Im Wald und auf der Heidi

Großer Skandal: In Kärnten wurde ein Lokalpolitiker von einer Wildkamera beim (mutmaßlich) außerehelichen Brunftgeschehen festgehalten.

Wer das war ist nicht näher bekannt, wahrscheinlich hat der Jäger, dem die Kamera gehört das am Stammtisch erzählt und die Gerüchte haben sich von dort aus verbreitet, wer weiß, vielleicht stimmt’s auch gar nicht und es handelt sich nur um eine (gut) erfundene Geschichte.

Jedenfalls ist nun eine Debatte darüber entbrannt, inwieweit derartige „Wildkameras“ datenschutztechnisch bzw. -rechtlich überhaupt zulässig seien, ja Himmel noch einmal, darf man jetzt nicht einmal mehr im Wald unbeobachtet schnackseln?

Das ist natürlich ein aufgelegter Blödsinn, solche Wildkameras werden in der Regel ohnehin in Ruhezonen des Wildes aufgehängt wo sowieso keiner etwas verloren hat, sei es spazierend oder kopulierend, somit sollte sich dieses Thema auch schon erledigt haben.

Eine alte Weisheit lautet: „Der Wald hat Augen“, das stimmt auch. Im Laufe der Jahre habe ich vom Hochstand aus ebenfalls schon so manches miterlebt bzw. gesehen, das definitiv nicht für meine Augen bestimmt war, na und? Solange da keine strafrechtlich relevanten Tatbestände gesetzt werden geht mich das nichts an, wenn es mich stört kann ich das ganze mit einem rustikalen „Habt’s ka z’Haus? Schleichts euch!“ jederzeit beenden. Case closed.

Abschließend noch eine kleine Anekdote: Vor Jahren habe ich in einem Revier, das ich damals bejagt habe bei einem Sauriegler eine alte, geschlossene und geräumige Bodenkanzel „entdeckt“, mitten im Einstand und komplett zugewachsen, jagdlich mittlerweile unbrauchbar. Am Boden jede Menge (gebrauchte) Kondome. Grundsätzlich gönne ich ja jedem seinen Spaß, weil es aber eben mitten im Einstand war wo keiner etwas verloren hat haben wir dann ein Schloss an die Kanzeltür gemacht, einige Zeit darauf bin ich wieder einmal dort vorbeigekommen. Mit Textmarker war fett „OASCH“ an die Kanzel geschmiert, ein Kondom lag gleich daneben. Ganz ehrlich: Ich habe noch selten so gelacht!

13 Antworten zu “Im Wald und auf der Heidi

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  3. Da hättest Du an der Tür statt die mit einem Schloss zu versperren eine Parkuhr aufstellen sollen…

  4. Die Verproletarisierung des Waldes ist eine nicht mehr rückgängig zu machende Tatsache. Man kann es nur mehr kanalisieren. Also Wanderwege mit Kondomautomaten und Mistkübeln daneben.

    • Was ich mir dazu gedacht habe, schreibe ich lieber nicht – man könnte vielleicht sagen, daß ich schlimme Wörter über die Plebs kenne…

    • 1975 hat zwei Dinge gebracht – die „Waldöffnung“ und mich. Was einem davon lieber ist kann sich ein jeder selbst aussuchen.

  5. Ich scheine etwas humorlos zu sei: ich bin jedes Mal total sauer, wenn ich besagte »Walker, Radfahrer und Reiter« im Walde erlebe. Noch schlimmer sind Familienverbände mit johlenden Kindern und andere dubiose Zeitgenossen, die »zurück zur Natur« wollen – aber mit dem SUV und dann Picknicken – selbstmurmelnd mit lautem Radio oder ähnlichem Krachgerät. In den Wald – speziell in Jagdreviere – sollte man als Waldgänger einsickern wie ein Wildschütz (Wilderer, Poacher,) . Wenn ich in den Wald gehe, dann habe ich etwas mit mir zu besprechen – oder mit der Natur. Und dann sollte man als Stück der Natur in dieselbe einsickern. So habe ich es schon als Kind gelernt – und halte mich bis heute dran.

  6. Laut dem, was ich so erfahren habe, hatte der Jäger einen SPÖ-Bürgermeister vor die Linse der Wildkamera bekommen. Tut aber nichts zur Sache. Wer sich vergnügt, sollte allen völlig wurscht sein – wenn es ihn nicht persönlich (eigene Familie!) auf irgendeine Art betrifft. Wer aber in Ruhezonen des Wildes sich vergnügt, der verdient keine Ruhe: dem sollte man die berühmte Fuchsleber servieren. Vielleicht merkt er sich’s. Wer Kondome im Wald liegen läßt – egal ob gebraucht oder ungebraucht – der verdient, daß man sie ihm auf seinen Sitzplatz beim Eßtisch legt. Das war jetzt grob, das sei zugegeben, aber ich kriege jedesmal den berühmten dicken Hals, wenn ich im Wald Artefakte finde, die in den Müll gehören.

  7. …..hätte auch OASCH hingeschrieben….so ein Spaßverderber…..
    Zu den Wildkameras, finde ich die sehr hilfreich im Revier. Allerdings sehe ich das Problem des schnackselnden Politikers überhaupt nicht, sondern das Problem bei den Konsumenten solcher Skandalnachrichten.
    Für mich sind sie kleine Wichser, die auch einmal gerne täten….nur nicht können -warum auch immer….meist rinnt bei denen nur mehr der Speichel, beim Lesen und sonst nix mehr….

    • Ja eh, zugegeben, nett war das von uns nicht. Aber das Revier war sowieso schon voller Jogger, Walker, Radfahrer und Reiter, da wollten wir wenigstens den Sextourismus unterbinden…

      • Naja. Nett war es nicht, gebrauchte Utensilien herumliegen zu lassen. Aber wenn die Personen ihr Zeugs wieder mitgenommen hätte – den Platz also so zurückgelassen hätten wie sie ihn vorgefunden haben – dann wäre es wirklich nicht besonders nett gewesen 🙂

        • Hätten s‘ ihren Dreck weggeräumt wär‘ mir die „zweckwidrige Nutzung“ der Kanzel gar nicht aufgefallen und wir hätten gar nichts gemacht. So – selbst schuld…

          Nebenbei bemerkt bereitet es keine Freude, gebrauchte Kondome entsorgen zu müssen. Ich bin ja nicht Putzfrau im Puff!

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