Eine starke Frau

Nikki Goeser aus Tennessee hat ein schlimmes Schicksal hinter sich: Sie betrieb gemeinsam mit ihrem Ehemann Ben ein Karaoke-Studio, beim Aufbau einer solchen Anlage in einem Lokal wurde Ben Goeser von einem Stalker von Nikki vor ihren Augen erschossen.

Eine Tragödie, mit so etwas muß man erst einmal fertig werden. In Österreich hätte sie wahrscheinlich einen „Waffen weg!“-Verein gegründet, in Deutschland ein „Aktionsbündnis“. Dafür hat die hübsche Frau aber zu viel Hirn, vielmehr engagiert sie sich seither für den legalen Waffenbesitz, für das Recht auf Selbstverteidigung, „What could have happened if I had been allowed to carry my weapon?“

Ja, was wäre gewesen wenn sie ihre Waffe dabei gehabt hätte? Hätte sie den feigen Mord verhindern können? Man weiß es nicht. Aber immerhin – möglich wäre es allemal gewesen!

In einem Beitrag für die BBC erzählt sie ihre Geschichte, macht aber auch ihre Standpunkte zu Waffen und Selbstverteidigung deutlich:

„I hear people say all the time: ‚Well, guns are made specifically to kill.‘ My answer to that is: ‚Yes, a gun can kill. But in the correct hands it can also be used to save innocent lives. Now I don’t care so much about a bad guy’s life, I’m sorry, I don’t. They made the choice to do evil, that’s their choice. And if they choose that and I’m armed, I know what I’m doing, I will try to stop them.'“

(„Ich höre immer wieder: ‚Waffen gibt es nur, um zu töten.‘ Meine Antwort darauf: ‚Ja, eine Waffe kann töten. Aber in den richtigen Händen kann sie auch dazu dienen, das Leben unschuldiger Menschen zu retten. Mir ist das Leben von Verbrechern egal, tut mir leid, es ist so. Es war ihre Entscheidung Verbrechen zu begehen, allein ihre. Und wenn sie diese Entscheidung treffen und ich bewaffnet bin und weiß was ich tue, dann werde ich versuchen sie aufzuhalten.'“)

Nochmals: Die Frau war dabei, als ihr Mann erschossen wurde. Sie war Augenzeugin, sie hat die tödlichen Schüsse gehört und deren Wirkung gesehen. Sie weiß aber auch wo die Schuld liegt: Nicht bei der Waffe, nicht bei den anständigen Waffenbesitzern, sondern bei den Verbrechern! Ebenso ist ihr klar, daß Waffenverbote keine Verbrechen verhindern können, das kann auch die Polizei nicht:

„(The police) cannot be anywhere and everywhere at any time. And it’s your responsibility to protect yourself and your family because guess what – the police will get there in just enough time to put up the crime-scene-tape and take pictures of your loved one.“

(„Die Polizei kann nicht immer und überall sein. Es liegt nur an dir, dich selbst und deine Familie zu schützen – denn die Polizei wird gerade rechtzeitig genug kommen um den Tatort abzusichern und Fotos von deinem geliebten Menschen zu machen.“)

Völlig richtig: Die Polizei kann solche Verbrechen nicht verhindern, wie sollte das auch funktionieren? Man kann nicht in jeder Bank, auf jeder Tankstelle, in jeder Bar einen Polizisten positionieren, auch zu Hause steht nicht in jedem Wohnzimmer ein Polizist „Gewehr bei Fuß“. Die Exekutive kann nur reagieren, in den entscheidenden Momenten einer Eskalation kann sie in aller Regel nicht zugegen sein. Wer also soll einem helfen, wenn man sich selbst nicht helfen kann?

Recht muß dem Unrecht nicht weichen, niemand muß sich abschlachten lassen. Dafür muß man aber selbst Sorge tragen – wer sich da auf andere verläßt, der ist verlassen!

„Now I don’t care so much about a bad guy’s life, I’m sorry, I don’t.“ – Wer mir nach dem Leben trachtet, der hat seines verwirkt. Das ist nicht kompliziert, das ist vielmehr völlig logisch. Es stellt sich allerdings die Frage ob diejenigen, die mir die Möglichkeit, mich gegen einen „bad guy“ zu wehren, nehmen wollen nicht auch selbst „bad guys“ sind? „Good guys“ sind das jedenfalls keine!

Ich ziehe jedenfalls meinen Hut vor Nikki Goeser, nicht nur eine starke, sondern auch eine kluge Frau!

10 Antworten zu “Eine starke Frau

  1. Pingback: Wochenrückblick 37/2012 | dagarser

  2. In Österreich wäre der Frau Goeser gleich ein Kriseninterventionsteam zur Seite gestellt worden, das die nötige hoplophobe Gehirnwäsche vollzieht. Anschließend wäre sie dann in den Kreuzzug gegen die (legalen) Waffen gezogen.

  3. Diese Frau ist zu bewundern. Sie läßt sich trotz ihres Schicksalschlages nicht von den Waffenweg-Nutznießern in den Schädel schei***, wie das bei uns üblich ist.

  4. Und bei der Wehrpflicht läuft es ebenso:

    Nicht der mündige Bürger ist mehr zuständig für die Verteidigung seines (unseres) Landes, sondern eine „Profi“-Truppe, ausgesucht und bezahlt von der Politik mit unseren abgepreßten Steuergeldern.

    Das gefällt mit nicht. Ich möchte mich und mein Land selbst verteidigen und neben mir sollten meine Nachbarn, meine Freunde und meine Söhne stehen. So gehört es sich in einer Demokratie. So und nicht anders.

    • Malermeister Schiele

      Vollkommen richtig!

      Allgemeine Wehrpflicht, „gendergerecht“ selbstverständlich; die
      Soldaten bestmöglich ausrüsten und ausbilden (die weiblichen in der Verwaltung/Versorgung beschäftigen – im Ernstfall dürfen die ja ohnehin daheim bleiben während die Kameraden den Kopf hinhalten) und mit den durch eine Heerschar junger Frauen aufgestockten Zivildienerkapazitäten einen mächtigen Schritt vorwärts tun in der Versorgung unserer Alten und Behinderten.

      So oder so wird der Charakter des jungen Menschen geformt für ein erfolgreiches Leben. „Frage nicht (immer nur), was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!“

    • Nein, gerade SO nicht und überhaupt, warum schreibst Du abwertend „Profi“-Truppe, es handelt es sich um Berufssoldaten.

      „Im Zentrum“ im ORF war dazu eine gute Debatte. 😉

      • “Im Zentrum” im ORF war dazu eine gute Debatte.

        Die mit dem Genossen Schmidseder?

      • Berufssoldaten?
        In D sieht es derzeit so aus: Extrem hohe Abbrecherquoten, alles was doch noch einen Ausbildungsplatz bekommt geht wieder.
        Die Frage ist doch dann: Wer bleibt? Das sind die, die keinen Ausbildungsplatz bekommen.
        Wir reden hier nicht von Offiziren sondern von kämpfender Truppe.

  5. »Es stellt sich allerdings die Frage ob diejenigen, die mir die Möglichkeit, mich gegen einen “bad guy” zu wehren, nehmen wollen nicht auch selbst “bad guys” sind?«

    Für mich stellt sich diese Frage in diesem Zusammenhang nicht. Das sind ebensolche Verbrecher. Wer sich dem Verbrecher zugesellt ist sein Komplize und ist ebenso zu behandeln wie der Verbrecher selbst. Auch eine unterlassene Hilfestellung kann in diesem Fall als Beihilfe gewertet werden. So what?

  6. ….jeder normale Mensch, kann dieser Argumentation folgen und sie nur uneingeschränkt befürworten.
    Gleichzeitig zeigt die Reaktion unserer „Verantwortlichen“ – welche Verantwortung haben die eigentlich und was ist eigentlich die Strafe bei Versagen??? – es ist ihnen nicht um das Wohl der Bürger, sondern um ihr eigenes, ihren Machtstrukturen und den darin begünstigten Mitläufern geht…
    Man kann die Menschen – vor allem Frauen, nur durch Aufklärung überzeugen – und das ist manchmal echte Arbeit, dass es keine Vollkasko Gesellschaft gibt – träumen nützt da nichts.
    Das RECHT auf Wehrhaftigkeit gilt auf staatlicher Ebene wie auch privat, einerseits durch ein glaubwürdig ausgestattetes Milizheer und auf Privatwaffen.
    Unsere Machthaber haben aber Angst vor dem bewaffneten Bürger – warum eigentlich???
    Schlechtes Gewissen wegen ihrer Leistung??
    Oder wenn sich ehemalige Innenminister als (mutmasslicher) Nehmer herausstellt??
    Die Liste der „Mutmasslichen“ ist ja lang und nur das Zipferl des Eisberges.
    Aus diesem Blickwinkel könnte man mit den „Ängstlichen“ Verständnis haben…also „Weg mit allen Waffen“ !!!

Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s