Politsplitter

Stronach, Cap, von Habsburg – gibt’s in der österreichischen Politik eigentlich nur noch Kasperln?

  • Österreichs große „Polithoffnung“ Frank Stronach hat gestern dem Privatsender PULS4 in seinem bescheidenen Domizil ein Interview in Form eines „Herbstgespräches“ gewährt, war wirklich interessant. (Wer’s versäumt hat kann das hier nachsehen.) Mein Fazit: Der Mann spürt sich ja nicht mehr! Entweder war er nicht fähig die an ihn gestellten Fragen zu verstehen, oder er wollte einfach nicht antworten. Er war nicht einmal in der Lage die Namen der ihm „zugelaufenen“ Nationalratsabgeordneten zu nennen, hat bei dieser Frage nur herumgestottert und gemeint, die Namen stünden ohnehin in der Zeitung. Generell scheint ihm das Konzept eines Interviews nicht geläufig zu sein, als Presse-Chefredakteur Rainer Nowak ihm (ziemlich gegen Ende des Gesprächs) erklärte „Wer die Sendung macht macht die Regeln“ folgte diese skurrile Replik Stronachs: „Der Gast macht die Regeln! Aber sicher! Der Gast kommt sonst gar nicht!“ Bis gestern war ich Stronachs Politambitionen gegenüber nur skeptisch eingestellt. Das hat sich geändert – den Mann kann man nicht ernst nehmen!
  • Die „Kleine Zeitung“ hat ein wenig Vergangenheitsforschung betrieben: 1989 wetterte ein SPÖ-Abgeordneter gegen einen Untersuchungsausschuß, dieser sei ein „parteipolitisches Tribunal“, etc., ganz bekannte Töne also. Der Abgeordnete damals hieß übrigens Josef Cap, was beweist daß man in 23 Jahren nicht zwangsläufig klüger werden muß.
  • Der „Grüne Habsburger“ Ulrich von Habsburg-Lothringen erklärte gegenüber dem KURIER er wolle sich dafür einsetzen, daß in Österreich die Adelstitel wieder eingeführt werden. Finde ich grundsätzlich richtig, das „von“ im Namen gehört da einfach dazu, warum sollten die dazu Berechtigten das nicht führen dürfen? Abenteuerlich mutet aber die Begründung von Habsburgs dazu an: „Wenn etwas verboten ist, ist’s nur noch interessanter. Rauschgift ist ja auch verboten und wird trotzdem konsumiert.“ Was die Frage aufwirft ob er auch der Verlockung von Rauschmitteln erlegen ist. Oder ist das Hirnschmelze als Folge der Grün-Politik?

9 Antworten zu “Politsplitter

  1. Pingback: Wochenrückblick 39/2012 | dagarser

  2. Obwohl mir Stronach eigentlich egal ist…
    Sein Deutsch ist nicht gut,aber nach 50 Jahren Kanada mag das so sein.
    Vielleicht kann er sich nach so langer Zeit nicht mehr richtig ausdrücken und kommt ins stottern. Dafür braucht er keinen Englisch Dolmetscher bei Besuchen im Ausland. Ich erinnere mich da an Videoclips anderer Österr. Politiker, also das ist blamabel.
    Mir ist das Gestottere lieber als das rhetorisch perfekte abspulen von Floskeln der Regierungspolitiker. Heisse Luft Blah Blah in Reinkultur.

    Was die gekauften Abgeordneten angeht, er verfolgt halt sein Ziel ohne Umwege. Was braucht er um antreten zu können, 3 Abgeordnete, sind gekauft und aus. Antritt gesichert. Er ist zwar alt, aber nicht blöd.

    Und was sein Programm angeht, schaun wir mal. Das sich in unserer Politik was Grundlegend ändern muß ist klar. Und das passiert erst wenn Rot/Schwarz/Grün es sich nicht mehr untereinander ausmachen können.

    Sollte er wirklich großen Zuspruch haben und ,was weiß ich, 21% erhalten wir er als Koalitionspartner interessant. FPÖ mit 32% und Stronach mit 21%, warum nicht? Wird nicht passieren, oder doch …

  3. In der Politik sind keine Kasperl unterwegs, sondern Krampusse, die alle drangsalieren, nicht nur jene, die ihren (staatsbuergerlichen) Pflichten nicht nachkommen.
    Jeder sollte ein Interesse daran haben, dass das eigene Land sich gut entwickelt und daran je nach Möglichkeit mitarbeiten. Ich will niemandem seine bzw. ihre unabdinglichen Rechte absprechen, aber ich wundere mich mit welcher Selbstverständlichkeit Menschen ihre Rechte einfordern und die Pflichten ignorieren.

  4. Noch fehlt uns die Stellung des neuen Kandidaten zum privaten Waffenbesitz. Am Donnerstag werde ich mehr wissen. Bin bei der Pressekonferenz eingeladen.

  5. Der Vergleich mit dem Rauschgift ist dumm.

  6. Was hat Österreich verbrochen, daß sogar ein Strohsack in die Politik einsteigt? Über Cap braucht man kein Wort verlieren und Habsburg ist ein Grünling. Er zwitschert halt auch ein wenig… Ernstnehmen kann ich alle drei nicht.

  7. …..der Cap ist zwar nicht blöd, aber ein Parteisoldat wie im realen Sozialismuß halt seit jeher üblich, die Macht des Politbüros eben.
    Der Habsburg ist, wie jeder der mit Grün nur anstreift, verdächtig.
    Der Stronach hat den Vorteil, dass er voraussichtlich sein eigenes Geld beim Fenster hinaus wirft, ob er sonst noch ein Programm hat, bleibt abzuwarten.
    Für mich wären halt sehr viele Fragen offen…Privatwaffen u.s.w. Themen, welche andere Parteien schon eindeutig beantwortet haben….
    Mir imponiert halt sein Erfolg und die wichtigste Frage, ob man da für Österreich etwas bewirken könnte???

    • Mir imponiert halt sein Erfolg und die wichtigste Frage, ob man da für Österreich etwas bewirken könnte???

      Sein wirtschaftlicher Erfolg ist natürlich unbestritten, das muß erst einmal einer schaffen.
      Sein hilfloses Gestammel gestern hat ihn aber für jegliches politische Mandat disqualifiziert, außer vielleicht als seltsamer Bürgerlisten-Gemeinderat in Hintertupfing.

      Natürlich kann er mit seinem Geld machen was er will – aber ob es Österreich zum Vorteil gereicht wenn ein 80jähriger Milliardär mit gekauften Abgeordneten deren Namen er nicht einmal weiß die Politlandschaft umkrempeln will wage ich ernsthaft zu bezweifeln.

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