Mobilmachung

Die Zeiten für Waffenbesitzer waren auch schon einmal angenehmer. Ständig gibt es neue Vorstöße aus Brüssel das Waffengesetz weiter zu verschärfen (obwohl die letzten Restriktionen noch nicht einmal in Kraft gesetzt wurden), wenn irgendwo ein Milchbubi mit einem Stoppelrevolver spielt wird medienwirksam „Amokalarm“ ausgelöst – und die große Mehrheit der Legalwaffenbesitzer weiß davon nichts bzw. tut so, als ob sie das nichts anginge.

Es gibt nicht „die Waffenbesitzer“ als homogene Gruppe, zu unterschiedlich sind die Interessen, die Grundlagen. Für den Jäger sind seine Waffen „Werkzeuge“, liebgewordene Jagdbegleiter und teilweise auch Sammelgegenstände, mancher Sportschütze sieht darin gar nur „Sportgeräte“ und windet sich um den Begriff „Waffe“ herum, der Waffensammler häuft seine Waffen aus technisch-schießsportlichem Interesse an, wer Waffen zur Selbstverteidigung besitzt hat sie eben aus diesem Grund. Dazu kommen noch jene zahllosen Mitbürger die ihre Waffen „grundlos“, also einfach nur so, besitzen, vielleicht weil das Floberg’wehr eine liebe Erinnerung an den verehrten Großvater darstellt, oder weil die Waffe irgendwann vor Jahren einmal aus einer Laune heraus gekauft wurde. Eines aber ist all jenen Leuten gemein: Das sind gesetzestreue Bürger, vor denen sich keiner zu fürchten braucht! Natürlich gibt es da Ausnahmen, wer keinen Depperten kennt kommt wenig unter die Leute, entsprechend gibt es auch unter den Waffenbesitzern Gestalten, an denen man lieber nicht anstreifen möchte. Die sind aber meiner Erfahrung nach im Vergleich zur Gesamtbevölkerung unterrepräsentiert, Waffenbesitzer sind ein „freundliches Volk“.

Die Waffenbesitzer sind aber auch ein unbedarftes Volk, die überwiegende Mehrzahl ist sich der kommenden Verschärfungen des Waffengesetzes nicht bewußt bzw. ignoriert diese geflissentlich, die Trägheit der Verbände tut auch nichts um dieses fehlende Wissen bzw. Problembewußtsein zu kompensieren. Der größte österreichische Jagdverband bemüht japanische Fabelwesen um von der Problematik abzulenken, vom Schützenbund kommt auch nichts nennenswertes – ja woher sollen die Leute denn wissen, daß es ihnen (vielleicht nur im übertragenen Sinne) an den Kragen geht?

Gewiß, es gibt Institutionen die es sich zur Aufgabe gemacht haben in dieser Richtung aufklärerisch tätig zu sein, etwa die IWÖ in Österreich, das FWR oder ProLegal in Deutschland, ProTell in der Schweiz – solange diese Gruppierungen aber nicht den notwendigen Rückhalt aus ihrer Klientel erhalten sind deren Möglichkeiten leider Gottes auch nur sehr beschränkt, von nichts kommt halt auch nichts (bzw. weniger als möglich wäre). Es liegt daher an allen legalen Waffenbesitzern aktiv für den Erhalt ihrer Rechte einzutreten, nachdem man als Einzelkämpfer nicht weit kommt ist die Organisation in einem Dachverband wie den oben genannten sicherlich die vernünftigste Lösung.

Dabei ist es auch unerheblich, ob man möglicherweise in Einzelfragen nicht komplett mit diesen Vereinigungen d’accord geht, na und? Bei politischen Wahlen wird man in aller Regel auch nicht 100%ig mit jener Partei konform gehen, die man dann letztlich wählt, man entscheidet aufgrund seines Wissens, seines Gefühls und seines Eindrucks vom „Gesamtpaket“. Die schlechteste Lösung von allen ist es aber sicherlich, wenn man den Kopf in den Sand steckt und so tut als ginge einen das nichts an. Mit dem Kopf im Sand sind nämlich schon viel mehr Leute erstickt als man glauben sollte!

Daher an dieser Stelle mein Appell an alle meine Leser: Organisiert Euch, sucht nicht das trennende zwischen den einzelnen Gruppen der Waffenbesitzer, sondern seht vielmehr das, was uns alle eint: Das Recht gesetzestreuer Bürger auf Waffenbesitz!

Unter Hintanstellung allfälliger persönlicher Animositäten sollten wir uns doch an dieses, Benjamin Franklin zugeordnete Zitat halten:

We must, indeed, all hang together, or assuredly we shall all hang separately.

9 Antworten zu “Mobilmachung

  1. St. Florian lässt grüßen. Aber in der Aufzählung fehlen noch einige, die ganze Verbotswelle die da auf uns zu rollt ist noch gar nicht in ihrer gesamten Tragweite absehbar. Nicht nur Schusswaffenbesitzer sind betroffen, sondern wer aufmerksam die Stimmungsmacher beobachtet stellt fest dass es schon viel weiter geht. Dass vielen Paintball ein Dorn im Auge ist, ist auch kein Geheimnis. Da hilft auch das ganze Appeasement der Farbmarkierer wenig. Mittlerweile sind aber schon Armbrust und Bogen im Fadenkreuz der Volksunterdrücker, ganz leise schleicht sich das Gift der Desinformation und Panikmache von den verantwortlichen Redakteuren über die Sonntagabendkrimis in die Stuben der Bürger.

    • Ich weiß ja nicht, ob der heilige Florian auf mich gemünzt ist, ich hoffe nicht. Wer mich kennt, wer meine vergangenen Beiträge verfolgt und gelesen hat wird feststellen, daß mir die Bürgerrechte allgemein ein Anliegen sind. Daß ich persönlich als Jäger und Schütze mit dem ganzen Paintballzeug nichts am Hut habe gebe ich unumwunden zu, wer das aber betreibt oder betreiben will soll das bitte machen.

      Ich bin kein besonderer Freund der Amerikaner, die haben in ihrer Verfassung aber (ich weiß es nicht genau, aber sinngemäß) „pursuit of happiness“ als elementares Grundrecht stehen. Recht so, solange jemand sich im Bereich der (teilweise überregulierenden) Gesetze bewegt bin ich bei ihm, ganz gleich, ob er jagt, Sportschütze ist, Paintall oder Pfitschigogerl spielt. Er darf es halt.

      Der St. Florian darf meinethalber gerne ein paar Häuser anzünden. Welche sage ich jetzt aber nicht.

    • Ist er natürlich nicht, sondern auf die sich ständig abgrenzenden Verbände, Personen oder wer auch immer.

  2. Pingback: Wochenrückblick 24/2012 | dagarser

  3. „Together we fall, divided we stand“ würde der Profifeigling jetzt sagen.
    Aber so unrecht haben die Feiglinge manchmal garnicht.
    Gemeinsam können wir mehr erreichen wenn man an einem Strang zieht und sich in einem Dachverband organisiert aber genau so gut könnte es zu einer negativen Rückkopplung kommen wo irgend jemand an der Spitze in diesem Dachverband Mist baut oder in einem unappetitlichen Skandal verwickelt ist und danach nicht nur der Dachvberband sich vom Image her dem sozialen Gefrierpunkt nähert sondern das diese Handlungen dann jeden einzelnen Waffenbesitzer diskriminieren würden der ebenfalls in diesem Verband Mitglied ist.

    Manchmal ist es einfach besser wenn man sein Hobby im stillen Kämmerlein oder hinter der verschlossenen Tür seines Schützenvereins auslebt und den Rest der Welt am Ar… vorbei gehen lässt.

  4. Tatsächlich könnte die IWÖ eine europäische NRA werden, aber in Europa geht es leider anders zu. Nicht einmal in einem Land ist Einigkeit zu erzielen. Das ist hier hervorragend dargestellt worden.
    Jammern hilft aber nichts. Wir kämpfen weiter. Auch wenn es nicht einfach ist.

  5. …..we must, indeed……but we shall hang separately….das ist die Taktik schon lange….nur net auffallen, nur net anstreifen….halt feige wie immer….
    NRA wäre eine Europalösung…seit 30 Jahren bin ich da ein Rufer in der Wüste, umzingelt von Feiglingen….

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