Ein g’scheiter Mensch

Über den Roland Düringer habe ich schon Tränen gelacht, sei es als Mitglied der Kabarettgruppe „Schlabarett“ (für die Ewigkeit: sein primitiv-proletoider „Rambossek“ in „Atompilz von links“), sei es als Einzelkünstler, wie etwa bei „Hinterholz 8“ (das Programm übrigens um Welten besser als der Film). Düringer ist aber nicht nur lustig, er ist auch ein wirklich g’scheiter Mensch.

Das sollten alle guten Kabarettisten sein (früher waren sie das auch), heute reicht aber in der Regel schon undifferenziertes Hinpecken auf alles was nicht „links“ ist aus, um beim Publikum anzukommen und gute Kritiken zu erhalten. Daß Düringer da aus anderem Holz geschnitzt ist hat er schon mit seiner – mittlerweile schon fast berühmten – „Wutbürgerrede“ bewiesen.

Seit Anfang dieses Jahres führt Roland Düringer auch ein Videotagebuch, ab und an schaue ich dort auch hinein. Auf seinen gestrigen „Tagebucheintrag“ bin ich allerdings erst durch einen Leserkommentar bei den „Querschüssen“ aufmerksam geworden, dafür bedanke ich mich ganz herzlich!

Dort hat Düringer nämlich etwas verkündet, was ihn wohl wiederum vom Großteil seiner Kabarettisten-Kollegen abheben wird: Er lernt gerade – zusammen mit seiner Frau – für die Jagdprüfung!

Hier die entsprechende Passage (von mir etwas „gestrafft“):

„(…) Meine Frau und ich machen jetzt den Jagdschein. Jetzt über den Winter ist eine gute Zeit dafür, da kann man ein bißchen lernen. Wir glauben daß das etwas Sinnvolles ist – nicht um Tiere zu töten, zumindest nicht in erster Linie, sondern um sich etwas besser auszukennen im Wald, worum es da wirklich geht. Man soll nicht immer die Jäger vorverurteilen daß alle Mörder sind und Wahnsinnige – die gibt es sicher auch, weil in jeder Branche gibt’s Gestörte – aber ich glaube nicht daß das unbedingt die Regel sein muß. Und es ist nett, wenn man wirklich einmal Gusto auf Fleisch hat, daß man sich vielleicht eines schießt – wenn man wirklich Fleisch möchte, und ab und zu ist das ja nichts Schlechtes. Nur dann muß man halt die Eier haben daß man es selbst umbringt auch, sagen wir immer, meine Frau und ich (also meine Frau sagt das mit den Eiern nicht, ich sag‘ das immer, sie sieht das vielleicht etwas anders). (…)“ (Video auf youtube)

Besser kann man das meiner Meinung nach nicht zusammenfassen, zumindest wenn man nicht familiär oder im Freundeskreis „jagdlich vorbelastet“ ist! Gegen Vorverurteilungen, für besseres Wissen, für einen gesunden Umgang mit dem Nahrungsmittel „Wild“ – ich wiederhole mich: Ein g’scheiter Mensch!

Ich wünsche Roland Düringer und seiner Frau für die kommende Jagdprüfung schon jetzt ein kräftiges Weidmannsheil, solche Jäger kann die Jagd – und können wir alle – brauchen! Zumal Düringer als Jäger ja auch Waffenbesitzer sein wird. Und als solcher wird er sicherlich so g’scheit sein zu erkennen, daß auch in diesem Bereich Vorverurteilungen fehl am Platz, ungerechtfertigt und falsch sind! Hoffentlich sagt er das dann auch so deutlich…

7 Antworten zu “Ein g’scheiter Mensch

  1. Pingback: Wochenrückblick 45-46/2013 | dagarser

  2. da hätte ich ihnen jetzt aber mehr objektivität zugetraut. ein gescheiter mensch ist also jemand der für das androsch voklsbegehren wirbt? nein danke, der düringer ist noch linker als links, schön alle ami schlitten verkauft, ein zopferl aufs bärtchen und eine verlogene wutbürgerrede. so einfach gehts nicht…

    • Ich halte Düringer für authentisch.
      Das mit dem Androsch-Volksbegehren wußte ich nicht, das ist zwar schade, aber ich will es ihm nicht vorhalten.
      Jeder macht Fehler. Ich habe bspw. 1994 einen gemacht…

      • Was 1994 betrifft, bin ich auch schuldig, im Sinne der Anklge. Da sind wir wohl nicht die Einzigen die meinen nicht für DAS abgestimmt zu haben.

  3. Wenn er es ehrlich meint, dann ist es gut, aber da ich ein misstrauischer Mensch bin, habe ich, gerade bei „Künstlern“ meine Bedenken. Sollte ich mich da irren, bin ich froh darüber und werde mich entschuldigen.

  4. ….der Düringer hat eine gewaltige Wandlung zum Positiven durchwandert – ganz im Gegensatz, zu den meisten seiner Staatskünstlerkollegen der links-linken Fraktion.
    Die Ernsthaftigkeit, mit der er zum selbstversorgenden Gärtner, jetzt zum Jäger, als völlig logische Konsequenz daraus und seine gestanden Positionen allen Fragen des Daseins, erheben ihn weit über diese Schicki-Micki-Gesellschaft heraus – Bravo!!

  5. Über die Sinnhaftigkeit im Bedarfsfall über eine .357er zu verfügen hat er sich ja schon geäußert. In der Hinsicht mach ich mir also keine Sorgen.
    Am liebsten sind mir noch immer diese Schwänke:
    http://m.youtube.com/watch?v=RDA7dH5lGKM
    http://m.youtube.com/watch?v=hAo3s3JWsEo
    Manches weckt Erinnerungen.

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