Umgang mit Waffen?

Umgang mit Waffen? Umgang mit dem Waffengesetz? So lautet der Titel des Editorials des aktuellen „WEIDWERK“, verfaßt von Dr. Peter Lebersorger, seines Zeichens Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände. Klingt ja ganz interessant, aber wirklich begeistert bin ich davon nicht:

In dem Editorial geht es um die Waffenregistrierung, ein zugegebenermaßen sehr wichtiges Thema, Lebersorgers Ansatz überzeugt mich aber nicht: Er beginnt mit einem Lamento über die sich häufenden Unfälle mit Schußwaffen im Jagdbetrieb und versucht von dort den Bogen zur Registrierungspflicht der Kat.C-Waffen zu spannen – zwei Themen die miteinander nichts, aber auch gar nichts, zu tun haben!

Lebersorger schreibt:

(…) Die breite Öffentlichkeit wird uns Waffenbesitzer und -benützer auch daran beurteilen, wie genau wir es mit dieser Registrierungspflicht nehmen. Mit Augenzwinkern oder mit klarem Bekenntnis zum Waffengesetz? Noch sind 15 Monate Zeit, diese von jedem von uns erwarteten Meldungen durchzuführen. (…)

Natürlich bekennt sich jeder Legalwaffenbesitzer zum Waffengesetz, sonst würde er ja nicht all jene Hürden und Schikanen, die dieses mit sich bringt geduldig ertragen und befolgen, sondern stattdessen den wohl vergleichsweise leichteren Weg des illegalen, „schwarzen“, Waffenbesitzes beschreiten. Das tut aber ein – wie der Name schon sagt – Legalwaffenbesitzer eben nicht, er sieht halt zu wie Scheibe um Scheibe der sprichwörtlichen „Salami“ des legalen Waffenbesitzes abgesäbelt wird und freut sich, daß doch immer wieder noch ein kleines Stück übrigbleibt.

Gesetze sind einzuhalten, da hat Lebersorger also recht – wenn der Gesetzgeber allerdings zur Umsetzung eines Gesetzes eine Frist vorgibt, so ist es absolut legitim diese Frist auch in vollem Umfang „auszureizen“, die von Lebersorger angesprochenen 15 Monate also locker 14 Monate lang verstreichen zu lassen und somit noch immer ein gesetzestreuer Waffenbesitzer zu sein.

Ein gesetzestreuer Waffenbesitzer allerdings der auch mitdenkt, einer, der sich die Hoffnung bewahrt hat daß diese unsinnige Registrierungspflicht womöglich doch noch „gekippt“ wird, oder aber auch ein gesetzestreuer Waffenbesitzer der durch Hinauszögern der Registrierung seiner Waffen seinen Unmut über diese schikanöse und bürger(rechts)feindliche Maßnahme zum Ausdruck bringen möchte.

Weiters geht Lebersorger in seinem Editorial auch noch auf die Möglichkeit der kostenlosen Registrierung unter Zuhilfenahme der „Handy-Signatur“ ein und verweist auf einen zweiseitigen Artikel im aktuellen „WEIDWERK“ wo diese Prozedur genau beschrieben wird. Lebersorger schließt mit folgenden Worten:

(…) Und eine Ausrede weniger, die Registrierungspflicht als „sinnlose Abzocke“ hinzustellen.

Schön, ich bin begeistert! Es gibt also eine Möglichkeit mein Eigentum kostenfrei zu registrieren, warum zerfließe ich bloß nicht vor lauter Dankbarkeit? Wahrscheinlich weil ich der festen Überzeugung bin, daß meine  Waffen, mein Eigentum also, nach erfolgter Registrierung nicht mehr wert sein werden als zypriotische Spareinlagen…

Ein Wort noch zum Artikel über die „Handy-Signatur“: Ein übersichtlicher und guter Artikel, wer seine Waffen auf diese Art registrieren möchte findet da alle diesbezüglichen Informationen. Soll sein. Es gibt da aber auch ein „Fragen“-Kasterl, eine der Fragen (bzw. die Antwort dazu) möchte ich noch kurz vorstellen:

Was passiert mit dem Flinten-Altbestand?                                   Die Flinten, die vor dem 1.10.2012 im Besitz waren, können freiwillig im ZWR registriert werden.

Was soll der Blödsinn bitte? Weshalb um Himmels Christi Willen sollte das irgendjemand, der noch alle Tassen im Schrank hat machen? Die einzig richtige Antwort auf diese Frage lautet schlicht: „Nichts!“ Wer es ausführlicher mag: „Der Altbestand an Kat.D-Waffen ist von der Registrierungspflicht ausgenommen!“ Wieso das im „WEIDWERK“ anders steht weiß ich nicht, man könnte die Leute das aber fragen. Dieses Wochenende ist in Wien die „JASPOWA„, da haben die einen schönen großen Stand…

6 Antworten zu “Umgang mit Waffen?

  1. 100 % deiner Meinung! Was da passiert, ist Verdummung pur.
    „cui bono?“
    Diese Frage dürfte wohl auch die Antwort weisen…
    ich hab bei deinem Beitrag auch den „gefällt“-Button gedrückt. Weniger wegen des Beitrages an sich, sondern wegen der Tatsache, daß du endlich – nach einem Monat – wieder einen solchen geschrieben hast!

  2. Eigentum ist etwas Heiliges. Das war immer so. Frau Fekter hat in Brüssel bei der Abstimmung ihre Hand zur Enteignung der Zyprioten gehoben. Ich bin verwundert, dass das in Österreich akzeptiert wird. Diese Frau braucht sofort einen Misstrauensantrag und gehört zum Teufel gejagt. In diesem Fall bin ich für die Scharia – dass man ihr die rechte Hand abhackt! Ein Politiker, der privates Eigentum antastet ist untragbar. Mich wundert, dass alle unsere Leute den Mund halten. Wenn wir dagegen nicht aufstehen, wird der Tag kommen, wo wir das bitter zu bereuen haben.
    Und wenn unser Eigentum mit zypriotischen Spareinlagen vergleichbar ist, dann nur dank solcher Politiker. Weg mit ihr!

  3. Es wird der Tag kommen an dem auch die Jäger verstehen, daß sie von der ÖVP verraten wurden. Spätestens wenn die geerbte Ferlacher Büchse in den Hochofen wandert …

    • Ich fürchte dieser Tag wird nie kommen. Dazu ist die Jägerschaft zu abgehoben! Hat sich ja auch, da wo ein Zusammenhalt notwendig gewesen wäre, so gezeigt. Auch in persönlichen Gesprächen habe ich meistens diese Erfahrung machen müssen! „… uns passiert schon nichts! Wir sind ja Jäger…!!!“ Und so ähnlich! Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber der Großteil denkt leider so! Das mit dem Hochofen ist leider zu befürchten, wird natürlich uns alle treffen!

  4. Lebersorger ist Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände. Ist das auch eine politische Funktion oder scheint das nur so? Der Herr Lebersorger funktioniert anscheinend als Steigbügelhalter für die schleimige Politik, die derzeit Österreich im Griff hat. Jäger wehrt euch endlich und jagt Leute, die eure Interessen nicht wahrnehmen doch zum Teufel

  5. Gut gesagt. Die Ergebenheitsadressen der Jäger gegenüber dem Leviathan sind überflüssig und peinlich. Ist natürlich politisch erklärlich. Wenn die ÖVP sich schon die Registrierung von der EU mit der Duldung der ÖVP hat hinaindrücken lassen, dann wird das auch verteidigt.

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