Bildungs(un)wesen

Gestern hatte das periodische Druckwerk „Heute“ eine hochinteressante Schlagzeile: „Jeder 5. Volksschüler fällt beim Lesen durch“. Dem Bericht zufolge wiesen 20 % der beim „Wiener Lesetest“ überprüften Schüler der vierten Volksschulklasse – immerhin 30.980 – lediglich „schwache Lesekompetenz“ auf, konnten also einen Text inhaltlich nicht erfassen.

Ein erschreckendes Ergebnis, ich gehe in dubio einmal davon aus, daß die Kinder wenigstens ihren Namen schreiben können, dann sind sie wenigstens funktionale Analpabeten. Das also sind die künftigen Zöglinge von Claudia Schmieds „neuer Mittelschule“, da kann man sich freuen drauf!

Laut Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl soll jedenfalls die Wiener „Leseoffensive fortgeführt und intensiviert“ werden, freilich, hat ja bislang offensichtlich auch schon Wunder bewirkt. Eine Frage stellt sich mir aber dann doch: Wie zum Geier schafft es ein Kind in die vierte Klasse Volksschule, wenn es nicht einmal lesen kann? Als ich in der Volksschule war  hatte ich in der ersten Klasse zwei Mitschüler, ein türkisches Zwillingspaar, die das Lernziel nicht erreicht haben, die sind „sitzengeblieben“ und mußten die Klasse wiederholen. Ganz einfach und auch nicht böse gemeint, aber das war schon richtig so. Was soll es denn auch bringen Kinder mit einem Lehrstoff zu konfrontieren, den sie intellektuell nicht erfassen können? Wenn ein Kind nicht addieren und subtrahieren kann ist es dann sinnvoll, ihm Multiplikation und Division beibringen zu wollen? Wohl schwerlich, gewisse Grundlagen braucht man einfach, das gilt für Mathematik ebenso wie für Deutsch. Wer das Lernziel nicht erreicht muß halt solange lernen, bis er es erreicht, wenn nicht geht’s ab in die Sonderschule.

Aber ich bin halt ein Kind einer anderen Zeit, als mich meine Eltern zur Schule geschickt haben war es um etwas zu lernen, nicht „um mich besser entfalten zu können“ oder dergleichen Unfug. Bildung ist ein hohes Gut, wie etwa Gesundheit oder Freiheit. Seine Gesundheit kann man leider nicht immer beeinflussen, seine Freiheit aber schon (oder es zumindest versuchen). Wer aber nicht gebildet ist weiß womöglich gar nicht, daß er unfrei ist – und schon erhält die Frage, was von den eingangs erwähnten Testergebnissen zu halten ist eine ganz andere Dimension…

10 Antworten zu “Bildungs(un)wesen

  1. Pingback: Wochenrückblick 22/2012 | dagarser

  2. Dagarser hat seinen liebsten Spruch vergessen…..cui bono.
    Ja also wem nutzt es wenn eine Gratiszeitung sowas auf die Titelseite klatscht?
    Vielleicht einer gewissen politischen Strömung die gegen die Gesamtschulpläne der Ministerin auftritt und mit solchen Schlagzeilen Stimmung machen möchte?
    Oder ist das die politisch korrekte Art wie man dem Leser mitteilt das in der Schule zu viele Kinder sitzen die nicht Deutsch können weil sie Zuwanderereltern haben?
    Bei solchen Schlagzeilen muss man immer vorsichtig sein weil durch puren Zufall steht sowas nicht in der Gratiszeitung.
    Und die Interpretation dieses Tests muss ja auch nicht dem normalen Menschenverstand entsprechen.
    Könnte ja sein das die Kinder 50 Sätze bei einem Diktat schreiben mussten und jeder fehlende Beistrich schon als „Mangelhaft“ bewertet wird.
    Ich glaube nicht das unser Nachwuchs total verblödet ist auch wenn man uns das jeden Tag einreden will.

    • Wenn man die Inserenten von „Heute“ betrachtet könnte man zu der Vermutung gelangen, daß dieses Druckwerk der Partei von Ministerin Schmied eigentlich recht nahe steht. Nachdem ich keine Lust auf eine Klage der Frau Dichand habe führe ich das aber nicht weiter aus.

      Abgesehen davo war das auch in weiteren Tageszeitungen zu finden, etwa im gestrigen KURIER (zwar nicht auf der Titelseite, aber doch ein schöner Bericht).

      Und: Ja, sicherlich sind die Zuwandererkinder ein großer Teil dieses Problems. Das ist ganz logisch. Dabei wäre es wirklich einfach: Wenn Voraussetzung (A) nicht erfüllt ist (bspw. Beherrschung des Alphabets) kann in Folge Schritt (B), also der Aufstieg in die nächsthöhere Schulstufe, nicht erfolgen. Nennt man „Bildungsstandard“.

      Wenn ich an meine Volksschulzeit zurückdenke (ist auch schon eine Weile her…) kann ich mich an Aufsätze, „Gedächtnisübungen“ u.ä. erinnern. Und heute können 10jährige (bzw. sogar 14jährige!) einen einfachen Text inhaltlich nicht erfassen? Nein – nicht die Kinder werden dümmer, sondern die Standards werden nach unten nivelliert.

      Das hat mit „Interpretationsspielraum“ nichts zu tun, das ist traurige Realität!

  3. Deutschland war ein Mal das Land der Dichter und Denker. Österreich auch. Aber das war zu Zeiten, als man Bildung und Wissen noch als ein ungeheures Privileg erachtete. Und das ist es ja auch. Heute wird den meisten ach so guten Schülern mit »sozialer Kompetenz« das Papierl – genannt »Zeugnis« – oft nach, damit nicht ganze Jahrgänge mit Pauken und Trompeten durchrasseln. Und die BRDDR geht überhaupt einen »genialen« Weg: dort werden derzeit Zeitschriften für die »Prolls« entwickelt und getestet. Im »Entwicklergremium« sitzen vier Analphabeten und vier Prolls. http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/auf-kundenjagd-verlag-laesst-neue-analphabeten-zeitschrift-fuer-prolls-entwickeln.html
    Ich glaube, daß da kaum mehr etwas hinzuzufügen ist. Und was für die BRDDR gilt, ist für Österreich zum größten Teil auch anzunehmen. Man züchtet Prolls, die grunzend das nächste Bier leeren, nicht lesen und schreiben können,von der Grundsicherung (in der BRDDR: Hartz IV) leben und die Primitivität an die nächste Generation weitervererben. So geht der Morgenthau-Plan auch in Erfüllung…

    • Also ich würde die Infoseite des Kopp-Verlages als nicht gerade seriös einstufen.
      Die meisten Bücher die unter diesem Verlag verkauft werden sind auch nur aus Verschwörungstheorien, Halbwahrheiten und zu Papier gebrachten Stammtischgeplapper zusammengeschustert worden und erfüllen nicht gerade einen anderen Zweck als dem Kopp Verlag und seinen Buchautoren ein wenig Geld in die Kassen zu spülen.

      Um noch schnell den Artikel über die Proll-Zeitung abzuhandeln so kann ich behaupten das es sowas schon längst gibt.
      Wozu werden den jeden Tag die Gratiszeitungen wie „Heute“ oder „Österreich“ unters Volk gebracht?
      Um vielleicht die einfach gestrickten Leute mit vorgefertigter Information zu versorgen bei der man nicht viel nachdenken muss und mit der sich gut Stimmung machen lässt.
      Die Kronenzeitung ist dann schon die Königsklasse der Prollzeitung.
      Ein wenig besser aufbereitet und die Sonntagsausgabe (die ja meist auch ohne zu zahlen aus dem Zeitungsständer entnommen wird) hat ein paar schöne bunte Seiten dabei aber im Endeffekt ist der Informationsgehalt doch eher gering.

      Am besten ist es wenn man diese Zeitschriften nicht konsumiert und sie einfach links liegen lässt.

      • Die Infoseite des Kopp-Verlages ist – bei allen aufgeführten »Mängeln« – noch immer wesentlich seriöser als die gesamte Systempresse.
        Von wegen Verschwörungstheorien: das mit der Klimalüge wurde auch zuerst so bezeichnet. Inzwischen ist das längst Allgemeinwissen, daß es nur um Abzocke ging.

        • Klimalüge?
          Ich würde das eher Co2-Lüge nennen.
          Es lässt sich nun mal mehr Geld mit Co2 Zertifikaten und Abgaben machen als mit irgend einen anderen Ökothema weil fast jedes Kraftfahrzeug und fast jeder Produktionsbetrieb Co2 ausstößt.

          Das mit dem Kopp Verlag ist meine eigene Meinung nachdem ich einige Bücher von diesem Verlag gelesen habe.
          Darunter waren solche Titel wie „SOS Abendland“, „Vorsicht Bürgerkrieg“, „Europa vor dem Crash“ und „Finanzcrash“
          Alles Titel von denen man sich angesprochen fühlt wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht aber im Endeffekt ist man von diesen Büchern dann entäuscht weil da viele Halbwahrheiten und unbestätigte Theorien als Fakten genommen werden und darauf dann die Autoren dies ganze in reißerischer und panikmachender Manier zum besten geben.
          Besonders das letzte von mir genannte Buch hat mich sehr geärgert.
          Der Autor (Gerhard Spannbauer) schreibt ein nettes Buch über den Eurocrash und betreibt noch so nebenbei eine Webseite mit diversen Infos über dieses Thema (www.krisenvorsorge.com) und ganz zufällig hat er noch einen kleinen Webshop wo man diverses Survivalzeug und Bunkernahrung kaufen kann.
          Könnte man ja noch sagen „Ja okay der will mit der Eurocrashpanik den großen Reibach machen was zwar verwerflich aber nicht verboten ist“ aber bei meinen Nachforschungen habe ich dann entdeckt das der Autor für Scientology (eine Sekte) gearbeitet hat.
          Hier der Beweis: http://www.truthaboutscientology.com/stats/by-name/g/gerhard-spannbauer.html
          Und hier gibt er es sogar noch selber zu: http://www.feineherren.de/?tag=scientology
          Deshalb nehme ich von den meisten Infos und Bücher vom Kopp-Verlag Abstand da dort fast jeder Autor anscheinend ein wenig Dreck am Stecken hat oder eine dunkle Vergangenheit hat.

  4. Wenn man bedenkt, dass die Volksschule eine Gesamtschule ist, also genau das was eine Fr. Schmied flächendeckend einführen will (zumindest für den normalen „Pöbel“), sollten eigentlich sämtliche Alarmglocken ob der Sinnhaftigkeit einer solchen losgehen.

  5. Erratum: Die Zahl „30.980“ bezieht sich auf getestete Schüler der vierten und der achten Schulstufe.

    Das macht’s aber noch schlimmer…

  6. …..wenn man sich, wie die Sozis, hauptsächlich dümmste Stammwähler aus Anatolien importiert und man von schwarzer Seite, sich über Jahrzehnte, über die billigeren Hackler freut, dann bekommt man dieses Ergebnis.
    Wie wenig sich die Sozis um Österreich als Ganzes kümmern, ist daraus ersichtlich.Hauptsache die Partei regiert, auf Schulden und zu Lasten kommender Generationen.
    Bildung wird vererbt und somit kann die Bankerin als Expertin für das Schulwesen, diese Sauerei nennen wie sie will: Sie bleibt eine Misere und die Ursachen sind politischer Natur – Sozi eben….

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