Insulaner

Was waren die Briten nicht einst für ein stolzes Volk, de facto die Herrscher der Welt, die Seemacht Nummer 1, mit ihren Besitzungen und Kolonien quer über den gesamten Globus! Was ist von diesem Stolz, diesem Selbstverständnis, geblieben?

Kurze Antwort: Wenig bis nichts! „Rule, Britannia! Britannia rule the waves! Britons never will be slaves“, niemals also wollten die Briten Sklaven sein. Doch mittlerweile sind sie es, eine traurige Entwicklung. Bestes Beispiel dafür ist die Waffengesetzgebung im U.K., restriktiv bis zum Gehtnichtmehr, den anständigen Bürgern wurde der Waffenbesitz weitestgehend ausgetrieben, dafür laufen die „Bobbies“ – früher gerade einmal mit Schlagstock und Trillerpfeife „bewaffnet“ – mittlerweile aufmagaziniert durch die Gegend als wären sie nicht auf der friedlichen Insel, sondern im tiefsten Afghanistan.

Was geschieht heute einem Briten der seine Familie, sein Eigentum, sich selbst schützen will? Das Ganze zudem noch mit Waffengewalt? – Nichts Gutes! So hat letztens ein 35jähriger Mann in Leicestershire mit seiner legal besessenen (!) Flinte auf vier (!) Verbrecher geschossen die in sein Haus eindringen wollten, 2 hat er dabei verletzt, jedenfalls konnte er sie so in die Flucht schlagen. Hat der Mann dafür einen Orden bekommen? Im Gegenteil – er wurde verhaftet! Und zwar weil er den armen Verbrechern „grievous bodily harm“ zugefügt habe, übersetzt also in etwa „schwere Körperverletzung“. (The Guardian)

Was droht dem guten Mann jetzt? Lebenslänglich! So steht es jedenfalls in dem Gesetz das hier perverserweise Anwendung findet:

“Whosoever shall unlawfully and maliciously by any means whatsoever wound or cause any grievous bodily harm to any person to do some grievous bodily harm to any person, or with intent to resist or prevent the lawful apprehension or detainer of any person, shall be guilty of felony, and being convicted thereof shall be liable to be kept in penal servitude for life.“ 

Wer also unrechtmäßig und böswillig einer Person „grievous bodily harm“ zufügt ist eines Verbrechens schuldig und kann zu lebenslanger Haft verurteilt werden.

Grundsätzlich ja in Ordnung, aber bitte doch nicht in diesem Fall! Wieso „unlawfully“? Ist der Mann etwa bei den Verbrechern eingestiegen und hat auf sie geschossen? Oder war er ein Opfer das sich gewehrt hat? Und was heißt „maliciously“? Wenn ich mich vier Verbrechern gegenübersehe und mich verteidigen muß schieße ich auch nicht in die andere Richtung, das hat mit „Böswilligkeit“ nichts zu tun, sondern mit Überlebensinstinkt!

Und wenn wir schon dabei sind – Sippenhaftung gibt’s scheinbar auch noch dazu! Denn es wurde nicht nur der 35jährige unter dieser dubiosen Anklage verhaftet, sondern seine Frau auch gleich noch dazu! Da kann man ja nur noch über dem sich schüttelnden Kopf die Hände zusammenschlagen!

„Britons never will be slaves!“ – das mag 1740 gegolten haben als diese Zeilen erstmals gebracht wurden. Mittlerweile scheint das überholt zu sein…

16 Antworten zu “Insulaner

  1. Pingback: Insulaner/Teil 3 | dagarser

  2. Pingback: Wochenrückblick 36/2012 | dagarser

  3. Das britische Recht räumt Verbrechern mehr Rechte ein als den Bürgern. So ist es z.B. verboten, die Fenster von Gartenhäusern mit Maschendrahtzaun zu verstärken, weil sich Einbrecher daran verletzen könnten und dann Recht hätten, wegen der Verletzung zu klagen.
    Sorry, irgendwo hört britisches Recht auf, Recht zu sein.
    http://www.telegraph.co.uk/earth/outdoors/8318985/Shed-owners-warned-wire-on-windows-could-hurt-burglars.html

  4. Pingback: Insulaner/Teil 2 | dagarser

  5. IMHO kommt hier zusaetzlich der Offensive Weapons Act ins Spiel der den Einsatz eines als Waffe konzipierten Gegenstands, auch zur Selbstverteidigung, untersagt.
    (Ich hoffe ich erinnere mich so frueh am Morgen korrekt.)

    Wie auch immer: Die spinnen die Briten!

  6. Solche Geschichten erfüllen uns immer wieder mit großem Zorn. Wir müssen achtgeben, daß es nicht auch bei uns bald soweit ist.

    • Achtgeben scheint mir zu wenig… Und wenn die Wahl 2013 wieder für die Ha der lum pen positiv ausgeht? Dann ist Feuer am Dach. Für Demokratie sehe ich nur mehr wenig Chancen. Celente und Ulfkotte scheinen recht zu behalten…

  7. Wenn wir nicht scharf aufpassen, geht es uns genau so, wie den Briten. Wir sind schon auf dem Weg… Daher nicht vergessen, 2013 RICHTIG wählen. Man müsste ja mittlerweile wissen, welche politischen Parteien unsere Totengräber sind.

  8. Wow! Na Super! Dieses „happening“ wär ja für unsere Politiker eine regelrechte Steilvorlage! Irgendwo hörte ich mal, das Leben sei das höchste Gut? OK, zumindest in GB ist das wohl nicht mehr der Fall. Es ist absolut unfassbar! Man schützt sein Eigentum, sein Leben, seine Familie und am Ende, wird man dafür bestraft. In Deutschland z.B. predigt man immer von Zivilcourage……. (U-Bahn Schläger)- man sollte aber heute (traurigerweise) zwei mal überlegen ob man eingreift, am Ende sitzt man in der Zelle nebenan, so makaber es klingt….

  9. Linearbeschleuniger

    England obsiegt.
    Doch ist es hier besser, wo die Polizei bei Überfall rät, Lieder zu singen?

  10. Das britische Rechtssystem kennt so etwas wie Notwehr nicht. Letztes oder vorletztes Jahr hat erstmals ein Politiker laut drüber nachgedacht, daß man eine alte Dame, die sich im eigenen Haus mit einem Küchenmesser gegen einen Einbrecher verteidigt, nicht einfach einsperren dürfte.

    Solche Fälle gibt es in GB leider öfter: http://en.wikipedia.org/wiki/Tony_Martin_(farmer)

  11. ….und so wollen es längerfristig alle anderen Länder auch – wenn, ja wenn man sich dagegen nicht POLITISCH zur Wehr setzt!!!
    Ich halte nichts von wehleidigem Gejammer, ohne politisch Taten zu setzen, jeder einzeln und vor allem ZUSAMMEN!!!
    Wir sind alle BETROFFENE!!
    Politisch aufmerksame Bürger, sehen schon lange die Schlinge, welche sich über die individuelle Freiheit zusammen zieht….

  12. Dazu fällt mir nur eins ein: Creutzfeldt-Jakobs späte Rache?

    • Ich weiß nicht, ob das Creutzfeld-Jacobs späte Rache ist – oder ob das schlicht und ergreifend zum Coudenhove-Kalergi-Plan gehört. Wenn man die Zustände auf der Insel betrachtet, könnte man zu dem Schluß kommen. Allerdings sollte man nie an den Symptomen herzukurieren versuchen. Die Wurzeln der Übel müssen beseitigt und mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. In ganz Europa. Ob das jemals gelingen wird? Nur, wenn man sich den historischen Tatsachen ohne Beschönigung und ohne Systemlügen stellt. Und dann gegensteuert. Ich bin nicht ein mal sicher, daß sich das Nigel Farage (so sehr ich auch so manche seiner Ansichten teile und ihm Erfolg wünsche!) zu überlegen wagt…

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