Annuntio vobis stuporem magnum, habemus regiminem!

Ich verkünde euch die große Erstarrung: Wir haben eine neue Regierung! Es ist aber kein weißer Rauch aus dem Bundeskanzleramt aufgestiegen, selbst wenn wäre das keiner begierig auf eine Entscheidung wartenden Menschenmenge aufgefallen – die gibt es nämlich nicht! Es gibt auch keinen Jubel, keine Freudenkundgebungen, dazu gibt es schlicht keinen Anlaß!

Denn diese Neuauflage der „großen“ Koalition ist eine Totgeburt, ein Zusammenschluß zweier sich krampfhaft an Macht, Posten und Pfründe klammernder ehemaliger Großparteien, keinesfalls aber ist diese Regierungsbildung das, was sie sein sollte: Die Umsetzung des Wählerwillens.

Allein der Blick auf die „Hauptdarsteller“ dieses unwürdigen Schauspiels ist dazu geeignet, dem Wort „Politikverdrossenheit“ ein (unsympathisches) Gesicht zu geben, egal, ob das jetzt der dauergrinsende Bundeskanzlerdarsteller ist oder die Karikatur eines ÖVP-Obmanns, der nun – von der Materie völlig unbeleckt – auch noch den Finanzminister geben darf. Kein Mensch kann ernsthaft gewollt haben, daß Werner Faymann und Michael Spindelegger für weitere 5 Jahre die Geschicke der Republik lenken sollen, weder die 26,8% der Wähler die für die SPÖ votiert, noch die 24% die ihr Kreuz bei der ÖVP gemacht haben.

Nein, diese Koalition ist in Wahrheit am 29. September 2013 abgewählt worden, der Souverän hat diese Not&Elend-Gemeinschaft ganz klar in die Wüste geschickt! Diese Parteien haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten bereits eindrucksvoll und nachhaltig bewiesen, daß sie „es“ nicht können, aber auch daß sie „miteinander“ nicht können – warum also wird dieser Zustand dennoch um (maximal) 5 weitere Jahre prolongiert?

Es ist allein der Machterhalt, der Pate für diese neue Koalition steht. Ein „Weiterwursteln wie bisher“, damit all die Kämmerer, Bündler, und wie immer sie auch heißen mögen, auch weiterhin an den gut dotierten Schalthebeln der Macht verbleiben können. Keine Reformen, etwa in der Verwaltung, kein Bekenntnis, daß man die am 29. September ausgeteilten Watschen verstanden hat, keine Einsicht, daß es so nicht weitergehen kann und darf!

Wahlversprechen? – „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“! Immerhin dürfte es tatsächlich keine neuen Steuern geben, dafür werden bestehende (NoVA, Tabaksteuer) erhöht und alte (Sektsteuer) wieder eingeführt. Elegant, aber bezeichnend.

Wenn kein Geld da ist, dann muß gespart werden. Das weiß jede Hausfrau. Wenn es sich hinten und vorne nicht ausgeht, dann kann nicht jeden Tag der Schweinsbraten am Tisch stehen, dafür ist dann schlicht das Geld nicht da! Oder kann die Hausfrau etwa zum Nachbarn gehen und sagen: „Ich komme mit meinem Haushaltsgeld nicht aus, also zahlst du unser Essen!“? Das macht ein guter Nachbar vielleicht ein-, zwei- oder maximal dreimal – aber dann ist Schluß!

Wie oft aber haben Rot und Schwarz schon bewiesen, daß sie nicht wirtschaften können? Wie oft schon sind sie zu ihren 8 Millionen „Nachbarn“ gegangen und haben sich das Geld einfach von ihnen geholt, statt darum zu bitten?

Und doch sind 50% dieser „Nachbarn“ hergegangen und haben diese Geldverbrenner wieder gewählt, haben dafür gestimmt daß es genau in dieser Tonlage weitergeht. Eigentlich unfaßbar.

Könnte, würde eine andere Regierung es besser machen? Es wird wohl bis zu den nächsten Nationalratswahlen dauern, bis wir das herausfinden, es sei denn, die Parteigremien von SPÖ und ÖVP sprechen sich doch noch gegen diese neue „große“ Koalition aus und setzen diesem Wahnsinn ein Ende. Doch damit ist nicht zu rechnen, zu sehr hat sich die Macht schon in die Gehirne der Apparatschiks hineingefressen.

Letztens war in einer Zeitung zu lesen, diese neue Regierung sei ein Sinnbild und Beweis für den viel zitierten „Fachkräftemangel“. Zuerst habe ich noch gelacht, dann habe ich mir die Protagonisten genau angesehen, danach war mir zum Weinen zumute. Besser kann man das nämlich nicht ausdrücken.

Es ist üblich, einer neuen Regierung einen „Vertrauensvorschuß“ von 100 Tagen zu geben, damit sie sich konsolidieren und einarbeiten kann. Das gilt in diesem Fall nicht, jedes Quentchen Vertrauen in diese Verbindung von SPÖ und ÖVP ist schon seit Jahren verbraucht und vernichtet. Armes Österreich, aber auch: Selbst schuld!

11 Antworten zu “Annuntio vobis stuporem magnum, habemus regiminem!

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  3. Etwas zum schmunzeln – Kommentar aus der Krone zum gestrigen Banküberfall in Ohlsdorf bei Gmunden:
    …..die Frau deutete Waffe an“ – Um die Sicherheit in Österreich zu erhöhen, wäre es schon angebracht, dass diese angedeuteten Waffen auch in das Zentrale Waffen-Register eintragen werden müssen…
    Nicht auszuschließen ist, dass die neualte Regierung der nunmehr besten Köpfe irgendwann mal diese glorreiche Idee verwirklichen möchte….

  4. Was soll man dazu sagen ? Mit solch einem Wahlergebnis müssten doch ehrbare Politiker vor Scham , ihre Sessel räumen! Die Schande , die durch das Verhalten von Heinz Fischer , gegenüber seinen Freund , wie Er Mandela nennt , auf uns geladen hat ist Bezeichnend für seine Parteizugehörigkeit SPÖ . Er sollte Neutral den Staat führen und nicht nur auf Veranstaltungen , die für die Politik unbedeutend sind glänzen. Seine Vertretung kam sogar einen Tag zu spät wegen eines marokanischen Minipolitiker – eine Schande !! Fischers Ausrede , Er musste hier bleiben Zwecks der Verhandlungen. Er hat keine Befugnis einzugreifen , sondern nur die Regierung an zu geloben. Ein Mann den Österreich glaube ich nicht mehr interessiert , sondern nur mehr sein Gehalt und die zu erwartende Pension . Für seine Leistungen als Präsident würden für Ihn 1.300.-€ Brutto reichen. Den jeder Arbeiter und Angestellte leistet mehr.
    Der angeblich neue Außenminister – ohne Diplomatische Ausbildung , eine Schande was die ÖVP mit ihrem Hoffnungsträger Kurz macht , man nennt das Verheizen. Ein Mann ohne Erfahrung soll als Außenminister Österreich vor der UN vertreten – ein geschichtlicher Wahnsinn!!

  5. Warum solls in Österreich anders sein als in Deutschland. Die Wähler und auch die von ihnen gewählen Parteien sind nahezu die gleichen.
    Mich schüttelts bei den Aussichten für die nächsten Jahre. Aber wenigstens ist der Unfug bei uns längstens in vier Jahren vorbei.

    • Aber wenigstens ist der Unfug bei uns längstens in vier Jahren vorbei.

      Die Legislaturperiode in Österreich wurde vor der Wahl 2008 von ebenfalls vier Jahren auf fünf erhöht, „damit das Parlament länger arbeiten“ kann.
      Ja. Klar.
      Eher, damit man länger am Sessel kleben kann und sich nicht mehr so oft dem Volk stellen muß! Widerlich…

  6. …..Österreich besteht aus mehr als 51% aus Dieben, welche eben weiterhin glauben, der Rest wird sie weiterhin durchfüttern und das was nicht erwirtschaftet wird, werden eben Schulden gemacht – Griechenland läßt grüßen…wer keine Kinder hat, sagt hinter mir die Sintflut…..
    lustig finde ich den neuen Außenminister …….er wird halt Österreich so vertreten, wie es Österreich verdient…..
    zum Schbeim….

  7. Oh Wunder, in Deutschland haben wir eine ähnliche Konstellation.
    Unfassbar, ein Sitz fehlte der CDU/CSU für den totalen Machterhalt.
    Jetzt wird ein Schwarz/Rot SPD Murks zusammengeklüngelt, der vorne und hinten nicht passt.
    Macht, Geld, Pfründe, Ämter, Titel usw. das Übliche halt.
    Es ist eine Schande!
    Warum keine Neuwahlen und endlich mal eine Verfassung 70 Jahre nach Kriegsende?
    Und hier, wie dort, die gleichen stereotyp grinsenden „Fressen“, der alt bekannten „Rohrkrepierer“.
    Traurig, traurig, traurig … würde der Komiker Theo Lingen sagen.
    Mit Fug und Recht!
    Servus miteinand, MG45LC

  8. Es ist wirklich ein Jammer. Danke Richard, genau auf den Punkt!

  9. zitiere:
    „Es ist allein der Machterhalt, der Pate für diese neue Koalition steht. Ein „Weiterwursteln wie bisher“, damit all die Kämmerer, Bündler, und wie immer sie auch heißen mögen, auch weiterhin an den gut dotierten Schalthebeln der Macht verbleiben können. Keine Reformen, etwa in der Verwaltung, kein Bekenntnis, daß man die am 29. September ausgeteilten Watschen verstanden hat, keine Einsicht, daß es so nicht weitergehen kann und darf!“

    dem ist meinerseits hinzuzufügen:
    der Wettbewerb der Gauner findet weitere 5 Jahre statt!
    Gewinner sind die SPÖVP, die das Meiste versprechen und dabei die geringste Wahrscheinlichkeit besitzen, irgendwas davon zu halten.
    Das Unwesen der Demokratie bestätigt sich über den Wahlausgang und damit haben sich die dummen Österreicher Ihr eigenes Grab geschaufelt.

  10. Eins ist wohl klar, wenn die Bürger so schwachsinnig sind und solche Leute wählen, kann die Regierung nicht besser sein. Man hätte halt vorher denken sollen, bevor man sein „X“ wieder dorthin malt, wo dies immer gemacht hat, statt sich endlich zu überlegen, wie man einerseits den Herrschaften zeigen kann, dass es so nicht weitergehen darf und andererseits einer Partei,welche wirklich zu Österreich steht, die Chance gibt, es besser zu machen. Warten wir halt ab, welche Wahlversprechen wieder nicht gehalten werden und welche Belastungen noch auf uns zukommen.

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