Es gibt sie noch, …

… die guten Journalisten. Eckhard Fuhr etwa ist so einer, ich freue mich immer wenn ich über einen seiner Artikel „stolpere“, beispielsweise eine seiner „Fuhrs Welt“-Kolumnen in Wild und Hund. Nun bin ich auf einen Beitrag Fuhrs in der „Welt“ über das Waffenregister aufmerksam geworden, sehr schön:

Fuhr ist Jäger und somit Waffenbesitzer, im Gegensatz zu leider allzu vielen Jägern hat er sich aber kundig gemacht und weiß wovon er schreibt, etwa wenn er satirisch die Vorzüge des Waffenregisters schildert:

In Köln soll also bald jede Polizeistreife an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr anfragen können, ob ich Waffen besitze. Wenn sich, was nur eine theoretische Annahme ist und in Wirklichkeit nie vorkommt, ein Nachbar über mich beschwert, weil ich nachts um Drei bei offenem Fenster Opernarien singe und mich selbst dabei mit dem Klavier begleite, weiß die Polizei sofort, dass sie mit dem Sondereinsatzkommando kommen muss. Ich weiß, auf was ich mich einstellen muss und gerate nicht in Panik.

Da hat er natürlich recht, sinnvollerweise sollten legale Waffenbesitzer künftig ihre Türen gar nicht mehr absperren, das spart dem SEK Zeit und Aufwand, außerdem entfallen die Sanierungskosten nach einem erfolgreichen „Zugriff“. Das SEK kann sich also dann auf seine ureigensten Zwecke – nicht etwa Geiselbefreiung oder Terrorismusabwehr, sondern die Stürmung der Behausungen von Legalwaffenbesitzern – konzentrieren, vielleicht kann man dann wenigstens ohne Gefahr eines Rollkommandos zu Hause mit der Bohrmaschine hantieren – wenn, ja wenn man keine legalen Waffen besitzt…

Schließlich meint Fuhr folgendes:

In Österreich sind Jagdflinten bisher überhaupt nicht registriert worden. Jeder Erwachsene kann ein solches Gewehr erwerben. Es gehört wie eine Säge oder eine Axt zur zivilisatorischen Grundausstattung. Etwas von dieser Gelassenheit wünsche ich mir bei uns auch. Amokläufe lassen sich mit strengen Waffengesetzen ebenso wenig verhindern wie bewaffnete Kriminalität. Und mit einem Zentralregister schon gar nicht. Es soll niemand behaupten, das sei ein Quantensprung der inneren Sicherheit.

„Zivilisatorische Grundausstattung“ – das gefällt mir sehr gut und stimmt natürlich völlig, wirft aber die Frage auf in welche Richtung sich unsere Zivilisation entwickelt wenn der legale Waffenbesitz nach und nach eingeschränkt wird. „Gelassenheit“ wäre zwar wünschenswert, aber das spielt’s in unserer Vollkaskogesellschaft leider nicht. Das selbstständige Denken wird den Menschen ausgetrieben, Massenmedien berichten nicht mehr, sondern machen gemäß ihrer (?) Agenda Stimmung. So werden legale Waffen und deren Besitzer an aller Realität vorbei als Mordwerkzeuge bzw. potentiellle Mörder verunglimpft, die wahren Probleme (Kriminalität etc.) hingegen beinahe schulterzuckend zur Kenntnis genommen. Cui bono?

Umso erfreulicher, wenn einem dann einmal ein solcher Artikel wie der von Eckhard Fuhr unterkommt!

20 Antworten zu “Es gibt sie noch, …

  1. Pingback: Wochenrückblick 48/2012 | dagarser

  2. Was spricht dagegen, dass die Polizei vor dem Anklopfen an eine Tür weiß, ob darin eine Waffe ist oder nicht?

    • Herr, schmeiss Hirn runter!

      Sie weiss es sowieso NICHT!

      Das ZWR erfasst schliesslich nur legale Waffen.

      „Ah, nix gemeldet, super, da brauch ma net an Eigensicherung denken!“

      Oder wenn was gemeldet ist: „Hilfe ein Legalwaffenbesitzer! Cobra her, Tuer mit Ramme auf, oder besser gleich Zugangssprengung!“

      Allerdings gebe ich zu: Die Polizei macht mir weniger Sorgen.

      • Wir benötigen mitnichten bei der bloßen Info, es handle sich um einen Waffenbesitzer, die Kollegen von der Cobra – aber ja, natürlich geht man dann vorsichtiger vor. Du scheinst der Meinung zu sein, dass nur Leute mit illegalen Waffen mit der Polizei zu tun haben.. das ist meiner Erfahrung nach nicht so. Tatsächlich hatte ich bis dato noch mit keiner einzigen (!) illegalen Waffe zu tun… aber schon mehrmals mit Leuten, die legal eine Waffe besaßen (jetzt nicht mehr).

        Jede Information die vor dem Aufsuchen einer Person zur Verfügung steht verbessert die Chance, dass es zu keinen unangenehmen Entwicklungen kommt – ich denke das kann man erst wirklich verstehen, wenn man sich öfters fragen muss, ob der Typ da drinnen jetzt eine Waffe hat oder nicht.

        Eine Registrierung von Schusswaffen bringt keinen Nachteil für „normale“ verantwortungsvolle Schusswaffenbesitzer. Wer eine Schusswaffe besitzt hat eine höhere Verantwortung zu tragen als andere Leute – und solange er nichts zu verbergen hat, warum sollte sich so eine Person gegen die Registrierung wehren?

  3. …könnte es sein, dass ich einen Austritt aus der EU immer mehr schätzen würde – die Briten sind erst gar nicht zum Euro übergelaufen, welcher uns Inflation in astronomischem Ausmass brachte und Du und Ich, nur Zahler sind….und folgerichtig denken viele Briten an den Austritt – das ist nicht nur taktisches Geplänkel….wir sollten auch daran denken….

  4. Ich glaube die rechtstreuen Bürger sind das Ziel der Entwaffnung, weil sie ihre Waffen gegebenenfalls gegen tyrannische Herrscher einsetzen würden. Verbrecher hingegen setzen ihre Waffen lediglich gegen ihre Mitmenschen ein und tragen so zur allgemeinen Unsicherheit bei, was dann wieder Anlass gibt für strengere Gesetze. Das ist leider der einzige Schluss, den ich aus dem Handeln der Herrscher ziehen kann.

    • Das war als Antwort auf zakrajseks Post gedacht…

    • Was natürlich Schwachsinn ist. Zuerst einmal gibt es keine klare Trennung zwischen „Verbrechern“ und „rechtschaffenden Bürgern“ – die einen gehen aus den anderen hervor, es handelt sich hier nicht um zwei verschiedene Menschengruppen.

      Und wenn du glaubst, privat verfügbare Waffen würden gegen eine organisierte, militärische Struktur eine Chance haben, lebst du in einer Fantasiewelt.

      Dieser Verfolgungswahn, wo immer von zwischen „Volk“ und „Herrscher“ unterschieden wird, ist ein Akt der Realitätsverweigerung, der schon bedenklich ist. Vor allem, wenn dann rechte Parteien wie BZÖ oder FPÖ als „gut“ dargestellt werden.

  5. Ich war von Anfang an gegen jenes Zentralwaffenregister, einfach deshalb weileine Datenhäufung Begehrlichkeiten bei Datendieben schafft.
    Es gibt wohl keine Datei die nicht zu hacken wäre und allein die Tatsache dass es leicht ist und für Beamte auch leicht sein muss darauf zuzugreifen läßt mir Unheil ahnen.
    Es gibt nicht mehr Sicherheit sondern weniger Sicherheit,ich fürchte irgendwann wird die Zahl der Diebstähle zunehmen und da werden wir uns bem Staat bedanken dürfen für diesen Unsinn.Die an sich in D verbotene Lagerung einer zugriffsbereiten Waffe außerhalb des Tresors wird ja nun erst recht provoziert.

    Außerdem freu ich mich jetzt schon auf eine nächtliche Fahrzeugkontrolle.
    “ Sie sind Waffenbesitzer ? Wollen wir mal sehen ob Sie nicht unerlaubt etwas bei sich haben, bitte aussteigen“

    Ist eigentlich bekannt dass das deutsche Waffenregister weit über EU Vorgaben hinausgeht ? Und wer ist dafür verantwortlich – ratet mal. Nein diesmal nicht die SPD.

    Aber jetzt ist bes zu spät zum jammern, man hätte sich ( auch seitens der Verbände ) schon vor zwei Jahren rühren müssen, jetzt sind Steuergelder bereits verbrannt.

  6. Die Registrierung bewirkt sicherheitspolitisch überhaupt gar nichts! Das wissen auch die Volkszertreter, die sie umgesetzt haben.

    Die Registrierung wird bewußt als Mittel der „kalten Entwaffnung“ der Bevölkerung eingesetzt. Wie damals der Psychotest, wird auch die Registrierung viele veranlassen ihre Waffe herzugeben bzw. keine neue zu erwerben. Das ist es, was unsere Volkstribune wünschen. Es darf keine bewaffneten Sklaven geben. Nur so kann man das Volk ausquetschen und unterdrücken.

    Mit der Abgabe der Durchführungsformalitäten an die Waffenhändler und Büchsenmacher hat die Bundesbehörde nur ihre Unzulänglichkeit bewiesen. Sie wäre in Wirklichkeit gar nicht in der Lage diesen Arbeitsaufwand zu bewältigen. Die Händlerschaft ist Nutznießer dieser unseligen Registrierung. Aber ihr ist kein Vorwurf zu machen. Sie leben vom Profit ihres Geschäftes.

    Schon immer wußten die Politiker, daß legale Schußwaffen in der Bluttatenstatistik kaum ins Gewicht fallen. Nur grüne und rote Spatzenhirne haben das noch immer nicht begriffen. Wirklich traurig muß einen aber stimmen, daß nun auch die ÖVP den Pfad der Tugend verlassen hat und mit den Wölfen heult! Wie ein Fähnlein im Wind. Im Liegen noch umzufallen macht dieser Partei wahrlich keine Schwierigkeiten.

    Aber bald kommt der Tag: Wahltag ist Zahltag!

    • Die Waffenhändler sehe ich eher als Opfer, weil wegen der Registrierungspflicht natürlich weniger Waffen verkauft werden. Ich glaube nicht dass die Einnahmen aus der Registrierung das wettmachen.

    • Ist Dir bekannt dass diesmal schwarze Spatzenhirne am murksen waren ?
      Wer genau hat diesen Gesetztentwurf eingebracht und verabschiedet ?
      Bist Du wirklich so farbenblind ?

      Frank Temple von den Linken bemängelt übrigens den mangelnden Datenschutz und genau das ist für mich das Hauptproblem dabei.

      • Deutschland – Osterreich, zwei verschiedene Laender!

        Und wie wir unsere Konservativen Innenminister lieben, ist diesem Blog doch zu entnehmen.

  7. Ganz klar: Beim Waffenregister geht es um die Erfassung der legalen, nicht deliktsrelevanten Waffen und um nichts anderes. Illegale Waffen, mit denen die Bluttaten geschehen, werden natürlich nie erfaßt. Wie denn auch?

    Wird ein Bankräuber oder Einbrecher seine Waffe registrieren lassen?

    Doch nie im Leben!

    Wozu also das Register?

    Antwort: Um später einmal die Bevölkerung – und zwar nur die, die ohnehin rechtstreu ist – entwaffnen zu können. Das Waffenregister ist einzig und allein dafür gut.

    • Eine „Entwaffnung der Bevölkerung “ ( herrje jetzt wirds dramatisch ….. düstere Musik…) wäre auch jederzeit möglich gewesen.
      dazu hätten einfach sämtliche einzelen Waffenbehörden einen zentralen Befehl erhalten und hätten ihre Einzeldateien – zur Not die Karteikarten -herausgeholt, der Polizei übergeben und genau das Gleiche gemacht.

      Ich mag Horrorgeschichten, bitte mehr davon.

      • Tja Joerg, vieleicht in .de. Aber bei uns in Bagdad… (Insiderwitz).

        Bisher ging ein unbescholtener Oesterreicher mit oder ohne WBK hin und kaufte sich ein Zylinderverschlussgewehr in .223 oder .308. Und Basta!

        In Zeiten wo immer mehr Kompetenzen an Bruessel abgegeben werden…..

        Frag die Schweizer: Das ZWR stellt sicher, dass die NIE der EU beitreten.

      • C und D-Waffen waren bisher in Österreich nicht registriert. Das ist der Unterschied. In D stimmt es natürlich.
        Für uns in Ö ist das tatsächlich eine Horrogeschichte.

        • Na denn Entschuldige, es geht hier ums österreichische Register. Ich war im Eifer des Gefechts bei unseren deutschen Register gelandet was ja vor wenigen Tagen mit Medienpomp gefeiert wurde und im Gedächtnis haften blieb.
          ja für die Österreicher ist es ein Rückschritt.
          Könnte mir aber vorstellen dass jetzt unregistrierte Waffen im Preis steigen oder muss jetzt auch der Verkauf von Privat zu Privat registriert werden?

          Ich habe jetzt mal den deutschen Gesetztestext irgendwo gelesen ( google hilft) . da ist fast alles an persönlichen Daten festgenagelt, die Stasi waren ja Diletanten dagegen.
          Aber eigentlich müßte doch jeder Waffenbesitzer auch kostenlos eine Eigenauskunft anfordern dürfen ?
          Wäre ja ein Ding wenn das alle machen würden,und regelmäßig wiederholen…. wäre das mal eine Idee – die mit ihren eigenen Waffen schlagen ? Ersticken in Bürokratie, sollen sie es bekommen.

          • Klingt nach einer interessanten Idee! Hier lesen ja Einige von Pro legal mit. Andererseits:Wer zahlt das? Richtig, der Steuerzahler.
            Es klingt aber nach einer eleganten Methode das System auszutricksen.

          • Ab 1.10. muß auch der Verkauf von Privat an Privat registriert werden und zwar auch für C und D

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