Vom Leben in einem Rechtsstaat

„Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“, so August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874). Das war zu dessen Lebzeiten so, daran hat sich bis heute nichts geändert. Besonders bitter ist es, wenn ein Waffenbesitzer das Opfer eines solchen Denunzianten wird.

Ein achtlos in die Runde geworfenes Wort, schon ist man seine Zuverlässigkeit und auch seine Waffen los, auch wenn absolut keine Substanz hinter der Vernaderung steckt. So etwa geschehen im deutschen Rheinfelden, ein Sportschütze und Reserveunteroffizier der Bundeswehr hat im Herbst 2010 beiläufig gemeint, man sollte doch das lokale Polizeirevier „mit einem Bagger stürmen“. Den Hintergrund kenne ich nicht, wahrscheinlich hat er sich über einen Strafzettel geärgert. Gemacht hat er es jedenfalls nicht.

Ein Arbeitskollege von ihm hat das jedenfalls bei der Polizei zur Anzeige gebracht und gleichzeitig den Verdacht geäußert, der Mann könnte einen „Amoklauf“ planen. Klar, jeder Waffenbesitzer der sich schon einmal über die Polizei geärgert hat läuft logischerweise gleich „Amok“! Obwohl – dann gäbe es nicht mehr viele Polizisten…

Was ist daraufhin passiert? Die Polizei erhält eine Durchsuchungsgenehmigung für das Haus des Schützen, beschlagnahmt seine Waffen und legt ihm die Selbsteinweisung in eine psychiatrische Klinik nahe – was er naturgemäß ablehnt.

In weiterer Folge stellt die Staatsanwaltschaft aber fest daß keine Anzeichen für eine Straftat vorliegen, das Verfahren wird eingestellt, zudem wird erkannt daß die Amtshandlung rechtswidrig war. Hat der Schütze aber seine Waffen jetzt, fast zwei Jahre später, wieder? Mitnichten! Der sozialistische Bürgermeister von Rheinfelden will von ihm erst ein „psychologisches Gutachten das ihm bescheinigt, zum Umgang mit Waffen befähigt zu sein“.

Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: Erst eine falsche Verdächtigung, dann eine rechtswidrige Beschlagnahme und schließlich eine durch nichts zu rechtfertigende Schikane, die der Wiederaushändigung des rechtmäßigen Eigentums entgegensteht. Den Bericht dazu gibt es hier: Badische Zeitung

Welche Lehren kann man daraus ziehen? Zunächst, daß man als Waffenbesitzer jedes seiner Worte auf die Goldwaage legen sollte. Eine unbedachte Bemerkung kann schon gravierende Folgen haben, ein Waffenverbot ist schneller ausgesprochen als zurückgenommen. Gegen eine falsche Verdächtigung ist man dadurch aber auch nicht gefeit, im Zweifel steht man als Waffenbesitzer jedenfalls unter „Generalverdacht“.

Die zweite Erkenntnis ist aber, daß Hoffmann von Fallersleben nicht ganz recht hatte: Der Denunziant ist zweifellos ein Riesenlump. Die größten Lumpen sitzen aber in den Ministerien und Amtsstuben!

24 Antworten zu “Vom Leben in einem Rechtsstaat

  1. Bezüglich des nichterwähnens ist das genau die falsche Strategie.
    Je mehr Waffenbesitzer sich in den Utnergrund drängen lassen desto mehr werden sie zur Randgruppe gemacht die sie gar nicht sind.

    Bedenkt man die Menge der Waffen in Österreich so kann man davon ausgehen das zumindest jeder 4te zumindest Cat D oder C zumindest schon mal besessen hat und das ist sehr sehr konservativ geschätzt.

    SPrecht über das Thema, ruhig und Sachlich, macht werbung für euren Sport, die Jagt oder das Recht der Selbstverteidigung, erst dann wird das Thema Salonfähig und erst dadurch entsteht Politischer Druck.

    Politschen Druck kann man durch die „Interessensvertretung“ kaum noch machen, zu sehr politisiert und polarisiert ist sie bereits. Zudem versagen die meisten Waffenbesitzer ihr die Unterstüzung nicht zuletzt aufgrund genannter Umstände.

    Nein den wirklicehn Druck müssen wir alle machen. Reden wir frei über diese Themen ohne Angst oder Befürchtung. Umgekehrt machen die Waffegegner auch kein Geheimniss draus

  2. Pingback: DAS ERSTE JAHR | dagarser

  3. Pingback: Vom Leben in einem Rechtsstaat/Teil 2 | dagarser

  4. Reblogged this on Katja Triebel und kommentierte:
    Und es geht noch weiter: mittlerweile will die Stadt auch die WBK entziehen

  5. Pingback: Auf Wiedersehen im Rechtsstaat, willkommen in Rheinfelden! | meinungsterror.de

  6. Pingback: Wochenrückblick 37/2012 | dagarser

  7. Es würde schon genügen, wenn man nicht gleich im Nachbarn das schlimmste aller Übel zu erkennen vermag.

    • ….verstehe zwar Deine Intention nicht – kannst es ja noch erklären…wir Österreicher haben zwei Lieblingsnachbarn – schon sehr lange…der große Bruder, dem man es halt zeigen möchte – im Fußball so alle 10 Jahre würde schon reichen, um unser Selbstbewusstsein ein wenig aufzurichten….auch gerne im Tausch, gegen Schierfolge…wenn es sein muß..und den Schweizern, denen wir alles neiden – zumindest wir Waffenbesitzer und Miliz-Befürwortern….das ist für uns „Das Gelobte Land“….für Kommunisten und Grüne natürlich nicht, aber ich denke, für alle rechtschaffenen Bürger…

    • Wenn er mich vernadert, erkenne ich in ihm das schlimmste aller Übel.

  8. Nachdem ich den heutigen Beitrag vom Dagarser gelesen habe und danach die Sache mit dem verratenen Sportschützen für einen dummen Einzelfall gehalten hatte schaute ich auf meine Lieblingswaffenseite: http://www.co2air.de

    Und was lese ich dort in einem aktuellen Beitrag?
    Richtig erraten, ein Waffenbesitzer wurde bei den Behörden als „Psycho“ angeschwärzt und hat jetzt ziemliche Schwierigkeiten aber bitte überzeugt euch selbst.
    Klickst du und guckst du: http://www.co2air.de/wbb3/index.php?page=Thread&postID=1060811891#post1060811891

    Ich glaube ich spinne!
    Da hat einer eine kleine psychische Macke in Form einer Phobie und seine Schule hat gleich Alarm geschlagen.
    Da fragt man sich echt wer hier die größere Phobie hat. 😦

    In diesem Sinne:
    Immer den Mund halten wenn man Waffen besitzt uns mit Außenstehenden darüber spricht.

    • Ich habe mir das jetzt einmal durchgelesen – und bin fassungslos!

      Der junge Mann hat sein Abitur schon gemacht, hat also mit der Schule nichts mehr zu tun, rennt aber trotzdem brav wie ein Hündchen zum (ehemaligen) Direktor. Hätte ich für viel Geld nicht gemacht.

      Und die ganzen Ratschläge/Meinungen dort: „Ist schon in Ordnung so“, „Ich verstehe den Direktor“, „Was hätte er sonst machen sollen?“ – haben’s denen das Gehirn amputiert und durch Wackelpudding ersetzt?

      Schon klar, der Bursche ist erst 20 Jahre alt, da hat man schon noch großen Respekt vor der Behörde. Aber der in diesem Forum offensichtlich vorherrschende vorauseilende Gehorsam – einfach nur widerlich!

      Genau so züchtet man ein dummes Volk heran…

      • Ist ja schon herangezüchtet liebe Freunde!

      • Aber der in diesem Forum offensichtlich vorherrschende vorauseilende Gehorsam – einfach nur widerlich!
        Ja dort wird es in dieser Hinsicht immer schlimmer aber am schlimmsten finde ich das die dortige Forenleitung schon so weit geht das alle nicht politisch korrekten Fragen oder bei manchen Selbstverteidigungsthemen schon vorab die Kommentare dazu sperren lässt aus Angst vor schlechter Nachrede.
        Wenn man dann noch bedenkt das dieses Forum von einer der größten Waffenzeitschriften Deutschlands (Visier) betrieben wird dann wird mir schlecht.
        Gut das ich mein Visier Abo schon vor Jahren abbestellt habe.

        Zitat von zakrajsek:
        Ist ja schon herangezüchtet liebe Freunde!

        Da hat er leider recht und die Leute die noch normal denken werden von den feigen System-Lemmingen mit der Keule der politischen Korrektheit und dem vorauseilenden Gehorsam mundtot gemacht. 😦

  9. Ich denke mal das da am Arbeitsplatz des Waffenbesitzers jemand war der noch eine Rechnung mit ihm offen hatte und ihm eins auswischen wollte.

    Soweit so schlecht…..aber was ich nicht verstehe ist das sich ein Bürgermeister über das Urteil eines Gerichtes hinwegsetzen kann.
    Was für eine rechtliche Autorität ist der schon das er sich sowas anmaßen kann?

    Was Waffen und das soziale Umfeld angehen kann ich nur empfehlen das man am besten zu Außenstehenden garnicht erwähnen sollte das man Waffen besitzt.

    Wozu auch?
    Man macht sich dadurch nur angreifbar wie man in diesem deutschen Beispiel mal wieder sehen konnte.

  10. Deutschland oder Österreich – einerlei.
    In beiden Ländern haben die Regierung und das Parlament ihre Bürger dazu verdammt, in alle Ewigkeit für die Schulden von fremden Müßiggängern zu bezahlen. In Deutschland würde dieser Vorgang gestern vom Verfassungsgericht (ohne Verfassung!) bestätigt. In Österreich hat dafür UHBP schon sein OK gegeben. Es darf also gezahlt werden. Wahrscheinlich werden 596 Milliarden Euro für die Österreichischen Leistungsträger fällig werden. Diesen Betrag hat Bernd-Thomas Ramb vor dem Österreischischen Parlament in einer Anhörung vorgerechnet. Wie man im Parlamentsvideo gesehen hat, hat das die meisten Abgeordnete gar nicht interessiert. Sie haben Zeitung gelesen, getratscht und telefoniert und bei der Abstimmung, brav wie ein Hündchen, ihr Händchen gehoben.. Die meisten dieser Abwinker wissen wahrscheinlich gar nicht, wieviel eine Milliarde Euro überhaupt ausmacht.

    • Deutschland oder Österreich – einerlei

      Paßt überhaupt nicht zum Thema, aber ich habe gestern so einen lieben Spruch gehört, den muß ich einfach anbringen.

      „Der Unterschied zwischen Deutschland und Österreich? Die Deutschen haben nette Nachbarn.“ (Ronald Leitgeb)

      • ….und die Österreicher hätten bald die besseren Fußballer gehabt….aber Glück hat eben nur der Tüchtige – oder sagt man auch der Dumme??
        Sei wie es sei: Uns trennt nichts so sehr, wie die gemeinsame Sprache….

      • Ob die Franzosen oder Polen, sowie Tschechen so nette Nachbarn sind? Oder aber die Niederländer und Belgier (soferne es dort noch autochthone gibt)…?

        • ….das sind sicher nicht so nette Nachbarn wie wir!
          Die lassen sie nicht so oft im Fußball gewinnen…aber wir ziehen stark nach:
          Die Bundesliga formt unsere Kicker sehr gut – da lernt man Leistung und Arbeitseifer….und von einem Schweizer die Präzision….wir werden Weltmeister – im Schifahren, wie immer….

      • Du meinst sicher die Niederländer ?

        Nee Spaß beiseite. Ich hatte beruflich mit Österreichern zu tun, die waren sehr nett und wir haben uns prima verstanden.
        Ich mag pauschalisierende Worte über Völker wie „die Deutschen “ ganz und gar nicht.

  11. ……dem letzten Satz ist nur noch eines hinzuzufügen: Bestbezahlt, für keine für den Bürger erkennbare Leistung – zumindest beim Grossteil davon….
    …..aber der Österreicher wird ja schon als Beamter geboren und findet das normal – andernfalls gäbe es das alles nicht….

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