Zufälle gibt’s

Am Montag fand im Deutschen Bundestag eine Anhörung statt, Thema war u.a. ein Antrag der Grünen auf eine Verschärfung des Waffenrechts, ich habe hier darüber berichtet. Die geladenen Experten haben dieses Vorhaben der Grünen natürlich als das entlarvt was es ist, blanker Unfug nämlich, eine Blamage für die Waffenverbotsphantasten.

Fast „wie bestellt“ kam es dann gestern, tags darauf, an einer Schule im schwäbischen Memmingen zu einem Zwischenfall, ein Schüler hat wohl mit einer Faustfeuerwaffe geschossen, passiert ist niemandem etwas, die Aufregung war aber dennoch groß. Völlig zu Recht wurde ein Großaufgebot der Polizei in Marsch gesetzt, schließlich war das ja eine potentiell höchst gefährliche Situation und der Schutz der Bevölkerung hat da zweifelsohne an erster Stelle zu stehen. Ich habe das ganze „live“ im Fernsehen verfolgt, die zwischen Atem- und Ahnungslosigkeit schwankenden Meldungen der Medienvertreter („Reporter“ sage ich hier ganz bewußt nicht) waren nichts für einen schwachen Magen. Das böse „A-Wort“ war allgegenwärtig, wieder ein „Amokschütze“ am Werk! Ich bin kein Politiker, also wiederhole ich mich nicht gerne, deshalb verweise ich auf hier auf einen alten Artikel von mir wo ich schon erklärt habe, was „Amok“ eigentlich bedeutet: Schießen – ein Sport?.

„Amoklauf“ war das jedenfalls keiner, das war ein 14jähriger Rotzbub der – kolportierterweise – im „Beziehungsstreß“ durchgedreht ist, es ist auch noch nicht klar, woher er die verwendeten Waffen hatte, auch nicht, ob es sich tatsächlich um „scharfe“ Schußwaffen gehandelt hat. Fest steht jedenfalls, daß der Bursche die Waffen keinesfalls legal besessen haben kann, in irgendeiner Form muß er sich die also auf illegalem Wege beschafft haben. Medienmeldungen zufolge soll es sich um Waffen seines Vaters gehandelt haben, sollte dem so sein ist festzuhalten, daß er gemäß dem geltenden strengen deutschen Waffengesetz darauf keinen Zugriff hätte haben dürfen. Wohlgemerkt: Gemäß dem (ohnehin schon) geltenden Waffengesetz, wenn das nicht eingehalten wird bringt auch eine „Verschärfung“ nichts.

In Wahrheit ist diese traurige Angelegenheit auch keine waffenrechtliche, sondern vielmehr eine gesellschaftspolitische Frage: Was treibt einen 14jährigen Halbstarken dazu zu meinen, durch eine derartige sinnlose Aktion seine „Beziehungsprobleme“ wenn schon nicht lösen, dann doch lindern, zu können? Liebeskummer ist furchtbar, wer noch keinen hatte hat aber auch viel versäumt. Früher  hat man das allerdings anders gelöst, statt mit irgendwelchen Waffen (ob jetzt „scharfe“ oder Schreckschußwaffen sei dahingestellt) herumzufuchteln oder gar herumzuschießen hat man sich halt ordentlich angesoffen oder eine Schlägerei angefangen, das war’s dann aber auch schon. Heute weiß der aufmerksamkeitsheischende Jugendliche aber, daß er durch keine Aktion mehr Beachtung erfahren kann als dadurch in irgendeiner Form an (s)einer Schule mit einer Waffe aufzutauchen und dort damit zu drohen oder gar zu schießen! Und hier darf man jene, die gebetsmühlenartig vor solchen Szenarien warnen, keinesfalls aus ihrer Verantwortung entlassen, sie sind es nämlich, die durch ihr Verhalten und ihre Agitation genau solche Zwischenfälle provozieren. Ob sie jetzt „Grüne“ heißen oder „AAW“.

Der gegenständliche Zwischenfall ist jedenfalls Gott sei Dank unblutig beendet worden, gut so, keinem ist wirklich etwas passiert und es ist zu hoffen, daß der dumme Bengel sich „z’sammwachst“. Natürlich muß geklärt werden woher er die Waffen hatte, ob er sie mit krimineller Energie stehlen mußte oder ob er darauf leicht Zugriff nehmen konnte. In letzterem Fall hätte ich dann auch kein Mitleid mit dem Besitzer der Waffen, das ist schließlich kein Spaß, für ordentliche Verwahrung ist Sorge zu tragen, das ist klar und selbstverständlich!

Ist es ein Zufall, daß diese Geschichte sich in Memmingen zugetragen hat?  Ich muß gestehen, daß ich bis gestern von Memmingen nicht mehr wußte als daß es existiert. Ich habe dann kurz einmal bei „Wikipedia“ nachgeschlagen, scheint eine nette Stadt zu sein. Ganz interessant, daß die Bundesvorsitzende der deutschen Grünen, Claudia Roth, am dortigen „Landestheater Schwaben“ eine Lehre absolviert hat. Zufälle gibt’s…

13 Antworten zu “Zufälle gibt’s

  1. Pingback: Wochenrückblick 21/2012 | dagarser

  2. B5 Aktuell (das Inforadio des Bayrischen Rundfunks) kommentierte den „Zwischenfall“ mit folgenden Worten:

    „Obwohl der Vater des Täters die Waffen ordnungsgemäß verwahrte und ihm deshalb auch kein Vorwurf gemacht werden kann, befeuert dieser Amoklauf die Diskussion um die Waffenverwahrung in der Bundesrepublik aufs Neue.“

    So ein Zufall aber auch…

    • Es gibt schon eine ganze Weile lang ganz seltsame Zufälle…

      • Weil ich nicht gewusst habe wo ich das hinschreiben soll so hab ich mein Blabla halt hier geparkt.
        Das mit den seltsamen Zufällen ist echt nicht ohne.
        Heute am 26.5.2012 hat schon wieder ein Jugendlicher durchgedreht.
        Diesmal war es in Finnland wo ein 18 jähriger mit Tarnanzug bekleidet und mit illegalen Waffen ausgerüstet seinen Hass auf andere Menschen freien Lauf gelassen hat.
        Hier zum Nachlesen die Pressemeldung: http://www.orf.at/stories/2122425/

        Das Gesetz der Serie wird mir schon langsam unheimlich 😦

  3. Und weil wir schon dabei sind: Heranwachsende und Waffen…
    http://wien.orf.at/news/stories/2534226/ (13Jähriger wollte mit dem Auto der Mutter nach Tschechien fahren, um Waffen für Überfälle zu begehen.)
    Interessant – dem Jugendamt kein Unbekannter etc.
    Erziehung, die diesen Namen auch verdient = 0.
    Und nur daran liegt es!
    Nicht die Waffen sind das Problem

    • Himmel! Heute ist bzgl. Konzentration nicht wirklich mein Tag…
      Natürlich solles Heißen: 13Jähriger wollte mit dem Auto der Mutter nach Tschechien fahren, um Waffen zu kaufen, damit er damit Überfälle begehen könnte.

    • So ist es! Wenn man die Erziehung den Schulen, dem Fernsehen und dem Internet überläßt braucht man sich nicht zu wundern wenn dann sowas dabei rauskommt!

      Übrigens, ganz off-topic: Dieser Kommentar von mir ist der 1ooo. auf dieser Seite. Eigentlich hätte ich den Ihnen, lieber Albrecht, gegönnt, ganz unglücklich bin ich aber auch nicht daß ich ihn schreiben konnte!

      • Und jetzt ist er mir doch zuvorgekommen…

        • Das ist aber wirklich eine haarsträubende Sache.
          Der ist gerade 13 Jahre und hat schon solche Ideen, bin schon gespannt ob er es bis 18 schafft ohne das er im Häfn landet.
          Aber kurios ist ja das die Mutter bereits eine Vorahnung hatte das der Junior was mit dem Auto vor hatte.
          Frag mich wer dem Junior das Autofahren beigebracht hat weil bis zur Tankstelle hat er es ja ohne Unfall geschafft.

  4. Zitat: „Fast „wie bestellt“ kam es dann gestern, tags darauf, an einer Schule im schwäbischen Memmingen zu einem Zwischenfall….“

    Genau das habe ich gestern auch gedacht als ich die Sache über N-TV mitbekommen habe.
    Ich denke sehr wohl das die Medien eine mitschuld an solchen Vorfällen tragen weil sie die Täter ins Rampenlicht stellen und ihm die Aufmerksamkeit schenken die ihm wahrscheinlich sein ganzes Leben lang verwehrt wurde.
    Sowas kann wirklich gefährlich sein wenn ein frustrierter, zurückgewiesener Mensch der sein Leben lang nur niedergemacht wurde dann bemerkt das es da einen Weg gibt wie man sich an der ganzen Welt rächen kann und so nebenbei noch wie ein Star auf der ersten Seite in der Zeitung stehen kann und alle Reporter in den Nachrichten über einen Berichten.
    Wenn man dann noch bedenkt wie es auf manchen Schulen, Ausbildungsstätten und Arbeitsplätzen zwischenmenschlich zugeht dann müssen wir eigentlich froh sein das nur relativ selten jemand zur Waffe greift um es allen mal so richtig heimzuzahlen.
    Die meisten Leute die aus solchen Teufelskreisen aus Hass, Mobbing, Zurückweisung und Gewalt dann gewisse negative Charaktereigenschaften entwickeln versumpern (Gott sei Dank?) einfach nur und geben sich den Drogen oder dem Alkohol hin oder begehen irgend wann Selbstmord.

    Was da jetzt genau mit dem 14 jährigen los war werden wir sicher noch erfahren aber ich bin mir sehr sicher das es wieder einmal ein sozial verwahrloster Einzelgänger war bei dem die Zurückweisung durch seine Freundin das Fass zum überlaufen brachte.

    Gott sei Dank ist da nichts schlimmes passiert und es wurde keiner verletzt aber trotzdem macht es mich sehr nachdenklich wenn ein 14 jähriger schon zur Waffe greifen muss um Aufmerksamkeit zu erregen und seinen Frust und Hass abzulassen.

    In was für einer kranken Welt leben wir?

  5. Medien und deren Vertreter wären in die Pflicht zu nehmen. Durch ihre total aufgebauschten Berichte machen sie sich zumindest mitschuldig. Schließlich sind diese jungen Rotzlöffel (meiner Ansicht nach) so etwas wie »Nachahmungstäter«. Beispiele machen bekanntlich Schule. Zu meiner Schulzeit hatten relativ viele Schüler scharfe Waffen. In die Schule hat sie keiner mitgenommen. Kriminellen Unfug hat auch keiner getrieben. Die schon im Artikel beschriebenen Besäufnisse und Schlägereien aus Liebeskummer gab es vielfach. Tempora mutantur – et nos in illis. Wir waren allerdings damals (60erjahre) noch erzogen. Wir wuchsen mit meist positiven Vorbildern auf. Und da schließt sich der Kreis: die Medien bringen vor allem negative »Vorbilder«. In den Familien scheint es keine mehr Vorbilder zu geben. Und vermutlich werden die Kinder nicht von der Familie, sondern vom Fernsehen und den KITAs erzogen. Und die Politik setzt den negativsten »Vorbildern« (sogar Massenmördern!) Denkmäler: siehe Che Guevara in Wien. Daher wundert es mich eher, daß nicht noch mehr passiert. Dabei habe ich allerdings die kriminellen Taten mohammedanischer Schüler ausgeklammert. Die nehmen auch keine Schußwaffen, sondern das Messer. Liebeskummer kennen die übrigens nicht – Frauen sind bei denen Dinge und keine Menschen. Eine Zurückweisung würde ein Musel eher mit einer Vergewaltigung beantworten, statt mit einer anderen kriminellen Tat.

    • Zu behaupten das alle Mohammedaner ihre Frauen nicht als gleichwertig respektieren ist falsch.
      Warum sollten diese Leute mit ihren Frauen anders umgehen als der typische Österreicher?
      Glaubst du vielleicht das der typische Österreicher immer gut mit seiner Frau umgeht?
      Da passieren genau so viele Beziehungstaten wie in anderen Kulturkreisen nur steht das nicht so in der Zeitung wenn Franz, Sepp, oder Helmut seine Frau mal wieder grün und blau geprügelt hat oder mal Lust auf Sex hatte während seine Frau ihren fetten Alkoholikermann nur noch abstoßend findet und dann nachdem sie ihre Ablehnung verbal kund getan hat vergewaltigt und mit dem Küchenmesser oder der Bierflasche „bearbeitet“ wird.
      Wenn sowas aber der gestörte Achmed, Mehmed, Miroslav oder Slobodan gemacht hat dann gibts in der Krone gleich eine ganze Seite mit dem Gschichtl.
      Und auf http://www.pi-news.net steht ja auch nie wenn mal der echte Deutsche Michl seiner Frau gezeigt hat das er sie nur als Sexsklavin und zum Wohnung putzen wie ein Tier hält.
      Ist schon ein Schaß mit der selektiven Wahrnehmung…….. 😉

      • Das Kompliment mit der Selektiven Wahrnehmung darf ich zurückgeben: meinen Kommentar nochmal lesen, dann wird der Zusammenhang klar.
        Im Artikel war die Rede vom Heranwachsenden.
        Übrigens: Die Krone und andere Machwerke leben von solchen abstoßenden Geschichten. Und damit bieten sie den Gestörten erst recht eine Plattform.
        Daß es natürlich in allen Völkern Gestörte gibt, braucht man nicht erst zu betonen – ich wollte in erster Linie darauf hinweisen, daß Musels Zurückweisungen anders« beantworten.

        PI-news zu lesen ist meist Zeitverschwendung – weiß ich aus eigener Erfahrung. PI ist auch nur eine Systempostille… Hab ich mir daher abgewöhnt.

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