Generalverdacht?

M-67GrenadeOft sind ja Waffenbesitzer Leuten, die zu dieser Materie keinen Bezug haben gelinde gesagt „suspekt“, verantwortlich dafür ist sicherlich neben fehlender Information auch die irreführende mediale Berichterstattung. Welche Blüten dieser Umstand treiben kann zeigt dieses Beispiel aus dem deutschen Rheinland-Pfalz:

Kurz der Sachverhalt: Eine Waffenbesitzerin ist umgezogen, hat also ihren Wohnsitz gewechselt. Natürlich hat sie beim Umzug auch ihre Waffen mitgenommen, ein anonymer Anzeiger hat der Polizei gegenüber angegeben, daß er dabei neben Langwaffen auch Handgranaten (!) gesehen habe. In der Folge wurde die neue Wohnung der Waffenbesitzerin vom SEK gestürmt und nach den Handgranaten durchsucht – natürlich wurden keine gefunden.

Gegen dieses Vorgehen hat die Waffenbesitzerin beim zuständigen Landgericht Beschwerde eingelegt, diese wurde allerdings abgewiesen. Die Begründung dieser Abweisung (die mir vorliegt) muß man sich allerdings einmal auf der Zunge zergehen lassen:

„(…) Der anonyme Anzeiger hat angegeben, bei einem Umzug der Beschuldigten, seien Gewehre und Handgranaten transportiert worden. Dabei verkennt die Kammer nicht, dass ein in Waffen nicht Bewanderter unter Umständen aus Waffenzubehörgegenständen falsch Schlüsse zieht. Vorliegend haben anderweitige Ermittlungen indes ergeben, dass zumindest die Angaben über den Transport von Gewehren während des Umzuges der Beschwerdeführerin zutreffend waren. Denn auf die Beschwerdeführerin sind drei Waffenbesitzkarten mit mehreren Lang- und Kurzwaffen eingetragen. Dieser Umstand begründete mehr als nur einen vagen Anhaltspunkt, dass bei der Beschwerdeführerin auch die behaupteten Handgranaten vorhanden gewesen sein konnten. (…)“

Wieder einmal ein Skandal der Extraklasse: Allein der Umstand, daß jemand Waffenbesitzer ist hat den Behörden hier ausgereicht aufgrund unbewiesener Behauptungen eines anonymen Denunzianten gleich ein Rollkommando in Marsch zu setzen!

Natürlich könnte man im vorliegenden Fall von einem unglücklichen Einzelfall sprechen, die Begründung der Beschwerdeabweisung jedoch läßt theoretisch auch folgendes Szenario als möglich erscheinen:

Waffenbesitzer X kommt mit seinen Waffen vom Schießstand (vom Büchsenmacher/von der Jagd/…) nach Hause und schnappt seinem Nachbarn Y, der schon ganz dringend auf die Toilette muß, den Parkplatz weg. Y ist darüber (und über seine schmutzige Unterwäsche) derart erbost, daß er X anonym bei der Polizei anzeigt und behauptet, er habe bei ihm Handgranaten (oder Atomsprengköpfe, Dynamitstangen o.Ä.) gesehen. Da X im Besitz eines waffenrechtlichen Dokuments ist sieht die Behörde „mehr als nur einen vagen Anhaltspunkt“ für diese Behauptung als gegeben an – und der Sturmangriff auf X kann beginnen!

Man muß sich das einmal vorstellen: Gerade Besitzer legaler Waffen, eine der meistkontrollierten Bevölkerungsgruppen, stehen behördlicherseits unter dem Generalverdacht, neben ihren eingetragenen, registrierten und völlig legal besessenen Waffen zusätzlich auch noch Kriegsmaterial zu horten! Ein mieser kleiner Denunziant langt aus – und schon wird einem die Wohnungstür vom SEK eingetreten! Das soll ein Rechtsstaat sein? Wohin soll das noch führen?

(Die abgebildete Handgranate stammt übrigens nicht aus meiner – nicht vorhandenen – umfangreichen Sammlung von Kriegsmaterial, das Foto ist von „Wikipedia“!)

19 Antworten zu “Generalverdacht?

  1. Pingback: Wochenrückblick 6-9/2013 | dagarser

  2. die Betroffene will übrigens ihre Staatsbürgerschaft loswerden und Deutschland dauerhaft den Rücken kehren.

  3. RP wird seit über 20 Jahren durchgängig rot und seit 2011 auch noch mit Hilfe der sog. „Grünen“ regiert, das bleibt nicht ohne Folgen auf die Justiz.

    Auch ne schöne Story aus der Pfalz:
    http://meinungsterror.de/?p=223

  4. Gedanklich bin ich dem Thema „Generalverdacht“vorausgeeilt um so für mich die Erkenntnis zu gewinnen, dass es sich bei unseren politischen und sonstigen Verantwortungsträgern um vom Glück begünstigte Menschen handeln müsse. Aber ob sie sich auch ihres Glückes bewußt sind wage ich zu bezweifeln. Ist doch im Regelfall der legale Waffenbesitzer gesetzestreu und pflichtbewußt. Wie wären unsere „Führungskräfte“ gefordert, wenn plötzlich der „Ureinwohner“ (Kultur)eigenschaften unserer Besucher annehmen würde. Obwohl uns von der Prägung her fremd würde Blutrache, Kanun udgl. zu unserer Lebensregel werden. Wir würden uns, wie ja die Erfahrung lehrt, auch einen Deut darum scheren, ob die Waffe legal zur Verfügung steht oder nicht. Und gemeinsam mit den Verfechtern oder Bewahrern dieser dann von uns notgedrungen angenommenen (Kultur)Gepflogenheiten wäre allerdings aufgrund der erwartenden Anzahl von Racheakten oder Fehden dafür gesorgt, dass für Kleingeistigkeit weder Zeit noch Ressourcen vorhanden wären. Da ich aber Österreicher mit Leib und Seele bin, genügt es mir, wenn sich unsere Streitkultur auf eine Wirtshausrauferei oder wie früher auf eine Wilderauseinandersetzung/ Walder Brüdern beschränkt. Daher sollten die politischen „Würdenträger“ bemüht sein, durch eine verantwortungsvolle Legislative eine gewaltgeladene Entwicklung hintanzuhalten

  5. ich kenne mehrere Fälle wo aufgrund von anonymen Anzeigen Hausdurchsuchungen bei Waffenbesitzern durchgeführt wurden.Ich konnte HD-Beschluss sogar einsehen. Irgent wann bekommen die Waffenbesitzer einen roten Stern an die Tür, als Warnung für dieanderen Deutschen.

  6. Daraus schliesse ich, das es wohl vernünftig wäre, seine Hütte aufzuräumenn, eine anonyme verleumderische „Selbst“anzeige zu machen um dann einen dicken weissen Punkt in der Kartei zu erhalten,

    • Falsch geschlossen liebe Margot! Erstens bleiben sie in diesem schönen Land (D) auf Schäden an Türen etc sitzen (nix mit Amtshaftung, es war ja „gerechtfertigt“), haben einen Saustall in der Wohnung und sind „polizeibekannt“.
      Wir sind in Ö durch unsere Polizei geradezu verwöhnt. Da wird der Waffenbesitzer im Allgemeinen, mit wenigen Ausnahmen, von der Exekutive als rechtstreu betrachtet. In .de ist es umgekehrt.

      Noch schlimmer ist es für legitimierte Waffenträger die keiner Behörde angehören. Die Mehrzahl der deutschen Polizisten betrachten schon die nicht-beamtete Wachpolizei als Obszönität.
      Ich bin normalerweise ein sehr höflicher Mensch, aber vor einiger Zeit hat sich ein deutscher Kriminalbeamter in meiner Anwesenheit so heftig über legal bewaffnete Ausländer alteriert, daß ich ihn honigsüß fragen mußte, ob er denn wisse wer in seinem besetzten Land das Sagen habe.

  7. Die deutschen Waffenbesitzer sind aber daran nicht ganz unschuldig. So etwas von feige und duckmäuserhaft gibt es sonst auf der ganzen Welt nicht. Nordkorea vielleicht ausgenommen.

    • Ganz so schlimm ist es nicht!
      Ich wohne ja auf nem Dorf und wenn ich zur Jagd fahre trage ich die Waffe ganz offen für jeden sichtbar. Unter anderem ist auch ein H&K Mr308 dabei. Hat hier noch niemanden gestört. Bei meinem Bruder im Pirschbezirk auch nicht anders und da sind hunderte von Spaziergängern unterwegs. Das ist aber auch nicht das Klientel das uns finstere Absichten unterstellt. Es sind die Welt-, Natur- und Lebensfremden Mitbürger in den Städten die heile Welt Träume mit Volkaskomentalität haben.
      Gruß Michael

  8. Hans J. Stuckmann

    Ja, so ist das hier. Deswegen halten viele Schützen auch den Kopf so weit unten. Jeder Denunziant kann, falsch oder nicht falsch, irgendwelche Angaben anonym abgeben und schon geht für den LWB die Post ab. Arm sowas, wirklich arm!

  9. Mir war die Geschichte schon direkt durch die Betroffene bekannt. Ich habe dann während der Arbeit einige Wiener Exekutivbeamte zu ihrer Meinung befragt. Allgemeine erste Reaktion: „Anonym? Und da gibt ein Richter einen Durchsuchungsbefehl raus?“
    Höchstens, meinte man, könnte man vorbei schauen, die Person damit konfrontieren und die Reaktion beobachten.
    Ich bin gespannt wie lange es dauert bis wir den deutschen „Standard“ erreichen. Hoffentlich nie.

    • Vielleicht gibt es auch Richter(im wilden Kurdistan, doch nicht bei uns…), die nicht so ganz unabhängig und unvoreingenommen sind. Vielleicht doch im hintersten Winkel ihrer Paragrafen gesättigten Gedanken Waffengegner und dem heutigen (linken) verweichlichten Zeitgeist zu sehr verflochten sind, dann kann halt etwas vorkommen, was nicht ganz richtig ist. Wir sind ja alle nur Menschen, oder…

      • Das liegt nicht nur an den Juristen, sondern auch an der Polizei. Hätte mich beim letzten innerösterreichischen Umzug wer beim nicht unbeträchtlichen Waffen- und Munitionstransport beobachtet und anonym angezeigt dann wäre die Anzeige entweder in der Rundablage gelandet oder zwei Beamte hätten bei mir geläutet, mich mit der Anzeige konfrontiert und aufweine Stellungnahme gewartet.

        Ich wette aber einen hohen Betrag, daß nicht die WEGA bzw am neuen Wohnort, Cobra mit dem 16kg Generalschlüssel gekommen wäre.

  10. in der BRD herrscht sowieso eine Hysterie gegenüber Waffen, aber anstelle die zahlreichen illegalen Waffen aus dem Verkehr zu ziehen, werden nur die „anständigen Bürger “ schikaniert.

    • …..kurze Frage so nebenbei: Wie willst Du illegale Waffen aus dem Verkehr ziehen??
      Das geht nur mit legalen Waffen – die sind ja gemeldet….aber darauf zielt das alles ja ab, denn so dumm sind ja nicht einmal die dümmsten dieser Köpfe, man könne Kriminalität durch Waffenbeschränkung eindämmen.

  11. Ein Rechtsstaat ist das schon lange nicht mehr. Bei dem Szenario könnte man eher meinen es geschah vor über 70 Jahren, oder in der Zone. Es ist wunderschön solch „aufmerksame“ Nachbarn (oder besser treffend „Stasi-Relikte“) zu haben, Herr Mielke wäre sehr stolz auf diese Art der Bürger…..

    Geb Ihnen da Recht, ein großen Anteil haben die Medien mit Ihrer manipulativen, irreführenden und vorsätzlich falschen Berichterstattung- ein Akku Schrauber wird plötzlich zu ner Glock, beim Umzug tauchen plötzlich granaten auf…. Und mein Nachbar, der hat immer einen Violinenkoffer dabei…..- liegt doch viel näher das er ein Gangster aus den 30er Jahren, anstatt Musiker, ist!

  12. Wir sind hier in D bald wieder soweit. Methoden wie in der Zeit von 1933 – 45! Ich könnte kotzen!

  13. DDR2.0 kommt immer mehr.

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