Ein Jagdunfall

In Oberösterreich ist es zu einem Jagdunfall gekommen, ein Spaziergänger wurde von ein paar Schrotkugeln getroffen. Nicht wirklich dramatisch, zumal der Dolm offensichtlich die aufgestellten Hinweistafeln auf die Treibjagd ignoriert hatte – selbst schuld, mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Der ORF hat davon berichtet, kurz und bündig, viel gibt es dazu ja auch nicht zu sagen, der Bericht hätte nach dem ersten Absatz ohne weiteres schon aus sein können. Aber weit gefehlt – da geht’s nämlich erst richtig los: Zuerst wird ein Vorfall bei dem ein Jäger einen kranken Rehbock „genickt“ hat wieder aufgewärmt (auch dieser an sich normale Vorgang wurde medial aufgebauscht, wahrscheinlich weil ein paar anwesende „Zeugen“ diese Form des Abfangens kranken Wildes nicht kannten), dann aber geht’s wirklich „ans Eingemachte“.

Genüßlich wird auf eine Umfrage verwiesen wonach die Jagd unter „Meinungsführern“ an Image verliert, unter diesem Link findet sich auch eine ORF-eigene Umfrage – was soll man sagen, Ahnungslosigkeit und Dummheit dürften sich bei den meisten Teilnehmern die Waage gehalten haben.

Besonders schön der Schluß:

Die Begriffe „Sonnenaufgang“, „Artenvielfalt“, „Alm“, „Bergwald“ und „Rehkitz“ rangieren auf der Sympathieskala der Elite wenig überraschend ganz oben – am unteren Ende hingegen „Wildverbiss“, „Borkenkäfer“, „Treibjagd“, „Trophäe“ und „Blattschuss“. Während über 90 Prozent den „Förster“ und die „Hege“ mögen, ist der „Jäger“ nur noch bei knapp 60 Prozent beliebt, der „Jagdpächter“ schafft bei 53 Prozent ein positives Image.

„Bambi“ und „Klopfer“ fehlen mir noch bei den Sympathieträgern, wahrscheinlich auch noch der romantisch-verklärte „Wilderer“. Wenn wir schon bei Klischees sind…

Was es für das Image der Jagd bedeutet wenn ein Vorfall, an dem das „Opfer“ selbst schuld war, mit solchen Geschichten in Zusammenhang gebracht wird kann man sich ausmalen, natürlich ist das eine „Negativ-Verknüpfung“. Es stellt sich nur die Frage was der ORF davon hat. Cui bono?

33 Antworten zu “Ein Jagdunfall

  1. Pingback: Wochenrückblick 46/2012 | dagarser

  2. » ein Versuch , aber wie kann man die blöden Gullymets einfacher aufrufen ?« ich habe durch googeln diese seite gefunden und genutzt http://www.die-tastenkombination.de/windows-tastenkombinationen-sonderzeichen.html ansonsten wäre ich fast †

  3. also gut, ich kenn mich bei der jagd nicht aus, ich kenn nur ein paar jäger, die haben eines gemeinsam, sie sind arrogante ungusteln. vielleicht sind das die einzigen, ich weiss es nicht. meine meinung wäre, für all diese wichtigen und notwendigen aufgaben die sie beschrieben haben, arbeitsplatzbeschaffung zu erreichen, sprich : einfach bezahlte fachmänner oder frauen mit einer staatlichen prüfung auszustatten und sie als staatliche jäger einzustellen und zu bezahlen (vom staat) und keine ausnahmen. da könnt niemand was dagegen haben und wir hätten ein paar jobs mehr.

    • Verstaatlichung der Jagd. Gab es im Kommunismus schon. Ist nicht empfehlenswert und für das Wild schon gar nicht.

      • Wo gabs denn Kommunismus ? Da habe ich den echt verpaßt….

        Staatliche Jagd geht schon, warum denn nicht ?
        Mein Großvater hat es jahrzehntelang gemacht mit Herzensblut – in einer staatlichen Jagdgenossenschaft.
        Umgekehrt wird oft ein Schuh draus,
        Wie oft wid private Jagd mit Kommerzialisierung, Abschußorgien und künstlich aufgezüchteten beständen mißbraucht damit zahlende Gäste schießen können ?

        Es soll ja heute noch in westlichen Ländern wie USA und Kanada staatlich beauftragte Jäger geben, weiß jetzt aber nicht wie die heißen.
        Ich habe den Eindruck dass bei Ihnen jedes Wort was „Staat“ enthält eine Paranoia auslöst und reflexartig „Kommunismus “ rauswürgt.

        • Gab es in Polen, der DDR, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, UdSSR usw. Nicht gewußt?

          • Das war was anderes in diesen Ländern und mir können Sie glauben weil ich es lange genug selbst erlebt habe.Nix „kommunistisch“
            So wie heute China und Nordkorea alles andere als kommunistisch sind auch wenn die immer so tun mit Pomp und Getöse.

            Sie kennen nur die Informationen aus ihrer „Presse “
            Deshalb sage ich immer wieder dass man sich selbst jedes Etikett anheften kann während der Inhalt der Flasche ein ganz anderer war.
            Schon ein einfacher Gedankengang hilft:
            Im Kommunismus soll angeblich das Leistungsprinzip gelten so wie (angeblich ) im Kapitalismus. Bei uns wurden Löhne staatlich von einer kleinen Politbonzenclique diktiert und gedeckelt, da konnten wir leisten was wir wollten .

  4. Mal sehen ob es so geht: kursiver Text

  5. Eigentlich gehört die Jagd in Österreich drastisch reduziert, weil teilweise die österreichische Jagd einfach nur noch „Für’s Tiere abschießen“ bekannt ist.

  6. Ich bin kein Freund der Jagd, oder präzieser jener Jäger die den Wald als ihr persönliches Reich ansehen, in dem sie die Gesetze machen! Frei nach dem Motto: Ausser mir hat keiner was im Wald verloren! Nicht mal der Besitzer oder dessen Freunde und Verwandte.

    Wenn ich solche ¨Waidmänner¨ schon seh, wie sie im Geländewagen durch den Wald rauschen und Spaziergänger anpöbeln….könnte ich fast aggessiv werden. (selbst erlebt!) Besonders dann wenn man erfährt,dass dieser ¨Jäger¨ eigentlich gar nicht der Jagdpächter war, sondern nur ein gaaaaaanz wichtiger (Lokalpolitiker!) Jagdgast, der sich vorab die Hochsitze ansehen wollte…..

    Und da soll sich einer wundern, dass die Jäger ein so schlechtes Image haben?

    Wann wird denn erwähnt, dass es die Jäger sind, die im Winter die ¨Bambis¨ füttern? Wer spricht darüber dass es die Jäger sind, die Wildschweine erlegen, die Äcker verwüsten?

    Eine Koexistenz mit anderen Freiluftsortlern ist aber duchaus möglich, wenn alle Beteiligteernünftig mitenander reden. Beispiele gibt es genug!

    Dass die Jagd eine Notwendikeit ist, werden nur Ignoranten und Träumer bestreiten.
    Nicht zu besteiten ist die Tatsache, dass es unter den Jägern Vollidioten gibt, die duch ihr Verhalten den Bemühungen und Anstrengungen dt Waidmannschaft einen enormen Schaden zufügen.

    Wenn sich jemand in en gekennzeichnetes Jagdgebiet begit, dann soll er sich nicht beschwern wenn er Schaden nimmt. Selber schuld – kein Mitleid!
    Fällt unter Vernunft – doch dieselbe wird immer weniger – die Wahlergebnisse sprechen da eine deutliche Sprache.

    • ….jetzt muß ich aber grinsen…..wenn ich an Porscheraser allgemein denke….im Wald, unter dem Hochstand, finden sich viele – von der Autobahn ganz zu schweigen….aber die haben die linke Fahrspur ja schon im Kaufpreis inkludiert bezahlt – so deren Meinung…..es menschelt halt überall…..nicht bös sein – ich mußte einfach grinsen….

      • Lieber Schwertfisch… war damals mit dem Bergschuh Marke D….. unterwegs…. Und einen grossen Rucksack… (gefüllt mit Bücher – als Ballast!) zu Trainigszwecken….

  7. …..wenn man, so wie ein großer Anteil der Österreicher, sich „seine Meinung“ aus Österreich, Heute und ählicher, sattsam bekannten Machwerke holt, dazu noch ORF kennt…..dann „selbst schuld“……zumal ja seit einiger Zeit, jeder wissen könnte, wer die darin verbreiteten Meinungen bezahlt…..
    Eine gute Methode ist es, selbst das Hirn – so von Gott gegeben – einzuschalten – scheinbar eine zu schwere Übung.
    Cui bono……und immer wieder Cui bono…..that is now and here the question…

  8. Hallo, da dürfte sich ein Fehler eingeschlichen haben. Auch einem „Dolm“, sofern damit ein Mensch gemeint ist, darf man keine Schrotkugeln verpassen. Wer eine Schusswaffe führen darf, ist besonders privilegiert und sollte keine Menschen verletzen.

    • Kein Fehler.

      Natürlich hätte der Mann keine Schrotkugeln abbekommen dürfen. Laut Bericht war er auf einem Schotterweg unterwegs, da ist die Gellergefahr besonders hoch. Darum war dieses Gebiet ja wohl auch gesperrt.

      Wer bspw. trotz Warnschildern in einen Lawinenhang einfährt setzt sein Leben (und noch dazu das anderer) aufs Spiel, da ist „Dolm“ eh noch ein Hilfsausdruck. Und wer ein befristetes jagdliches Sperrgebiet betritt muß halt damit rechnen daß dort geschossen wird. Sonst ist er – erraten…!

      • Was würden wir den sagen wenn dort statt Dolm Kinder oder Pfadfinder aufgetaucht wären ?
        Ich denke beide Seiten müssen Umsicht walten lassen sonst steht noch in der Zeitung „Hänsel und Gretel gibst nicht mehr , vom Jäger erschossen“

        • Auch die in Österreich von einer Politischen Partei vereinnahmten Pfadfinder können soviel lesen, dass sie wissen, dass es der eigenen Gesundheit abträglich ist, während der Jagd in ein bejagdes Gelände zu gehen.

          Nur Trottel und Vollkoffer wissen das nicht! Oder wie es dagarser recht nett und lieb ausdrückt: ein Dolm…

          • Vorausgesetzt alle 10 m steht ein Schild….und kinder sind halt neugierig und gehen gerade deshalb da hin “ mal gucken „…
            Einfach auch zur Kenntnis nehmen dass heute die Wälder viel mehr von Freizeittouristen genutzt und unsicher gemacht werden als zur Zeit in der Du Dich noch befindest,… wahrscheinlich spätes 13. Jahrhundert.

            Nur Trottel und Vollkoffer ballern drauflos als gäbe es kein Morgen….

            • Bei der Jagd wird geschossen, das ist nun einmal so.

              Natürlich muß man immer Gefährdungsbereich bzw. Kugelfang beachten, Gellerschüsse können aber bei bestimmten Untergründen (wie etwa einer Schotterstraße, ein einziger Stein reicht auch schon aus) immer vorkommen. Deshalb war dort wohl auch abgesperrt.

              Mehr kann man nicht machen, muß man auch nicht.

              Selbst wenn man an jedem Weg einen „Wachposten“ aufstellen würde – wer garantiert daß die „forschende Jugend“ (oder wer auch immer) dann nicht abseits des Weges irgendwo zwischen den Büschen ins Jagdrevier und somit möglicherweise ins Schußfeld gerät?

              Also bitte die Kirche im Dorf lassen!

              • Natürlich wird bei der Jagd geschossen aber wir können auch nicht immer so tun als wären die Wälder mit Garantieschein menschenleer.
                Der Vorfall den Du beschrieben hast ereignete sich wohl schon an der Randzone des Jagdgebietes wobei Schrot noch „erträglich “ ist. Ein Büchsengeschoß auf Irrweg wäre fatal.

                Die Jäger müssen aber einfach auch realistisch zur Kenntnis nehmen dass die Wälder heute viel mehr von Freizeittouristen belastet werden, leider – sage ich auch.Sie können nicht mehr wie früher agieren und es sei die Frage erlaubt, wie man der trauernden Mutter eines Kindes erklären will dass ihr Kind ein Volltrottel gewesen sei weil es zu neugierig war ?
                Und ob das dann für die Jägerschaft allgemein eine gute Werbung wäre glaube ich auch nicht.Jeder Vorfall ist einer zuviel egal ob verschuldet oder unverschuldet.

                Es wurden übrigens auch oft genug Treiber erschossen, das nebenbei und das waren sicher nicht Dolme oder Volltrottel sondern meist selber Jagdkollegen und sicher gut informiert und gekennzeichnet.
                Die Ansprüche an die Sicherheit steigen eben und das ungewünschte Publikum muss eben doch einkalkuliert werden.
                Verantwortlich für die Kugel ist immer der Schütze und Vorwürfe macht er sich dann am meisten.
                Es sei denn man ist abgebrüht wie einige wenige hier im Blog…..

            • Mit Verlaub….
              Pfadis sind nicht so daemlich. Der Ursprung der Bewegung ist militaerisch.
              Hmmm, zumindest waren sie es nicht zu meiner Zeit.

    • Ich war nicht dabei….
      Laut Berichterstattung ist der Dolm (oest. Bezeichnung fuer einen dummen, ungeschickten Menschen) nicht durch Direktbeschuss verletzt worden. Demnach war er fuer den Schuetzen wahrscheinlich garnicht sichtbar. Dafuer sind die Warnschilder. Gut vieleicht ist er ja Analphabet. Aber falls er nicht entsprechend beeintraechtigt war (taub) ist es schon sehr daemlich in eine Richtung zu latschen in der geschossen wird.

      Ja, ich wuerde sagen, das war ein Dolm!

    • …..wäre der „Dolmmensch“ oder „Menschdolm“ im gleichen Wald, bei einer Baumfällung verletzt worden, auch weil er eine Warntafel ignoriert hat, dann hätte jeder „selbst schuld“ gesagt und dabei an seine Möbel oder an den Christbaum gedacht……

    • Man ist nicht (besonders) privilegiert, wenn man eine Waffe führt. Man übt ein Recht aus (das allerdings an Voraussetzungen geknüpft ist); deshalb heißt ja auch Waffenrecht und nicht Waffenprivileg 😉

  9. Ein in der Sache richtiger Beitrag. Daumen hoch. Ob die Jagdablehner wohl auch alle Wildpret ablehnen?

    Im Ernst: Hier haben wir ein tiefergehendes Problem. Einen oeffentlich rechtlichen Sender, der seinem Auftrag nicht nachkommt. Verkuerzt: Information, Bildung, Kultur.

    Statt dessen wird Meinung gemacht. Genauso koennte man mit entsprechender Fragestellung und Begriffsauswahlfast jede beliebige Taetigkeit und Institution diskreditieren.

    Zu den Verbaenden frag doch den garser…. 😀

  10. Also irgendwie ist das alles in Wahrheit nicht ganz so dramatisch, weltbewegend oder auch nur jagdtfeidlich, wie sie es transportieren.

    Wie wärs mal mit Meldungen, die eine positive Botschaft transportieren und ohne „Idioten“, „Dolmen“, „grünen Gesindel“, „toten Einbrechern“, „Verfolgung von Waffenbesitzern“, „bösen Ausländern“, „bösen linken/grünen Medien“ usw. auskommen?

  11. Wovon sie sprechen, wenn es um die Jagd geht, wissen nur 39 Prozent der Elite und 24 Prozent der Bevölkerung. 61 Prozent der Meinungsbildner und drei Viertel der Österreicher fühlen sich auf diesem Gebiet nicht gut informiert. ( wie macht man das hier kursiv als Zitat ???)

    Das sagt doch alles.
    Die haben keine Ahnung von der Materie aber werden aber krampfhaft um eine Meinung gebeten.Immerhin geben sie zu wenig informiert zu sein auch wenn man dann mal sagen könnte „weiß nicht “ Das Eingeständnis wäre ja keine Schande.
    So grabschen sie nach jeder kleinen „Information “ und wenn die aus der Richtung der Bambischützer kommt dann eben diese.

    Wer am schnellsten und am lautesten schreit wird zuerst gehört und besetzt das Meinungsbild.Wer nichts sagt wird nicht gehört.

    Das liegt aber wahrscheinlich (weiß nicht ?) auch an den Jagdverbänden die zuwenig Aufklärung ud Information betreiben und sich zurückziehen anstatt mal den Medien paar Artikel anzubieten.
    Wenn die Leute mal sehen würden wie schnell eine mühselig und teuer (Schlagworte Steuergeld, Naturschutz) aufgeforstetet Fläche an Setzlingen die mal ein schöner Wald werden sollen von zuviel Wild zusammengefressen wird dann könnte ich mir vorstellen dass einige anfangen zu denken.“ oh die Natur regelt doch nicht alles so wie wir möchten “
    So sehen die nur Bambimöder, aber nicht was diese Bambis später anrichten, von einer Rotte Wildschweine reden wir nicht mal die sich in Maisfeldern ( wegen Biosprit ) explosionsartig vermehrt und dann plötzlich grunzend auf der Schnellstraße auf einem zu kommt.

    • wie macht man das hier kursiv als Zitat ???

      Den Text zwischen Guillemets (spitze Klammern) setzen.
      Leider kann ich das hier nicht anzeigen, also Guillemet(G) auf, kleines i, G zu, dann Text eingeben, dann G auf, „Slash“, kleines i, G zu.

      Guter Kommentar!

      • Wennst richtrig zitieren willst wie z.B. so:

        Das ist etwas Zitiertes

        dann wirds ein bisserl konziplierter 😀
        G auf, blockquote, G zu, Zitat einfügen, G auf, „Slash“, blockquote, G zu
        Wobei du das Wörtchen „blockquote“ auch genauso reinschreibst.

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