Vom Verfall der Werte

Mein Heimatort, die Marktgemeinde Gars am Kamp, war im 11. Jahrhundert die Residenzstadt des Markgrafen Leopold II., sein Sohn Leopold „Der Heilige“ III. wurde hier geboren, es ist also durchaus legitim wenn man sagt daß Gars damals die Hauptstadt Österreichs war.

Nachdem Leopold III. seine Residenz nach Klosterneuburg verlegt hatte stand die Burg Gars unter wechselndem Besitz, war aber stets eine „Größe“. Im 16. Jahrhundert wurde rund um die „Kernburg“ ein Renaissanceschloß errichtet, dessen Überreste geben Gars noch heute seinen unverwechselbaren Charakter, die Silhouette der Burg ist das inoffizielle Wappen von Gars. Hier ein Foto:

Burgruine Gars

Burgruine Gars

Wie aber kam es zum Verfall dieser Burg, immerhin einst einer der zentralen Punkte der österreichischen Geschichte? Die Antwort ist ebenso banal wie einfach: Im 18. Jahrhundert wurde die sogenannte „Dachsteuer“ eingeführt, das heißt aufgrund der Größe der Dachfläche wurde eine Steuer eingehoben. Der damalige Burgpfleger war entweder nicht in der Lage oder nicht bereit dazu diese Steuer zu entrichten und ließ folglich die Burg abdecken, somit war sie dem Verfall preisgegeben.

Steuern sind wichtig, sie ermöglichen dem Staat überhaupt erst das „Funktionieren“, ohne Steuern geht es nicht, ganz klar. Wenn aber eine neue Steuer bestehende Werte bedroht oder gar vernichtet so sollte man die Steuer überdenken, nicht das stillschweigend hinnehmen.

So wie die einst stolze Garser Burg heute als Ruine dasteht, so könnten bald landauf, landab die Schützenhäuser zu Ruinen verkommen. Dann nämlich, wenn die von manchen Ungeistern propagierte Waffensteuer Realität werden sollte.

Das obige Foto habe ich von meinem Balkon aus gemacht, ein wunderschöner Ausblick. Aber stets auch eine Mahnung der Geschichte.

9 Antworten zu “Vom Verfall der Werte

  1. Pingback: Wochenrückblick 26/2012 | dagarser

  2. Ich hoffe die Waffensteuer wird nie Realität.

  3. So wie mit der „Dachsteuer“ vertreibt man auch heute die Industrie aus Österreich nach Ost, und Fernost. Bald werden nur noch Handels- und Industrieruinen dastehen. Und keinem unserer Volkzertreter fällt das auf. So sehr sind sie mit dem Durchsetzen ihrer ideologischen Vorstellungen beschäftigt. Ich wäre für die Einführung einer Politikerverantwortung. Aber rasch!

  4. …direkte Demokratie wie in der Schweiz – wir hätten uns anstatt der EU, an die Schweiz angliedern sollen – mit allem was dazu gehört…..aber dann hätten wir nur 20% der Beamten und Politiker und sonstiger hoch bezahlter Günstlinge ohne sinnvolle Leistung….

    • Direkte Demokratie funktioniert nur, wenn die Medien noch unabhängig sind. Dies sind sie in der Schweiz leider auch nicht mehr. Aus vier ehemals konkurrienden Newsverteilern ala Reuter und dpa sind in der Schweiz EIN Newsverteiler geworden, der das Volk – wie in Deutschland – manipulieren kann.

      Die Waffeninitiative wurde nur aus drei Gründen bei der Volksbefragung abgelehnt:
      1. Die Schweizer Vereine haben gemeinsam die „Waffeninitiative-Nein“ gegründet mit Zwangsgeldern pro Verein. Dieser Zwangsgemeinschaft hat 2 Mio. SFR gesammelt und in Werbung gesteckt.
      2. Hunderttausende Waffenfreunde haben Familie und Freunde überredet, gegen die Waffentinitiative ihr Kreuzlein zu setzen. Das war Ehrenamt hoch 10.
      3. Es gab sowohl Politiker, wie auch noch ein paar Medien, die sich gegen die „Waffeninitiative“ gestellt haben.

      Alle drei Punkte wären in Deutschland nicht möglich.
      Und was ich so bei Zakrajsek und hier bei dir lese, wohl auch nicht mehr in Österreich.

      Daher: Nicht Volksbefragung, sondern UNABHÄNGIGE Medien wären wichtig.

      • Hi Richard: bitte aus zwei Gründen DREI machen, danke.

      • Direkte Demokratie funktioniert nur wenn sich die Leute auch für Politik interessieren würden, ein wenig selber nachdenken und ihr persönliches Umfeld beobachten.
        Dann fällt man auch nicht so leicht auf die Märchen der Medien rein und geht nicht so manchen populistischen Politiker auf den Leim.

  5. Die meisten Steuern sind heute dumm und ruinös. Wenn man damals eine Mehrwertsteuer von 20% eingeführt hätte, wäre ein Aufstand sicher gewesen. Damals gab es den Zehent (10%) und das war den Leuten zuviel. Wir zahlen aber Einkommensteuer und Mehrwertsteuer, also über 50% und unsere Herrscher leben alle noch. Seltsam.

    • »Wir zahlen aber Einkommensteuer und Mehrwertsteuer, also über 50% und unsere Herrscher leben alle noch. Seltsam.«

      Eigentlich nicht wirklich seltsam. Seit 1945 wurde den Menschen die Wehrhaftigkeit abgewöhnt oder ausgetrieben. Buben lernen häkeln und stricken und Mädeln sollen gefälligst mit Rohrzange und Schraubenzieher hantieren. Frauen sollen zwar zum Heer – aber Waffen sind ja ganz pfui.
      Mir fällt bei alle Dem immer das »Narrenschiff« ein. Scheint wohl wirklich dahin gekommen zu sein, daß die Ärzte (oder die es sein sollten) den Platz der Irren eingenommen haben – und umgekehrt. Wenn es nicht bald eine Umkehr vom ubiquitären Wahnsinn gibt, sehe ich keinerlei Hoffnung mehr auf eine Gesundung.
      Es gibt zwar noch denkende Menschen und die sehen es auch, was schief läuft. Aber so manche von ihnen beneiden bereits die Toten.
      Wer noch genügend Mut hat (der Freie Bürger) kehrt sich ab vom Wahnsinn der Massen. Aber der wird meist als Spinner, als Nazi oder als Anarchist verunglimpft. Natürlich hat der Freie Bürger etwas anarchistisches an sich: er lehnt die Herrschaft der Wahnsinnigen ab, tut, was er für richtig hält und arbeitet zäh daran, daß es eine Zukunft für das Volk geben möge. In dem Sinne kann man mich gerne Anarchist nennen. Das Volk ist wichtiger denn die (derzeit) Herrschenden…

Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s