Ein hervorragender Artikel

Vor kurzem fand in Potsdam eine prominent besetzte Diskussion zum Thema „Waffenrecht“ statt, was ich so gehört und gelesen habe war das wohl recht interessant, jedenfalls aber endlich einmal ein öffentliches Lebenszeichen der deutschen „Waffenlobby“ (mit dem Begriff mag ich mich zwar nicht recht anfreunden, aber bitte).

Im „ef-magazin“ hat Lion Edler dazu einen hervorragenden Artikel verfaßt, ich möchte ihn an dieser Stelle meinen Lesern sehr herzlich zur Lektüre empfehlen: FDP-Brandenburg: Eine typische Debatte um das Waffenrecht

Zwei Absätze daraus möchte ich aber an dieser Stelle zitieren und kommentieren:

Die Fronten waren insgesamt schnell und klar erkennbar: Die beiden FDP-Abgeordneten klopften sich damit auf die Brust, Verschlimmerungen verhindert zu haben, und verteidigten somit den Status quo. Triebel und Möller hingegen sprachen für die Mehrheit des Saals, indem sie ihren Frust über die längst vorhandenen,  zahlreichen Zumutungen gegenüber Waffenbesitzern äußerten, die in den zuvor geäußerten Statements der FDP-Männer fast komplett verschwiegen wurden. Der Abgeordnete Serkan Tören erklärte sogar offen, dass es besser sei, „strategisch diese Linie zu fahren“, dass die vorhandenen Zumutungen nicht thematisiert werden, sondern man sich stattdessen darauf konzentrieren müsse, Verschlimmerungen zu verhindern. Denn wenn man jetzt für eine Liberalisierung des Waffenrechts streite, dann öffne man „die Tür für viele neue Diskussionen“, die dann erst recht zu Verschärfungen führten.

„Denn wenn man jetzt für eine Liberalisierung des Waffenrechts streite, dann öffne man „die Tür für viele neue Diskussionen“, die dann erst recht zu Verschärfungen führten.“ – Das ist so erbärmlich feig daß mir beinahe die Worte dafür fehlen! Das ist Politikersprech für „Ich will mich nicht allzu offen positionieren, ich scheue kontroverse Diskussionen wo ich Stellung beziehen müßte. Wenn wir Glück haben geht alles gut aus, wenn nicht, dann ist das für mich keine Niederlage“. Ein Politiker muß aber Position beziehen, sonst wird er nicht gewählt, schließlich muß er ja das Wahlvolk überzeugen können. Ob eine solche Positionierung glaubwürdig ist, ob das nach dem Wahltag dann auch noch Gültigkeit besitzt steht auf einem anderen Blatt Papier, das ist klar. Ebenso klar ist aber auch: Politik ist die Kunst des Möglichen. Will ich das Mögliche erreichen, so muß ich das Unmögliche fordern. Sich aus Angst vor einer möglichen „Niederlage“, vor öffentlicher Diskussion und kritisch-indoktrinierten Medien hinter dem status quo zu verschanzen wird für die Legalwaffenbesitzer keine Verbesserung bringen – ganz im Gegenteil! Will ich etwas verändern muß ich Mißstände aufzeigen, öffentlich, lautstark und vehement. Sonst wird das nichts.

Edlers Schlußsatz:

Das sogenannte „bürgerliche Lager“ wird sich nun weiterhin so lange seinen Opportunismus und sein Niederknien vor der Linken als „kompromissbereit“ und „alternativlos“ schönlügen, bis der linke Schuldenberg zusammen mit dem demographischen Selbstmord dazu führt, dass sich die Deutschen eines Tages womöglich um einen Krümel Brot gegenseitig über den Haufen schießen. Mit illegalen Waffen, versteht sich.

Dem ist nichts hinzuzufügen, höchstens soviel: Gibt es in Deutschland denn wirklich keine g’scheiten Politiker? (Und damit meine ich jetzt nicht irgendwelche Hinterbänkler in einem Landesparlament.) Ich kann mir das nicht vorstellen, die muß es einfach geben. Aber wahrscheinlich müßte man denen ein ordentliches Angebot machen – in Form von Wählerstimmen, was denn sonst!

 

12 Antworten zu “Ein hervorragender Artikel

  1. Pingback: Wochenrückblick 43/2012 | dagarser

  2. Vernünftige Politiker…na ja, notfalls importieren wir uns halt einen aus Österreich…obwohl…,ach nee, lieber nicht. :-))

  3. das ist hier in AT nicht anders: Das sogenannte „bürgerliche Lager“ wird sich nun weiterhin so lange seinen Opportunismus und sein Niederknien vor der Linken als „kompromissbereit“ und „alternativlos“ schönlügen …

    • Helmut Qualtinger hat einmal gesagt „da Mensch is a Sau“…….na gut, ich kann das SO nicht bestätigen………aber ein Wendehals und oder Arschkriecher……geht sich in eventu (uU) aus.Gut ,auch das versteht man-wer will den schon der sein der Jehova gesagt hat?

    • Was ist eigentlich das „bürgerliche Lager“? Die ÖVP jedenfalls nimmer.

      Daß es aber österreichische Spitzenpolitiker gibt die offen zum Legalwaffenbesitz stehen habe ich – meine ich – mit den „Garser Gesprächen“ bewiesen, so schwer war das gar nicht. Warum sollte ein vernunftbegabter Mensch schließlich auch dagegen sein?

  4. Es gibt vermutlich schon welche, aber die haben Angst davor bezüglich ihrer Sympathie zu den Waffenbesitzern medial gekreuzigt zu werden. In Deutschland läuft eine ganz perfide Nummer: offiziell darf man alles sagen und alles denken, wir sind so scheiß frei, dass es schon wehtut, aber wehe, man hat eine Meinung oder macht etwas das der linken Herrenrasse nicht schmeckt, dann werden Hetzlawinen losgetreten, dass man sich wieder in die grauen Zeiten der 40er zurückversetzt fühlt.

    • Hey Dirk, was soll denn die „linke Herrenrasse“ sein … wir als LWB sollten unsere Wörter besser wählen

      • Im 3. Reich gab es die selbsternannten Herrenmenschen, sie hielten sich für die Krone der Schöpfung und machten es sich zur Aufgabe ihnen unwert erscheinende Menschen „auszusortieren“ indem sie ihnen ihre Dogmen aufzwangen oder sie schlicht ermordeten. Der bärtige Schreihals ist jetzt tot, aber es gibt immer noch genügend dieser arroganten Oberlehrer, nur tarnen sie ihr misanthropes Gedankengut in Parteien der Grünen und Linken. Neben einigen anderen Frechheiten gibt es auch die Behauptung, dass legaler Waffenbesitz zu Gewalt und Zerstörung führe – wir alle wissen ja, dass in der Schweiz Mord und Folter an der Tagesordnung sind *ironie off*. Wie human ein Staat funktioniert der seine Bevölkerung entwaffnet, zeigten uns ja Nazideutschland und später China oder ähnliche Qualitätsrepubliken. Der legale Waffenbesitz ist nur ein Stück vom Kuchen, es geht hier um Grundlegendes das Teil einer funktionierenden, gesunden Gesellschaft sein sollte, nämlich dem gegenseitigen Vertrauen zwischen Volk und Regierung und da hakt es gerade ziemlich. Das meine ich mit „linke Herrenrasse“, ich denke, dass dieser Ausdruck angesichts der arroganten Überheblichkeit der Linken nicht übertrieben gewählt ist. Nur weil man gegen Linke ist, ist man noch nicht rechts, diese Erkenntnis resultiert aus der Erfahrung, die mir vor und während meiner Zeit als Zivildienstleistender genügend Einblick in die paranoide und hasserfüllte Welt der radikalen Linken bot. Ich kam zum Ergebnis, dass diese sich mit den Nationalsozialisten die Waage halten. Einem Systemopfer ist es egal ob seine Mörder ein Hakenkreuz oder Hammer und Sichel auf der Flagge haben. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass alle Waffengegner so sind (sogar eher nur ein sehr kleiner Teil, der aber entscheidend den Rest beeinflusst), ich will damit nur verdeutlichen, dass es dort einen „harten Kern“ gibt, der übertrieben und irrational agiert.

    • Oder man ruft beim TV Sender an und fordert diesen auf keine Berichte über die Opposition zu senden, so geschehen in Bayern….. von der „bürgerlichen“ CSU.
      ..

      • Ja, das geht auch 😀 für diese Aktion versprach man ihm vermutlich eine Woche Sonnderurlaub da wo die Facepalmen wachsen *hrhr*

      • Was? Das war die wohl beste Aktion seit 20 Jahren in der Politik und Seehofer hat klar richtig gehandelt, die bayrische Opposition besteht ja, bis auf FDP, Bayernpartei nur aus Idioten.

  5. Schließt sich denn g’scheit und Politiker nicht aus? Ist meiner Meinung nach leider so. Wenn überhaupt, kann man immer nur das kleinere Übel wählen

Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s