Wenn das SEK zweimal „klingelt“

Neulich in Deutschland: Ein Anrufer bei der Polizei beschuldigt einen Mann, ihn mit einer Waffe bedroht zu haben. Klingt gefährlich, natürlich muß die Polizei dem nachgehen bevor womöglich noch etwas geschieht.

Was aber hier passiert ist läßt einen nur ungläubig mit dem Kopf wackeln: Nicht nur, daß gleich ein Spezialeinsatzkommando losgeschickt wird (ursprüngliche Aufgabenbereiche: Geiselbefreiung, Terrorismusbekämpfung), nein, die wackeren SEKler stürmen natürlich gleich die Wohnung des Verdächtigen! Korrektur: Zuerst vertun sie sich im Stockwerk und treten die falsche Tür ein, dann erst erfolgt der Zugriff auf die eigentliche Zielperson. Dann aber richtig – Tasereinsatz, Sehnenriß, Bluterguß, gebrochene Zehe, etc.! Was wurde gefunden? Erraten: Nichts! (Bericht: merkur-online.de)

Wieder hat also scheinbar ein elender Denuntiant zugeschlagen und einem unbescholtenen Bürger die Polizei auf den Hals gehetzt, daß die aber beim bloßen Wort „Waffe“ derart das Hirn ausschalten und gleich in bester „Rambo“-Manier zum Sturmangriff ansetzen hat schon eine ganz eigene „Qualität“. Der Mann kann wahrscheinlich froh sein daß er noch lebt.

Ich bin ein großer Freund der Polizei, die Leute machen einen harten Job und bekommen wenig Dank dafür. Ich ärgere mich auch nicht über Verkehrskontrollen, das gehört halt genauso dazu (wobei manche Radarkontrollen aber wirklich nur dem Abkassieren dienen, da hält sich mein Verständnis in engen Grenzen), wenn man sich nichts zuschulden kommen läßt hat man ja schließlich auch seine Ruhe. Was aber da vorgefallen ist läßt nur eine Konsequenz zu: Alle an diesem unglaublichen Vorfall beteiligten Beamten (also auch die, die das angeordnet haben) gehören zumindest aus dem SEK, am besten aber gleich ganz aus dem Polizeidienst, entfernt! Gemeingefährliche Vollidioten (falsche Wohnung!) haben bei der Polizei nichts verloren, Waffen sollten die auch nicht mehr tragen dürfen.

Was aber abgesehen von diesem brutalen Übergriff zu denken gibt ist wieder einmal die Tatsache, daß man falschen Beschuldigungen gegenüber immer wieder machtlos ist. Wer sich über seinen Nachbarn ärgert weil er das Radio zu laut spielen hatte oder ihm einmal den Parkplatz vor der Nase weggeschnappt hat weiß, wie er sich „rächen“ kann: Ein kurzer Anruf bei der Polizei (anonym genügt wahrscheinlich vollauf) und der böse Kontrahent hat Schwierigkeiten ohne Ende. Wie beweist man schließlich etwas nicht getan zu haben? Wenn der solcherart vernaderte noch dazu Legalwaffenbesitzer ist wird er mit großer Wahrscheinlichkeit „sicherheitshalber“ erst einmal ein Waffenverbot aufgebrummt kriegen, auch das ist schneller ausgesprochen als zurückgenommen.

Ein Dilemma, wie ist es zu lösen? Vielleicht nicht durch Einsatzkommandos, sondern mit Augenmaß? Wäre ein Ansatz.

19 Antworten zu “Wenn das SEK zweimal „klingelt“

  1. Pingback: Wochenrückblick 44/2012 | dagarser

  2. Ein Kommando über die SEK würde ich gleichsetzen mit dem Führen einer Waffe. Die Entscheidung zum Einsatz will gut durchdacht sein.

  3. Auch die WEGA hat in Wien schon die falsche Tuer eingeschlagen. Und zwar weil ihnen vom Koat die falsche Adresse (Ziel war die Verhaftung eines Schwerverbrechers), gegeben wurde.
    Wenn ich allerdings die Geschichte von John Doe glauben soll, muesste ich mich vorher sinnlos betrinken und/oder ein paar Mal mit dem Schaedel gegen die Wand rennen.

  4. In Amerika gibt es seit Jahren ein Zauberwort, mit dem Frau jeden Mann regelrecht kaltstellen kann:
    „Sexual harassment“
    Wenn das als Beschuldiguing vorgebracht wird (da kann es sich ohne Weiteres auch um ein harmloses Kompliment gehandelt haben), ist der Karrriereknick für IHN garantiert!

  5. Das ist eine Sekundärfolge der allgemeinen Waffenhysterie die künstlich geschürt wird.
    Solche Einsätze mehren sich offensichtlich und das macht auch mir Sorgen. Vielleicht ist das Absicht um Waffenbesitzer zu verunsichern, wer weiß.

    Das mit dem Hunden erschießen ist nicht das erste Mal, es existiert offensichtlich eine Dienstanweisung dazu, dass die schwer gepanzerten Polzisten ja nicht von einem friedfertigen Familienhund angegriffen und beleidigt werden,als ob es nicht andere Möglichkeiten gäbe einen Hund abzuwehren. Einer dem Waffen zum Eigenschutz verwehrt werden muss doch auch klar kommen wie er einen Hund abwehrt.
    Lieber erschießen diese Idioten in Uniform den Familienhund noch vor dem Augen der Kinder.Vielleicht auch noch versehentlich, upps pardon falsche Wohnung…Und dann noch durchschlagskräftige Munition in einer Wohnung wo Kinder schlafen….

    Es ist aber auch klar dass solch Anzeigen nachgegangen werden muss, denn man weiß nicht ob tatsächlich ein nur unbedachtes Wort gefallen ist (“ ich erschieß dich noch“ … )oder Absichten geäußert wurden und der damit Bedachte sich nun selbst Sorgen um sein Leben macht. So eine Drohung wäre auch nicht ohne.Deshalb redet man nicht von Denunzation, die wäre dann gegeben wenn das frei erfunden wäre.

    Nur frage ich mich, ob das nicht auch mit einer Vorladung auf der Polizeiwache geklärt werden kann, dort hat man die Kontrolle, man ist vorbereitet und der Waffenbesitzer erkennt den Ernst der Lage oder bei einer Gegenüberstellung mit dem Anzeigeerstatter u.U. mit Zeugen kann das geklärt werden – auf der Wache.
    Möglicherweise mit Gegenanzeige wegen Verleumdung….

    Das dürfte auch allemal billiger und risikoärmer( auch für die Beamten !) sein als ein SEK Einsatz und geräuschloser dazu.
    Ist der Angezeigte unschuldig wird er auch nicht bei seinem Nachbarn stigmatisiert weil die es nicht mitbekommen.
    Warum kann man das nicht so lösen und erst wenn der Vorgeladene nicht erscheint kann man weitere Schritte erörtern, aber wie gesagt vielleicht ist das Methode zur Einschüchterung ?

  6. Hätte es hinter der falschen Tür einen Hund gegeben, wäre der sofort erschossen worden. (wie seinerzeit in Gars am Kamp)

  7. Die Polizei ist das größte Verbrecherische Unternehmen in Österreich.
    Unsinnige Gesetze durchsetzen womit normalen friedlichen Menschen das Leben genommen wird.
    Schutzgelder einfordern, wer nicht mitmacht und sich wehrt, wird erschossen.(machen halt wenige nicht mit und wehren tut sich sowieso keiner alleine gegen die Staatsgewalt)
    Korruption, Willkür, Faulheit und Dummheit stehen dort ebenso an der Tagesordnung, wie bei allen anderen „Beamten“.(persöhnliche Erfahrung mehrerer Personen sowie zugegebener Geständnisse „im Suff“ u.ä.)

    Eine WEGA Stürmung habe ich selbst miterlebt, ebenso in der falschen Wohnung. Irgendwer sagte das irgendwer mit einer Waffe herum rennt, da haben sie probiert welche Türe im Haus offen ist und sind da einfach reingestürmt und haben selbst kleinen Kindern die Stg’s angehalten.

    • Deine Meinung kan ich absolut nicht teilen.
      Deiner Ansicht nach ist die Polizei sowieso überflüssig, aber was wäre, wenn es diese nicht gäbe bzw mal ne Zeit lang streiken würde, dh einfach nicht kommen? Dann wäre Anarchie angesagt, weil jeder machen würde, was er will.
      Wenn du das willst, brauchst nur in die ehem UdSSR schauen, da kommt es deinen Wünschen schon sehr nahe.

      „Der Beamte hat sich keiner Beurteilung der gesetzlichen Lage einzulassen. Er hat lediglich die Einhaltung der Gesetze zu kontrollieren und ggf auch zu exekutieren. (auch wenn’s ihm noch so gegen den Strich geht)
      Gesetzlich nicht zulässige Maßnahmen iVm der persönliche Abneigung sind in einem solchen Fall nicht zulässig und würde zu einem strafbaren Verhalten seitens des Beamten führen. (zB Disziplinarverfahren und/oder Anzeige wegen Amtsmißbrauch)
      Verantwortlich für so manches unverständliches Gesetz sind die Volksvertreter. Also sind wir mehr oder weniger für diese Gesetze selbst schuld.“

      • Anarchie ist Herrschaftslosigkeit aber keine Rechtslosigkeit. Die Produktion von Sicherheit könnte ohne staatliches Monopol auf dem freien Markt stattfinden z. B. durch Versicherungen.

        Jeder könnte dann selbst bestimmen, wieviel Sicherheit er benötigt und einkauft und bräuchte nicht klänger das sozialistische Einheitprodukt gegen Zwangsabgaben beziehen.

        Siehe:
        http://www.mises.de/public_home/topic/17/2

        • [quote]Landläufig wird Anarchie auch mit einem durch die Abwesenheit von Staat und institutioneller Gewalt bedingten Zustand gesellschaftlicher Unordnung, Gewaltherrschaft und Gesetzlosigkeit beschrieben.[/quote]
          Versicherungen zahlen mW aber nur, wenn Anzeige erstattet wurde und wie soll das ohne Polizei, die die Anzeige aufnimmt, funktionieren. Ahja, man nehme nen Rechtsanwalt, bezahle diesen und dieser erstattet dann die Anzeige. Was dann im gerichtlichen Verfahren ohne polizeilichen Ermittlungen bei rauskommt, lässt sich jetzt schon vermuten.
          Darüberhinaus arbeiten auch auf den Gerichten Beamte, wenn diese auch nichts arbeiten……
          Es soll aber auch Versicherungen geben, die nach mehrfachen Versicherungsleistungen den Vertrag kündigen. Auf Versicherungsschutz besteht kein Rechtsanspruch.
          Ich persönlich arbeite bei der Verbrechensbekämpfung gelegentlich mit privaten Wachdiensten zusammen und die sind nur mäßig effektiv.

          • Nehmen wir einmal eine Hausratversicherung. Meine Schadensmeldung ist bereits die Anzeige. Und die Versicherung ist verpflichtet mir den Schaden zu ersetzen. Sie kann den Täter ermitteln, und von diesem dieses Geld und eine Aufwandsentschädigung zurückverlangen.

            Natürlich besteht kein Rechtsanspruch auf eine Versicherung, so wie es keinen Rechtsanspruch darauf gibt, das der Bäcker einem Brötchen backt.

            Die Rechtsprechung kann man ebenfalls privatisieren.

            Der Bürger wird dann selbst entscheiden können, wer ihm effektiveren Schutz gibt.

  8. Ich würde zuerst einmal den Anrufer befragen. Kneift der und sagt nicht aus, kann man die Sache ad acta legen. Das SEK bleibt zu Hause.
    Die falsche Tür ist natürlich ein Wahnsinn und alle Beteiligten gehören aus dem Verkehr gezogen.

    • SIE würden das tun,aber die Pol. muss, sofern ein Aufforderer (der kann auch „unbekannt“ sein) amtshandeln.
      Da hat Richard Recht,jeder kann vorab alles behaupten..die Pol. ermittelt die Staasanwaltschaft erstattet ggf Anzeige…..und schon gehts rund.
      Früher mal wurde da vorger gefragt: Gibt es Zeugen?

      • So muß aber die Polizei nicht vorgehen. Den Anrufer befragen, den Beschuldigten befragen, eventuell konfrontieren, dann wird die Sache klarer. Aber nicht gleich die Kavallerie schicken. Das ist ein Unfug.

        • Natürlich ist es Unfug!
          Aber so gehts.Es zählt ja nicht wie es sein sollte..sondern wie es ist.
          Und wenn der werte Nachbar (der dummer Weise weis ich habe Waffen) behauptet ich hab ihn mit einer Flinte bedroht………………………………..
          (oder ein Familienmitglied meint er würde mit einer meiner Waffen…….)
          Also ich würde NICHT damit rechnen dass ein paar Polis dann nur zu einem Plauscherl vorbeikommen und nachher sagen-mir ham eh gwusst des muas a Irrtum gwesen sein,der Nachbar is a Trottl schönen Abend noch.

  9. Und ich habe meiner Frau (Jägerin und gute Schützin) gesagt, dass sie nachts beim geringsten Geräusch sofort die Flinte zur Hand nehmen soll, wenn sie nachsieht, was los ist…Wenn bei uns jemand die Tür eintritt, wissen wir ja nicht, dass es das SEK ist. Es könnte ja genauso ein Überfall sein. Da müssen sich die Herren nicht wundern, wenn auch mal zurück geschossen wird.
    An alle Gutmenschen: Ja, ich weiß, bei uns gibt es kein Verbrechen und keine Überfälle und Aktenzeichen XY ist gefälscht. Ich schieße auch erst, wenn meine Kinder, meine Frau und ich bereits tot sind!

  10. Der durch obrikeitshörige Medien mit hysterischen Waffenmeldungen weichgekochte Einwohnerschädel (also nicht nur der „normalen“ Bürger, sondern scheinbar eben auch der Polizisten) ist nicht mehr in der Lage, klar und strategisch zu denken. Das liegt zu einem guten Teil auch an den Dienstherren der Polizeien, die diesen immer mehr Arbeiten aufbrummen, die früher auch durch andere Organe abgearbeitet werden konnten.

    Die Entwicklung ist bezeichnend und erschreckend. Siehe dazu auch die höchstrichterliche Erlaubnis des Bundesverfassungsgerichtes zu BEWAFFNETEN Einsätzen der Bundeswehr im Inland!

    Hatten wir alles schon einmal, als wir den kleinen Gefreiten unserer Nachbarn importierten. Wo ist der „Dagegen“- Smiley?

    • …..ja, nur die ignorante Verantwortungslosigkeit einiger vertrottelter Professoren der Kunstakademie in Wien, welche „Genies“ nicht sofort erkannten, ist Schuld am Dilemma „Böhmischer Gefreiter“….aber dafür lassen wir euch seit gefühlten Jahrhunderten, sozusagen bußetuend in Sippenhaftung beim Fußball gewinnen…. ist doch auch was….

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