Eine Tragödie

In den USA, in Newtown/Conneticut, hat sich eine unfaßbare Tragödie ereignet: In einer Grundschule hat ein feiger Attentäter ein Massaker angerichtet, es gilt 26 Todesopfer zu beklagen, darunter 20 Kinder im Volksschulalter.

Das ist erst wenige Stunden her, deshalb muß man mit den Details sehr vorsichtig sein. Was gesichert scheint ist, daß ein Mann mit mehreren Schußwaffen die Sandy Hook Elementary School in Newton gestürmt hat und dort eben 6 Erwachsene, darunter seine Mutter, und 18 Kinder erschossen hat, 2 weitere Kinder erlagen später ihren schweren Verletzungen. Außerdem hatte er wohl vorher anderorts seinen Vater erschossen. Der Mörder ist ebenfalls tot, offensichtlich hat er sich selbst gerichtet.

Einem Bericht von CBS zufolge handelte es sich bei dem Attentäter um einen 20jährigen: „A source familiar with the investigation identified the shooter as 20-year-old Adam Lanza, CBS News investigative producer Pat Milton reports.“ Sollte diese Information zutreffen steht jedenfalls fest daß die zu dieser abscheulichen Tat verwendeten Waffen illegal besessen und geführt wurden, da in Conneticut das Mindestalter für Waffenbesitz 21 Jahre beträgt („It is unlawful to sell or permanently transfer a handgun to any person who is forbidden to possess a handgun, or to a person under 21.“)

Wie gesagt, die Meldungen sind zum Teil noch widersprüchlich und die Untersuchungen sind noch im Gange, was aber gesichert erscheint ist daß wieder einmal eine „gun-free-zone“ zum Schauplatz eines grausamen Massakers geworden ist, laut CNN hat außer dem Attentäter keiner auch nur einen Schuß abgegeben: „Police did not discharge their weapons at any time when responding at the school, police spokesman Lt. Paul Vance told CNN’s Wolf Blitzer.“

Natürlich hat diese Abschlachtung unschuldiger Kinder und Erwachsener durch ein entmenschtes Monster auch schon die hohe Politik auf den Plan gerufen, ein sichtlich gezeichneter Präsident Barack Obama:

(…) As a country, we have been through this too many times. Whether it’s an elementary school in Newtown, or a shopping mall in Oregon, or a temple in Wisconsin, or a movie theater in Aurora, or a street corner in Chicago – these neighborhoods are our neighborhoods, and these children are our children. And we’re going to have to come together and take meaningful action to prevent more tragedies like this, regardless of the politics. (…)

(Dieses Land hat das schon zu oft durchlitten. Ob es eine Grundschule in Newton ist, ein Einkaufszentrum in Oregon, ein Gebetshaus in Wisconsin, ein Kino in Aurora oder eine Straßenecke in Chicago – das ist unsere Nachbarschaft, das sind unsere Kinder. Wir müssen uns zusammensetzen und vernünftige Maßnahmen setzen um weitere solcher Tragödien zu verhindern, abseits jeglicher Politik.)

Ja, das wird man sich anschauen müssen. Wie kann man solche Massaker verhindern? Was kann man gegen einen illegal mit Waffen ausgestatteten Attentäter vorgehen? Sicher nicht durch strengere Waffengesetze, denn diese haben ohnehin schon versagt. Irgendwie habe ich aber das Gefühl daß Obama das mit „meaningful action“ gemeint hat.

Eine furchtbare Tragödie, ich fühle mit den Opfern und deren Angehörigen, aber auch mit den Überlebenden. Diese Geschichte wird große Diskussionen auslösen, das sollte sie auch. Am Ende sollten aber vernünftige Lösungen herauskommen, keine fehlgeleitete Anlaßgesetzgebung.

29 Antworten zu “Eine Tragödie

  1. Oregon Arkaden:
    Schütze wurde durch einen bewaffneten Bürger gestoppt !

    Während die Berichte vom Dienstag-Amoklauf in der Clackamas Town Center Mall in Oregon die nationalen Medien dominierten bis sie am Freitag durch das schreckliche Shool Shooting an der Sandy Hook Grundschule in Connecticut überlagert wurden, wurde ein sehr wichtiges Detail wiederholt (und absichtlich) aus der Berichterstattung unterdrückt.

    Der Schütze in Oregon, Jacob Tyler Roberts, traf auf einen legal bewaffneten Bürger, woraufhin er weglief und sich selbst erschoss.

    Als die Polizei am Tatort eintraf, war Roberts bereits tot.

    ———> Link zum Originaltext auf Examiner.com
    Übersetzt Euch das selbst!

  2. Pingback: Eine Tragödie/Teil 2 | dagarser

  3. Pingback: Eine Tragödie « Katja Triebel

  4. Es sind zwei Dinge die mich betroffen machen:

    Die Zahl und das Alter der Opfer und deren Angehörigen die vor Weihnachten wohl das Schlimmste durchstehen müssen was man Eltern zumuten kann.Das Weihnachtsgeschenk liegt unter dem Baum, aber das geliebte Kind ist tot.Man mag heulen wenn man sich das vorstellt.

    Zeitgleich die hysterische Medienkampagne in Deutschland (!) um eine “ Verschääääärfung“ des Waffengesetztes in den USA (!) obwohl noch nicht allzuviele Informationen aber umso mehr Spekulationen im Umlauf sind.
    Dieser US Bundesstaat soll eines der strengsten Waffengesetzte der USA haben , habe ich gelesen, ich weiß nicht ob das stimmt. Das Sturmgewehr wäre auch illegal gewesen.
    Was genau soll also eine „Verschääärfung “ eines Affengesetztes bewirken wo in den Staaten sowohl Mord als auch illegaler Waffenbesitzt ziemlich hart bestraft werden ?
    Dass der Täter in einen anderen Bundestaat fährt und einkauft, illegal womöglich ?
    Mord nochmals verbieten und zwar ultimativ zum allerletzten Mal ?

    Was die beschissene Moral und Heuchelei der Medienmacher aber noch toppt ist die Tatsache dass immer mehr verrohende Fime und „Kunstwerke“ produziert werden die voller Schießereien, Morde mit Schußwaffen mit vollster Brutalität zeigen bis hin zu Exekutionen im Gangstermileu .Geht das nicht mit weniger Detailtreue und Blutnebel ?

    Man kann in keine Videothek mehr gehen ohne dass die Wand voller Cover mit großen Wummen steht. Hauptsache Umsatz.
    Dazu noch die ganze mediale Aufwertung und Ausschlachtung mit dutzend Reportern vor Ort, die nachträgliche Heroisierung des Täters der so sein Denkmal bekommt.Mediale Leichenfledderer.

    Dass da in den Gehirnen einiger Minderbemittelter ein Verdrahtungsfehler begünstigt wird macht die Medien mitschuldig.
    Die Medien sind mitschuldig nicht wir Sportschützen und Jäger.

  5. eine Polizeipsychlogin meinte heute im TV, dass so eine Tat nicht spontan erfolgt sondern geplant wird. Wenn dem so ist, wir kein Waffenrecht dieser Welt so eine Tat verhindern. Aber spontan wird wieder mal gegen das Tatmittel und nicht gegen die Tatursache gewettert. Warum rasten immer wieder Jugendliche und junge Erwachsene aus? Keinen interessiert es. Ist ja auch schwierig zu erfoschen, da die meisten dieser Täter nicht überleben. Messer, Brandmittel, Sprengsätze, zur Not auch mal ein Auto oder ein Bus – Mittel gibt es genügend. Wir sollten hinter die Usachen kommen und daran arbeiten, diesen Leuten ehe sie ausrasten eine Perspektive zu geben, Druck zu senken.

  6. Eben im Radio bei WDR2:“ ….der Täter war ganz in schwarz und VERMUTLICH mit einer schusssicheren Weste bekleidet.“ Und ganz nach Pawlow wurde gefordert/gemutmaßt das nun hoffentlich eine Verschärfung des Waffenrechts durch B. Hussein Obama vorgenommen wird.

  7. Überhaupt, wie derzeit diese Tragödie instrumentalisiert wird, um gegen „lasche Waffengesetze“, „amerikanisches Waffenrecht“ zu hetzen – so etwa ist wirklich nur im deutschsprachigen Raum möglich und menschlichst total verwerflich.

    Mein derzeitiger Kandidat für die Hitliste:
    [i]“Zum Glück ist uns in der Schweiz sowas bisher erspart gewesen.
    Überhaupt ist Westeuropa so viel sicherer als die USA.“
    „Aber auch nur weil man bei uns schwer an Waffen ran kommt, wäre das wie in den USA hätten wir das selbe auch bei uns.[/i]“

  8. Wenn sie schon ein neues Gesetz einführen wollen, so sollen sie es so machen wie in Texas.
    Dort dürfen die Lehrkräfte Faustfeuerwaffen tragen um einen Amoklauf zu verhindern bzw. zu stoppen. Das ist meiner Meinung nach eine gute Lösung um die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten.

    • Im ernst? ich dachte es währe ein Bundesgesetz, dass in den USA an und im Umkreis um Schule niemand Waffen tragen darf, un dsomit in jedem Staat gültig? Aber das mit den bewaffneten Lehrern ist zumindest der Grund, warum man nie von „Amokläufen“ in Isreal hört…

  9. Und in den Onlineforen der österreichischen Zeitungen, kommt auch schon wieder der übliche blinde Schmu aus einer ganz bestimmten Ecke…

  10. Diese schreckliche Tat wird makabererweise wieder herhalten als Steilvorlage für die Politiker in den Staaten und auch hier. Hab den Bericht gestern verfolgt und nur drauf gewartet bis von der Journaille die ersten Fragen nach Verbot und Verschärfung kamen. Hat nicht sehr lang gedauert….. Alles andere wurde zunehmend sekundär. Am Ende sind die Opfer dieser Tragödie „nur“ noch Druckmittel auf die Politiker, der ganze menschliche Aspekt, die Trauer, die Verzweiflung der Angehörigen usw, wird meist nur noch Nebenbei erwähnt…..TRAURIG…..
    Mal sehen wann sich unsere „Oberhäupter und selbsternannte Experten“ dazu äußern und was dabei herauskommt- mir grauts jetz schon…..

  11. …..und möglicherweise kommt dieser Kommentar nicht gut an, aber ich erinnere mich an meine Kindheit, in welcher ich, noch bevor ich in die Schule ging, ein recht scharfes Taschenmesser bekam – von einem britischen Besatzungssoldaten, weil ich ihm eine von meinem Opa selbstgefertigte Steinschleuder gab, mit der schon damals recht gut umgehen konnte….und auch heute noch übe ich das – auf 20m treffe ich sicher ein kopfgroßes Ziel, mit einer Stahlkugel von 10mm……also 20 geübte Kinder mit Steinschleudern in einer Klasse, dazu noch Taschenmesser, läßt jeden Täter zumindest stark überlegen….und immer noch besser als vollkommen wehrlos….

  12. Kein Gesetz der Welt kann ein Tötungsdelikt verhindern.
    Die Gesellschaft muss sich ändern, denn da liegt das Problem.
    Die Menschen müssen sich ändern, die Politik muss sich ändern und das Miteinander muss sich ändern.

    Das einzige was mich aber interessiert ist, ob die nicht existente Waffenlobby in Deutschland vorgesorgt hat, um für einen Solchen Fall, wie es in Utoya auch war, reagieren zu können, oder werden wir wieder unvorbereitet die üblichen Phrasen schwingen, dass wir alles rechtschaffene Bürger sind, die sich an Recht und Gesetz halten?

    Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis so ein schreckliches Drama sich in Europa abspielt und wieder werden wir nur reagieren und nicht agieren.

  13. Und wie zu erwarten laufen wegen diesem Vorfall die Medien,besonders N24 und N-TV „Amok“….mal wieder mit Mutmaßungen und „könnte sein“ und „vieleicht“ und er war = Authist,Gamer.Gleichzeitig bringen die aus dem US-Fernsehen Augenzeugen die den Täter als ruhigen,sensiblen und unscheinenden Mitbürger darstellen.Und natürlich wissen die Sender auch welche Waffen er benutzt hat ( HK und Glock)…..Meine Infos um 08:03h 15.12.2012

    • Die österreichische Waffenlobby ist jedenfalls vorbereitet und zwar recht gut.

    • …..kann aber auch sein, dass er deshalb als „ruhig und sensibel“ beschrieben wird, weil man sich sonst die Frage gefallen lassen müßte, warum man nicht hingeschaut hat….aber alles Theorie…aber das er „ruhig und sensibel“ 27 Leute erschossen hat….na ja, ganz ruhig und sensibel, das ist Fakt….

    • Dr. Reiner Schwarz

      „The pretty jachals smell the bood
      Revel in the fire and flood
      Drag us face down in the mud
      Tragedy as show“ (David Francey)
      Und sie werden wieder über den Täter jede Kleinigkeit berichten, ihn personalisieren und Legenden bilden. Und seinen Nachfolgern den Boden ebnen.

      • Warum auch nicht? Die Medien profitieren doch von solchen Ereignissen, wieso sollten sie da die gewinnbringende Berichterstattung einstellen, nur damit solchen für sie gewinnbringenden Ereignisse in Zukunft nicht so oft eintreffen?

  14. …..also, ich kenne von den Umständen gar nichts, aber ich wage schon jetzt die Prognose, dass der Täter ein psychisch seiner Umgebung auffälliger Typ gewesen sein muss, der auch länger Psychomedikamente nahm und in seiner Hoffnungslosigkeit, sich einen dramatischen Abgang verschaffen wollte….nur die Umgebung muss auch hinsehen und etwas tun wollen….können, das ist ja oft eine Gratwanderung….

  15. Pingback: Wochenrückblick 50/2012 | dagarser

  16. Wir dürfen uns nicht selbst bestrafen. Es liegt auf keinen Fall an den Gesetzen. Auch bei 0;0 Promille wird es tödliche Unfälle auf Grund des Alkohols geben. Jetzt beginnt die große Augenauswischerei und trotzdem ist die Politik machtlos. Eine Todesstrafe hätte den Typen nicht gestoppt, aber vielleicht eine bewaffnete „Security“
    Die Politiker müssen erst zu der Erkenntnis gelangen, dass sie manchmal (gegen Psychopathen) machtlos sind.

  17. Kein Gesetz der Welt kann verhindern, dass jemand etwas Verbotenes tut. Und nicht mal die Todesstrafe und ein privates Waffenverbot wie in China verhindern solche Taten.

    Nun wird man in den USA sagen, gäbe es keine Waffen, würde so etwas nicht passieren. Aber sie täuschen sich: Brandbomben und Sprengmittel werden immer verfügbar sein und sie sind laut der Massentötungsliste bisher die „effektivsten“ gewesen, z.T. mit über 100 Toten.

    Man sollte sich mal Gedanken machen, warum Schulen die bevorzugten Orte sind – und warum sich Menschen dazu entschließen, ihr Leben mit einer aufsehenderregenden Massentötung beenden wollen.

    Am 14.12.12, am Tag von Connecticut gab es auch in China einen Amoklauf, wie schon so oft in China mit Messer und in einer Grundschule. War der Zeitungsbericht aus China etwa der Katalysator für die USA?

    http://zeenews.india.com/news/world/in-china-22-school-students-stabbed_816680.html

  18. für das Abschlachten wehrloser Kinder gibt es keine Entschuldigung. Was für ein perverses Schwein.

    Mögen die Angehörigen ihren Verlust irgendwie überwinden …

  19. Pingback: Eine Tragödie « Semper Fidelis

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