Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

Es ist Godzilla – und er reitet geschwind! Im Editorial des aktuellen „WEIDWERK“ hat Dr. Peter Lebersorger doch wieder einmal die kommende Waffenregistrierung thematisiert. Gut so, vielleicht wachen ja jetzt doch ein paar Jäger auf!

Einige Teile dieses Editorials will ich aber nicht unkommentiert lassen:

Seit sich der Fahrplan zur Umsetzung des zentralen Waffenregisters wie ein Lauffeuer verbreitet, hat die Gerüchteküche Hochsaison!

An der „lauffeuerartigen Verbreitung“ hat das WEIDWERK jedenfalls keinen Anteil, da hat man sich bislang ja in sehr vornehmer Zurückhaltung geübt. Weiter schreibt Lebersorger von einer drohenden Waffensteuer die seiner Meinung nach nicht kommen wird und fügt dazu aus:

Gerade jetzt die Waffenbesitzer mit solchen Gerüchten zu verunsichern und  die Registrierung der Langwaffen „madig“ zu machen, ist der falsche Weg!

Ich meine daß es schon einen Unterschied zwischen Gerüchten und berechtigten Sorgen gibt, warum hat das WEIDWERK das nicht schon längst thematisiert und ist somit diesen bösen „Gerüchten“ entgegengetreten? Immer her mit allen Informationen!

Eine Informationskampagne gemeinsam mit dem BMI sowie klare Anleitungen und Antworten auf offene Fragen werden auch diesmal die Registrierung der bisherigen C-Waffen (Büchsen) ab 1. Oktober 2012 begleiten, die sich bis 30. Juni 2014 erstrecken wird.

Fein. Auf diese Kampagne freue ich mich schon sehr, hoffentlich fließt bis dahin auch noch die Info ein daß auch die neu erworbenen D-Waffen zu registrieren sein werden. Ist nämlich für die Leserschaft des WEIDWERK nicht ganz unwichtig. Womöglich ist dieses „Kategoriedenken“ bis dahin aber ohnehin schon abgeschafft, in Brüssel feilt man da ja schon ganz kräftig daran. Wobei: Wenn Lebersorger von „bisherigen C-Waffen (Büchsen)“ schreibt – weiß er da schon etwas das er vergessen hat uns im Editorial mitzuteilen?

Daher gilt: „Die kommende notwendige Erfassung aller Jagdgewehre in einem Waffenregister wird uns nicht in die Illegalität abdrängen – wir werden dieser Verpflichtung nachkommen!“ Uns Jägern geht es nämlich um mehr, uns geht es um die Jagd!

Was jetzt? Werden im ZWR jetzt – wie weiter oben geschrieben – nur die „bisherigen C-Waffen“ registriert oder doch „alle Jagdgewehre“? Einigermaßen verwirrend. Wieso das Ganze „notwendig“ sein soll bleibt Lebersorger auch schuldig, „aufoktroyiert“ würde den Kern der Sache besser treffen. Aber gut, kommen wir dieser „Verpflichtung“ halt nach – aber sicherlich nicht vor Ende Juni 2014! Denn bis dahin fließt noch viel Wasser den Bach hinunter!

Übrigens: Ich bin auch ein Jäger. Aber es geht mir nicht nur um die Jagd.

Nachdem ich diesen Artikel schon mit einer Persiflage des „Erlkönig“ begonnen habe, möchte ich auch mit dem „Erlkönig“ enden. Vielleicht sind meine Befürchtungen ja wirklich unbegründet und es kommt keine Waffensteuer, dann nennen wir es halt „Waffenabgabe“, das wäre doch immerhin ein herrlich zweideutiges Wort. „Ich lieb dich, mich reizt deine schöne Gestalt, Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!“

10 Antworten zu “Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

  1. Pingback: Wochenrückblick 31/2012 | dagarser

  2. Zwei Szenarien sind möglich:
    2013 – die bisherige Koalition wird abgewählt und das Innenministerium wird anderesfärbig aber nicht grün
    oder die EU verschwindet in der Versenkung
    beides ist nicht wirklich von der Hand zu weisen

    Aber beide Alternativen würden diese Geschichte beenden.

  3. „Es wird keine Waffensteuer geben.“

    Das klingt für mich genauso ehrlich und vertrauensvoll wie:

    – Das Retten des Euros ist alternativlos.
    – Es wird nur 1 Hilfspaket für Griechenland geben.
    – Spanien benötigt „nur“ 100 Mrd. dann wird alles wieder gut.
    – Italien benötigt kein Bail-Out.
    – Erhöhung der Grundsteuer um 400% ist alternativlos. (Portugal)
    – Eine Erhöhung der MWSt. auf 23% ist alternativlos. (Spanien)
    – usw.

    Na wie lange wird es dauern bis unseren „ehrlichen“ Politikern das Geld ausgeht…? …und dann heißt es plötzlich… – Eine Waffensteuer ist alternativlos.

  4. Der Zug für die Registrierung ist sowieso abgefahren, ich fürchte eher den typisch österr. schlampigen (kriminellen?) Umgang mit den gespeicherten Daten.

    Aus eigener Erfahrung:
    Im Zuge einer Steuerprüfung eines Unternehmens bei dem ich einmal eine teure Sache erstanden habe, wurden meine persönlichen Daten aus dem ZMR dem zu prüfenden Geschäftsführer in Kopie ausgehändigt…das sind Daten an die nicht einmal ich als „Verursacher“ in dieser Kompaktheit herankommen kann.

    Nach meiner Einschätzung ist es nur eine Frage der Zeit bis, gegen „Bares“ „Einkauflisten“ aus dem ZWR herausgefahren werden….

    Gruß
    Rainer

    • Und das Waffenregister läuft über dasselbe Portal, nämlich USP. Das wird auch dieselbe Sicherheit haben. Unsere Waffendaten sind nicht sicher!

  5. Bestes, weil negatives Beispiel mal wieder Deutschland in seiner zweifelhaften Vorreiterrolle: Dies sollte den österreichischen Nachbarn und Waffenbesitzern eigentlich ein mahnendes Beispiel sein!

    Den die Qui bono- Frage sei auch hier gestellt: Wem nützt ein zentralisiertes Waffenregister denn?

    Dem Waffenbesitzer? Ist doch lachhaft! Dem droht bei per Knopfdruck abgerufenen Daten eines ZWR bzw. NWR (in Deutschland) von irgendwelchen Berechtigten, in Deutschland werden dies neuesten Schätzungen nach etwa 300.000 Menschen! sein, eher nur Nachteile. Denn der normale Behördenbesuch zu Hause, aus welchen Gründen er auch immer anstehen wird, wird dem legalen Waffenbesitzer zukünftig die Bekanntschaft der Cobra machen lassen. Auch hier gibt es schon die diversen Negativbeispiele aus Deutschland!
    Es nutzt also nur der Obrigkeit:
    Eine zentralisierte Erfassung wird den Waffenbesitzsteuergedanken, wiederrum nach negativem Beispiel aus Deutschland, massiven Vortrieb leisten!
    Und die per Knopfdruck- Entwaffnung im Worst Case (Entschuldigung für dieses eingedeutschte Wort, es trifft den Nagel aber auf den Kopf) schwebt meines Erachtens ebenfalls wie ein Damoklesschwert über den Köpfen unserer geschätzten Nachbarn.
    Außerdem gibt es, wie immer bei den meist handwerklich sehr schlecht ausgeführten Waffengesetzen, immer noch die große Unbekannte! In der Medizin spricht man von Nebenwirkungen. Meistens sind diese absolut ungewollt!
    Bei all diesen negativen potentiellen und realen Auswirkungen, die man sich in Deutschland angucken kann, so man denn den Hals über die Alpen reckt, frage ich mich eins allen Ernstes und man möge mir dies verzeihen:

    Haben die Österreicher noch alle Latten am Zaun?

  6. Wäre interessant zu wissen, wieviel Schandgeld manche „Funktionäre“ diverser Verbände für den Verrat ihrer Mitglieder kassieren dürfen. Wir hätten aber 2013 die Chance diese Leute und ihre Parteifreunde in die Wüste zu schicken. Ach ja, man wird ja noch träumen dürfen…

  7. ….ja, da ist noch eine kleiner Hoffnungsschimmer dazwischen:
    Das Jahr 2013….aber ich bezweifle das mit dem Aufwachen der Jäger……
    vor allem deren Verhalten an der Wahlurne….für ein „Wehret den Anfängen“,ist es ohnehin schon lange zu spät…leider.

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