Die Demontage des Frank St.

Der selbsternannte Messias der österreichischen Innenpolitik und Sammler von Polit-Auslaufmodellen Frank Stronach hat gestern dem ORF ein Interview – oder was er dafür hält – gegeben, war äußerst sehenswert.

Ein Interview besteht meinem Verständnis nach aus einem der Fragen stellt (also dem Interviewer) und einem der Fragen beantwortet (dem Interviewten), der „Fräink“ sieht das aber offensichtlich anders. Statt auf eine simple ja/nein-Frage zu antworten (was man natürlich auch durchaus etwas ausführlicher machen kann) begann der gute Mann mit dem Verlesen seiner Aussage vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß und wollte sich vom Interviewer Armin Wolf partout nicht auf eine klare Ansage festlegen lassen.

Der ORF ist sicherlich nicht jedermanns Sache und Stronach hat auch ganz sicher nicht unrecht wenn er von einem „Sumpf der Freunderlwirtschaft“ spricht, dennoch gibt es so etwas wie „Spielregeln“ und ein Interview ist nun einmal ein Interview und keine Plattform zur Verlesung persönlicher Statements.

Stronach ist kein Politiker, wenn er aber meint unbedingt einer sein zu müssen, dann muß er sich auch zumindestens ansatzweise wie einer verhalten, wenn er das nicht zuwegebringt sollte er sich aber wenigstens wie ein normaler Mensch geben. Kann er scheinbar aber nicht.

Das „Interview“ kann man hier nachsehen, auch ein Transkript gibt es. Ich anstelle von Armin Wolf hätte dem „exzentrischen Milliardär“ jedenfalls den Ton abgedreht und das nicht nur angedroht (rund um Minute 8:00)…

17 Antworten zu “Die Demontage des Frank St.

  1. Dem Stronach gehts darum, daß der Wasserkopf an Beamten, Politikern und Funktionäre in Österreich kleiner wird (um 50%). Österreich hat fast die größte Beamtendichte (und Überbezahlung) der Welt. Nur so können wir unsere Staatsschulden (ca. 300 Milliarden Euro) abzahlen. Ich weiß aber, daß die Sozialisten und Grünen die Schulden nicht zurückzahlen wollen (lt. Rudas). Ich wäre eher für Gehaltsreduktionen auf ein vernünftiges Maß von 2000 bis 3000 Euro brutto, für die Beamten, Politiker und Funktionäre, um keine Arbeitslosen zu produzieren. Vielleicht können die sich einmal auf ihre Ehre und Gewissenhaftikeit besinnen und freiwillig die Gehälter reduzieren, oder muß erst wieder ein Krieg oder eine Depression kommen, damit sie wieder wissen wo’s lang geht. Alex

  2. Pingback: Wochenrückblick 48/2012 | dagarser

  3. …..ich habe mir jetzt diese Sendung angesehen und kann nichts negatives finden, außer, er will keine Waffengeschäfte – aber das ist jedem seine eigene Sache, wenn er sie anderen nicht verbieten will, ist das auch in Ordnung….

  4. ……also ich sehe das auch etwas anders: Ich halte Stronach für einen integren Mann – wenige in der Politik sind das und daher stößt er natürlich an und vielen kräftig auf, aber immerhin mit eigenem Geld und selbst verdient – das ist einmalig!!!!
    Seine Truppe ist eine Übergangslösung, aber er selbst ist sicherlich in der Lage, sich eine Truppe aus Fachleuten, Managern und anderen Nichtpolitikern zuzulegen – das konnte er ja auch in seinen höchst erfolgreichen Betrieben….
    Daß er sich von so Würstchen wie ORF-Reportern nicht in die Parade fahren läßt, ist für mich nur ein Plus….und man verlernt durch langen Auslandsaufenthalt eben den heimischen Akzent – auch nicht schlimm, dafür hat er aus dem Ausland Dinge mitgebracht, welche höchstens noch Schwarzenegger konnte…..
    Interessant für mich ist eigentlich nur, wie er zu Waffen, Jagd, Wehrpflicht steht, denn daß er für Wirtschaft und weniger Staat ist, das hat er ja gesagt und gezeigt…..
    Insgesamt ist er für mich zumindest eine Bereicherung, eine, an der die etablierten Parteien ordentlich kiefeln werden – kann nur gut für die Demokratie sein…..und für uns.

    • Sehe ich anders.

      Sobald er sich etwas nicht kaufen kann (bzw. solange er es noch nicht gekauft hat) wird er pampig und läßt jegliche Umgangsformen vermissen, wenn mit mir jemand so redet stehe ich auf und gehe bzw. werfe ihn hochkantig hinaus.

      Wie hier schon anderorts bemerkt – vom Lugner unterscheidet ihn nur der Kontostand.

      • …..ich kenne auch den Lugner: Ein höchst erfolgreicher, fleißiger Geschäftsmann mit eigener Masche (Kasperl) Werbung zu machen…..soll er doch, mich stört es nicht. Ich habe öfters mit ihm in der Lugner City gesprochen und nur einen guten Eindruck von ihm.
        Wer mit wem, wann und wie vögelt, ist mir wirklich egal….

    • danke schwertfisch, eine sehr objektive eintragung. man sollte ein bisschen hinter die kulisse schauen und unser manipuliertes denken langsam wieder auf normales umstellen. es darf eigentlich so nicht mehr weitergehen. überall wo man nachforscht stößt man auf schmutz. ein unerträglicher zustand. schauen sie sich die kommentare an, es gibt kaum irgendetwas positives zu lesen.

  5. ich seh das ein wenig anders. anstand und benehmen hat er sehr wohl, sonst wäre er im globalen spiel der großen nicht einer der größten. er hat nur den vorteil dem orf nicht in den ar…, wie alle anderen, zu kriechen. er mag ein wenig skurril sein, aber ist der einzige, der die politische macht nicht als futtertrog verwendet, wie alle anderen politiker. er würde herrlich in die vertrottelte sendung „kaiser“ passen, denn er würde sich nicht verarschen lassen, wie alle anderen kanditaten, die es nötig haben sich mit dem parteisender orf zu verbrüdern. und was seinem clubobmann lugar betrifft, wenn ich mir die anderen abgeordneten anschaue, dann finde ich keinen unterschied, oder sie vielleicht?

  6. Ich denke der Stronach ist nur ein Strohmann damit man die Stimmen der Protestwähler dort einsammeln kann und nach der nächsten Wahl wird die Regierung dann so aussehen: Rot-Schwarz-Team Stronach.

  7. Anstand und Benehmen ist nicht so das Ding für den »Frääink«. Er ist noch wesentlich peinlicher als der BM Lugner (und das heißt was!). So jemand hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen – wer einfache Spielregeln nicht einhalten kann oder will, ist untragbar. Und seine aus abgehalfterten Politikern der dritten Reihe übergelaufene Gurkentruppe braucht niemand. Die Medien bieten dem Frääink und seiner Gurkentruppe eine viel zu große Bühne. Wozu?

  8. Ich habe die ZIP2 nicht gesehen, aber was mir beim Stronach auf jeden Fall gefällt ist seine Auflehnung gegen Suggestivfragen.

    Zudem unterwirft er sich auch nicht dem ORF-Prinzip der ORF-Spielregeln!

    Also alles in Allem einmal etwas anderes als der Österreicher so gewöhnt ist und laut Deiner Aussage einfach hin nimmt und akzeptiert.

    • Danke Horst, für Deine Kommentar. Endlich noch ein denkender Mensch. Der Stronach war in Ordnug, der Wolf war entsetztlich.

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