Gefeuert statt gefeiert

Auch in den USA ist nicht alles Gold was glänzt, das mußte nun ein Tankstellenmitarbeiter in Nashua, New Hampshire, am eigenen Leib erfahren.

Als Shannon Cothran in den frühen Morgenstunden des 14. Oktober auf der Tankstelle, auf der er Dienst tat, von einem mit einem Messer bewaffneten Verbrecher überfallen wurde tat er instinktiv das einzig Richtige: Er griff selbst zu seiner verdeckt geführten .380er Ruger:

“He had the knife cocked back. It looked like he was going to stab me,” Cothran said. “I took several steps back, produced my sidearm, and informed him it was a bad idea and he didn’t want to do it, and he left.”

(„Er hatte bereits mit dem Messer ausgeholt. Es sah so aus als wolle er auf mich einstechen,“ so Cothran. „Ich ging einige Schritte zurück, zog meine Waffe und machte ihm klar daß das keine gute Idee sei und er das besser nicht machen solle, dann ging er wieder.)

Zu den Gründen für sein Handeln und auch, wieso er überhaupt bewaffnet war, führte Cothran aus:

“When you’re dealing in seconds, not minutes or hours, you can’t be dependent on anyone else to take care of you,” he said. “You have to be responsible for yourself.” (Beide Zitate: Nashua Telegraph)

(Wenn es um Sekunden geht, nicht um Minuten oder Stunden, darf man nicht auf die Hilfe von anderen angewiesen sein,“ sagte er. Man muß für sich selbst die Verantwortung übernehmen.“)

Eine sehr vernünftige Einstellung, wenn sich diese Situation so wie geschildert abgespielt hat, dann hat „The Bear“, so Cothrans Spitzname, alles richtig gemacht: Er hat bei einem gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff angemessen reagiert, als der Angriff – auch ohne Schußabgabe – wirksam beendet war hat er die Verteidigungshandlung sofort eingestellt. Wie aus dem Bilderbuch.

Cothran hat also sein Leben gerettet, er hat seinen Arbeitgeber, Nouria Energy, vor einem Verlust bewahrt, das Recht ist hier nicht dem Unrecht gewichen. Doch wie wurde ihm diese gute Tat vergolten? Wurde er belobigt? Befördert? Hat er eine Prämie bekommen? Nichts von alledem – der Mann wurde schlicht und einfach gefeuert!

Gefeuert, da „die Firmenpolitik von Nouria Energy es ihren Angestellten verbietet Waffen zu tragen“. Ein Skandal sondergleichen! Nicht einmal so sehr die Entlassung an sich, die ist ja wohl durch diese firmeninterne Richtlinie gedeckt, sondern vielmehr diese „Firmenpolitik“: Ein Konzern verbietet seinen Angestellten, noch dazu so exponierten wie Tankwarten, sich im Notfall gut und effektiv zur Wehr setzen zu können. Wieso eigentlich?

Gerade im vorliegenden Fall hat sich ganz deutlich gezeigt daß ein bewaffneter Mitarbeiter sehr wohl Schaden von sich und auch vom Unternehmen abwehren kann. Weshalb also diese Möglichkeit zur wirksamen Verteidigung verbieten?

Cothran sieht das Ganze aber recht pragmatisch, er sagt dazu:

“Honestly, I can find a new job. “It’s an awful lot harder to find new internal organs.” (Guns save Lives)

(„Ganz ehrlich: Ich kann leicht eine neue Stelle finden. Es ist aber verdammt viel schwieriger neue innere Organe zu finden.)

Das stimmt natürlich und Cothran ist zu dieser Einstellung zu gratulieren! Ich mache mir auch keine Sorgen, daß er bald einen neuen Job finden wird – nicht alle Firmen sind so abgehoben und weltfremd wie Nouria Energy, es gibt ganz sicher Arbeitgeber die mutige, entschlossene und loyale Mitarbeiter suchen.

Nein, in den USA ist beileibe nicht alles Gold was glänzt. Eines jedoch bleibt festzuhalten: Cothran lebt, er konnte seine körperliche Unversehrtheit bewahren. Weil er bewaffnet war. Weil der Staat – wenn schon nicht der Arbeitgeber – ihm dieses Recht zugesteht. Und da ist man in weiten Teilen der USA wesentlich besser dran als etwa bei uns!

8 Antworten zu “Gefeuert statt gefeiert

  1. Pingback: Wochenrückblick 43/2013 | dagarser

  2. Nicht zu vergessen, dass Lichtermeer der Grünen für den „armen Räuber“ …

  3. Die anderen Tankstellenbesitzer wissen ja jetzt, welcher Mitarbeiter ein über den Arbeitsvertrag hinausgehendes berufliches Engagement mitbringt – der dürfte nicht lange arbeitslos bleiben.

  4. Na ja, eigentlich ist doch alles gut. Er blieb unverletzt, brauchte niemanden zu erschießen und hat rausgefunden, dass er beim falschen Arbeitgeber angestellt ist, die nicht viel Wert auf die Unversehrtheit ihrer Angestellten legen.
    Die schlauen Mitarbeiter dieser Firma werden sich jetzt nach einem anderen Job umsehen. Die Dummen bleiben auf dem Posten. Der Service wird sich verschlechtern und zudem wird die Kette von dem einen oder anderen ab jetzt boykottiert.
    So bekommt jeder das, was er verdient….

  5. Nein, das wäre in Österreich sicherlich NICHT so gewesen, da irrst Du Dich. Auch ein „findiger“ Anwalt kann aus einer glasklaren Notwehrhandlung keine Notwehrüberschreitung konstruieren. Selbst in Österreich nicht, wo Polizisten die Geschwindigkeiten von Autos schätzen dürfen und auf Basis dieser Schätzung Strafzettel austeilen dürfen…

  6. ……aber auch in den USA, sind subversive Kräfte am Werk, die verfassungsmäßigen Rechte in Frage zu stellen und wie wir ja seit langem wissen, diese auch zu brechen.
    Jedem denkenden Menschen war das ja immer klar, nur jetzt bekommen wir es fast täglich bestätigt.
    Österreich ist da keine Ausnahme, seit SS-Pete (Super Secret Pete) die Lizenz zum Aussetzen der verfassungsmäßigen Rechte von Staatsbürgern bekam, nach eigenem Gutdünken, wohlgemerkt, angeblich kontrolliert von einem „strengen alten Rechtsprofessor“ – was immer das sein mag…..durchgewunken von völlig überforderten Abgeordneten – nur manchen kamen dann doch Zweifel….
    Vordergründig geht es da um die Abwehr islamistischer Kämpfer, welche Ausbildungen im nahen Osten machen, nur gesehen hat man noch keinen…alles geheim, pscht….
    …..die von der Hatsch zurückgekehrten Kämpfer – kleiner Umweg über Syrien vermutlich, werden in Schwechat empfangen und wenn sie nicht sofort ihre AK von unserer Demilitarisierungsexpertin von der ÖBB demilitarisieren lassen und mit der scharfen AK, geschultert in die Straßenbahn steigen, dann werden sie genau beobachtet und natürlich sofort an die NSA weitergeleitet…..die bezahlt ja angeblich, oder doch nicht?

  7. Dasselbe in Österreich passiert, wäre zum Rausschmiss auch noch eine behördliche Verfolgung durch den weisungsgebundenen Staatsanwalt erfolgt, wahrscheinlich anschließend auch noch eine Verurteilung durch ein „unabhängiges“ Gericht wegen mindesten gefährlicher Drohung mit der Waffe gegen den armen Räuber, Überschreitung der Notwehr und noch einigen Paragraphen, die ein findiger Anwalt sicher gefunden hätte. Da ist der leidgeprüfte Tankstellenmitarbeiter in Amerika ja noch relativ günstig weg gekommen.

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