Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit

Die ÖVP hatte ja einst hervorragende Politiker in ihren Reihen, ich will jetzt gar nicht bis zu Figl und Raab zurückgehen, das obige Zitat etwa stammt von Andreas Khol, einem Mann mit Handschlagqualität, der auch stets ein Freund des legalen Waffenbesitzes in Österreich war. Damals auch Maria Rauch-Kallat, ehe sie sich in einer verblödeten Bundeshymnengenderung verrannt hat. (Wenn sie sich das als „politisches Vermächtnis“ gewünscht hat bitte, aber dümmer geht’s wirklich nimmer.)

Die ÖVP war einst eine staatstragende Partei, jetzt ist sie nur noch spindeleggerisiert, verkurzt und verpröllt. Symptomatisch für den Niedergang dieser Partei sei hier ein Name genannt: Ernst Strasser.

Hervorgegangen aus Prölls (des Onkels) niederösterreichischer Kaderschmiede brachte der Mann es immerhin zum Innenminister, später dann, nach einigen tieffliegenden Laptops, sogar zum Delegationsleiter der ÖVP im EU-Parlament, das hat damals Pröll (der Neffe) zuungunsten von Othmar Karas so entschieden.

Als Innenminister hat sich Strasser besonders hervorgetan: „Umfärbung“ wurde ihm vorgeworfen, aus „Rot“ mach „Schwarz“ soll die Devise gelautet haben. Wenn es so war, dann war es dilettantisch gemacht, denn es hilft nichts die Häuptlinge auszutauschen wenn die Indianer immer noch Rothäute bleiben, aber bitte. Als „ganz großer Wurf“ Strassers gilt die Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie, soll so sein, unterm Strich haben die aber beide nur ein Blaulicht am Autodach’l gehabt. Verraten und verkauft hat Strasser in jedem Fall die Waffenbesitzer in Österreich: Sein Versprechen, die „best-practice-Behörde“ als Standard für waffenrechtliche Belange heranzuziehen hat er – obwohl es in seiner Macht gelegen wäre – nie eingelöst, es blieb bei einem zahnlosen Runderlaß dessen Forcierung dem Herrn Minister entgegen vorheriger Zusagen offensichtlich nicht wichtig war.

Nach seinem Ausscheiden als Innenminister wandte sich Strasser der Privatwirtschaft zu ehe ihn – wie oben erwähnt – Pröll d.N. für die EU „wiederentdeckte“ und ihn entgegen aller Vorzugsstimmen zum Delegationsleiter machte. Gut, Prärogativ des Parteivorsitzenden, seine Sache.

Was Pröll d.N. aber (hoffentlich) nicht wußte war, was für eine Gestalt er damit als Repräsentanten der Republik Österreich nach Brüssel entsandt hat, die auf Video in einem geradebrechtem Englisch dokumentierten Korruptionsvorwürfe sprechen eine deutliche Sprache (wobei hier selbstverständlich die Unschuldsvermutung gilt!) . Im „KURIER“ vom 5. August 2012 wird „Lobbyist“ Strasser aus einem gerichtlich beglaubigten Protokoll wie folgt zitiert:

„Die meisten Parlamentarier sind so faul wie ich, die ganze Arbeit machen die Mitarbeiter, ja.“

Hier gilt für mich die Wahrheitsvermutung, wenn ich Herrn Strasser schon glauben soll daß er unschuldig ist, dann muß ich auch glauben daß er die Wahrheit sagt, oder?

Obwohl – die Wahrheit ist doch eine Tochter der Zeit, nicht wahr?

6 Antworten zu “Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit

  1. Mein Mitleid hält sich in Grenzen!

  2. Pingback: Kurzmeldung: Strasser verurteilt! | dagarser

  3. Pingback: Wochenrückblick 32/2012 | dagarser

  4. ….noch etwas zur Politik im Lande:
    In unserer Verfassung steht: Österreich ist eine Bananenrepublik und ihr Recht geht von den Gurkenhändlern in den Parteien aus, mit ein paar Großhändlern im Hintergrund, welche die Order geben….

  5. ….das Geben und Nehmen bei uns lange Tradition hat ist Gemeingut, nur die Unverschämtheit, quer durch die Parteien ist neu.
    Bürgerverhöhnung nenne ich das „Transparenzgesetz“ und das Parteienfinanzierungsgesetz, setzt da noch eins drauf.
    Strasser ist nur die besonders ignorante Variante der österreichischen Politik!
    Aber ein Volk hat diejenigen Politiker und das Waffengesetz, welches es verdient!

  6. Danke Richard! Über den Strasser gibt es noch einiges zu sagen und ich werde das auch noch sagen. Die ÖVP ist hier mitschuldig. Culpa in eligendo nennt das der Jurist.

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