Von Bergen und Wäldern

Dieser Tage hat wieder einmal das „Ulrichsbergtreffen“ stattgefunden, eine Veranstaltung in Kärnten die vor allem an die Leiden des Krieges erinnern soll und durch dieses Gedenken vorbeugen möchte, daß sich jemals wieder ein Völkerschlachten wie im zweiten Weltkrieg wiederholen kann.

Ein lobenswertes Unterfangen, aber da die Mehrzahl der noch lebenden österreichischen Veteranen im Krieg für das „Dritte Reich“ gekämpft haben läuft die linke Kamarilla, allen voran die Grünen, gegen diese Veranstaltung Sturm. (Was ja lustigerweise eigentlich ein kriegerischer Akt ist!) Besonders groß war die Aufregung heuer um einen Festredner, Herbert Bellschan von Mildenburg, ein ehemaliges Mitglied der Waffen-SS. Im ORF wird Bellschan von Mildenburg wie folgt zitiert:

„Ein simpler Heimkehrer, der mit 17,5 Jahren als Kriegsfreiwilliger der Waffen-SS in den Krieg zog und nach vier Jahren Kriegsdienst und Gefangenschaft zu den letzten noch lebenden Altsoldaten der so genannten Erlebnisgeneration zählt.“ Bellschan betonte weiters, am Ulrichsberg stünden Kameradschaft und Versöhnung im Mittelpunkt.

„Kameradschaft und Versöhnung“, zwei Begriffe mit denen die Linken nichts anzufangen wissen. Mit Kameradschaft schon einmal prinzipiell nichts, Versöhnung läuft ja ihren Interessen entgegen: Man stelle sich vor das Feindbild der „bösen Rechten“ würde verschwinden, kryptokommunistische Parteien wie die Grünen würden mit einem Schlag ihre Existenzberechtigung verlieren. Deshalb sind das auch die letzten wahren Apologeten des „Tausendjährigen Reiches“.

So kündigt der sattsam bekannte Grüne Karl Öllinger nun auch eine Klage gegen den Obmann der Ulrichsberggemeinschaft Hermann Kandussi an, er habe im Zuge der Feier die Rolle der SS verharmlost. Skandal am Rande:

„Weit schwerer wiegt jedoch noch die Tatsache, dass die Exekutive trotz Warnungen den Verdacht, dass hier NS-Wiederbetätigung betrieben würde, völlig ignoriert und auch noch nach der Veranstaltung davon gesprochen hat, es hätte keine Zwischenfälle gegeben.“

Naja, vielleicht haben die aber einfach auch nur mehr Hirn als der Herr Öllinger.

„Die Veranstalter wurden übrigens trotz Dementis im Vorfeld doch von der Berufsfeuerwehr Klagenfurt unterstützt. (…) Es würde lediglich die Freiwillige Feuerwehr Tische und Bänke und eventuell einige mobil eingeschränkte Personen auf den Berg bringen und dort den Brandsicherheitswachdienst übernehmen. Auf Fotos sieht man allerdings ein Fahrzeug, auf dem groß „Berufsfeuerwehr Klagenfurt“ steht.“

Eine Ungeheuerlichkeit! Macht man doch glatt für diese bösen Nazis einen Brandsicherheitswachdienst, sollen sie doch verbrennen! Alternativ könnte man ja auch mit Spiritus löschen… (Und aus der bloßen Anwesenheit eines Fahrzeuges gleich auf „Unterstützung“ zu schließen – naja, grüne Logik halt.)

„Im Nürnberger Prozess 1946 erklärte der Internationale Militärgerichtshof die Waffen-SS wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur verbrecherischen Organisation. Die Kameradschaft IV der Waffen-SS wird vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes als rechtsextrem eingestuft. Sie besteht aus ehemaligen Mitgliedern der Waffen-SS, sowie deren Familienangehörigen und Freunden.“ (alle drei Zitate ORF)

Als was einen das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) einstuft sagt viel aus. Von dieser linken Bande als „rechtsextrem“ bezeichnet zu werden gleicht einem Adelsprädikat.

Soviel zum (Ulrichs)Berg, aber was hat das Ganze mit Wäldern zu tun? Direkt nichts, indirekt aber sehr viel: Wie in obigem Zitat zu lesen wurde die Waffen-SS im Nürnberger Prozess zur „verbrecherischen Organisation“ erklärt, also somit auch alle Angehörigen zu Verbrechern. Wie gelangten die Nürnberger Tribunale aber zu ihren Urteilen? Stimmt alles, was da „Recht gesprochen“ wurde, sind alle Vorgänge aus dieser Zeit korrekt abgelaufen, oder war das doch Siegerjustiz?

Und da komme ich nun zu den Wäldern: Im zweiten Weltkrieg wurde in den Wäldern von Katyn in Polen ein Massaker an 11.000 kriegsgefangenen polnischen Offizieren verübt, die Leichen wurden im Wald verscharrt. Jahrzehntelang wurde dieses Massaker der deutschen Wehrmacht angelastet, auch in Nürnberg wurde das auf Betreiben der Sowjets so angeklagt. Wie die Geschichte aber mittlerweile zweifelsfrei bewiesen hat war nicht Hitler dafür verantwortlich, sondern Stalin, hat das Massaker bereits 1940, als noch die Sowjets in Polen standen stattgefunden, nicht 1941 als die Deutschen dort waren. Also eine glatte Fehlanklage, die wahren Täter wollten ihre Greueltat verschleiern. Und wie sich jetzt herausgestellt hat wußten das die Amerikaner! Siehe dazu diesen Artikel in der „Die Welt“.

Blindheit (oder bewußtes Augenzudrücken) bei der Anklageerhebung, das wirft kein gutes Licht auf die moralische Legitimation der Nürnberger Prozesse, wenngleich dort natürlich auch viele tatsächliche Kriegsverbrecher ihr gerechtes Urteil erhalten haben. Und es wirft auch die Frage auf, ob tatsächlich alle Urteile oder „Erklärungen“ dieses Tribunals einer nüchternen Betrachtung standhalten.

Was jedenfalls fraglos ist: Stalin war ein Kriegsverbrecher, mutmaßlich hat er weit mehr Menschen auf dem Gewissen als Hitler (wobei er zugegebenermaßen auch mehr Zeit dazu hatte). In der ehemaligen Sowjetunion schämt man sich auch dieses Ungeheuers, entsprechend wurden auch alle seine Denkmäler/Standbilder entfernt, genauso wie man in Österreich oder Deutschland vergeblich nach einem Hitler-Denkmal Ausschau halten wird.

Aber: „Wien ist anders“! Zwar gibt es auch hier kein Hitler-Denkmal, dafür aber in Wien-Meidling eine Stalin-Gedenktafel, liebevoll erhalten von der Gemeinde Wien (siehe hier). In liebem Andenken an einen Massenmörder.

Vielleicht sollte der eingangs erwähnte Herr Öllinger seine überschüssigen Energien dafür einsetzen daß dieser Schandfleck entfernt wird, statt gegen eine Gedenkveranstaltung zu hetzen. Und wenn er schon dabei ist könnte er auch die Entfernung der Büste eines weiteren kommunistischen Mörders fordern, nämlich des 2008 (!) aufgestellten Denkmals für Ernesto „Che“ Guevara!

Ich glaube aber zu wissen daß das nicht passieren wird.

15 Antworten zu “Von Bergen und Wäldern

  1. Pingback: Wochenrückblick 38/2012 | dagarser

  2. „die vor allem an die Leiden des Krieges erinnern soll “
    Ja, und deswegen wir ein vermeintlicher „deutscher“ Opfermythos g’schürt. Gute Sache!

    „Was jedenfalls fraglos ist: Stalin war ein Kriegsverbrecher, mutmaßlich hat er weit mehr Menschen auf dem Gewissen als Hitler (wobei er zugegebenermaßen auch mehr Zeit dazu hatte).“
    Also rechnest Du die Toten von Hitler auf, damit der Verein SS gut dasteht?!

  3. Ich finde es total ekelerregend von Darabos, dass er die alten Kriegsveteranen nicht mehr auf den Ulrichsberg bringen lässt. Vor einigen Jahren (vor Darabos) wurden die gebrechlichen Veteranen mit Pinzgauern hinaufgefahren.

  4. Soll so sein. Mein Großvater war bei der SS, der war jedenfalls kein “Verbrecher”. Das sollte mir keiner ins Gesicht sagen. Ich kenne sogar den Obmann der ach-so-bösen “Kameradschaft IV” persönlich, der ist auch keiner.

    Ja klar!
    Bei der SS waren alle nur brave Soldaten….
    Ich frage mich auch gerade was so ein Scheiß wie das was du hier schreibst noch mit Waffenbesitz zu tun hat.
    Mit sowas drängt man den normalen Waffenbesitzer genau in die Ecke in der keiner normalerweise stehen will.

    Dir ist echt nimmer zu helfen dagarser.

    • Ich kann mich nicht erinnern um Hilfe gebeten zu haben.

    • So ist das ! Überlegt euch mal welche Außendarstellung das für Legalwaffenbesitzer ist, nicht für die Grünen, die mögen uns sowieso nicht wegen unserem Gerät ,aber für die ganz brave Lieschen Müller und Erwin Mustermannn die brav wählen gehen und jeden Morgen die Zeitung aufschlagen.

      „Waaaas die Waffenbesitzer haben Sympathie zur Waffen SS, aaach solche sind das. Aber g’schwind die Waffen wegnehmen,“
      Die Grünen müssen nichts machen wir treiben denen doch die Wähler mit solcher Geschichtsklitterung massenweise zu.
      Den Wähler interessiert es überhaupt nicht ob bei der Waffen SS noch Unschuldslämmer waren oder auch paar anständige Kerle die ja nur Befehle befolgten. Der Verein Waffen SS hat generell keinen guten Ruf und der kam auch nicht von ungefähr.

      Das gleiche noch ein gewisser Schulz vom DWJ der nichts Besseres zu tun hatte und unbedingt zwanghaft beweisen muss dass Stalin eigentlich Deutschland angreifen wollte und die Deutschen dem nur zuvor gekommen sind, also so verkehrt war es nicht mit dem Angriff auf die Sowjets.sozusagen Notwehr……Was soll denn so etwas bewirken ? Dass uns rechtes Gedankengut angehangen wird, obwohl er nur ganz treuherzig und naiv die deutsche Geschichte „wahrheitsggemäß „aufarbeiten wollte ( was übrigens einige Historiker sofort demontiert haben )

      Es gibt ein Sprichwort:
      Wer dem Teufel die Hand reicht stinkt selbst bald nach Schwefel.

      Die Veteranen der Waffen SS mögen doch tun und lassen was sie wollen aber es gibt keinen Grund für sie Partei zu ergreifen , nur um den Grünen eine reinzubraten , egal wie.Die Grünen müssen anders angegangenn werden und deren Feind ist noch lange nicht mein Freund.

  5. Wir wissen dass Stalin ein Kriegsverbrecher ist und ein Diktator der mit äußerster Brutalität vorging.Darüber müssen wir nicht diskutieren.
    Tatsächlich hat Chrustschow ( übrigens auch ein waschechter „Kommunist“ und strammer kalter Krieger) ganz schnell mit dem Stalin-Kult aufgeräumt.

    Aber ich verstehe nicht warum immer wieder das Massaker von Katyn so thematiiert wird wie auch hier ? Soll das jetzt eine nachträgliche Seligsprechung der SS sein , nach dem Motto “ ja aber die anderen haben doch auch …“
    Sprechen wir mal über Oradur oder Lidice und und und ?

    Oja die Linken haben schon Begriffe wie Kameradschaft und Versöhnung aber nicht mit Kriegsteilnehmern sondern mit den Opfern dieser. Franzosen,Polen,Tschechen, Russen,Litauer….

    Ansonsten dachte ich dass es in Deinem Blog um Waffen und Waffenrecht geht und nicht um alte Kameraden und polemische Geschichtsaufarbeitung der besonderen Sorte und um Grünen-Bashing um jeden Preis.
    Kann nicht erkennen dass die Linken oder Grünen auch Stalin nachtrauern.

    Im Krieg bleibt immer zuerst die Wahrheit auf der Strecke so auch in Katyn aber es ist auch Wahrheit dass die Waffen SS nicht nur arme kleine Wehrpflichtige hatte sondern eine durch und durch fanatische Truppe war.
    Ich kenne viele ehemalige „Landser “ ( mein Vater war auch einer und kein Grüner ) die von der nachrückenden SS nichts Gutes erzählt haben. Dieses Leute sollten sich schämen und nicht feiern.

    Ich wäre übrigens nicht unglücklich wenn mit dem Verschwinden der Rechten die Grünen ihre Existenzberechtigung verlören und sich als reine Umweltpartei aus Gründerzeiten wieder etablieren.
    Da hätten wir ja zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

    • Ansonsten dachte ich dass es in Deinem Blog um Waffen und Waffenrecht geht und nicht um alte Kameraden und polemische Geschichtsaufarbeitung der besonderen Sorte und um Grünen-Bashing um jeden Preis.
      Kann nicht erkennen dass die Linken oder Grünen auch Stalin nachtrauern.

      Die Blogbeschreibung lautet „Politik, Waffenbesitz, Schießsport, Jagd“, Politik steht nicht von ungefähr an erster Stelle. Politik regelt nämlich auch den Waffenbesitz, deshalb ist die Politik auch genau zu beobachten.
      Polemisch? Kann schon sein. Faktisch richtig? Ist so.
      Grünen-Bashing? Jederzeit! Faschistenpack!
      Und nur weil man etwas nicht erkennt heißt das nicht, daß es nicht so ist.

      Ich kenne viele ehemalige “Landser ” ( mein Vater war auch einer und kein Grüner ) die von der nachrückenden SS nichts Gutes erzählt haben.

      Soll so sein. Mein Großvater war bei der SS, der war jedenfalls kein „Verbrecher“. Das sollte mir keiner ins Gesicht sagen. Ich kenne sogar den Obmann der ach-so-bösen „Kameradschaft IV“ persönlich, der ist auch keiner.

      Soll das jetzt eine nachträgliche Seligsprechung der SS sein , nach dem Motto ” ja aber die anderen haben doch auch …”

      Nein, ich bin nicht der Papst (bin nicht einmal katholisch), entsprechend habe ich mit einer „Seligsprechung“ auch nichts am Hut. Ein Verbrecher ist ein Verbrecher, ein Verbrechen ein Verbrechen. Was ich nicht ertragen kann ist selektive Wahrnehmung an allen Fakten vorbei. Wie ist das mit den erwähnten Denkmälern? Ich würde mich über ein Hitler-Denkmal genauso echauffieren wie über die Stalin-Gedenktafel. Beides hat in unserer Zeit und Demokratie nichts verloren!

    • Jörg: Die Grünen, nicht die Umweltschützer sondern die jetzigen GrünINNEN trauern nicht um Stalin, nein die VEREHREN Ihn! Für eine echte GrünIN gibt es wohl nichts schöneres als ein Stalin- oder Che-Kind zu bekommen – zum Glück gab es damals noch keine Samenbanken.

  6. Das mußte gesagt werden und ist hier gesagt worden. Danke dafür!

Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s