Ein Jubilar

Am 9. Juli feiert der ehemalige 2. Nationalratspräsident und Verteidigungsminister (das waren noch Zeiten!) Robert Lichal seinen 80. Geburtstag.

Zu seinen Ehren fand am 3. Juli ein Festakt im Parlament statt, gut so, das hat er sich auch verdient! Der Jubilar selbst wird wie folgt zitiert:

Eine sehr nachdenkliche Note brachte dann der Jubilar selbst in die feierliche Stunde ein, indem er an die harten Jahre seiner Kindheit und Jugend – Bürgerkrieg in Österreich, Anschluss, Krieg, Besatzungszeit – erinnerte. „Das war Angst, das waren Sorgen“ rief er den Gästen entgegen und übte harsche Kritik an der Panikmache der heutigen Zeit. Er habe kein Verständnis dafür, worüber heute gejammert wird, wetterte er.

Lichal betonte in seinen Dankesworten, wie sehr ihm das Parlament und das Bundesheer am Herzen liegen und knüpfte daran zwei Wünsche: Es sei viel Positives seit seiner Zeit geschehen, räumte er ein, aber das Präsidium des Nationalrats müsse etwas gegen das „verheerende Bild“ tun, das so manche Abgeordnete vermitteln. Viele würden absichtlich nicht der Würde des Hauses entsprechen, griff er die Worte der Nationalratspräsidentin mit Verve auf. Und was das Bundesheer betreffe, so appellierte er an alle Funktionsträger, das „Spiel doch zu beenden“. Man könne doch eine Institution nicht willentlich und wissentlich ruinieren, die Landesverteidigung brauche wieder ein Selbstwertgefühl. Was jetzt passiere, sei eine „Zumutung“.

„Politik ist nichts anderes als die Notwendigkeit, das Zusammenleben der Menschen in einer Gemeinschaft zu gestalten“, fasste Lichal abschließend zusammen.

Das war halt noch ein Politiker, das war noch ein Verteidigungsminister! Aber das war noch im vorigen Jahrtausend, damals als die ÖVP noch g’scheite Leute in ihren Reihen hatte und noch wählbar war. Kann sich noch jemand erinnern?

Ich wünsche Robert Lichal jedenfalls alles Gute zu seinem Ehrentag!

6 Antworten zu “Ein Jubilar

  1. Pingback: Wochenrückblick 27/2012 | dagarser

  2. ….früher, ja wie lange ist das eigentlich her, da gab es eine ÖVP, welche man noch wählen konnte – einigermaßen traf das auch noch auf Schüssel zu und die Verteidigungsminister waren soweit ich mich erinnern kann, immer von der ÖVP und das waren gestandene Kerle….Graf, Schleinzer usw.
    Der erste Witz war der Wehrdienstverweigerer Frischenschlager, damals dachte ich, na weit haben wir es gebracht, aber das was sich derzeit abspielt, ist unsäglich.

    • Wobei man fairerweise sagen muß daß Lichal ein „Weißer Jahrgang“ war, der Verteidigungsminister zu meiner BH-Zeit, Fasslabend, war un-, Verzeihung: nicht tauglich.

      Aber gegen den jetzigen UMAZ wäre auch ein Teletubby eine Lichtgestalt (ohne das jetzt in irgendeiner Weise mit Lichal in Zusammenhang bringen zu wollen!)

  3. Robert Lichal ist sogar einmal auf einer Messe zum IWÖ-Stand gekommen. Ich habe damals ein langes Gespräch mit ihm geführt.
    Ich wünsche ihm Gesundheit und ein langes Leben.

  4. Der beste Minister für LV den wir hatten – ein Mensch mit Herz, Hirn und Humor!

  5. Lichal hat immer zu den legalen Waffenbesitzer gehalten und uns auch in der schweren Zeit (1997-1999) unterstützt. Gratulation!

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