Unsicherheit durch Registrierung!

Anfang Juni habe ich hier unter dem Titel „Wundersame Vermehrung“ von Schwierigkeiten bei einem ganz normalen Vorgang, der Überlassung zweier genehmigungspflichtiger Schußwaffen zwischen zwei zum Erwerb und Besitz solcher Waffen berechtigten Personen, berichtet. Statt für (Rechts-)Sicherheit hat das neue Zentrale Waffenregister (ZWR) in diesem Fall für Unsicherheit gesorgt, das kann ja nicht im Sinne des Erfinders sein.

Vorweg: Die oben beschriebene Angelegenheit ist „gut ausgegangen“, nach zahlreichen Telefonaten und doch einigem an Schriftverkehr wurden die gegenständlichen Waffen im ZWR doch noch aus dem Eintrag des Überlassers gelöscht und scheinen jetzt richtigerweise nur noch beim Erwerber auf, der Überlasser kann somit nun wieder über alle seine auf der WBK eingetragenen „Plätze“ verfügen. Sollte eine Selbstverständlichkeit sein, das war es aber in diesem Fall nicht.

Natürlich stellt sich die Frage, ob es sich hiebei um einen Einzelfall gehandelt hat. Die Vermutung liegt nahe, daß dem nicht so ist, einen viel simpleren Fall als eine Überlassung gem. § 28 (2) WaffG gibt es fast nicht, ein Vorgang der in Österreich jährlich viele tausendemale vorkommt. Wieviele Waffen werden seit Einführung des ZWR wohl schon „doppelt angeführt“?

Ein großes Problem für die betroffenen Waffenbesitzer, von denen wohl die wenigsten davon wissen. Dieses Problem besteht aber nicht nur in Österreich, auch Deutschland bleibt davon nicht verschont. Dort gibt es aber wenigstens vernünftige Polizeibeamte die auf diesen Mißstand aufmerksam machen, nämlich in der deutschen Gewerkschaft der Polizei (GdP)!

In einer Aussendung vom August dieses Jahres spricht der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow in Zusammenhang mit dem deutschen Nationalen Waffenregister (NWR) gar ganz deutlich von einem „Schuß in den Ofen“:

„Die bislang bei den bundesweit über 500 Waffenbehörden gespeicherten Daten der Waffen waren bereits fehlerhaft. Bei der Übertragung dieser Angaben zum Nationalen Waffenregister beim Bundesverwaltungsamt in Köln wurden weitere Fehler gemacht. Das stellt den Nutzen des NWR als Ermittlungs- und Fahndungsinstrument in Frage und es beschert den Waffenbesitzern möglicherweise sehr unangenehme Folgen.“

Gut – der Nutzen eines Waffenregisters als „Ermittlungs- und Fahndungsinstument“ ist für mich ohnehin mehr als fraglich, allenfalls wird man dadurch gestohlene Waffen ihren rechtmäßigen Besitzern zuordnen und an diese zurückgeben können; mit Schußwaffen begangene Gewaltverbrechen wird man dadurch aber eher nicht aufklären können, da diese in aller Regel mit nicht registrierten, illegalen Waffen begangen werden und somit ein Waffenregister mehr als sinnlos ist.

Zu unterstreichen sind aber die „möglicherweise sehr unangenehmen Folgen“ für die Waffenbesitzer, die GdP weiter:

Auch könne jemand, so befürchtet die GdP, der eine bestimmte Waffe schon vor Jahren verkauft hat, in den Fokus einer Ermittlung geraten, indem er als amtlich registrierter Besitzer der gesuchten Waffe natürlich dringend verdächtig erscheint. Oliver Malchow: „Das wird viel Ärger geben.“

Ja, das wird in der Tat Ärger geben! Ein Gedankenexperiment: B kauft A eine Pistole ab, kommt damit aber nicht zurecht und verkauft sie seinerseits an C weiter. C stirbt, sein Sohn D erbt die Waffe. Alles schön brav im Waffenregister eingetragen. Dann wird aber bei D eingebrochen und dabei die Waffe durch E entwendet, dieser überfällt damit eine Bank und verliert die Pistole auf der Flucht. Die Polizei findet die Waffe, gibt die Nummer im Waffenregister ein – und hat plötzlich gleich drei Verdächtige: A, B und D nämlich, vorausgesetzt C ist auch wirklich tot. Der wahre Täter, E nämlich, ist da fein raus: Er hat die gestohlene Waffe natürlich nie registriert, man kann sie nicht mit ihm in Verbindung bringen.

Was wird passieren? In Österreich werden A, B und D netten Besuch von der COBRA bekommen, in Deutschland vom SEK.  Womöglich gleich das „volle Programm“, inklusive eingetretener Tür und erschossenem Haushund, hoffentlich macht keiner der drei angesichts der „Men in Black“ eine falsche Bewegung, sonst liegt er (bestenfalls) im Krankenhaus! Derweil sich E in aller Ruhe an seiner Beute erfreuen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen kann!

Ein überspitztes Beispiel? Nein, angesichts der aufgezeigten Fehlerhaftigkeit der Waffenregister leider ein durchaus realistisches Szenario!

Daher, nochmals und immer wieder: Weg mit diesem unnötigen, unsicheren, fehlerhaften und teuren Waffenregister! Zum Teufel damit!

7 Antworten zu “Unsicherheit durch Registrierung!

  1. Pingback: Wochenrückblick 49/2013 | dagarser

  2. Wenn schon dieses unnötige ZWR, dann sollte man doch in seine eigenen Daten Einsicht nehmen können. Dann könnte man rechtzeigt solche Fehler erkennen und rechtzeitig etwas dagegen unternehmen. Ich selbst bin noch nicht eingestiegen, aber mir wurde gesagt, daß eine Einsicht nicht möglich ist! Wenn man so 1 bis etwa 5 Waffen besitzt ist es vermutlich nicht so dramatisch. Aber ein Sammler, der seine Meldung sicher nicht an einem Tag durchzieht, dem kann leicht eine Irrtum unterlaufen, wenn er auch noch so gut aufpasst! Da ist Behörden schon ganz anderes passiert!

    Auf jedem Fall bin ich der Meinung, dieses ZWR gehöhrt entsorgt!!! Und zwar sofort!!!
    Und die Kosten gehöhren der Kallenbach voll aufgebrummt!!!

    • In Deutschland kann man eine Selbstauskunft beantragen. Leider scheint das auch nicht zu funktionieren. Die Zettelschieber vom NWR wollen nämlich eine Kopie oder einen Scan des Personalausweises, damit sie wissen, daß der Anfragende auch derjenige ist, als der er sich ausgibt. (Was natürlich Blödsinn ist, da die Auskunft per Post an die Adresse des Waffenbesitzers geht und deshalb zumindest im richtigen Haushalt landet).

      Lt. Grundsatzurteil ist aber das kopieren von Personalausweisen bis auf wenige Ausnahmen verboten. Derzeit klagt ein deutscher Waffenbesitzer gegen diese Praktik der Mitarbeiter des NWR und will eine saubere Auskunft, wie sie vom Gesetz vorgesehen ist.

      Eine zweite Klage ist in Vorbereitung. Ich habe selbst vor über einem Monat einen Antrag auf Selbstauskunft gestellt und noch nicht mal eine Antwort bekommen. Der nächste Brief geht jetzt per Einschreiben mit Rückschein raus.

      • Danke für die Information.
        Selbst wenn es funktionieren sollte, sehr umständlich! Nehmen wir einmal an, ein Waffensammler meldet seinen Bestand. Bei der 25 Meldung gibt es einen Absturtz des PCs, oder einen Stromausfall, oder Ähnliches, was auch immer. Zwei Tage später funktioniert das System wieder. So, jetzt will man weiter melden. Wo war man doch vorhin? Ist die letzte Meldung vom System angenommen worden, ist sie gespeichert? Fehlermöglichkeiten wird es jede Menge geben. Daher meinte ich, wenn wir schon zu diesem Blödsinn verdonnert werden, sollte es eine einfache Möglichkeit geben, die eigenen Meldungen unbürokratisch abzurufen! Aber da wird vermutlich das Sicherheitsrisiko ins Treffen geführt! Was soll das, der ganze Sch… ist doch sowieso nicht sicher und vermutlich von jedem besseren Hacker zu knacken!
        Im Übrigen bin ich der Meinung, der ganze Blödsin gehört kübelisiert und die Verursacher gleich dazu!!!

  3. ….der politisch Aktionismuß, kann natürlich mit einem leider auch emotionalen Thema wie Sicherheit, leicht und einfach punkten.
    Die Mehrheit ist mit solchen wie den meisten Themen einfach überfordert und die ca. 20-30% Selbstdenker, sind teils auch selbst an solchem Aktionismuß interessiert – sie profitieren davon.
    Was tatsächlich Sicherheit erzeugt, wissen Politiker, Polizei und andere, selbstverständlich sehr genau, nur wissen wir seit 9/11, welchen ungeheuren wirtschaftlichen Faktor diese in Unsicherheit gehaltene Bevölkerung bildet.
    Die einfachsten Lösungen können nicht als politische Leistung an den Wähler verkauft werden – er will auch nicht agieren, das stört die Ruhe.
    Gedanken machen sich nur jene, welche betroffen wurden – zu spät halt.

  4. Eine Zielscheibe mit einem Loch in der Mitte. Könnte auch das Budgetloch sein (das gibt es aber gar nicht, wie wir inzwischen wissen)

  5. Zitat „Daher, nochmals und immer wieder: Weg mit diesem unnötigen, unsicheren, fehlerhaften und teuren Waffenregister! Zum Teufel damit!“
    Der Scheiß kommt doch von unserer geliebten EU auf Antrag der denkbefreiten Grünin, Gisela Kallenbach. Das dient doch nur zu unserem Schutz und unserer Sicherheit (sagte Polizei-Oberst JOHANN GOLOB) und kann daher doch nicht falsch sein. Und die Erde ist eine Scheibe mit ’nem Loch in der Mitte . . .

Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s