Ein Leserbrief

Die NÖN hat in meinem Heimatbezirk unter der Rubrik „Thema der Woche“ einen doppelseitigen Bericht zur Einführung des Zentralen Waffenregisters gebracht, gar nicht so schlecht, dennoch haben sich einige Fehler eingeschlichen die mich zu einem Leserbrief veranlaßt haben.

Hier zunächst einmal der Bericht:

NÖN_Horn_41-12_1 / NÖN_Horn_41-12_2

Und hier mein Leserbrief dazu:

Leserbrief zum Thema der Woche – Horner NÖN 41/2012

Die sogenannten Vorteile des Zentralen Waffenregisters (ZWR) stehen in keiner Relation zu den zu erwartenden Kosten, in Kanada wurde ein solches Register Anfang dieses Jahres nach 17 Jahren wieder eingestellt da die prognostizierten Kosten von 2 Millionen CND auf knapp 2 Milliarden (!) CND angestiegen waren und sich zudem herausstellte daß das Register keinen spürbaren Sicherheitsgewinn gebracht hat. Zum Vergleich: Für Österreich sind (unrealistische) Einmalkosten von 737.800 Euro und jährlich 130.000 Euro „geplant“…

Wenn in Ihrem Artikel von 667 Waffenbesitzern die Rede ist so kann sich das nur auf die ausgestellten waffenrechtlichen Dokumente beziehen die zum Erwerb und Besitz von genehmigungspflichtigen Waffen berechtigen, die Büchsen und Flinten fallen da nicht darunter. Der ehemalige Innenminister Schlögl ist einmal von rund einer Million Waffenbesitzern in Österreich ausgegangen, da wird er nicht so weit danebengelegen haben. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl des Bezirks Horn kann man hier also von etwa 4.200 Waffenbesitzern ausgehen.

Zu den Ausführungen von Friedrich Ruthner ist folgendes anzumerken: Für Waffen der Kategorien C und D gibt es keine „Überprüfung“ und keine „Routinekontrolle“, dafür gibt es keine gesetzliche Grundlage. Überprüft werden lediglich die Waffen der Kategorie B, das war aber schon bisher so und hat mit der Einführung des ZWR nichts zu tun.

Zusammenfassend: Das ZWR wurde uns von der EU „aufs Aug‘ gedrückt“ und bringt außer hohen Kosten gar nichts. Es birgt aber für die gesetzestreuen Besitzer legaler Waffen neben den einmaligen Registrierungskosten (wobei die C-Waffen bereits einmal kostenpflichtig gemeldet werden mußten) auch die Gefahr der Einführung einer Waffensteuer wie sie jetzt etwa in Deutschland wiederholt im Gespräch war, da war von Kosten von bis zu 300 Euro pro Waffe und Jahr die Rede. Das würde dann natürlich alle betreffen, also alle Jäger, alle Sportschützen, alle Sammler und all jene, die ihre Waffen zur Selbstverteidigung besitzen. Was registriert ist kann besteuert werden, praktischerweise ist das ZWR im Bundesrechenzentrum angesiedelt. Das ZWR bringt für die Bevölkerung keine Sicherheit, dafür aber große Unsicherheit für die legalen Waffenbesitzer!

Richard Temple-Murray/3571 Gars am Kamp

Ich bin gespannt ob sie das bringen werden, bin aber vorsichtig optimistisch da ich dort schon einige Leserbriefe zu ähnlichen Themen „unterbringen“ konnte.

11 Antworten zu “Ein Leserbrief

  1. Pingback: Wochenrückblick 41/2012 | dagarser

  2. Die NOeN sind meines Wissens noch nicht negativ aufgefallen und haben auch schon positiv ueber Sportschuetzen berichtet.

  3. Komme gerade aus Tulln. Große Empörung über den Herrn Brandstetter. Guter Leserbrief! Gratuliere!

  4. Ziel-, und Treffsicher geschrieben.
    Bravo!

    • Auch danke!

      Es ist natürlich ein Unterschied zwischen Fakten und Meinung, bei einem solchen Leserbrief zählen nur die Fakten. In meine Artikel hier fließen neben den Fakten natürlich auch meine Gedanken ein, das eignet sich nicht als Leserbrief (wenn man ihn auch veröffentlicht haben möchte).

      Wir haben die Fakten aber ohnehin auf unserer Seite, also langt das sowieso. Wir müssen es nur transportieren.

  5. Schön sachlich gehalten, so muss das sein.
    Kompliment !

  6. Moin dagarser,
    den Leserbrief sobald veröffendlicht peinlichst lesen,
    Nicht das da was „verdreht“ wird…..
    Ich trau den Journalisten schon lange nicht mehr…

    • Mache ich natürlich, bis jetzt wurden aber alle meine Leserbriefe korrekt (bzw. nicht sinnentstellend gekürzt) veröffentlicht. Geht bei einer Lokalzeitung natürlich auch einfacher, da sind die Mitarbeiter wahrscheinlich noch nicht so indoktriniert wie anderswo…

  7. So, gerade ein Mail bekommen – sie werden den Leserbrief „gerne veröffentlichen“.

  8. Der ORF bietet gleich 2 Antiwaffenfundamentalisten in seiner Sendung zur Vorstellung des neuen Waffengesetzes auf (Navarro und Kapusta). Die NÖN stellt der Vorstellung eine Umfrage über ein Waffenverbot bei. Wenn das nicht der Beginn der 2. vaterländischen Antiwaffennarrenkampagne ist, so wie in den vergangenen Neunzigern. Damals verloren die Sozis deshalb die Wahlen.

    Aber offensichtlich gilt hier das Motto: „Wir werden aus Schaden immer dümmer!“

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