Verbrechen lohnt sich nicht

Oder etwa doch? Vorweg: Es ist noch nicht Fasching und der 1. April ist auch nicht, also steht zu befürchten daß diese Geschichte so stimmt. Es ist der blanke Wahnsinn: Ein Bankräuber erhält nach fast 20 Jahren 63.000 Euro!

Wie kam es dazu? Hat er etwa ein Buch geschrieben, wurde seine Geschichte verfilmt? Nein – Das Geld sind „Zinsen“ seiner damaligen Beute, die Summe hat er – über seinen Anwalt – von der Justiz erhalten! Nachzulesen ist das im KURIER, hier die Erklärung für diesen absurden Vorgang:

Die Ermittler stöberten einen Teil der Beute auf, einen anderen brachte Eichenseder (der Anwalt des Bankräubers, Anm.) als Wiedergutmachung zum Gerichtsprozess mit. Um den entstandenen Schaden zu decken, wurden die Edelmetalle verwertet. Und siehe da: Es dürfte eine Summe herausgekommen sein, die den richterlich festgestellten Schaden überstieg. Der Mehrbetrag schlummerte offenbar bis zuletzt auf einem Konto der Justiz.

Sieben Jahre Haft hat der Bankräuber damals ausgefaßt, tatsächlich verbüßt hat er aber nur 3½ Jahre, dafür hat er jetzt 63.000 Euro bekommen. Macht immerhin 1.500 Euro pro Monat Gefängnis. Netto.

Nein, diese Geschichte muß stimmen – das könnte sich nämlich keiner ausdenken. Das führt natürlich zu einigen Fragen: Wie viele solcher „Gangster-Anlagen“ befinden sich noch auf den Konten der Justiz? Wie ist die Verzinsung? Ist das eine Alternative zum Fondssparen? Wäre das Geld nicht womöglich irgendwo anders besser aufgehoben – in Griechenland etwa? Vor allem aber: Ist diese Justiz noch zu retten?

Von mir aus können wir den Fasching heuer ruhig absagen – das ist nämlich nicht mehr zu toppen!

13 Antworten zu “Verbrechen lohnt sich nicht

  1. Pingback: Wochenrückblick 43/2012 | dagarser

  2. Off Topic – aber vielleicht für Dich interessant:
    „Rehbock brutal zu Tode gequält“ titelt der orf:
    http://ooe.orf.at/news/stories/2556069/
    Wieder einmal „der phöse Jäger“…

  3. Ich kann nur ungläubig staunend den Kopf schütteln, …. mir fehlen (noch) die Worte.

  4. Ach das ist doch nur ein kleiner Fisch.

    Richtige Bankräuber nennen sich heute „Broker“ oder „Investmentbanker“,tragen feine Anzüge und sind gesichert gegen Strafverfolgung wenn sie sich nicht zu gierig anstellen.
    Da hat ein richtiger Bankräuber der noch sein Leben und seine Freiheit aufs Spiel setzt noch richtig ein Ehrgefühl ,der risikiert doch echt was.

    Zwei jahre Haft http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/goldman-sachs-zwei-jahre-haft-fuer-ex-manager-gupta-a-863270.html

    oder Kerviel http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/jerme-kerviels-scheitert-vor-berufungsgericht-ex-banker-muss-fuenf-milliarden-euro-zurueckzahlen-1.1504941

    Nicht zu vergessen jene Manager die Banken gegen die Wand gefahren haben die dann mit Steuergeldern gerettet werden mußte was dennoch diese Ganoven nicht davor bewahrte mit satten Abfindungen und Bonis in den Ruhestand zu schicken.

    Da lobe ich mir doch mal die Iraner, aber das wäre doch auch wieder nicht recht ?
    http://www.schwanfelder.eu/2012/08/aus-der-presse-im-iran-werden-betrugerische-bankmanager-hingerichtet/

  5. Anzeige: Suche Job als Bankräuber!
    Qualifikationen:Schmiere stehen, aber nur bei Goldraub…..wegen der Zinsen danach…..andere Arbeit, ausser Räuber oder Investmentbanker, sind ohnehin kaum mehr lohnenswert…..

  6. Ich gehe doch davon aus das der Herr Bankräuber Steuerpflichtig ist und somit Einnahmen aus „Unrechtmäßig erworbenem Vermögen“ zu versteuern hat. Ansosnten wäre ich mir hier in D nicht sicher ob das je nach Rechtsprechung eines 68zigers nicht auch möglich wäre. So zusagen als legaler Start für die Resozialisierung…

  7. Wenn die Gold- und Silberbarren ein paar Jahre bei der Justiz im Assevatenladel lagen, dann ist es heute schon eine ganze Menge mehr wert als damals! Trotzdem, daß Banker davon abraten ist es aber so.
    Wer Papiergeld liegen läßt, verliert, trotz Zinsen.
    Soviel, ganz abgesehen davon, wem das Geld nun wirklich gehört.

  8. In Ermangelung der Kenntnis der Rechtslage in Österreich sagt mir doch der (hoffentlich vorhandene) gesunde Menschenverstand, daß ein Verbrecher an einer sich nicht rechtmäßig angeeigneten Beute (und somit in logischer Konsequenz deren eventuellen Zinsen) kein Eigentum erwerben kann.
    Zumindest hoffe ich, daß so ein Skandal in Deutschland nicht möglich wäre. Das werde ich einmal prüfen und dann hier einstellen.

    Unfassbar!

    • Die Gesetzesluecke (in Oe), wurde zwischenzeitlich schon geschlossen. Der Verbrecher hatte das Glueck den Raub vorher beauftragt, ausgefuehrt hat ihn jemand Anderer, hat. Zur Auszahlung kam es auch weil die Versicherung keine Ansprueche stellte.
      JURIDISCH ging es anscheinend nicht anders.

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