Feigheit vor dem Feind

Vor ein paar Tagen habe ich in meinem Artikel „Respekt!“ von einem Amerikaner berichtet, der einem in Bedrängnis geratenen Polizeibeamten im wahrsten Sinne des Wortes Schützenhilfe gegeben hat und ihm damit wahrscheinlich das Leben gerettet hat, gut hat er das gemacht!

Jetzt ist diese Geschichte ja nicht nur mir untergekommen, in zahlreichen deutschsprachigen Internetforen wurde und wird darüber diskutiert. Was einem da an Meldungen unterkommt läßt einem teilweise die Haare zu Berge stehen. Neben strohdummen Aussagen wie beispielsweise „Der Polizist war ja selbst schuld, was hat er auch dort verloren gehabt!“ machen mich aber vor allem die zahlreichen Kommentare dahingehend, daß man sich ja nicht einmischen solle, das brächte einen nur in Schwierigkeiten, betroffen.

Natürlich kann man niemanden dazu zwingen in einer solchen Situation einzuschreiten, aber sind die Menschen wirklich schon so abgestumpft daß sie tatenlos dabei zusehen könnten wie ein „Guter“ von einem „Bösen“ einfach so abgeschlachtet wird? Ich rede ja nicht davon daß man sich zwischen die Kontrahenten wirft, das wäre ja blödsinnig,  aber wenn man die Möglichkeit (und die Fähigkeit) besitzt zu helfen – kann man da so einfach wegsehen? Ist das wirklich die Gesellschaft in der wir leben? Leben möchten?

Ein Schußwechsel ist ein extremes Beispiel, ganz klar. Aber wo beginnt denn diese Feigheit? Wenn der 80jährigen Oma die Handtasche entrissen wird – helfen und den Dieb stellen, oder einfach wegsehen? Wenn man nachts im Park Hilfeschreie hört – dem auf den Grund gehen oder ignorieren? Wenn die Wohnungstür des Nachbarn aufgebrochen wurde – die Polizei rufen und die Türe bis zu deren Eintreffen sichern, oder sich ganz schnell in der eigenen Wohnung verschanzen?

Beispiele gäbe es hier ohne Ende, was man sich immer fragen muß: „Kann ich mich noch in den Spiegel schauen?“ Hilfe ist ein Instinkt, wer anderen nicht helfen will hat diesen Instinkt verloren – und damit auch einen wichtigen Teil seiner Menschlichkeit.

Es gibt „das Böse“ auf dieser Welt und es verschwindet nicht, wenn man die Augen davor verschließt, nein, ganz im Gegenteil wächst es da nur weiter und zerstört unsere Gesellschaft. Die Frage ist allerdings, ob diese Gesellschaft dann noch rettungswürdig ist. Ich werde nachdenklich…

16 Antworten zu “Feigheit vor dem Feind

  1. Pingback: Wochenrückblick 33/2012 | dagarser

  2. in Piefkonien wurde jemand, der einen Vergewaltiger niedergeschlagen hat, wegen Körperverletzung verurteilt. Jemand anders, der einen Vergewaltiger von der Frau gerissen und verprügelt hat, hat 4 Jahre Knast bekommen. Ein Student, der sich gegen 5 albanische Schläger zur Wehr setzte, sitzt ebenfalls für über 4 Jahre. Den Rentner aus Sittensen, der einen albanischen Intensivtäter erschossen hat, wollen sie jetzt wegen Totschlags verknacken.
    In Ingelheim am Rhein nimmt die Polizei nicht mal mehr Anzeigen wegen Vergewaltigung an, sondern verweist die Opfer des (Polizei-)gebäudes.

    Also, sorry, ich schreite doch nicht ein, wenn danach ganz problemlos vom Täter meine eigene wirtschaftliche und berufliche Existenz vernichtet werden kann ???

    • Was du da schreibst ist nicht einmal „vernünftig“.
      Abgesehen davon ist es nicht der Täter, der dich u.U. ruiniert, sondern ein pervertiertes Rechtssystem, das oftmals dem Täter mehr Verständnis entgegenbringt als dem Opfer. Es gibt allerdings auch noch viele Richter, die tatsächlich „Recht sprechen“ – im besten Sinne des Wortes.
      Ist die Möglichkeit, den falschen Richter zu erwischen, ein Grund, einem Opfer keine Hilfe zukommen zu lassen? Ich bin überzeugt davon, daß das völlig verkehrt ist!
      Je mehr Zeitgenossen eine derartige Einstellung haben, umso leichter macht man es den Kriminellen – und umso mehr von diesem Gelichter werden wir künftig in unseren Straßen haben.
      Je mehr „Zivilcourage“, umso vorsichtiger werden entsprechend veranlagte Typen werden.
      Aber Solchen §&%%§& wie dir braucht man nicht mit Argumenten zu kommen – ihr wacht erst auf, wenn ihr selbst zum Opfer werdet und mit zermatschter Fresse zusehen müsst, wie andere sich salbungsvoll abwenden, weil ja die eigene wirtschaftliche und berufliche Existenz vernichtet werden könnte…
      Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte, wenn ich sowas lese.

      • PS: Entweder man hats oder man hats nicht. Du hast es definitiv nicht!

      • ihr wacht erst auf, wenn ihr selbst zum Opfer werdet

        Soweit ich weiß ist Saskia bereits Opfer eines abscheulichen Verbrechens geworden, ich denke also daß sie diesbezüglich recht „wach“ ist.

        Umso trauriger stimmt es mich , daß auch sie vor der Realität kapituliert hat. Bezugnehmend auf den letzten Satz meines Artikels: Meine Nachdenklichkeit wächst.

        • bin ich und daher schwerbehindert. Und bezüglich der Polizei in Ingelheim schildere ich nur Selbsterlebtes. Und weil hier der Schutz des Täters vor dem der Opfer geht, versuche ich aktiv, aus Piefkonien wegzukommen. Hätten wir in Piefkonien einen Rechtsstaat, sähe die Sache anders aus. Doch der Staat ist verloren, man lese einfach mal die Kommentare in der Welt zu dem Messerstecher am Times Square – man lese das Waffengesetz und die hiesige Rechtsprechung.

          Anders sähe es aus, wenn es hier ein durchsetzbares Recht auf Notwehr und Nothilfe gäbe.
          Auch wenn sich ein noricus hier alteriert – selbstverständlich würde ich in Nothilfe agieren, wenn ich die Aussicht hätte, danach nicht im Knast zu sitzen. Nach meinen Erfahrungen in Piefkonien kann ich das allerdings keinem empfehlen.
          Da ich allerdings trotz Schwerbehinderung eine Familie mit Kind ernähren muß, schließt mein Selbsterhaltungstrieb und Verantwortungsgefühl für die Familie den Einsatz für andere leider aus – vom Anrufen der Polizei und Dokumentieren des Geschehenen einmal abgesehen. Da die Polizei aber prinzipiell nicht eingreift, ist dem Opfer damit nicht geholfen. Das ist der Preis, den das Opfer in einer grün-kommunistischen Gesellschaft halt zahlen muß. Das habe ich zu hören bekommen, das werden auch andere Opfer zu hören bekommen. Und das ist für mich hinreichend Grund, sobald wie möglich das Land zu verlassen und die Staatsbürgerschaft aufzugeben.

          • Ich vergaß: natürlich hab ich beim Bundestag eine entsprechende Eingabe gemacht. Die Antwort war, daß Einzelschicksale nicht interessieren.
            Ach ja: keiner der Täter, denen ich meine Schwerbehinderung zu verdanken habe, wurde jemals aufgegriffen, verhört, strafverfolgt.
            Noch Fragen ?

            • Das muß eine fürchterliche Erfahrung für Dich gewesen sein, Saskia. Ich wollte Dich nicht beleidigen oder Dir weh tun. Sollte ich das durch meine Aussagen getan haben, möchte ich mich an dieser Stelle bei Dir in aller Form entschuldigen.
              Ich bin halt davon überzeugt, daß es sehr wichtig ist, sich Gewalttätern zu widersetzen – egal, wie die rechtliche Lage aussieht.

              • Entschuldigung angenommen. Auch ich bin der Überzeugung, daß jeder in der Lage sein muß, sich gegen einen widerrechtlichen Angriff zu verteidigen. Allerdings, ohne auf Dritte angewiesen zu sein, denn es gibt auch für Dritte durchaus gute, wenn auch nicht immer offensichtliche, Gründe, nicht eingreifen zu können. Diesen Punkt wollte ich mit meinem Beitrag ins Blickfeld bringen.
                Ich vertrete vehement das Recht auf Schußwaffen zum Selbstschutz. Eben vor dem Hintergrund des Erlebten. Da mir das in Piefkonien nicht gewährt wird, muß ich mir andere Methoden suchen, mich gegen Angriffe zu verteidigen, ohne sofort mit der Obrigkeit in Konflikt zu geraten. Bürger der Länder, in denen es dieses Recht gibt, sollten das Recht, Waffen zu tragen, sowie ihr Notwehrrecht mit Zähnen und Klauen verteidigen. Und auch in den Antrag auf eine Waffenbesitzkarte als Bedürfnis den Schutz von Heim und Hof eintragen. Auch, um der Verwaltung zu verdeutlichen, daß Selbstschutz ein Menschenrecht ist.

                Leider kam gestern die Absage für den Job in Wien – ich muß also weitersuchen.

  3. Vor etlichen Jahren sah ich mich des Abends am Linzer Hauptplatz von einer Gruppe Halbwüchsiger umringt, die offensichtlich nur auf Streit aus waren. Nachdem ich mich nicht einschüchtern ließ, holte einer eine Kette mit einer Stahlkugel am Ende hervor, begann sie kreisen zu lassen und ging auf mich zu. Da ich kein Opfer werden wollte, griff ich ihm in die Kette nahe seiner Hand, worauf sich die Kette um meinen Arm wickelte und mit festem Ruck ihren Besitzer wechselte. Daruafhin nahm ich den Kettenschwinger am Krawattl, sagte: „So, wir zwei gehn jetzt zur Polizei“ und ging auf die anderen Burschen zu – die uns zu meiner Überraschung tatsächlich den Weg freigaben und sich abwandten!
    Ich wußte nicht, wo ein Polizeirevier war und fragte etliche Passanten nach der Polizei. KEINER wollte mir behilflich sein, KEINER in irgendwas hineingezogen werden!
    Es war erbärmlich. Ich schämte mich für meine Landsleute.

  4. Beispiele gäbe es hier ohne Ende:

    Den Täter in ein Gespräch verwickeln. Ihm das Unrecht seiner Tat klarmachen. Aber bitte, ja keine Waffen! Wenn etwas verlangt wird, alles hergeben. Ist ja eh alles versichert. Noch besser: Über Nacht die gesamte Barschaft (Geld, Schmuck) vor der Wohnungstür auf den Fußabstreifer legen. So funktioniert die angepeilte Umverteilung reibungslos.

    Die von mir gebrachten Vorschläge kann man teilweise aus den Präventionsfolder des Innenministeriums entnehmen. Ich sehe das aber ganz anders: Das ist Täterbegünstigung!

  5. Wer keine Nothilfe leistet, der sollte auch nicht erwarten, daß sich ein Anderer für ihn in die Bresche wirft, wenn es ihm passiert, daß sein Leben bedroht ist. Nothilfe ist für denkende und fühlende Menschen eine Selbstverständlichkeit. Oder?

  6. Die Spiegel sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Überall schaut heute ein Feigling heraus. Liegt es an den Spiegeln oder an uns?

    • Schnell den Spiegel kaputt schlagen damit das schirche, feige Gfries das man darin sieht einen nimmer anglotzen kann….

      Nein jetzt mal ehrlich, Zivilcourage findet man eher selten und beschränkt sich meist darauf das man entweder wegschaut oder jemanden der dafür zuständig erscheint die Bürde der Verantwortung überträgt anstatt zum Beispiel selber die Einsatzkräfte anzurufen oder selber was zu tun.

      Tja das ist schon ein Hund mit den modernen Handys heutzutage.
      So viele Apps und Funktionen haben solche Geräte aber die Notrufnummer scheint darauf nicht wählbar zu sein wenn man nach dem Eintreffen am Einsatzort den einen oder anderen Gaffer…pardon nennen wir sie „couragierte Mitbürger“ zur Rede stellt warum etwas schon vor 30 Minuten passiert ist, 100 Leute am Opfer oder Verunglückten vorbei gekommen sind aber keiner fähig war den Notruf zu wählen.
      Da ist dann keine Ausrede zu kreativ, dumm oder aggressiv.

      In diesem Sinne:
      Im Fall der Fälle helft euch selber sonst hilft euch keiner. 😦

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