watschn abholen. Weiß Gott, zustehen würd’s mir ja – aber die Autorität, von der ich das erleiden würde, gibt’s halt nicht mehr. Keine Watschn mehr für dagarser also, daß `s alle wißts!

Zurück zur Diskussion um Uwe Scheuchs Ansage, lächerlich, was da für ein Wind darum gemacht wird: Im KURIER wird „Family-Coach“ (was immer das ist, wahrscheinlich nichts zum Essen) Martina Leibovici-Mühlberger dahingehend zitiert, daß die „Tetschn“ den „absoluten Tiefpunkt und Bankrotterklärung in der Bildungsdiskussion“ darstelle, hier noch ein weiteres Zitat besagter Dame:

Hier wird das alte Denkmodell des Strafens und Ahndens hervorgekramt. Das fördert nur all die verdeckt autoritären Erziehungsmodelle, die in unserer Gesellschaft immer noch vorhanden sind. (…) Sanktionen – egal welcher Art – sind keine Grundlage für eine positive Persönlichkeitsentwicklung, die auf Einsicht und Lernen basiert.

Ja. Klar. Halbstarken Burschen (und Mädels) nähert man sich am besten „voll antiautoritär“, sicherlich ist es sinnvoll, wenn man einen KURIER-Artikel vom Martina Leibovici-Mühlberger dabeihat. Man sollte da aber sicherheitshalber einen reich bebilderten Beitrag wählen, zum Schluß hat man Pech und die Zukunftshoffnungen sind des Lesens bestenfalls rudimentär mächtig.

Frau Leibovici-Mühlberger ist sicherlich nicht dumm, sonst wäre sie wahrscheinlich auch nicht „KURIER-Family-Coach“, aus (Experten)Sicht eines ehemaligen Lausbuben sind ihre Tips aber nicht einmal lachhaft: Mir rollen sich die Zehennägel auf, wenn ich einen Unfug wie „verdeckt autoritäres Erziehungsmodell“ lesen muß, ein Lehrer, der keine Autorität ausstrahlt und vermitteln kann ist kein „Lehrender“, das ist maximal ein „Supplierstundenersatz“.

„Strafen“. „Ahnden“. Böse Worte, jedenfalls negativ besetzt. Bei mir hat das aber (ansatzweise) funktioniert, unter Strafandrohung habe ich in der Schule doch die eine oder andere Aufgabe schneller gelöst, einen nennenswerten psychischen Schaden habe ich meines Erachtens allerdings nicht davongetragen.

Die im Titel genannte g’sunde Watschn ist sicherlich nicht das Wahre, so eine Tragödie ist sie aber auch wieder nicht.  So sie denn als korrektive Maßnahme eingesetzt wird. Als alleiniges Erziehungsmittel taugt die Tetschn nicht – ganz sinnfrei ist sie aber auch wieder nicht. Wobei: „Auszuteilen“ hat solche Tetschn – wenn überhaupt – ein Familienmitglied, sonst geht das niemanden etwas an.

Schön jedenfalls. daß es in Österreich derzeit offenbar keine größeren Probleme gibt!

8 Antworten zu “Die „g’sunde Watschn“

  1. Pingback: Wochenrückblick 20/2012 | dagarser

  2. @Dagarser:
    Bitte jetzt nicht eingeschnappt sein aber ich kenne das verzetteln in themenfremden Bereichen von anderen Blogs wo dann die Motivation des Lesens schnell abnimmt.
    War ja nicht böse gemeint und sicher auch keine Watschen, Tachtel oder Tetschn von mir sondern nur ein Hinweis.

    Zum Thema Watschen und Autorität:
    Ich persönlich würde es nicht zulassen das mein Kind von einer fremden Person geschlagen wird, egal um welche Autorität es sich dabei auch handeln möge.
    Ich habe in meinem Leben oft genug festgestellt das die meisten Menschen die Macht über andere Menschen haben diese nur missbrauchen oder zur Belustigung und willkürlich einsetzen.
    Der eine oder andere kennt ja diese Situationen wo man von einer Autorität einfach niedergebügelt wird weil der Herr/Frau gerade mal wieder schlechte Laune hat oder einfach aus anderen Gründen asozial ist.
    Wenn ich mir dann vorstelle das ich als Schüler in einer Schule sitze und einen Klassenvorstand habe der aus menschlicher Sicht einfach nur ein (pardon) Ar…loch ist und ich wegen seiner schlechten Laune ständig die „gsunde Watschn“ einfange dann kommt mir echt das grausen.
    Solche Verhaltensweisen haben zurecht an einer Schule nichts zu suchen.
    Man sollte das an den Schulen handhaben wie in der Arbeitswelt.
    Wer nichts taugt oder leistungsunwillig ist der wird einfach hinausgeworfen und muss sich selber um einen neuen Schulplatz bemühen.
    Wer das nicht hinbekommt und dann als 18 jähriger ohne Schulabschluss dasteht den bestraft das Leben wenn er eine Karriere als Hilfsarbeiter, Sandler oder Gefängnisinsasse vor sich hat.

    PS:
    Die größten Watschen verteilt immer noch das Leben selber 😉

    • Keine Sorge, ich bin nicht eingeschnappt, ich will hier ja eine Diskussion haben. Zu einer Diskussion bedarf es ja divergierender Meinungen, deshalb freue ich mich, wenn da etwas zustandekommt.

      Warum ich trotz des von Ihnen eingebrachten Einwandes auch weiterhin meine Sicht der politischen Lage behandeln werde kann man morgen im Nachwort des Wochenrückblicks 20/2012 nachlesen. Das ist meine Meinung, die muß man weder teilen noch lesen. Aber man muß sie mir zugestehen.

  3. Wahltag ist Zahltag!

  4. Diese sogenannten „Experten“ haben unsere (unsere?) Jugend bereits ruiniert und sie wollen weitermachen. Beenden wir das!

  5. »Frau Leibovici-Mühlberger ist sicherlich nicht dumm, sonst wäre sie wahrscheinlich auch nicht „KURIER-Family-Coach“«.

    In Zeiten der »Stuhlkreise« und sonstigen Unsinns von »Pädagogen« darf man ja ganz »demokratisch« vorgehen: ich zweifle das an. Der Kurier und seine Schreiberlinge und-Innen haben ungefähr den Wahrheitsgehalt der einstmals ach so seriösen Prawda. Warum sollte das bei der Meinung besagter »Familien-Coachin« anders sein? Heutige Pädagogik besteht in der Indoktrinierung im Sinne der »Frankfurter Philosophenschule«. Was dabei herauskommt, das sehen wir: entweder unbeherrschte aggressive Typen oder aber lebensuntüchtige Weicheier. Beides nicht erstrebenswert. Demokratie scheint denn doch ein Gott zu sein, der keiner ist. Und heutige Pädagogik scheint der Versuch zu sein aus Sand Seile zu drehen. Wenn dann der hoffnungsvolle Nachwuchs mit der harten Realität des Lebens konfrontiert wird, versagt dieser jämmerlich. Wenn er nicht in der Familie erzogen worden ist. Daher erlebt man immer wieder, daß junge Leute in eine Traumwelt flüchten wollen. Die Einen mit Computerspielen, die Anderen mit Drogen, die Dritten mithilfe von Konsumismus. Diese Aufzählung könnte man usque ad nauseam fortsetzen. Eine »No Future Generation« nach der anderen. Die kann man leicht gängeln und zu Sklaven machen – sie merken’s ohnehin nicht. Die Teile der jungen Generation, die heute ihren Mann (bzw. ihre Frau) stehen, die sind sicherlich im Familienkreis erzogen worden. Ob mit oder ohne Tetschn. Und die haben die unmaßgebliche Meinung der Frau Leibovici-Mühlberger nicht nötig. Die wissen nämlich, daß es ohne Autorität nicht geht.

  6. …..Lehrer zu werden, kann man guten Gewissens heute keinem mehr empfehlen und es wird noch ärger, denn bald werden wir einen unzumutbaren Lehrermangel haben, bei immer frecheren, renitenten Terroristen als Schüler, bei denen vor allem die Familien völlig überfordert versagen und meinen, ihre Aufgabe könne die Schule leisten.
    Jeder ein Experte, kann man kurz zusammenfassen, denn jeder hatte zumindest die Volksschule besucht und der Neid auf lange Ferien steckt jedem in den Knochen.
    Wer heute Lehrer ist, der kann andere Dinge berichten, denn das wurde dank der vielen „Experten“ politisch ebenso verwässert, wie das Militär z.B.
    Meine Informationen sind aus erster Hand. Ich habe einige Lehrer in meiner Familie.
    Übrigens: Autorität ist heute auch nicht mehr gefragt, wurde meiner jüngsten Tochter von ihrer Klasse mitgeteilt!
    Über Noten möge man im Klassenverband demokratisch abstimmen – so die Meinung von 17-18 jährigen, Wahlberechtigten!!!
    So viel zur Realität.
    Ich habe in meiner Schulzeit einige Watschn empfangen…..völlig zurecht, denn ich war rotzfrech und als dieser Lehrer dann meine Großmutter, welche mich öfters besuchen kam um nach den Rechten zu sehen fragte, ob ich ihr von der Watschn erzählt hätte, war die Antwort: Ganz sicher nicht, denn sonst hätte er von mir gleich eine dazu bekommen…..

    • Die jetzige Situation exakt beschrieben. Unsere Weicheierpolitik verheizt die Lehrer, die Schüler kennen nur ihre Rechte, haben keine Disziplin. Da müssen eben andere Maßnahmen ergriffen werden, um einen geordneten Ablauf zu gewährleisten. Sie sollten doch in der Schule aufs Leben vorbereitet werden, denn das Leben hat sicher noch viele „Tetschn“ für sie bereit. Aber solange selbst ernannte „Experten“ sich wichtig machen und feige Politiker das zulassen, wird sicher nichts Gescheites heraus kommen.

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