Die hoh(l)e Geistlichkeit

Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wenn sich Menschen einer Sache annehmen und es ganz klar zu erkennen ist, daß sie davon in Wahrheit nicht einmal den Anflug eines blassen Schimmers haben. So etwa eine Reihe von Geistlichen aus den USA, die aktuell die europäischen Waffenhersteller heimsuchen um sie von der „Notwendigkeit“ zu überzeugen, weitere „technische“ Sicherungen in ihre Produkte, also die Waffen, einzubauen.

„Es geht darum, die Waffen sicherer zu machen, damit Kinder sie nicht beim Spielen auslösen und nur derjenige damit schießen kann, dem sie gehört.“, so der afroamerikanische Pastor Bishop Douglas I. Miles laut dem „Standard“. Na bumm – ein waschechter Bischof (oder so ähnlich) kümmert sich um dieses Thema, das sollte einem schon zu denken geben!

Wie dieses „sicherer machen“ funktionieren kann, hat der wackere Gottesmann natürlich auch schon herausgefunden. Ein brennender Dornbusch hat ihm die Lösung freilich nicht eingegeben, dafür die p.t. Damen und Herren von der sattsam bekannten Firma „Armatix“:

Wie das aussehen könnte, hat er bei seinem Besuch in München bei der Sicherheitsfirma Armatix gesehen: Mit einer kleinen technischen Adaption kann die Waffe nur von autorisierten Personen abgefeuert werden. Identifiziert werden sie über einen Chip, etwa am Armband. Wird die Sicherung manipuliert, zerstört sie die Waffe.

Armatix wirbt in einer Präsentation damit, dass somit auch bei Diebstahl oder bei einem Kampf niemand anderer die Waffe einsetzten könnte. Das würde auch den Schwarzmarkt erheblich erschweren. (…) (Der Standard)

Ja, es stimmt, damit wirbt „Armatix“ tatsächlich. Deswegen muß es aber noch lange nicht stimmen, eine elektronische Sicherung, die von einem Funkchip gesteuert wird, kann nicht wirklich „sicher“ sein, das geht nicht. Funk kann man nämlich stören bzw. beeinflussen, wer das nicht glaubt möge bitte einmal genau die Zeitungen durchlesen und sich die Fälle merken, wo etwa Autos durch manipulierte Funkfernverriegelungen „geknackt“, geplündert und gestohlen wurden.

Nein, solche Produkte können nie sicher sein, die Gefahr der Manipulation ist schlicht zu groß. Ein Beispiel: Wenn etwa die Polizei mit solchen“Armatix“-gesicherten Waffen ausgerüstet wäre – was läge für Gewaltverbrecher (also bewaffnete Bankräuber o.ä., natürlich aber auch Terroristen) näher, als einfach einen (oder mehrere) Störsender aufzustellen und so gefahrlos „ihr Ding durchziehen“ zu können – die wären nämlich nie so blöd, mit manipulierbaren Waffen anzutreten!

Wer sichergehen möchte, daß seine Waffe einwandfrei funktioniert sollte also keine solchen „Sicherungen“ einbauen lassen, wenn es um Leben oder Tod geht kann es nämlich sonst sein daß der Baumarkt gerade zu und man den zum Ausbau der „Armatix“-Sicherung erforderlichen Schwingschleifer nicht bei der Hand hat. Blöde G’schicht.

Aber zurück zu unseren wackeren Pastoren: Die tingeln also nun quer durch Europa und wollen die Waffenhersteller dazu animieren, solchen hochgefährlichen Quatsch in ihre Neuwaffen einzubauen. Laut o.a. Bericht sind sie damit bei SigSauer, Beretta und Glock vorstellig geworden, merkwürdigerweise haben sie sich aber überall eine Abfuhr geholt, „‚Ganz so, als wären wir weltfremde Friedensaktivisten‘, erzählt der Pastor und schnaubt.

Richtig, Herr Pastor, genau das sind Sie nämlich! „Weltfremd“ jedenfalls zweifellos, ob „Friedensaktivisten“ wage ich zu bezweifeln – wer anständige Bürger nämlich entwaffnen möchte (und darauf läuft eine solche „Sicherung“ de facto nun einmal hinaus) mag vieles im Sinn haben – Frieden und Freiheit für die Bürger spielt in diesen Überlegungen aber mit Sicherheit keine Rolle!

Vor wessen Karren haben sich diese Geistlichen eigentlich spannen lassen? Cui bono?

19 Antworten zu “Die hoh(l)e Geistlichkeit

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  3. Da bereits von einigen namhaften Waffenherstellern diese art der zusätzlichen Sicherung zur nicht autorisierten Anwendung von Waffen abgelehnt wurde, ist es müssig darüber zu diskutieren. Den Herstellern ist Polemik von Personenkreisen die über dieses komplexe Thema nur eine geringe Sichtweite haben, bestenfalls ein schmunzeln wert. Mehr sollte es auch nicht sein und eigentlich nur kurz zur Kenntnis genommen und in der Rundablage abgelegt werden.

    • Teilweise Zustimmung: Den Herstellern sind diese Schein-Heiligen tatsächlich egal, so sollte es auch sein.
      Es bleibt dennoch wichtig aufzuzeigen, aus welchen Winkeln die Waffengegner hervorkriechen und welcher Mittel sie sich bedienen. Derartige Blödheiten sollen nicht unwidersprochen bleiben!

    • Die Hersteller haben es nicht abgelehnt, sondern S&W, FN und Colt haben jahrelang mit viel Geld aus dem US Haushalt versucht, dies umzusetzen.

      Letztendlich konnten sie jedoch keine Waffe mit Sicherung herstellen, die im Ernstfall funktioniert und ansonsten nicht Berechtigte am Gebrauch hindert und haben daher die Entwicklung 2004 eingestellt.

      Das hätte man vorab auch per Logik ausschließen können.
      „Smart“ Zugänge, egal ob per Biometrie, RFD o.ä. haben immer Fehlerquellen. Entweder werden Berechtigte unberechtigt abgewiesen oder Unberechtigte bekommen Zugriff. Auch wenn die Fehlerquelle bei super teuren „smart“ Lösungen (ab 10.000 Euro nur für die Sicherheitstechnik, u.a. durch Irisscanner) bei unter 0,01% liegt, liegt sie bei billigen Lösungen (unter 500 Euro) eher bei 3-5%. Das kann mehr Leben kosten als das es Leben schützen könnte.

  4. Pastor Bishop Douglas I. , soll sich lieber um seine afroamerikanischen Kinder in Amerika und die Kindersoldaten in Afrika kümmern. De hätten jene zu Essen , die Möglichkeiten in die Schule zu gehen und ihre Eltern eine Beschäftigung , dann wäre vieles anders. Die Kirche zahlt in Österreich und überall woanders keine Steuern an den Staat. Nimmt aber Mittel von jenem. Jetzt mischen Sie sich bei Waffen ein , wobei die Kirche eine der brutalsten Gesellschaftsordnungen mit ihren Foltern und Ketzereien waren. Die Bischofe und Kardinäle sollen einmal in die Slums Afrikas hinabsteigen und sich dieses Elend ansehen und nicht durch Europa reisen. De diese Sparte Sicherheit geht Sie nichts an. Den auch im Vatikan bei der Schweizer Garde sind die modernsten Schnellfeuerwaffen im Einsatz. Bringt doch dort Eure so gepriesene Armatix-Sicherungen an.

  5. Alleine für die Tatsache, daß die Herrschaften von Beretta schlicht ignoriert worden sind, müsste ich eigentlich morgen eine 92er kaufen gehen …

  6. Auf die Idee, die Eltern an ihre Verantwortung für die Kinder zu erinnern kommen die Himmelskomiker gar nicht erst. Ist ja auch einfach. Wenn der Hersteller so einen Blödsinn baut, können die gedankenlosen Eltern in Ruhe zum Götzendienst in die Kirche gehen.

  7. Armatix Smartgun war das Ding, was auch schießt, wenn es gesichert ist … dazu gibt es ein Video auf der Duröhre. Ich freu mich auf die erste Schadenersatz- und Produkthaftungsklage …

  8. die Kirche, das waren doch die, die sich an kleinen Kindern vergreifen …
    Gerade die Vertreter der Ami-Kirchen. Wobei zumindest in Piefkonien sowohl die Evangelen als auch Katholen wie auch der Kinderschutzbund und die Grünen sich mit an den Wehrlosesten der Gesellschaft vergangen haben. Wenn es eine Hölle gibt, wird dort für dieses Gesindel hoffentlich schon die Esse angeheizt.

  9. …..i bin umzingelt!
    Geht es euch auch so?

  10. Wer sagt den, daß nicht auch höchste Vertreter der Kirchen bestechlich sind. Die Geschichte lehrt es uns. Beim zu erwartenden Profit der Konzerne spielen ein paar hundert Millionen auch keine Rolle mehr. Und Spenden werden von den Kirchen immer gerne angenommen.

    • siehe auch Franz-Peter_Tebartz-van_Elst
      *hust*
      Wie viel Brot hätte man für die 23Mio, die die Luxusresidenz gekostet hat, kaufen können …

      • Saskia… der Bischof hat sich doch gegen die Schwulenehe ausgesprochen…. und dann gibt es da noch einen der den Bischofssitz übernehnen will… (hab ich mal gelesen).
        Also mich stören die 23 Millionen nicht besonders… aufgeteilt auf 11 Projekte. (ach ja: 15.000,– für die Badewanne waren dann doch für das ganze Bad… )

        Ich glaube dass beim Bischof Tebartz-van-Elst vorallem die politisch-correcte Systempresse der wahre Skandal ist!
        wollte das nur mal so anmerken…..
        lg gerzy

        • wir alle wissen, daß die Political Correctness nur der Etablierung eines neuen Faschismus unter dem Gutmenschendeckmantel ist.

  11. Hat dies auf Katja Triebel rebloggt und kommentierte:
    Mit Kommentar von mir

  12. Zwischen dem, was Armatix behauptet, und der Realität liegen Klafter vom Ausmass des Toten Meeres:

    Ax: Mit diesem (unserem) System hätte der Anschlag in Winnenden verhindert werden können.
    Realität: Der Vater des Amokläufers hatte die Waffen ungesetzlich außerhalb des Tresors gelagert. Wer gegen Gesetze verstößt, hält sich sicherlich auch nicht an den Einsatz biometrischer Zusatzsicherungen.

    Ax: 2009 bestritt Herr Dietel auf Anfrage des Verbands deutscher Büchsenmacher (VdB), dass er im Namen der Quellsystem GmbH das
    Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden (AAW)unterstützt habe.
    Realität: Im März 2011 gibt Herr Dietel im Interview mit Waffenmarkt Intern zu, eine Spende von 10.000€ an das AAW geleistet zu haben.

    Ax: Wir haben in Österreich und der Schweiz einen Importeur, der unsere Produkte dort vermarktet, jedoch haben wir dort keinerlei Werbung geschaltet, noch nehmen wir Einfluss auf irgendwelche Lobbyisten.
    Realität: Mit der BEZAHLTEN Hilfe eines Nationalrates wollte Armatix vom Kampf um die Schweizer Waffeninitiative profitieren, doch der Bundesrat stoppte den Plan, elektronische Waffensicherungen im Gesetz zu verankern.

    Ax: Mit der eigenen Waffenproduktion will Armatix 2011 in die Gewinnzone kommen.
    Realität: 2011 hatte die Firma 6 Millionen Verluste erwirtschaftet

    Das sind nur einige Beispiele. Hier gibt es mehr
    http://www.triebel.de/2011/Armatix-Dossier.pdf

  13. Da wir auch Standard-Leser sind, begrüßen wir dagarser´s schnelle Reaktion auf diesen Artikel.
    Meine Frau und ich haben schallend über die Lobbyisten, als die „Heiligen drei Könige“ verkleidet, gelacht.
    Lächerlicher kann sich ja die Firma Armatix gar nicht machen.
    Die waren ja meines Wissens mit allen schon vorher angebotenen Sicherheits-„Artikeln“ vollkommen abgeblitzt.
    Läßt sich doch nur ein Idiot einreden.
    Die Brüsseler Tante Malmström eventuell auch noch.

  14. Pingback: Die hoh(l)e Geistlichkeit | pwaldi

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