Vom Überwachungsstaat

Mein letzter Artikel, Ein großer Coup, ist auf großes Interesse gestoßen, verständlich, schließlich ging es dabei ja tatsächlich um einen ungeheuerlichen Vorgang der durchaus geeignet ist das Vertrauen in den Rechtsstaat zu erschüttern.

Zwar kam im vorliegenden Fall die lächerliche (aber durchaus nicht lachhafte) Hausdurchsuchung samt all ihren Folgen laut Medienberichten durch einen anonymen Anrufer zustande, es wäre aber genauso möglich daß derartige „Ergebnisse“ auch aus elektronischen oder sonstigen Überwachungs-maßnahmen resultieren könnten. 

Besonders hier im Internet ist nichts anonym, das weiß man oder sollte es zumindest wissen, die Überwachung der Bürger geht aber noch viel weiter, von welchen Stellen auch immer – schließlich sind ja auch die gesammelten Daten des Überwachungsstaates – wie jüngst wenig überraschend bekannt wurde – ihrerseits nicht vor Ausspähung sicher.

Der Rechtsstaat ist zum Überwachungsstaat mutiert der seine Bürger ganz offensichtlich unter Generalverdacht stellt, 1984 und Brave New World sind keine reine Fiktion mehr. Nur daß sich Orwell und Huxley die heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Überwachung wohl nicht einmal in ihren finstersten Alpträumen hätten vorstellen können…

Zu diesem Thema habe ich ein sehr gutes Video gefunden, nett (ein wenig im Stil der „Sendung mit der Maus“) gemacht, die Aussage ist aber weniger „nett“. Es dauert knapp 11 Minuten, die Zeit sollte man investieren, es zahlt sich aus:

Ich will nicht ausschließen daß das manchen gefallen mag (es werden viele wissen wen ich meine), ich behaupte aber daß durch diese Maßnahmen das Ende des freien, denkenden Bürgers eingeleitet werden soll. Principiis obsta! Vielleicht ist es ja noch nicht zu spät.

35 Antworten zu “Vom Überwachungsstaat

  1. Überwachungsstaat II: “I’m scared. And not of the right things.”

    3 SUVs, 6 bewaffnete Männer, 1 Hausdurchsuchung, weil
    die Frau im Web nach einem Schnellkochtopf zum Kochen suchte,
    der Mann im Web nach einem Rucksack suchte und
    der Sohn sich im Web zum Boston Bombing informierte.

    http://www.theguardian.com/world/2013/aug/01/new-york-police-terrorism-pressure-cooker

    • Und jetzt stellen wir uns einmal vor die sechs „Besucher“ wären nicht besonnen und anscheinend mit gesunden Menschenverstand versehen gewesen.

      • Die haben vermutlich jeden Tag dutzende von solchen Aufträgen und fluchen über denjenigen, der die Algorithmen derart dämlich programmiert hat.

        Man sollte den Abzug einer Waffen (und ein Computer-Algorithmus ist eine Waffe), nie so locker einstellen.

        • In einem der vielen Kommentare dazu stand, dass sie sehr oft ausrücken und in 99% sich die angebliche Gefahr als Nicht-Gefahr darstellt. Kein Wunder, dass Amerika Pleite geht: für Millionen Kugeln, Waffen, gepanzerte Fahrzeuge und Särge eingekauft – in der Hoffung/Angst – es passiere was im Inland.

  2. …..liebe Leut!
    Ich halte Waffenbesitzer, also Menschen mit Charakter, auch für überdurchschnittlich intelligent.
    Dass einer von uns, jemals geglaubt hätte, dass Möglichkeiten der Überwachung nicht auch genutzt werden, kann ich mir nicht vorstellen – das ist die Denkweise der ANDEREN……
    Wirklich: Meldungen dieser Art, können uns doch nur ein (saures) Lächeln entlocken – und entsprechend zu HANDELN….

    • Salzkammergutler

      Dieses Elitisieren von Waffenbesitzern finde ich mehr als bedenklich.

      • Natürlich tun Sie das. Ich glaube nicht, dass hier irgendjemand etwas anderes erwartet hätte 😉

      • Legale Waffenbesitzer sind aber Eliten. Sie sind ja geprüft, psychogetestet und verläßlich. Also einfach bessere Menschen. Quod erat demonstrandum.

        • Salzkammergutler

          Tja, das trifft auch auf Führerscheinbesitzer zu.
          Quod erat demonstrandum.

          • Welchen Psychotest müssen Führerscheinbesitzer denn machen? Und werden Führerscheinbesitzer auch überprüft, ob sie ihr Fahrzeug auch beherrschen?…. Ich denke nicht….

            Verkehrskontrollen sind nicht vergleichbar mit den waffenrechtlichen Überprüfungen…..

            • Salzkammergutler

              Amtsärztliche Untersuchung (da werden auch psychologische Fragen gestellt, es heißt ja „die physische und psychische Fähigkeit“), Verlässlichkeit gilt für FS Besitzer genauso; Ja, es gibt da so etwas wie eine „Fahrschule“, da werden „Fahrprüfungen“ gemacht, dann gibt es „Kontrollprüfungen“ und für bestimmte FS – Klassen gibt es regelmäßige ärztliche Untersuchungen, ohne die der FS verfällt.

              Und bitte, die Überprüfung der Beherrschung – nicht bös sein, aber vorm Waffenhändler seine eigene Waffe auseinandernehmen, zusammenbauen und Sicherheit herstellen – wenn überhaupt, an einem Termin eigener Wahl… man kann sich auch selbst etwas vormachen.

              Und ja, Verkehrskontrollen können zu jeder Tages- oder Nachtzeit passieren und man muss IMMER alle Kriterien erfüllen. Auch wird man mit einer Waffe nicht gestraft wenn man sie mal falsch führt…wird man nicht bestraft. Ein Fahrzeuglenker der auf der falschen Seite fährt, schon. Von den Kosten und vom Aufwand will ich gar nicht erst anfangen.

              Also schön am Boden bleiben.

              • Zitat:
                Auch wird man mit einer Waffe nicht gestraft wenn man sie mal falsch führt. –
                Da ich nicht mit soviel Fachwissen gesegnet bin habe ich, ….hochgeschätzter S. die Bitte, mir das falsche Führen einer Waffe näher zu erläutern.
                Ich bin mir daher sicher, dass sie mich mit ihrer Beschlagenheit in waffenrechtlichen Belangen ohne Umschweife erleuchten werden können. Weiters vertraue ich darauf, dass sie nicht wie andere „Schreiberlinge“ Zuflucht im Ausweichen oder mit unvernünftigen Antworten suchen werden, zumals sie das ja sowieso schon beim letzten Thema kritisch angemerkt haben. Lernbegierig wie ich nun mal bin und gespannt erwarte oder vielmehr erhoffe ich mir somit einen konstruktiven Beitrag zum richtigen Führen einer Waffe.
                mit besonders freundlichen Grüßen meinem Vorbild aus den Salzkammergutbergen

                • Salzkammergutler

                  Bildliche Schreibweise bereitet Ihnen Probleme, nicht wahr? Es ging da eher um das dahinterstehende Prinzip, welches man durchaus verstehen KANN – aber offensichtlich nicht muss.

                  So etwa der implizierte Hinweis darauf, dass es eben durchaus etwas mehr zu beherrschende Vorschriften für Autofahrer als für Waffenträger gibt…

                  Bei Ihnen habe ich wirklich manchmal das Gefühl, dass Sie Probleme mit Stilmitteln haben und sich immer wieder auf irgendwelche Details verbeissen, die, wenn man den Sinn dahinter verstanden hat, eigentlich völlig unwichtig sind.

                  • Der war gut……….ausgerechnet von jemanden der GENAU SO gerne Gegenreden aushebelt.

                    • Salzkammergutler

                      Das bei Ihnen war etwas anderes – es ging um eine konkrete Forderung einer Person, die ich hinterfragt habe. Sie haben es für nötig befunden, das lächerlich zu machen – woraufhin ich sie gefragt habe, wie etwa eine ganz bestimmte Aussage besagter person umsetzbar ist. Sie haben bis heute nicht geantwortet.

                  • Und gerade jetzt habe ich mich ehrlich bemüht, ihren tiefgründigen Argumenten, Schlußfolgerungen, verborgenen Botschaften folgen zu können. So muß ich leider passen, ich bin ihnen stilmittelmäßig nicht gewachsen. Aber in einem bin ich mir trotzdem sicher, bildliche Schreibweise verstehe ich schon. Aber verstehen dann auch sie –
                    Am besten kann ich die vermissen
                    die immer alles besser wissen (co.am.)
                    Welche Frage, natürlich verstehen sie, wo sie doch manchmal wirklich Gefühle haben.

          • Natürlich trifft das auf die Führescheinbesitzer nicht zu. Nachdenken hilft ungemein.

      • ….damit Du Dich nicht so elend fühlst und auch zur Elite zählst: Ich schenke Dir eine Steinschleuder…..

        • Salzkammergutler

          Zusätzlich zu meinen Waffen? Ja wenn Sie meinen….

          Der Punkt bleibt bestehen: Die einzige Qualifikation die ein Waffenbesitzer benötigt ist, NICHTS gemacht zu haben. Die „sichere Handhabung“ als „Prüfung“ zu sehen ist wirklich sehr übertrieben.

          Aber gut, wenn man sich so als einer „Elite“ zugehörig sehen will… jede Gruppe sieht sich selbst gerne als „Elite“.

      • Zwar ist mir klar, daß Bildung und Intelligenz nicht deckungsgleich sein müssen, aber bei Betrachtung der Mitgliederliste meines alten Öst. Schützenvereins meine ich, daß ein Anteil von 10% Akademikern und 25% Schmalspuringenieuren, über dem DURCHSCHNITT der österreichischen Bevölkerung liegt. So habe ich dort mit meinem Rechtsanwalt und meinem Zahnarzt geschossen.
        Ich würde also den Post von Schwertfisch nicht so vom Tisch wischen.

        • Salzkammergutler

          Könnte aber auch etwas mit den benötigten finanziellen Mitteln zu tun haben… wenn ich daran denke was alleine die Munition kostet… gibt genug Leute, die das Geld wichtigerem zuführen würden (Kindern usw. als Beispiel).

          Jedenfalls gibt es für den Erwern waffenrechtlicher Dokumente keine intellektuelle Barriere – keine Prüfung, nichts.

          Und verlässlich ist beinahe jeder Österreicher – nur ist halt bei den meisten keine Motivation vorhanden, sich ein waffenrechtliches Dokument zu besorgen. Das macht diejenigen, die eines wollen, einfach zu einem Teil dieser Menge, die, aus welchen Gründen auch immer, eben Motivation dazu haben.

          Und Akademiker… ich muss da immer an Strache denken als er von Van der Bellen im Fernsehen vorgeführt wurd – offensichtlich gibt es da auch bei Akademikern Abstufungen 😀

          • Wenn Sie schon den Professor VdB ansprechen, dann fragen Sie doch bitte wie das mit dem Arlbergtunnel war…….

            Schon blöd dass sich die dummen und ignoranten Autofahrer NICHT an die Berechungen des Herrn Professors gehalten haben….

  3. Und ein einem hat der Clip unbedingt recht! Der Seitenhieb auf Ungarn. Das sollte uns allen ein Ansporn sein, auch diese Unrechtsregierung zum Teufel zu schicken und eine anständige und ehrliche Regierung einzusetzen so wie in Ungarn der Orban!

  4. Salzkammergutler

    Die Überwachung der Bürger (bzw. deren Daten) durch staatliche Institutionen ist problematisch und gehört in Schranken verwiesen.

    Natürlich macht eine solche Einschränkung die Verfolgung von Kriminellen schwieriger und aufwendiger, aber gerade wenn höchstpersönliche Informationen auf dem Spiel stehen, muss das Recht des Einzelnen klar und fest sein.

    Dass es ohne nicht geht ist klar – auch Kriminelle sind im Web vertreten, organsieren sich damit, agieren über das Web. Aber ohne guten Grund, nur aus Verdachtsmomenten …. das geht nicht. Unsere Daten gehören geschützt.

    Ich unterstelle dem Staat bzw. durchführenden Organisationen noch nicht einmal unehrliche Absichten – aber die Privatsphäre der Menschen muss geschützt werden.

  5. Ich will nicht ausschließen daß das manchen gefallen mag (es werden viele wissen wen ich meine), ich behaupte aber daß durch diese Maßnahmen das Ende des freien, denkenden Bürgers eingeleitet werden soll. Principiis obsta! Vielleicht ist es ja noch nicht zu spät.

    Ich will oben stehenden Absatz dahingehend kommentieren:

    „es ist dann zu spät, wenn wir aufgeben!“
    kämpfe persönlich gegen die Unterdrückung in jeder Form!
    „de oppresso liber“
    ist einer meiner Leitsprüche.

  6. Es geht bei der ausufernden Überwachung nicht wirklich um Sicherheit – es geht um Kontrolle. Da fällt zweifellos ein wenig mehr reale Sicherheit und sehr viel mehr „Scheinsicherheit“ dabei ab.

    Dazu hat Bruce Schneier einen schönen TED-Talk gehalten. „Die Illusion von Sicherheit“:

    Und daß Leute, die unfähig oder zu feige sind, sich selbst um grundlegende Sicherheit zu kümmern, dafür gerne den Staat beauftragen, ist auch nichts neues. Die erliegen der Illusion (bzw. der Propaganda), daß, wenn alles überwacht ist, auch alles sicher ist.

    Trotz umfassender NSA/CIA/FBI-Überwachung konnten aber weder 9/11 noch Boston verhindert werden. Liegt vielleicht auch daran, daß die „Dienste“ etliches von dem Terror, den sie verhindern sollen, selbst erzeugen:
    http://www.motherjones.com/politics/2011/08/fbi-terrorist-informants
    Von 508 Terrorplanungen in den USA sollen nur 3 nicht vom FBI provoziert oder eingefädelt worden sein. Auch bei den deutschen „Sauerlandbombern“ war ein Scharfmacher und V-Mann in US-Diensten beteiligt. http://de.wikipedia.org/wiki/Sauerland-Gruppe
    Das sieht – wie so vieles in dem Bereich – eher nach Staats-Terrorismus und Existenzsicherungsmaßnahme für die Dienste aus.

    Es gibt keine Freiheit ohne Sicherheit. Das gilt auch umgekehrt. Derzeit geht die Sicherheit wieder mal massiv zu Kosten der Freiheit, und Leuten, die das begrüßen, möchte ich gerne diesen Text um die Ohren hauen:
    http://www.catb.org/~esr/guns/cowards.html

  7. Hat dies auf Semper Fidelis rebloggt und kommentierte:
    Beim Dagarser entdeckt, kann da nur zustimmen.

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