Gastbeitrag: Eine Vorstellung

Vorige Woche habe ich hier einen Gastbeitrag von Franz Schmidt zum Thema Selbstverteidigung gebracht, der Beitrag ist sehr gut angekommen und ich wurde oft gefragt, wer denn dieser Franz Schmidt eigentlich sei. Diese Fragen kamen hauptsächlich von meinen deutschen Lesern, den Österreichern ist der Franz ja als „alter Kämpfer“ und IWÖ-Ehrenmitglied mehrheitlich bekannt, deshalb habe ich ihn ersucht selbst eine kurze Vorstellung zu schreiben.

Franz Schmidt ist dem gerne nachgekommen, ebenso gerne bringe ich heute seinen zweiten (und – wie er mir zugesagt hat – sicher nicht letzten) Gastbeitrag! Ich kenne den Franz schon seit Jahren, ich weiß was er geleistet hat und noch immer leistet, dennoch habe ich den Grund für sein Engagement vor der Lektüre dieses Artikels nie wirklich hinterfragt, immer nur mit Freude zur Kenntnis genommen. Spannend zu lesen, wie ein Insider nicht nur die Lügengebilde der Waffengegner erkannt hat, sondern auch aktiv dagegen vorgegangen ist. Chapeau Franz!

Weshalb ich mich für den legalen Waffenbesitz einsetze

von Franz Schmidt

?????????????????????????????Der Grund, weshalb ich als Polizist zum Waffenbefürworter wurde waren schlicht und einfach die dreisten und unerhörten Lügen der waffenhassenden Politiker und Journalisten.

Was war geschehen? Seit 1976 war ich Polizeibeamter, seit 1983 in der Funktion eines Dienstführenden. In meiner Funktion als Wachkommandant mußte ich regelmäßig die Zählblätter meiner Kollegen für die Kriminalstatistik ausfüllen bzw. kontrollieren. Ich erinnere mich daran, daß dabei Schußwaffendelikte,  vor allem mit legalen Schußwaffen, nur äußerst selten,  eigentlich so gut wie nie, vorkamen.

In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts passierten dann einige Bluttaten mit Schußwaffen. Obwohl solche Bluttaten meist mit illegalen Waffen ausgeführt worden waren, schlug sich das in einer plötzlich einsetzenden Antiwaffenkampagne in den Medien nieder. Auffallend daran war, daß diese Aktionen gegen die Privatwaffen offensichtlich konzertiert waren und sich ausschließlich gegen die Legalwaffenbesitzer richteten. Eigentlich wäre es nicht abwegig gewesen, wenn ich mir gesagt hätte „Wenn es keine Waffen im Volk gibt, dann ist es auch für die Polizei sicherer“, denn  viele meiner Kollegen dachten so. Mir aber war klar, daß kein Waffenverbot der Welt die Schußwaffen meiner Feinde – der Kriminellen – zum Vorschein bringen würde. Ich wußte vielmehr, daß ein Waffenverbot nur die Verbrecher begünstigen würde. Ihre Arbeitsbedingungen würden sich dadurch entscheidend verbessern. Aber daran war mir nicht gelegen!

Damals bildete sich in einer wundersamen Schnelligkeit ein Netzwerk heraus, das für ein generelles Schußwaffenverbot in Österreich eintrat. In der Folge übernahmen die Sozialdemokraten, die Grünen und die Kommunisten, später auch die Liberalen, ein generelles Schußwaffenverbot in ihre Parteiprogramme. Ich konnte das zuerst nicht fassen, hatte ich doch auf Grund meiner langjährigen dienstlichen Erfahrung Legalwaffen nie als eine Gefahr für die innere Sicherheit angesehen. Als Mitte bis Ende der 90er Jahre im Zuge der sich rasch steigernden Antiwaffenkampagne in regelmäßigen Abständen in den verschiedenen Medien verkündet wurde, daß „mehr als die Hälfte aller Morde in Österreich mit legalen Schußwaffen passieren“ würden, wurde ich stutzig. Ich merkte sofort, daß dabei etwas nicht stimmen konnte. So begann ich der Sache auf die Spur zu gehen. Ab Jänner 1998 erstellte ich meine „eigene“ Kriminalstatistik – bis Ende 2007. 10 Jahre lang analysierte ich exakt 1.618 Morde und Mordversuche, die mir in dieser Zeit bekannt geworden waren. Schon nach einem Jahr konnte ich die ernüchternde Feststellung machen, daß die hetzerischen Aussagen der Antiwaffenphalanx nicht stimmten.  Nicht mehr als die Hälfte der Tatwaffen waren Schußwaffen, sondern simple Stichwaffen. Das Brotmesser aus der Tischlade hatte sich zum weitaus gefährlichsten Tötungsinstrument gemausert. Legale, genehmigungspflichtige Schußwaffen waren lediglich mit 1 % (einem Prozent!) beteiligt.

Nun waren die Verbreiter der unwahren Angaben über die Häufigkeit von legalen Schußwaffen keine Dummköpfe an sich. Zumindest hatten sie dieselben Möglichkeiten wie ich, die Wahrheit zu ergründen. Anfangs hatte ich noch keinen Zugriff auf die bundesweite Kriminalstatistik und ich mußte mir alle Fälle aus den vielfältigen Medien (Printmedien, Rundfunk, Fernsehen) zusammensammeln. Es war mühsam, aber nur so konnte ich die richtigen Zahlen erforschen. Und es hatte sich gelohnt!

Mit dieser Erkenntnis trat ich in der Folge bei den zahlreichen Diskussionen den Waffengegnern entgegen. Nach einem jahrelangen „Abnützungskrieg“ hörte man diese Lügenpropaganda immer seltener, einzig die Grünen halten sie bis heute noch aufrecht. So war es auch mit dem Lügenmärchen „Es gibt keinen einzigen Fall von bewaffneter Notwehr in Österreich!“ – meine Recherchen ergaben bisher 51 Fälle von gerechter Notwehr mit Schußwaffen! Weiters verbreiten die Waffengegner gebetsmühlenartig eine weitere Unwahrheit: Sie sagen, „es habe keinen Sinn sich eine Schußwaffe zwecks Notwehr zuzulegen, weil man gesetzlich verpflichtet sei, Schußwaffen getrennt von der Munition aufzubewahren.“ Das ist aber falsch! Mit dieser Aussage wollen sie künftige Waffenbesitzer offensichtlich demoralisieren. Sogar der Verwaltungsgerichthof  hat in einem seiner Erkenntnisse festgestellt, „daß ein rascher Zugriff zur Schußwaffe bei Notwehr geboten und erlaubt ist.“

Erst solche Falschaussagen machten aus mir einen Waffenbefürworter und einen IWÖ-Aktivisten. Man sieht also, daß man den Waffengegnern, unter denen sich auch höchste Volksvertreter befinden, keinesfalls trauen darf! Ich unterstelle diesen Menschen nicht, daß sie unwissend sind. Ich denke, daß sie die Volksentwaffnung bewußt aus ideologischen Gründen betreiben. Ihr Motiv, die ehrbare Bevölkerung zu entwaffnen und wehrlos zu machen, dürfte auf Machtgelüsten und totalitärer Gesinnung beruhen. Aus der Geschichte dürften sie gelernt haben, daß sich nur waffenlose Sklaven knechten lassen.

Hätten diese Herrschaften nicht so dreist die Unwahrheit gesagt, ich wäre wahrscheinlich nie bei der IWÖ aktiv geworden! Zum Abschluß möchte ich nicht versäumen festzustellen, daß der Legalwaffenbesitz in Österreich mit dem Recht der bewaffneten Notwehr steht oder fällt. Lassen wir uns dieses Recht nie nehmen!

Franz Schmidt ist Polizeibeamter in Ruhe, Sportschütze, Jäger und Ehrenmitglied der IWÖ

10 Antworten zu “Gastbeitrag: Eine Vorstellung

  1. Pingback: Wochenrückblick 48/2013 | dagarser

  2. Ich kenne Franz Schmidt seit fast 20 Jahren. In einem anderen Land hätte man ihn mit Titeln und Orden überhäuft und ihn wegen seiner Arbeit ausgezeichnet. In den USA wäre er hochgeehrt. Nicht in Österreich und auch in Deutschland nicht.
    Franz Schmidt steht für die Herrschenden auf der falschen Seite, für uns auf der richtigen.

  3. Hat dies auf Waffen – Waffenbesitzer – Waffenrecht rebloggt und kommentierte:
    Ich muß nochmal einen Beitrag, der bei dagarser erschienen ist, rebloggen. Die Aussage des Polizisten in diesem Artikel lässt sich in großen Teilen 1:1 auf Deutschland übertragen.

  4. Es geht nicht um Waffen – es geht um Kontrolle. Es geht darum, daß es Gruppierungen gibt, die – unbeleckt von den Fakten – einfach nur Angst haben und in deren Hirnen sich schreckliche Szenarien abspielen. Szenarien, die keinen Bezug zur realen Welt haben.

    Diese Gruppierungen werden von Leuten benutzt, denen es darum geht, Macht und Kontrolle auszuüben. Leute, die ihre eigene krude Ideologie anderen überstülpen wollen.

    Typen von Waffengegnern

    Danke, Herr Schmidt, für die offenen und klaren Aussagen. Die beschriebenen Zustände kann man sicher 1:1 auf Deutschland übertragen.

  5. Hat dies auf Longcolt rebloggt und kommentierte:
    Das sollten unsere Politiker und Polizisten mal lesen!
    Gesehen bei dagarser.

  6. Frank-M. Wolf/pancho lobo

    moin zusammen,
    sehr schön geschriebener Artikel, und auch noch von jemanden der die Sache (LÜGEN der Hoplophoben) auf dem Grund erforscht und bewiesen hat mit einer Statristik die NICHT verfälscht wurde, und mit normalen Menschenverstand daraus die richtigen Schlüsse gezogen hat.
    saludos de pancho lobo

  7. …..wer verbreitet denn die einfache
    Milchmädchenrechnung, wenig Waffen in der Bevölkerung, erhöhen die Sicherheit? Ciu Bone – wie fast immer!
    Die Anti-Waffen Lobby bedient sich der Nicht-selbst-Denker, also der eher einfachen Gemüter, was ja sehr viel einfacher ist, als den Bürgern die Zusammenhänge wirklich zu erklären.
    Wenig erstaunlich ist, daß wenn man es dann doch tut, dann sagen sehr viele, also so habe ich das noch nicht gesehen – das ist mühsam, aber birgt einen Multiplikator für die Wahrheit.
    Die Nutznießer von „Waffen weg“ sind eine verschwindende Minderheit.
    Für die überwältigende Mehrheit ist der private Waffenbesitz ein Zugewinn an Sicherheit!
    Daß echte Bösewichte aus Politik und Wirtschaft das anders sehen, kann ich gut verstehen…..manche wurden sogar Innenminister….

    • Zu „…die Nutznießer … sind eine verschwindente Minderheit. …“
      Leider hat es diese Minderheit verstanden, sich in Schlüsselpositionen festzusetzen und leider funktionierende Netzwerke zu bilden. Und aus diesen Positionen heraus quälen sie die „Schweigende Mehrheit“ mit ihren theoretischen, verworrenen und marxistischen Vorstellungen.
      Blödheiten, wie z.B. „Kloschüssel soll in Zukunft Toiletten-Auffangbehälter“ heißen (so gelesen in der Krone vom 1.11.13), dienen dabei nur zur Ablenkung. Da kann sich das, in ihren Augen, blöde Volk das Maul zerreißen und dann kommt von hinten unbemerkt der große Hammer, wie z.B. u.A. Enteignung in kleinen Schritten! Angefangen mit 10 % auf alle Sparguthaben!
      Ich kann nur zitieren:
      „Gott schütze Österreich“ (Kurt Schuschnigg am 11.03.1938)

      • Eigentlich wollte ich mich bei Franz Schmidt für seinen wieder hervorragenden Beitrag bedanken, aber dann ist mit mir die Emotion durchgegangen und ich habe darauf vergessen.
        Also, besten Dank und hoffentlich kommen noch weitere so gute Beiträge!

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