Kopf im Sand

Daß den legalen Waffenbesitzern ein rauher Wind entgegenweht darf als bekannt vorausgesetzt werden, das betrifft jeden einzelnen, aber natürlich somit auch die Verbände und Vereine. Ganz klar, ohne Schützen braucht es auch keine entsprechenden Organisationen und Institutionen.

Dennoch muß man immer wieder mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen, daß sehr vielen Schützen und Vereinen diese Problematik salopp gesagt am Arsch vorbeigeht, die sich somit gleichsam mit als Totengräber des Schießsports herausstellen.

So bin ich etwa vorige Woche auf „Facebook“ über einen Eintrag des deutschen „Schützenverein Heilbronn“ gestolpert:

„Hallo alle zu sammen, bitte keine Filmbeiträge über Schießen mit Politischen Hintergrund und Waffenrecht hochladen. Denn unser Schützenverein ist und bleibt neutral in diesen Sachen. Dafür sind der DSB und der WSB zuständig. Vielen Dank für euer Verständnis.“

Nun, wer den politischen Hintergrund aller waffenrechtlichen Verschärfungen negiert, wer über das Waffenrecht nicht einmal diskutieren möchte und standpunktlos (= neutral) auf die „nächste Instanz“ verweist hat natürlich jedes Recht dazu, ganz klar. Auf mein Verständnis zu hoffen ist aber zu viel verlangt!

Ich habe mir dann die Webseite des „Schützenverein 1903 Heilbronn e.V.“ angesehen, recht gut gemacht, ein offensichtlich sehr aktiver Verein, ein sehr schönes Vereinshaus haben sie auch. Wenn sich der „politische Hintergrund“ einmal durchgesetzt haben wird und das Sportschießen abgeschafft ist kann man da sicher ein einwandfreies Wirtshaus daraus machen. Nennen könnte man das dann „Zur Neutralität“, vielleicht kann man ja ein paar Fotos aus den Glanzzeiten des Vereins an die Wand hängen damit die Besucher der Gaststätte mit wohligem Schauern an die dunkle Vergangenheit des Etablissements erinnert werden.

Schwarzmalerei? Das denke ich nicht, so sieht das Endziel der Waffengegner aus, da sollte man sich keinen Illusionen hingeben.

Merke: Mit dem Kopf im Sand sind schon ganz viele erstickt!

26 Antworten zu “Kopf im Sand

  1. Pingback: Wochenrückblick 41/2012 | dagarser

  2. So denken leider viele meiner Landsleute. Immer schön windschnittig mit dem Zeitgeist schwimmen und ja nicht anecken. Leute wie der Veröffentlicher dieses Facebookeintrags verdienen es, wenn ihnen ihre Freiheit genommen wird. Schlimm nur, daß sie allen anderen auch genommen wird, wenn es nur genug „Neutrale“ gibt, und zu wenig Leute, die für ihre eigene Sache eintreten.

  3. Oh, ich bin LINKS-liberal, Waffenlobbyistin, Femministin und Islamkritikerin. Und m.E. gibt keinen einzigen Grund, warum diese vier Dinge nicht zusammenpassen. Ich denke Hendrik M. Broder und Gideon Böss würden mir – sofern sie mich kennen würden – zustimmen. Eventuell sogar Alice Schwarzer, die sich engagiert für Frauen in der Bundeswehr eingesetzt hat, zum privaten Waffenbesitz sich bisher aber nie geäußert hat. (Eventuell bräuchte sie noch eine demokratische Historie-Stunde dafür.)

    Ich bin übrigens nicht konservativ. Denn das sind mittlerweile unsere Grünen in Deutschland: Natur soll bleiben, wie sie ist, keine Handys, keine PCs etc.etc.etc.

    Dabei ist alles im Wandel! Auch Waffenrecht und Jagdrecht sind ständig im Wandel. Und ich habe überhaupt kein Problem damit, sofern man sich an ECHTE RUNDE TISCHE setzte und FAKTEN STATT IDEOLOGIE den Kurs bestimmen würden.

    Ich weiss, dass einige meiner Mitstreiter mit meiner Weltsicht Probleme haben. Aber ich kann nur das vertreten, was ich für richtig halte. Law&Order Politik kann ich ebenso wenig unterstützen wie Mülti-Külti. Für mich steht der schwierige Balanceakt „Gemeinwohl mit Freiheit“ im Vordergrund: „So viele Gesetze, wie unbedingt nötig, so wenig Gesetze, wie möglich!“ Das heißt für mich: Vertrauensvorschuss plus Stichpunktkontolle und angemessene Strafen für die, die Missbrauch treiben.

    Dazu habe ich aktuell „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser“ geschrieben. Wer mal reinschauen möchte: http://legalwaffenbesitzer.wordpress.com/2012/10/06/kontrolle-ist-gut-vertrauen-ist-besser/

    • Mit Frau Schwarzer habe ich wenig am Hut, Herr Broder hat sich allerdings im Spiegel schon als Waffenhasser geoutet. Insofällen würde er Ihnen vermutlich nicht zustimmen…

      • Mit Frau Schwarzer haben die wenigsten Männer was am Hut. Ich darf Ihnen aber als 20-jährige Abonnementin erzählen, dass es stimmt, was die Journalisten über sie schreiben:

        „Warum EMMA lesen, ohne Feministin zu sein? Die Zeitschrift dient nicht als Wegweiser (falsche Richtung), nicht als Seismograph (zu subjektiv); sie liest sich als Offenbarung von prophetischer Kraft. Was Alice Schwarzer und ihre Mittäterinnen schreiben, wünschen und fordern, das steht bevor. Fast jede hier in vergangenen Jahren vertretende Minderheitenmeinung wurd fürher oder später Mainstream.“

        Das schreibt die liberal?-konservative?-rechte? Zeitschrift Junge Freiheit. http://www.jf-archiv.de/archiv12/201230072043.htm
        http://www.jf-archiv.de/archiv12/201230072043.htm

  4. Nur „rechts“ bezieht sich auf eine Himmelsrichtung und definiert sich nur vage als politische Ideologie, aus diesem Grunde, bezeichnen sich viele Liberale, Konservative auch nicht als rechts, denn sobald man sich rechts nennt, besteht auch die Gefahr, mit irgendwelchen Spinnern gleichgesetzt zu werden, wie Dobernig, oder Königshofer – weil die Trennung von rechts/=rechtsextrem nicht vorhanden ist.

    Und eine ausländafeindlichä Agenda und irgendwelche Geschichtsklittereien helfen der guten Sache auch nicht wirklich weiter.

  5. »…aber bei uns sieht keiner die wahren Zusammenhänge, all dieser Massnahmen….«

    Einspruch! Sehen tun wir es schon – aber was kann man tatsächlich effektiv dagegen unternehmen? Ich präzisiere: Was kann man mit legalen demokratischen Mitteln dagegen unternehmen, das auch Aussicht auf Erfolg hat?

    • ……die demokratischen Mittel sind jene bei Wahlen und vor allem, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, sich mit diesen Wahrheiten unbeliebt zu machen – besser unbeliebt, als ein Sklave…..

      • Lieber Schwertfisch, da tut man sich leichter wenn man an der gleichen „Krankheit“ leidet, an der auch ich leide: Ich kann einfach nicht mein vorlautes Maul halten! Ich sag meistens das was ich denke! Da macht man sich bei machtgeilen Parteigängern (A-kriechern) zwar sehr unbeliebt, aber ich kann mir am nächsten Tag in den Speigel schauen, ohne mich dafür zu genieren!

      • Das mit dem sich unbeliebt machen ist absolut richtig. Das mit den Wahlen zweifle ich etwas an. Warum sagt man denn »Wenn Wahlen etwas ändern könnten, wären sie längst verboten«?
        Natürlich wär’s mir am Liebsten, wir könnten mittels Wahlen wirklich was bewegen. Nur ist meine Hoffnung darauf in AT und der BRDDR etwas fadenscheinig geworden… Die meisten Leute in diesen Staaten sind gehirngewaschen, indoktriniert und demokratiemüde (so scheint es). Die »Umerzieher haben bei den meisten Leuten durchschlagenden Erfolg gehabt. Allerdings gibt es zum Glück noch einige Aufrechte: die Freien Bürger.

    • Man kann auf die Terrorgefahr hinweisen. So selten wie Amokläufe an Schulen sind, werden die Waffengegner vermutlich nach wenigen Anschlägen mit Todesopfern ihr Vorhaben aufgeben. Bei dem Mohammedfilmchen hat sich ja gezeigt, wie schnell Politiker in Deutschland selbst das Recht auf freie Meinungsäußerung in Frage stellen.

      Man muss also die Waffengegner überzeugen, dass sie ihre unhaltbare Position aufgeben, bevor unnötig Menschen sterben. Unter Millionen Legalwaffenbesitzern gibt es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen, der Anschläge ausführt, wenn ihm der politische Erfolg so leicht gemacht wird.

  6. Ich besitze Waffen und ich bin gegen unsere (und die EU- )Ausländerpolitik.
    Bin ich jetzt rechts?
    Manche sind halt ein bisschen sensibel und glauben sofort zu wissen wo man politisch angesiedelt ist.
    Offensichtlich freuen sich nur die Pazifisten über die mohammedanische Bereicherung, obwohl gerade von dort die Gewaltbereischaft ausgeht.

  7. ……man ist ja, mit der UNO, den Demokraten in den USA und dem Brüsseler Zentralkomitee, als williges Werkzeug darauf aus, alles zu entwaffnen, sich Söldnerheere zum Schutz der Eigeninteressen zu etablieren und das ganze mittels Satelliten und Drohnen, wirksam zu überwachen…..Orwell war dagegen ein Stümper, aber bei uns sieht keiner die wahren Zusammenhänge, all dieser Massnahmen….

  8. Das ist genau das Problem was wir immer wieder haben.

    Was hat die immer wieder in gewissen Schützenforen ausgiebig breit getretene Ausländerproblematik oder Integrationsprobleme derselben mit Schießsport zu tun ?
    Genau nichts, erweckt aber den Eindruck dass Schützenfreunde sich besonders dafür motivieren und wer brüllt in diesem Land noch „Ausländer rrrraus “ ……richtig die die wir angeblich nicht mögen.

    Wenn wir ( ich nicht ) aber die gleichen Worte benutzen und die gleiche Sprache sprechen wird schnell der Eindruck entstehen dass hier Schnittmengen vorhanden sind und schon … schwuppst sind die Schießsportfreunde mit dem Prädikat „Rechte“ versehen.
    Ob uns das hilft ? So ein Stigma macht es für die Grünen noch leichter ihre Ziele zu verfolgen „Entwaffnet die Nazis “ oder so.

    Ja wir müssen großen Wert darauf legen und zeigen dass die Legalwaffenbesitzer eben nicht vorrangig aus der rechten oder wenigstens ultrakonservativen Ecke kommen.Das ist auch der Grund warum ich versuche anzuecken und immer wieder gegenhalte auch wenn ich mir nicht nur Freunde mache.

    Noch wichtiger wäre dabei die Einigkeit in der Sache die wir dabei erreichen. Nicht jeder hat soviel Humor wie ich und ein mancher Legalwaffenbesitzer wurd sich von dem distanzieren was in Foren häufig geschrieben wird und wird damit auch nicht angesprochen .
    Und zieht sich zurück.

    Es ist doch kein Zufall das gewisse Foren immer wieder mit den gleichen Leuten besetzt sind und mittlerweile im eigenen Saft kochen und Andersdenkende ganz schnell verbissen werden.
    Damit erreichen wir keine breite Unterstützung und Organisationsgrad wenn versucht wird Schießsport auf eine bestimmte politische Schiene zu heben und als Vehikel für andere politische Ansichten zu benutzen.
    Dafür lassen sich viele eben nicht einspannen und meiden das.
    Dadurch verlieren wir .

    Wenn wir immer wieder behaupten wir wären ein Querschnitt der Bevölkerung dann muss das auch im öffentlichen Bild zu sehen sein oder man verhält sich politisch neutral und beschränkt das Thema Politik wirklich nur auf das Waffenrecht .

    • Genau andersrum wird ein Schuh daraus! Entwaffnung ist ein Zeichen fuer totalitaeres Gedankengut.

      Des weiteren ist Schiessport nur ein Teilbereich des Waffenbesitzes.

      Ich arbeite in .de mit verschiedenen Nationalitaeten zusammen, von Amis, ueber Franzosen bis zu Nepalesen. Alles rechtstreue Buerger von denen einige die deutsche Stastsbuergerschaft angenommen haben. Deren Kommentare solltest Du mal hoeren!

      Vorgestern habe ich wieder einen Dienstpartner gehabt, der meinte „Rassismus? Hier weniger als in Arizona!“ Zugegeben, er sagt „waehnischer“, weil er breites Hessisch baebbelt. Seine Haut ist braun-schwarz. Das nennt man integriert.

      Mit seinen Ansichten waere der in diesem Blog zu Hause.

      Soll heissen: Lies genau. Probleme haben viele mit kriminellen Auslaendern. Und da waeren halt liberalere Waffengesetze eine gute Sache.Einfach zum Nachdenken.

    • Kleiner Nachschlag. Waehrend ich dies tippte (Waahh, ich hasse qwerty), waren sechs Besucher online. Bei einem kleinen, privaten, Oesi-Blog. Was sagt uns das?

    • Wer sind denn die ausgewiesensten Gegner des legalen Waffenbesitzes?
      Was steht auf deren politischer Agenda?

      Das sind meine Feinde, ganz klipp und klar ausgedrückt! Und meine Feinde bekämpfe ich, somit auch deren Agenda.

      Kann man mich deshalb in ein „rechts-links-Schema“ pressen? Klar kann man das, aber dann macht man es sich zu einfach.

      Wem es in Ibrahimistan g’fallt soll dort hingehen – aber mich soll er bitte in‘ Kraut lassen damit!

      Ja wo samma denn?

    • Was ist schlecht an „rechts“, was ist schlecht an „konservativ“? Rechts ist einfach eine politische Richtung, die im Gegensatz zu „links“ steht und „konservativ“ steht für bewahrend, Werte erhaltend. Ist das schlecht? Und die Nazis waren ja Linke und nicht Rechte. Sozialisten eben.

  9. Immer schön kompromißbereit bleiben!

    Zum Thema Kompromiß:

    Ich will alles, Du willst nichts
    …einigen wir uns in der Mitte

    1 Jahr später:
    Ich will meine 50%, Du willst nichts
    …einigen wir uns in der Mitte

    wieder 1 Jahr später:
    Ich will meine 25%, Du willst nichts
    …einigen wir uns in der Mitte

    und noch ein Jahr später:
    ich will meine 12,5%, Du willst nichts
    …einigen wir uns in der Mitte

    und nach 10 Jahren?

  10. Sehr schön, hab die ganze Geschichte mit diesem Verein schon ein paar Tage auf FB verfolgt und freu mich das es jetzt auch hier zur Sprache kommt! Und ich kann auch Katja nur beipflichten, mit Neutralität in Sachen Sportschießen, jagen und legalen Waffenbesitz, ist es heut zu tage definitiv vorbei. Aussagen wie diese sind unüberlegt, kontraproduktiv und regelrecht gefährlich für das gesamte Schützenwesen und das geht jedem LWB etwas an, nicht nur die Verbände, denn wenn wir uns nicht um die Politik kümmern, kümmert sich die Politik um UNS….

  11. einfach nur traurig, wenn ein Verein so reagiert…………….

  12. Naja, fuer DSBler schon revolutionaer, dass sie das rote W auf der Homepage haben.
    Die BDSler sind da meist etwas offener. Als gelernten Oesterreicher haben mich die diversen Verbaende anfangs ziemlich irritiert. Allerdings ist das Verhalten unseres OeSB ja auch nicht gerade ein Ruhmesblatt. Erinnert mich an die entsetzte Aussage eines OeSB-Granden vor einigen Jahren bei Betrachtung einiger IPSCler:“Die tragen ja alle Messer!“

    Es ist nicht verwunderlich, dass viele Deutsche meinen man MUESSE kuschen. Wird eine Sportordnung nicht staatlich bewilligt (!!!!!), so darf diese Disziplin nicht mehr ausgeuebt werden. Und Sport ist nun einmal der anerkannte Beduerfnisgrund.
    Voellig falscher Denkansatz, denn je tiefer man sich bueckt, desto tiefer etc…
    Noch skurriler: Ich habe einen Waffenschein,dh anerkannte Verlaesslichkeit und Sachkunde, fuer eine deutsche WBK muss ich aber erst ein Jahr bei einem Verein und einem Verband sein.

    Naturgemaess wehren sich diese Organisationen NICHT gegen den Vereinszwang.

    Meine beste Ehefrau von Allen ist immer ganz begeistert wenn wir in Oesterreich sind und sie zB von einem Polizisten aus dem Nachbarort zum Thema „Pitole im Nachtkastl hoert:“Nau klor, im Tresor bringt’s jo nix!“

  13. Bezug nehmend auf diese dämliche „Neutralitätsaussage“ dieses Vereins bzw. dessen Vorstand sollte die Überschrift viel eher lauten „Sand im Kopf“…

  14. Die Deutschen sind schon einmal hineingefallen und sie haben die falschen Lehren aus ihrer Vergangenheit gezogen. Statt auf Widerstand setzen sie auf Aufgeben und Augen zu. Der nächste Hitler wartet schon.

    • Haben Sie noch einen in der Schublade aus der der Letzte kam? 😉
      War nur Spaß. Was allerdings kein Spaß ist, ist die Tatsache das die Hirnaufgeweichten hier in D so etwas möglich machen werden, wenn es so weiter geht!

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