Eine Erfolgsgeschichte?

Seit über einem Jahr ist es jetzt in Kraft, das Zentrale Waffenregister (ZWR), eine wirkliche Erfolgsgeschichte ist es ja bislang noch nicht. Der ORF hat dazu einen (ganz guten und sachlichen) Artikel gebracht, darin finden sich auch recht interessante Zahlen:

Laut Bericht sind im ZWR bislang 471.601 Waffen registriert, diese Zahl setzt sich wie folgt zusammen:

  • 367.161 Schußwaffen der Kategorie B, diese waren bereits zuvor registriert und wurden am 1. Oktober 2012 mit Beginn der Registrierungspflicht „amtlicherseits“ ins ZWR übernommen.
  • Selbes gilt für die 7.681 Schußwaffen der Kategorie A die mit Ausnahmebewilligung besessen werden.
  • 81.179 Schußwaffen der Kategorie C wurden aktiv gemeldet bzw. registriert, da in diese Zahl aber neben der Registrierung des Altbestandes auch die zahlreichen Neukäufe (sowohl vom Waffenfachhandel wie auch von Privat) einfließen kann man anhand dieser Angabe nicht mit Sicherheit sagen wie hoch der Anteil an registriertem Altbestand tatsächlich ist.
  • 15.580 Schußwaffen der Kategorie D schließlich scheinen auch in dieser Aufzählung auf, da hier eine Registrierung des Altbestandes gesetzlich nicht vorgeschrieben ist wird es sich dabei wohl hauptsächlich um Neukäufe handeln.

Eine mehr als schlechte Bilanz jedenfalls, von rund 470.000 registrierten Waffen wurden lediglich knapp 100.000 tatsächlich „aktiv“ registriert – und davon sind meiner Schätzung nach mindestens 30% Neukäufe!

Geht man also von 70.000 registrierten Schußwaffen aus Altbestand aus und bedenkt gleichzeitig, daß von dieser Meldeanzahl wohl die Mehrzahl von Personen, die Eigentum an gleich mehreren Waffen haben, erfolgt ist, so wirft dies ein düsteres Bild auf die diesbezügliche „Meldemoral“ der österreichischen Waffenbesitzer.

Geht es in diesem atemberaubenden Tempo weiter, dann kommen bis zum Ende der Registrierungspflicht des Altbestandes am 30. Juni 2014 gerade noch einmal knapp 41.000 Schußwaffen hinzu, das ZWR würde dann etwas mehr als 510.000 registrierte Waffen umfassen.

Das wäre freilich nur ein Bruchteil der tatsächlich in Österreich in Umlauf befindlichen Schußwaffen, ich bemühe in diesem Zusammenhang wieder einmal die Schätzung des seinerzeitigen SPÖ-Innenministers Karl Schlögl der von einer Million Waffenbesitzern ausgegangen ist; da viele dieser Waffenbesitzer natürlich gleich mehrere Schußwaffen besitzen kann man getrost von zumindest 5.000.000 Waffen in privater Hand ausgehen. Nach obiger Schätzung wären dann ab 1. Juli 2014 gerade einmal 10% davon registriert.

Das sind aber bloß Zahlenspielereien, natürlich wird die Zahl der Registrierungen bis zum Ende der Nachregistrierungspflicht am 30. Juni 2014 ansteigen, natürlich wird im Juni ein „Run“ auf die Registrierungsstellen und das entsprechende Internetportal stattfinden, schließlich will sich ja keiner am 1. Juli mit einer (wie groß auch immer) Zahl an nicht registrierten, also illegalen, Waffen wiederfinden, mit Waffen also die man guten Gewissens weder zur Jagd noch auf den Schießstand mitnehmen kann.

Hier ist aber auch die Politik in die Pflicht zu nehmen, die Registrierungsmoral würde deutlich ansteigen wenn sowohl die Regierung (so wir bis dahin eine neue haben) als auch alle im Parlament vertretenen Parteien folgende Punkte erfüllen würden:

  • Ein klares Bekenntnis zum Recht der unbescholtenen Österreicherinnen und Österreicher auf legalen, privaten Waffenbesitz.
  • Ein klares Bekenntnis daß die von rechtstreuen Österreicherinnen und Österreichern registrierten Waffen auch zukünftig in deren Eigentum verbleiben und etwa auch weiterverebt werden können.
  • Ein klares Bekenntnis zur Datensicherheit der im ZWR gespeicherten Daten der waffenbesitzenden Österreicherinnen und Österreicher.
  • Eine klare Absage an eine – wie auch immer geartete – Abgabenpflicht für waffenbesitzende Österreicherinnen und Österreicher, also den Verzicht auf eine Waffensteuer.
  • Eine klare Absage an eine zukünftige weitere Verschärfung des ohnehin schon viel zu restriktiven österreichischen Waffengesetzes.

Der Waffenbesitzer ist von Haus aus ein rechtstreuer Bürger, das zeigt sich auch darin daß wir schon bislang fast jeden Blödsinn, jede Verschärfung, geduldig ertragen und das auch mitgetragen haben. Das hat aber auch seine Grenzen, wenn ich hier von „fast jedem Blödsinn“ schreibe erinnere ich etwa an die seinerzeitige Registrierung der Vorderschaftrepetierflinten („Pumpguns“), auch damals wurde nur ein Bruchteil der VSRFs registriert und etwa 40.000 davon sind in die Illegalität verschwunden.  Und so traurig es ist: Jene, die ihre VSRFs damals nicht registrieren ließen haben im nachhinein recht gehabt, die „Enteignung durch die Hintertür“ ist bspw. durch das Vererbungsverbot von VSRFs entgegen anderslautenden Zusagen durch die Politik in Kraft getreten, wer brav registrieren ließ war nachher der Dumme.

Wundert es da irgendjemanden, daß die Waffenbesitzer als „gebrannte Kinder“ dieser durch die EU befohlenen Registrierung aller Schußwaffen mehr als nur skeptisch gegenüberstehen?

Dessenungeachtet werde ich für meinen Teil das, was ich registrieren muß auch registrieren, ich habe – außer ein paar alten Flinten – keine „Schrankwaffen“ sondern verwende meine Waffen jagdlich oder sportlich, ich führe, transportiere und verwende sie also und habe keine Lust wegen einer nicht registrierten Waffe meine waffenrechtliche Zuverlässigkeit zu verlieren. Wäre ich „nur“ ein Sammler, der seine Waffen daheim im stillen Kämmerlein aufbewahrt würde ich mir das mehr als zweimal überlegen.

Ich werde aber mit der Registrierung bis zum letzten Drücker zuwarten, das ist mein Recht und das gedenke ich voll in Anspruch zu nehmen, das sollten alle Waffenbesitzer so halten. Wer weiß, wenn die Registrierung weiter so schleppend vonstatten geht und sich eine Blamage abzeichnet, ob die Politik sich dann nicht doch zu den oben genannten sinnvollen und selbstverständlichen verbindlichen Versicherungen – etwa durch ein Verfassungsgesetz – bereit erklärt bzw. bereit erklären muß. Träumen wird man ja noch dürfen…

13 Antworten zu “Eine Erfolgsgeschichte?

  1. Pingback: Wochenrückblick 43/2013 | dagarser

  2. Tja Leute ich sage euch was nach dem 1.Juli 2014 passieren wird.
    Die Behörden werden dann die bisherigen C-Meldungen die bei den Händlern aufliegen müssen einsammeln gehen und mal nachschauen was noch „fehlen“ könnte, derjenige der die letzte Meldung einer Schusswaffe getätigt hat, und die nicht registiert ist, dort wird die Polizei mal nachfragen was mit der Waffe geschehen ist.
    Jeder der eine C-Waffe die er gemeldet hat nicht registrieren lässt tut sich selbst nichts gutes. Jeder der glaubt die Behörden kontrollieren das nicht nach ist ein Narr und läuft in deren Falle.
    Nicht um sonst müssen die Kategorie D- Flinten nicht registriert werden, da sie nicht gemeldet wurden und daher nicht nachkontrollierbar sind.

  3. Sehr geehrter Herr Gen.Sek
    Ich werde „GANZ SICHER“ einem Boykottaufruf Ihrerseits folgen !
    Ich habe nämlich endgültig die Nase voll von Hoplophoben Idioten egal ob Männlich Weiblich oder Beides die auf Kosten mündiger unbescholtener Legalwaffenbesitzer Ihre persönliche Paranoia zu befriedigen versuchen !!
    Und es kümmert mich auch nicht welcher verlogenen Fraktion (Rot,Grün ,Schwarz ,Pink )oder Mafiösen Orgarnisation (EU) Sie angehören !

  4. …..segts….hättet ihr unseren Salzbaron nicht vergrault, dann hättet ihr jetzt die direkte Antwort von „Hold up Mary“ zu dem Thema….von der Quelle, sozusagen….

  5. Semper Fidelis spricht wie immer Klartext… und mir aus der Seele !
    Volksverdummung und daraus resultirende Steuerverschwendung ist bei unseren Politikern zur Doktrin geworden um die Bevölkerung einzulullen und „bei Stange“ zu halten. Nur haben sie eines vergessen : den (mit)denkenden Bürger der weiß wo der Hammer hängt, und der hängt, langsam aber sicher, immer lockerer…..

  6. Meiner Meinung nach werden die hiesigen Politiker nach dem 30. Jun. 2014 nicht umdenken, falls nur wenige Waffen registriert sein sollten; stattdessen wird wohl eher die Polizei zu den (Legal-)Waffenbesitzern ausgschickt, um ev. nicht registrierte Waffen der Kat. C zu finden. Damit ließe sich manch ein Waffenverbot verhängen und administrativ entwaffnen.
    Bei Fehlern in der Registrierung (Ziffernsturz, Rechtschreibfehler) ließen sich vielleicht mit manch dummdreisten Maßnahmen die Waffenbesitzer drangsalieren bis zur freiwilligen Abgabe.

  7. Wir von der IWÖ überlegen bereits einen Boykott der Registrierungen, bis die Politik verbindliche Erkärungen abgegeben hat. Nur müßten halt alle mitmachen.

    • Es ist leider auch oft bei uns ein Problem, dass nicht alle mit machen, aber diesmal wäre es besonders wichtig, um den Herrschaften zu zeigen, mit uns ist nicht zu spaßen…

    • Sehr geehrter Herr Dr. Z.
      Leider konnte ich mich diesem Protest nicht anschließen, da ich erst heuer meine drei meldepflichtigen Waffen von einem offiziellen Waffenhändler gekauft habe. Da war die Registrierung mit dabei…..

      1 x CZ 455 .17 HMR und 2x Schrotflinten 12/76

  8. War klar, warum sollte es in Österreich anders sein, als in Deutschland?
    Ich bin mir aber absolut sicher, dass die Politiker weiterhin an dieser Schnapsidee festhalten, sie werden die „an sich gute Idee/wichtige Entscheidung“ löblich erwähnen, während ihnen bezüglich der Fehlschläge einen Verdrängungsmechanismus innewohnt um den sie von Folteropfern aus Krisengebieten beneidet werden.
    Kanada wusste vor Jahren schon, dass ein Zentralregister nur Kosten verursacht und keinen effektiven Nutzen mit sich bringt, weil die Initiatoren dieser Sache davon ausgehen, dass die illegalen Waffen ihren Ursprung bei Legalwaffenbesitzern haben, die ihre Waffen an Verbrecher verhökern – eine indirekte Kriminalisierung rechtstreuer Bürger, während man bei den einschlägig bekannten Gewaltverbrechern jedoch aus Gründen der Political Correctness permanent beide Augen zudrückt.
    Das zentrale Waffenregister ist eine Bankrotterklärung an ein System welches die eigenen Bürger zu Verbrechern degradiert, während es überführte Gewalttäter zu Opfern umkonstruiert und die Schuld für deren Verbrechen auch noch bei den Geschädigten sucht.

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