Von der Fußfessel

In Salzburg wurde ein fünffacher Vergewaltiger zu 6 Monaten Haft verurteilt, muß aber nicht ins Gefängnis sondern darf die Strafe daheim mit der sogenannten „elektronischen Fußfessel“ absitzen. Ein Skandal sonder Güte, eine Verhöhnung des Opfers und eine Gefährdung der Gesellschaft.

Jedenfalls haben einige Nachbarn des Verbrechers daraufhin eine sehr vernünftige Aktion gestartet in der sie seinen Namen, sein Foto und seine Adresse öffentlich gemacht haben, ganz richtig so, wenn man so einen Kerl schon nicht einsperrt und den Schlüssel wegschmeißt so soll wenigstens seine nächste Umgebung darüber informiert werden.

An dieser Aktion gibt es aber auch Kritik, so sagte etwa  Leonhard Thun-Hohenstein, Primar für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Christian-Doppler-Klinik, dem ORF folgendes:

„Das ist für mich eine Art von Mobbing, die ich prinzipiell ablehne. Auf Kinder und Jugendliche hat das wohl zweierlei Auswirkungen: Zum einen ist die Vorbildwirkung Erwachsener, eine gezielte Mobbing-Aktion zu starten, für Kinder sicher nicht positiv. Zum zweiten wird dadurch ein Milieu an Angst geschürt, wodurch die Kinder merken, das es etwas gibt, das selbst ihre Eltern derart verunsichert, dass sie außer Tritt geraten. Und auch das ist für die Kinder nicht hilfreich, weil sie merken, dass der Halt, den sie bei ihren Eltern und Bekannten haben, plötzlich bedroht ist. Vielmehr sollten Eltern auf Fragen ihrer Kinder ehrlich und besonnen reagieren“

Einen solchen Notwehrakt einer verunsicherten Bevölkerung als „Mobbing“ darzustellen ist natürlich völliger Humbug. Die Menschen fühlen sich nicht zu Unrecht von der Justiz im Stich gelassen und statt das still zu erdulden und zu hoffen „daß schon nichts passieren wird“ sind sie aktiv geworden. Auch die Aussagen bezüglich der „Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche“ sind mit Verlaub gesagt völliger Quatsch, auch wenn (oder gerade weil?) sie von einem Psychiater kommen: „Zum einen ist die Vorbildwirkung Erwachsener, eine gezielte Mobbing-Aktion zu starten, für Kinder sicher nicht positiv.“ Wie bereits ausgeführt ist das kein Mobbing, das ist vielmehr Zivilcourage. Wenn Kinder sich das zum Vorbild nehmen ist das gar nicht schlecht! „Zum zweiten wird dadurch ein Milieu an Angst geschürt, wodurch die Kinder merken, das es etwas gibt, das selbst ihre Eltern derart verunsichert, dass sie außer Tritt geraten.“ Ja, die Welt ist kein Kindergeburtstag, das sollte ein Primar eigentlich wissen. Das „Milieu der Angst“ wurde in diesem Fall auch nicht durch die Menschen sondern durch die Justiz geschaffen, wenn die Eltern verunsichert sind und sich das auch auf die Kinder überträgt ist das in diesem Fall sogar gut, denn das erhöht die Aufmerksamkeit, das kann Leben retten! Damit ist auch kein „Halt bedroht“, im Gegenteil merken die Kinder daß man um sie besorgt ist und sie vor einem üblen Schicksal bewahren möchte.

Haltloses Psychogebrabbel, heile-Welt-Geschwafel.

Andere Worte fand der Wiener Psychiater Reinhard Eher im gestrigen KURIER, zwar nicht zu der Bekanntmachungsaktion der Nachbarn, aber doch zum „Hausarrest“ des Vergewaltigers. So sagt Eher etwa: „Man ist gut beraten, zu versuchen, zu verstehen, warum die Wogen hochgehen.“, und weiter „Die Punkte, die wir als Menschen brauchen würden, um eine vermeintlich mildere Strafe aushalten zu können, die fehlen. Ich glaube, dass der Gerechtigkeitssinn überstrapaziert wird.“ Nun, bis auf das „vermeintlich“ eigentlich ganz vernünftig.

Auf die Frage ob er Sexualstraftäter härter bestrafen würde meint Eher:

„Die Frage ist, was ist das Ziel der Haftstrafe. Möchte ich ein Sühnebedürfnis einer Gesellschaft befriedigen oder will ich abschrecken. Ich glaube, dass man die meisten potentiellen Täter abschrecken kann.“

Das mit der Abschreckung mag theoretisch stimmen, aber sicher nicht durch 6 Monate Hausarrest. Diese lächerliche „Strafe“ erfüllt weder den Zweck einer General- noch einer Spezialprävention. Überspitzt formuliert wirkt die Drohung von 10 Jahren Kerker bei Wasser und Brot wahrscheinlich abschreckender als die Aussicht die nächsten 6 Monate auf der Couch vor dem Fernseher zu verbringen, wäre also generalpräventiv weitaus sinnvoller. Was meine Meinung zur Spezialprävention bei Sexualstraftätern ist habe ich weiter oben schon geschrieben: Einsperren und Schlüssel wegschmeißen…

38 Antworten zu “Von der Fußfessel

  1. Pingback: Wochenrückblick 35/2012 | dagarser

  2. „In Salzburg wurde ein fünffacher Vergewaltiger zu 6 Monaten Haft verurteilt, muß aber nicht ins Gefängnis sondern darf die Strafe daheim mit der sogenannten “elektronischen Fußfessel” absitzen. Ein Skandal sonder Güte, eine Verhöhnung des Opfers und eine Gefährdung der Gesellschaft.“

    Ein Skandal sind die sechs Monate und nicht die Fußfessel!

    Bei fünf nachgewiesenen Vergewaltigungen wurden fünf Menschen tiefgradig verletzt und leiden ihr ganzes Leben. Was sind als Strafe da lächerliche sechs Monate für den Täter?

    In Deutschland bekommt man schon sechs Monate, wenn man klaut und die Polizei bei der Verhaftung ein Messer im Rucksack findet. Dann lautet das Delikt nämlich „bewaffneter Raub“ und erfordert eine Mindest-Freiheitsstrafe von sechs Monaten.

    Man muss ja schon dankbar sein, dass der Täter überhaupt eine Strafe erhielt. Denn bei Polizei und Gericht hält sich hartnäckig das Vorurteil, Frauen würden aus Missgunst mit falschen Indizien anzeigen und in Deutschland bekommen deshalb über 90% der Angeklagten gar keine Strafe, sondern werden wegen Mangel an Beweisen freigesprochen.

    WENN künftig mehr Angeklagte bestraft werden, kann ich mich auch mit einer Fußfessel anfreunden, jedoch nicht mit den sechs Monaten! Drei Jahre Fußfessel würden Sinn machen. Drei Jahre, in denen das Leben des Täters massiv eingeschränkt ist, während die Leben seiner Opfer jahrzehntelang eingeschränkt bleiben. Das ist immer noch keine adäquate Sühne aber besser als die lächerliche „Diebstahls-Strafhöhe“.

    • Einverstanden Katja, die Strafe ist tatsächlich das eigentliche Problem, aber ich kann mir nicht vorstellen dass ein mehrfacher „Vergewaltiger “ so billig wegkommt. Vielleicht ist das eine Presseübertreibung ( kennen wir doch ,oder )
      Ich kenne den Fall nicht im Detail, weiß also nicht was er wirklich gemacht hat.
      Hat er die Frauen tatsächlich „voll “ vergewaltigt oder war er wegen „Sexualdelikte “ angeklagt , damit 5 facher Sexualtäter ( Herzliche Grüße von Assange ), aber das kann dann schon einfaches unsittliches „Begrapschen “ sein.Auch das wäre bei Anzeige ein Sexualdelikt.

      Wenn das Gericht nur solch eine Basis hat dann kann auch eine 6 monatige Strafe für einen „Grapscher“ ausreichend sein, aber wie gesagt wir wissen nicht viel und auf Zeitungsmeldungen sollten wir sehr vorsichtig sein, die brauchen eine Story und machen aus Mücken Elefanten.
      Kennen wir doch aus anderer Richtung wie „Polizei stürmt Waffenarsenal“ doch zu gut, also bitte Vorsicht mit oberflächlichen Analysen.

      • Edit:
        Ich antworte mir selbst weil ich die weiterführenden Links geklickt habe (da war nur ein kleines „ORF“ was ich übersehen habe,sorry)
        Das war tatsächlich nicht nur grapschen das war doch mehr.

        Wir kennen aber dennoch nicht die Urteilsbegründung und was mich wundert: es war eine Minderjährige die allein 5 mal vergewaltigt wurde. Warum geht die nicht beim ersten Mal zur Polizei. wurde die eingeschüchtert oder hat die zunächst eingewilligt um es hinterher als Vergewaltigung zu deklarieren… weiß es jemand.?
        Was war da im Detail gelaufen, also auch das muss man wissen und solche diskreten Informationen haben nur Gerichte.

        • da gibt es ein Buch zu. Von Roehr: Ich traue meiner Wahrnehmung
          Enthaelt die zusammenfassung und Aufarbeitung von Kindesmissbrauch aus der Opferperspektive mit traumatherapeutischen Erlaeuterungen. Sehr eindringlich geschrieben und eine wirkliche Hilfe, derartiges verstehen und verarbeiten zu koennen.
          Jedem, der meint, Sexualdelikte an Kindern seien doch nicht so schlimm, dringendst zur Lektuere empfohlen.

  3. Zunächst mal kennt wohl keiner hier die genauen Hintergründe des Urteils. Privatjustiz (fast schon Lynchjustiz) der erbosten Nachbarn dann als „Notwehr“ zu deklarieren weil die armen Leute ja gar nicht anders können als sich gegen „so einen“ zu organisieren finde ich grundsätzlich daneben. Wofür haben wir einen Rechtsstaat mit neutralen Richtern die jahrelang das Gesetz studieren wenn dann doch der Herr Meier von nebenan mit seiner Mistgabel kommt und meint, er wisse besser wie das Recht umzusetzen sei? Im Falle des Jugendlichen, der irrtümlich der Vergewaltigung und Ermordung eines kleinen Mädchens bezichtigt wurde und sich eben solch einem Mob gegenübersah, kann man erkennen was passiert wenn sich Leute zusammenrotten, die glauben, dass sie schon wüssten wie man mit Verbrechern verfahren muss.
    Jeder, der das ganz toll findet sollte sich im Gegenzug zumindest einmal in die Situation hineindenken sich einem solch emotionsgeladenen Mob gegenüberzusehen. Ob der Betroffene in diesem Fall das nun „verdient“ hat oder nicht kann wohl keiner aus der Ferne beurteilen. Aber jeder kann beurteilen ob er gerne in einer Welt leben möchte, in der eine aufgebrachte Masse über das eigene Schicksal entscheiden kann. Und dass solch eine Masse nicht mehr rational oder kontrolliert ist wurde bereits mehrfach gezeigt (falls z.B. noch irgendwer den Fall der zwei Polizisten in Zivil erinnert, die vor einer Schule nach Drogendealern ermittelten und von Eltern als „Pädophile“ verkannt und mit Benzin angezündet und lebendig verbrannt wurden).

  4. Zitat Jörg :
    Als ob Richter, studierte Psychologen, und Gutachter alles nur Diletanten sind aber hier im Waffenforum sind die Profis, die Experten die wissen was Recht und Unrecht ist.
    Zitat Ende.

    Sehr geehrter Jörg,
    Die Vergangenheit,und damit meine ich die letzten 3000 Jahre,hat gezeigt das dieser besondere (?) Menschenschlag nichts anders ist wie Du und ich :einfach nur ein Mensch.Das Menschen nicht unfehlbar sind hat die Geschichte auch zur genüge bewiesen.Nur diese Menschen,ob Richter oder Psychologen stehen mit ihren Urteilen in der Öffendlichkeit.Punkt.
    Was nach Urteilen im „Namen des Volkes“ in den letzten Jahren in Deutschland passiert ist möchte ich hier kurz anreissen :

    – Fußfessel : ein mehrfach vorbestrafter Sexualstraftäter wird trotz Verbotszone (wird ja elektronisch überwacht !? ) vor einen Kindergarten festgenommen.Nach Zeugenaussagen stellt sich später herraus, das diese Person schon seit WOCHEN dort gesehen wurde.

    – Zwei Sexualstraftäter werden nach psychologischen Gutachten vorzeitig enlassen und zwecks Resozalisierung ausgerechnet in einen nur wenige huntert Einwohner bewohnten Dorf untergebracht [sic]

    – ein mehrfach wegen sexueller Übergriffen Kindern gegenüber auffälliger Jugendlicher wurde fünf mal ( 5 ! ) auf Bewärung ausgelassen.Das sechten Kind hat er getötet.Laut Gutachter hatte er nur ADS.
    – ein Erzieher (Kindergarten ! ) wurde wegen sexuelle Nötigung auf Bewährung ausgelassen.Er siedelte in eine andere Stadt,bewarb sich dort bei einer Kirchlichen Kindertagesstätte und wurde eingestellt.Nach einigen Wochen wurde er wegen 32 Fälle von sexuellen Übergriffen festgenommen.Die letzte Dienststelle hat wegen Datenschutzrichtlinien den neuen Arbeitgeber nicht informiert.

    Nun siedelt in deiner Nachbarschaft ein vorbestrafter Vergewaltiger und Kinderschänder.Ich würde gerne die Meinung deiner Frau dazu hören…….

    Nun schimpf mich Nazi,ist ja eine schöne Betitelung für unliebsame Mitbürger die nicht auf dem Mainstream,oder sollte ich lieber schreiben :
    Gutmenschentum, schwimmen.

    Mit freundlichen Gruß von der Waterkant

    • Es ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer, einen fuenffachen Existenzvernichter ueberhaupt wieder hinaus zu lassen. Die Namen und Anschriften der Opfer sind aktenkundig, und sie werdn dann wahrscheinlichnnawchtlichen moerderischen Besuch bekommen, nachdem ihnen der WP zum Selbstschutz verweigert wurde ( laeuft zumindest in Deutschland so ). Und bei einer Rueckfallquote von 87% ist die Aussage, dass ein Staat das aushalten muesse, absolut inakzeptabel. Schliesslich muss nicht der Staat das aushalten, sondern das nichtsahnende naechste Opfer. Ich plaediere fuer den Umgang mit solchen Subjekte fuer die texanische Methode. Da gibt es dann keine Wiederholungsgefahr.

    • Nein ich werde Dich nicht Nazi schimpfen , warum denn. Dazu sehe ich keinen Grund.Im Gegenteil das war ein netter Beitrag wie ich mir mehr wünsche.

      Ich verstehe Deine Ängste aber ich sage auch sie sind überbewertet.
      Du schreibst auch Einzelfälle wo es schief ging, aber das wäre genau so als ob wir immer wieder Winnenden unter die Nase gerieben bekämen und das wollen wir ja auch nicht gelten lassen.

      Jetzt die Frage: was wäre wenn wir gar nicht wüßten welche Vergangenheit der eine oder andere hätte ?
      Wissen Sie , ob in Ihrer Nachbarschaft im anderem Neubaublock ein entlassener Mörder einzieht der resozialisiert und entlassen wurde ?
      Wird er wieder morden ?

      Zu Deiner Meinung über die Richter und Gutachter:
      Nein es sind nicht Menschen wie wir sondern diese Leute haben eine verdammt anspruchsvolle Ausbildung hinter sich, sie sind dafür geschult solche Situationen zu bewerten und die tun das auch nicht allein sondern beraten sich.
      Das schließt nicht aus dass es darunter Flachpfeifen gibt und dass es Irrtümer gibt aber ich würde sie eben nicht alle von vornherein verdammen.

      • Leider muß ich dir in Sachen Richter Recht geben, es gibt solche und solche Richter. Mein Eindruck bis jetzt ist, daß es Richter gibt die nur so wenig wie möglich arbeiten möchten. Leider bleibt hier die Gerechtigkeit und/oder das Recht auf der Strecke.

  5. Ich erinnere mich noch gut an einen „Club 2“ im Rotfunk. Das war zwar schon vor gut 25 Jahren:

    Eine Gerichtspsychiaterin war von einem ihrer Patienten, den sie für eine vorzeitige Entlassung vorgeschlagen hatte, kurz vor seiner Entlassung in der Vollzugsanstalt ermordet worden. Der Vorfall war Thema der Diskussion.

    Nun erklärte damals eine andere Psychologin im Studio, daß 17 % der Sexualtäter – um einen solchen handelte es sich im beschriebenen Fall – resozialisiert werden können. 83 % werden sofort wieder rückfällig. Sie erklärte weiter, daß man solche Ausreißer (Mördchen) eben in Kauf nehmen muß. Wörtlich sagte sie: „Das muß die Gesellschaft aushalten!“ Dieser Satz in seiner ganzen Unverfrorenheit prägt noch heute meine Meinung über die Psychoprofis.

  6. Es ist tatsächlich eine unangemessene Privatjustiz die hier durchscheint und das in einem Waffenforum erscheint mir bedenklich.

    Nein Leute, den KuKluxklan wollen wir hier nicht veranstalten und wenn die Justiz zu der Einschätzung kommt dass die das so machen kann dann gilt das auch für uns und es geht uns im Grunde auch nichts an.
    Wir kennen die Einzelheiten nicht wir kennen nicht die Tathergänge und die psychologischen Einschätzungen aber wir ( ihr ) empört euch .

    Als ob Richter, studierte Psychologen, und Gutachter alles nur Diletanten sind aber hier im Waffenforum sind die Profis, die Experten die wissen was Recht und Unrecht ist.

    Wenn die Aussichten realistisch sind dass der Täter wieder ein vollwertiges Mitglied der Kirchgemeinde ( ja ist Absicht der Vergleich ) werden kann ( wissen wir ob der nicht noch medikamentös behandelt wird ?) dann ist das allemal besser als die wutschnaubende Vernichtung einer Existenz.

    Und gerade hier wird oft gesagt dass man nicht jedes Restrisiko vermeiden kann, denn wünsche ich mir dass diese Bedingungslosigkeit der Risikovermeidung nicht uns auf die Füße fällt.

    • Hier gibt es weder eine „Privatjustiz“ noch einen „KKK“, hier gebe lediglich ich meine persönliche Meinung zum besten. Ein „Forum“ ist das nur insoweit als ich Kommentare zulasse, weil mich eben auch andere Meinungen interessieren, selbst wenn sie von irgendwelchen Matschbirnen in beleidigender Form dargebracht werden (gesperrt habe ich diese Gestalt übrigens nicht, das lohnt mir den Aufwand nicht).

      Daß es „uns“ nichts angeht wie sich die Justiz verhält halte ich aber für ein starkes Stück, natürlich geht das jeden einzelnen etwas an. „Die Partei, die Partei, die hat immer recht“ haben sie in einem Land gesungen das es (zumindest in dieser Form) nicht mehr gibt, und das ist gut so!

      „Einzelheiten“ brauche ich nicht zu kennen, Fakt ist daß ein rechtskräftig (!) verurteilter Gewalttäter (!) eine dem gesunden Menschenverstand widersprechende Vorzugsbehandlung erfährt und die Justiz das verbockt hat. Wem das gefällt der möge dazu schweigen. Ich schweige nicht.

      Die Richter sind keine Dilettanten, die orientieren sich an den Vorgaben der Justiz, da fängt der Fisch am Kopf an zu stinken. Was die „Psychologen und Gutachter“ betrifft – die leben ja davon an und für sich ganz simple Tatsachen auszuschlachten und zu verdrehen. Die wollen ja nicht arbeitslos werden. Man muß auch kein „Experte“ sein um Recht von Unrecht unterscheiden zu können, Menschenverstand und Charakter reichen da aus.

      Ob der Gewalttäter überhaupt wieder ein „vollwertiges Mitglied“ seiner Gemeinde (egal welcher Konfession) werden kann hat die „Gemeinde“ zu entscheiden, kein anderer. Schaut in dem Fall schlecht aus. Und um die Existenz eines rechtskräftig verurteilten Vergewaltigers mache ich mir ehrlich gesagt keinerlei Gedanken.

      Letztlich: Stimmt, ein Restrisiko kann man nie ausschließen. Aber man kann es minimieren indem man Verbrecher wegsperrt. Man unterscheide bitte schon zwischen dem geschürten Generalverdacht einer ganzen Bevölkerungsgruppe gegenüber und dem wahrhaft legitimen Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung.

      • @ dargaser:

        Sie können natürlich eine private Meinung zu Urteilen oder Strafvollzug über Dritte entwickeln und die auch kundtun.
        Allerdings wird und muss die Justiz frei und unabhängig entscheiden und darf sich nicht von außen ( erinnere an Kampagnen der BILD) unter Druck sezten lassen, das gilt für Pussy Riot aber eben auch für andere Kriminelle.
        Der Richter legt mit der Strafe auch den Vollzug fest, Fußfessel heißt eben nicht er kann herumlaufen wo er will.
        Wir sollten die Justiz im eigenen Interesse ihre Neutralität erhalten und schüzten.

        Ich bin auch nicht immer einverstanden mit den geringen Strafen bei Steuerhinterziehung Konkursverschleppung und Betrügereien aber es ist eben so.

        Ich verstehe nicht dass die Fußfessel wieder dem „gesunden Menschenverstand“ sein soll, was ist das denn , wer legt denn fest ab wann es „gesund “ wird ?
        Weil das eben auch sehr dehnfähig ist hat man Gesetzte geschrieben und hier erlaubt das Gesetzt in minderschweren Fällen diese Strafe des Hausarrestes.
        Auch ihre Aussage mit den Gutachtern verunglimpf im Grunde einen gesamten Berufstand, find ich nicht so gut.

        • @ Jörg: Manche am Gericht tätigen „Schwachverständigen“ sitzen dort und verteidigen ihre Pfründe. Diese wissen genau, wie sie die/den RichterIn am besten „unterstützen“. Die Richter sind hier aber diesen „Spezialisten“ ausgeliefert, andererseits klammern sich diese an diesen „Spezialisten“ fest (Stichwort „Arbeitserleichterung“) und erlauben gar keinen gesunden Wettbewerb unter den Sachverständigen. Ein bei einem Strafverfahren vorgebrachtes Privatgutachten von der Verteidigung wird bei Gericht nicht einmal zugelassen! Das ist des Richters Recht auf freie Beweiswürdigung und wird als Gefälligkeitsgutachten abgetan. Sicherlich ist es notwendig, den vom Gericht bestellten Sachverständigen so gut wie möglich zu schützen, aber wenn dem Gericht wiederholt der „Lieblingssachverständige“ aufgrund seiner Inkompetenz unter Druck gerät, wird er nach wie vor bestellt!!!!! §3 der MRK besagt, daß jeder ein recht auf ein faires Verfahren hat. Man darf zwar einen vorgeschlagenen Sachverständigen ablehnen, aber wenn dies ein Anwalt macht, hat er bei der/dem RichterIn wenig Chancen. Oder er wird trotz der Einwände vom Gericht bestellt. Zum Beispiel, in einem Bundesland gibt es für ein bestimmtes Fachgebiet nur einen einzigen Sachverständigen, der vom Gericht bestellt wird. Die anderen Sachverständigen sind zum „zuschauen“ verdammt und werden von dem vom Gericht immer wieder bestellten Sachverständigen augenscheinlich schlecht gemacht. Ist das ein funktionierendes Rechtssystem?

    • Hier wird nicht wutgeschnaubt und eine Existenz wird auch nicht vernichtet. Wer es noch immer nicht begriffen hat – es geht um den Vollzug einer Strafe, die bereits rechtskräftig ausgesprochen wurde. Daran kann man nicht mehr herumdiskutieren.

      Es geht darum. ob der Täter, wie im Urteil ausgesprochen, eingesperrt werden soll oder ob er frei mit einer Fußfessel herumlaufen darf. Das gefällt dem Opfer nicht so recht und vielen von uns auch nicht. Das ist es und nichts anderes. Von einer Privatjustiz ist hier nicht die Rede.

      • Ja und genauso rechtskräftig wurde der Vollzug angeordnet und auch da kann man eben nicht mehr herumdiskutieren.
        Er läuft mit einer Fußfessel eben NICHT frei herum, das Ding heißt nicht umsonst Fessel…..

        • Ja, wo ist er denn mit der Fessel angebunden? Glaubst du wirklich daß eine Fußfessel bei einer Vergewaltigung hinderlich ist? Sehr blauäugig.

    • Lieber Joerg,

      da muss ich unter Unterdrueckung eines sueffisanten Grinsens (weil das Thema zu Ernst ist), darauf hinweisen, dass es normalerweise ein typischer Defekt der Gruenen ist, nicht zwischen Selbstjustiz und Notwehr zu unterscheiden.

      • Ich kenne den Unterschied sehr wohl. Selbstjustiz ist dann wennj Privatleute sich anmaßen Strafen zu vergeben und zu vollstrecken.

        Notwehr ist die Abwehr eines rechtswidrigen Angriffs. Wenn jemand sich mit Fußfessel still verhält greift er ja nicht an…oder ?

        keine Sorge ,bin kein Grünes….

  7. Wisst ihr was?
    Ich wünsche mir insgeheim das dieses scheiß Österreich von Negern und Kanaken regelrecht überrannt wird und diese Leute euch von hinten her richtig hart ran nehmen und euch ihre Kanakenschwänze bis zum Anschlag in den Arsch reindrücken.
    Vielleicht kann man dann eure wirren Ansichten aus euren rechten, konservativen Schädeln rauspudern.

    He dagarser jetzt kannst mich ruhig sperren weil deinen Rotzblog schau ich mir eh nimmer an.
    Ist genau so ein Scheiß wie die Kornenzeitung zu lesen oder irgendwelchen Proleten oder strunzdummen Politikern bei ihren Stammtischgesprächen zuzuhören.
    Hier ist es ungefähr so als wenn ich mit meiner Meinung nur noch Perlen vor die Säue werfe.

    • Diskussionskultur vom allerfeinsten.

    • Bei den Antworten zu Melonenkürbis fällt mir auf, dass die Waffenbesitzer eine besonders hoch liegende Aggressionsschwelle haben. Das freut mich.

      • Bei den vielen Anwürfen, die wir zu erdulden haben, brauchen wir ein dickes Fell. Wer mit Waffen umgeht, muß überlegt und sorgsam denken und handeln. Man darf seine Ratio auf keinen Fall den eigenen Emotionen unterordnen. Das könnte katastrophal enden. Wüteriche oder Jähzornige finden sich bei Waffenbesitzern eher nicht.

        Emotionale Menschen haben deshalb oft Probleme mit uns. Weil wir zwar Gefühle haben, uns aber nicht von unseren Gefühlen beherrschen lassen. Das scheint manchen Leuten Angst zu machen.

      • Sie liegt deshalb so hoch, weil wir Waffen besitzen. Waffen machen friedlich.

    • Schon seit geraumer Zeit frage ich mich wann dergute Mann seine Maske fallen laesst.

      Jaja,man muss ihnen immer nur genug Zeit und Seil geben.

    • Ja, wirklich eine Perle von Meinung! Wäre schade, wenn wir auf solche Weisheiten verzichten müssten.

    • @ Melonenkürbis: Tja, hier zeigt sich wiedereinmal das Sprichwort „Kannst‘ nicht meiner Meinung sein, dann hau ich dir den Schädel ein“.
      Solche extrem verbalen Entgleisungen unterstreichen eine nicht vorhandene Diskussionsfähigkeit.

  8. Unsere Justiz steht mittlerweile in der Öffentlichkeit extrem unter Druck.
    @Melonenkürbis: Was hat der Vollzug mit einem Urteil zu tun? Stell dir vor, du hast eine Tochter und sie erzählt dir weinend, von wem sie vergewaltigt wurde. Gehst du hin zu dieser Person und sagst „Du, du böser Bube, das darf man aber nicht tun“ oder sagst du deiner Tochter daß sie selbst schuld ist? Bin neugierig auf deine Antwort. Bei einer echten Diskussion bleibt man bei den Fakten und beim Thema. Klare Themaverfehlung!

  9. Ja kommt nur, lasst euch von den Medien noch ein wenig aufhetzen.
    Wer weis den schon was da wirklich passiert ist?
    Oft genug hat schon jemand behauptet das er/sie sexuell missbraucht wurde und wie oft hat sich dann im Nachhinein herausgestellt dass das Opfer gelogen hat weil es sich wichtig machen wollte oder jemanden eins auswischen wollte oder das ganze keine Vergewaltigung oder sexueller Missbrauch war sondern höchstens sexuelle Belästigung?
    Vielleicht war es ja auch wirklich ein Fehlurteil der Justiz, wer weis das schon?

    Ein wenig mehr emotionalen Abstand von diversen hetzerischen Medien würde gut tun anstatt hier in Internet den großen Rächer, Selbstjustizler oder Hass-Poster raushängen zu lassen.

    Aber sowas wollt’s ja hier nicht lesen 😉

    • Immerhin gibt es ein rechtskräftiges Urteil. Da braucht doch keiner erst aufzuhetzen. Und – ein Fehlurteil mit der Fußfessel korrigieren? Absurd.

      Es geht ja hier nicht um die Tat, sondern um den Strafvollzug. Das sollte man auseinanderhalten. Keiner spielt hier den Rächer und den Selbstjustizler. Der Beitrag kann unter keinen Umständen so mißverstanden werden.

    • @Melonenkürbis:
      Weißt Du was Opferschutz ist?
      Und das was Du hier betreibst ist Verleumdung, du greift ein Opfer eines Kinderschänders an, widerlich!

  10. Abschreckung ist es nicht, nicht allein. Eine Strafe hat immer einige Komponenten. Lustig ist, daß manche meinen, die Todestrafe könne Morde nicht verhndern (stimmt wahrscheinlich) aber Waffenverbote könnten es. Idiotisch, oder nicht?

    • Freiere Vergabe von Waffenscheinen wäre eine Maßnahme, die Verbrecher tatsächlich abschreckt. Denn das „Arbeitsrisiko“ für Räuber und Vergewaltiger steigt stark und die Statistiken in den USA belegen, daß Raub und Vergewaltigungsdelikte enorm einbrechen, sobald man Waffentragescheine an zuverlässige Bürger ausgibt.

      • Das wäre das beste Rezept. Dazu brauchen wir aber Politiker mit Herz und Hirn. Haben wir die?

        • »Dazu brauchen wir aber Politiker mit Herz und Hirn. Haben wir die?«

          Haben wir. Leider nicht in der Regierung. Kann man 2013 ändern.

  11. Abschreckung funktioniert bei Straftätern nur teilweise und bei Triebtätern gar nicht.

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