So ist’s recht!/Teil 2

Anfang Jänner habe ich unter „So ist’s recht!“ davon berichtet, daß eine junge Mutter in den USA einen bewaffneten Einbrecher erschossen hat. Nun hat sich – ebenfalls in den USA – ein vergleichbarer Fall ereignet, und zwar in Phoenix/Arizona:

Dort war ein 14jähriger Bursche mit seinen 3 jüngeren Geschwistern allein zu Hause als es an der Tür klingelte, es war eine fremde Frau. Von den Eltern instruiert Fremden die Tür nicht zu öffnen ignorierte er das Läuten, als er kurz darauf lauten Krach an der Tür hörte lief er mit seinen Geschwistern ins Obergeschoß und holte aus dem Schlafzimmer der Eltern eine Faustfeuerwaffe, als er dann von oben zur Eingangstür sah brach gerade ein Mann durch die Tür, bewaffnet mit einem Gewehr, welches er gleich auf den Buben richtete. Der Bursch war aber schneller, schoß und traf den Eindringling auch, dieser überlebte schwer verletzt. (Siehe dazu hier)

Zunächst: Irgendwie kommt mir das sehr seltsam vor, natürlich gibt es „heiße“ Einbrüche, dabei sind die Verbrecher aber idR nicht mit einem Gewehr bewaffnet, ich vermute daß da jemand mit den Eltern eine Rechnung offen hatte, vielleicht wollte da einer die Familie ausrotten oder die Kinder entführen. Das ist natürlich reine Spekulation meinerseits, aber für einen reinen Einbruch paßt mir da einiges nicht zusammen. Ich werde jedenfalls versuchen die Berichterstattung weiter zu verfolgen, das interessiert mich.

Zum Geschehen an sich: Der Bursche hat wirklich alles richtig gemacht! Er hat die Anweisung seiner Eltern keinen Fremden die Tür zu öffnen befolgt, beim Gewahrwerden einer Gefährdung hat er seine Geschwister nach oben in Sicherheit, in eine „safe zone“ gebracht, sich bewaffnet und  zwischen seine Familie und den Eindringling gestellt und bei Erkennen der tatsächlichen Gefahr die Nervenstärke bewiesen den wahrscheinlich lebensentscheidenden ersten Schuß abzugeben und auch zu treffen. Für einen 14jährigen sehr beachtlich, das nährt meinen Verdacht auf ein Entführungsszenario, wahrscheinlich haben seine Eltern ihn auf eine solche Möglichkeit vorbereitet und mit ihm besprochen wie er sich im Fall der Fälle verhalten soll, eine derartig gute und richtige Reaktion traue ich den wenigsten Erwachsenen zu! Man darf nicht vergessen daß das rasend schnell gegangen sein muß, hätte sich der Bursch damit aufgehalten die Polizei anzurufen wäre wer weiß was passiert, aber sicher nichts Gutes!

Ich bin ja nicht grundsätzlich der Ansicht daß 14jährige ohne Aufsicht so ohne weiteres Zugang zu Schußwaffen haben sollten, in diesem Fall war es aber sehr gut so und hat dem Burschen und seinen Geschwistern potentiell das Leben gerettet. Auch konnte der junge Mann ganz offensichtlich gut mit der Waffe umgehen, in einer derartigen Streßsituation eine Waffe richtig zu bedienen, zu schießen und dann auch noch zu treffen setzt schon einiges an Verständnis und Übung voraus, chapeau!

Wie aber stehen die Behörden zu diesem Vorfall? In oben angeführtem Zeitungsbericht wird ein Polizeibeamter („Mr Holmes“) wie folgt zitiert:

Mr Holmes said the teenager had been very brave and praised his parents for teaching the children not to open the door to strangers.

‚The police and indeed our community does not ever want to see a situation where a teenager of that age has to take a weapon to protect his family,‘ Mr Holmes said.

‚But this young man did exactly what he should have done. I’m not sure he gave full thought about what he had to do. He just acted.‘

(Holmes sagte, daß der Teenager sehr tapfer gewesen sei und lobte die Eltern dafür, daß diese ihren Kindern eingeschärft hätten Fremden die Tür nicht zu öffnen.

„Die Polizei, wie überhaupt unsere Gesellschaft, will niemals eine solche Situation haben wo ein Teenager dieses Alters seine Familie mit Waffengewalt verteidigen muß“ sagte Holmes.

„Aber dieser junge Mann hat genau das getan was er tun mußte. Ich bin mir nicht sicher ob er sich bewußt war was er da machte. Er hat es einfach getan.“)

Nun, mit dem vorletzten Satz bin ich aus den o.a. Gründen nicht ganz einverstanden, aber ansonsten ist das völlig richtig. Ich mag mir gar nicht ausmalen was unsere Exekutive in einem ähnlich gelagerten Fall zu sagen hätte, von der einschlägigen Täterschutzindustrie ganz zu schweigen. Und der Presse fiele sicherlich auch eine Möglichkeit ein das Ganze irgendwie als „Amoklauf eines 14jährigen“ zu verkaufen. Aber wir haben halt auch nicht die ach so bösen „amerikanischen Verhältnisse“…

Für mich ist der junge Mann jedenfalls ein Held dem die Hand zu schütteln mir eine Ehre wäre!

5 Antworten zu “So ist’s recht!/Teil 2

  1. Pingback: Wochenrückblick 26/2012 | dagarser

  2. Ich teile die grundsätzliche Meinung von „Mr. Holmes“, daß kein 14jähriger in eine Situation kommen sollte, in der er einen anderen Menschen erschießen muß.
    Wenn er allerdings in eine derartige Situation kommt, sollte er die Kraft, das Wissen und vor allem die Möglichkeit haben, dies zu seinem oder dem Schutz von Familienangehörigen zu tun.

  3. Das ist wirklich eine sehr beachtliche Leistung die der 14 jährige Junge da geleistet hat.
    Respekt!

    In Österreich wäre sicher etwas anderes in den Medien gestanden und da hätte niemanden den Jungen gelobt sondern den hätte man die nächsten 5 Jahre in eine Klapsmühle gesteckt wo er „betreut“ wird.
    Da könnte man sich echt ein Beispiel an den amerkianischen Verhältnissen nehmen.

  4. …..die Frage, Kinder und Waffen, ist so komplex, wie Menschen eben sind.
    Generell dazu etwas zu sagen ist nicht möglich.
    In jahrzehntelanger Erfahrung mit der Schießausbildung, habe ich 12jährige Mädchen und Burschen erlebt, die verantwortungsvoller mit Waffen umgingen, als deren Eltern. Allgemein kann ich rückblickend sagen, dass Kinder, wenn sie in normalen Verhältnissen aufwachsen, nicht schon als Jugendliche mit Drogen aller Art, von Ärzten vollgestopft werden um ihre Psyche zu regulieren -was immer das heissen soll, immer dann hervorragend funktionieren, wenn man sie Eigenverantwortung lehrt, diese vorlebt und entsprechend ausbildet – das gilt aber für alle Lebensbereiche.
    Gefahr sehe ich nur dann, wenn Freunde auf Besuch kommen und man vorführen will, was man gelernt hat, aber die Anderen eben Neulinge sind.
    Man sollte eben Vorbild sein, seine eigenen Kinder kennen, für sie Zeit haben und ihnen dann vertrauen können – sie werden einen dann sehr selten enttäuschen….
    Kinder widerspiegeln eben ihre Eltern…..

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