Gastbeitrag zu den „ungehörigen, ungeheuerlichen Auslassungen“

Mein letzter Artikel, „Ungehörige, ungeheuerliche Auslassungen“ ist auf großes Interesse gestoßen, fast 1.500 direkte Zugriffe seit Montag sind ein – für diese Seite – doch recht beachtlicher Wert. Aber auch sonst ist die Resonanz sehr hoch, auch in den „sozialen Medien“ hat sich da einiges getan.

Der Artikel wird auf „Facebook“ und in diversen einschlägigen Foren fleißig diskutiert und weiterverbreitet, wenn man das genau verfolgt kommt man auf viele Dinge drauf die man entweder gar nicht über das FWR und den Herrn Keusgen gewußt  hat, oder die man schon vergessen bzw. verdrängt hatte.

Vielleicht ist das aber ohnehin ganz gut so. Dann wäre Herrn Keusgen freilich für seinen originellen Brief zu danken der mich zu diesem Artikel veranlaßt hat, ich glaube aber persönlich nicht, daß er das gerne möchte. Tja: Si tacuisses…

Nun ist es aber so, daß ich nicht der alleinige Rezipient des „bösen Briefes“ von Herrn Keusgen war, neben mir war auch noch mein Freund Dr. Georg Zakrajsek, Generalsekretär der IWÖ, persönlich angesprochen.

Auch er wollte diese Anwürfe nicht unkommentiert lassen, mit seinem Einverständnis gebe ich seine Replik an Herrn Keusgen hier als Gastbeitrag wieder:

Dr. Georg Zakrajsek

Generalsekretär der IWÖ

Betrifft: EU, Malmstöm, Verschärfung des Waffengesetzes, d.h. der Waffenrichtline

 Sehr geehrter Herr Keusgen!

 Zu Ihrem Schreiben, das Sie an Richard Temple-Murray und mich (an beide persönlich) gerichtet haben, möchte ich folgende Stellungnahme abgeben.

Herr Temple-Murray betreibt eine eigene Homepage unter der Adresse www.dagarser.at. Er ist IWÖ-Mitglied und war auch im IWÖ-Vorstand, hat diese Funktion schon vor längerer Zeit zurückgelegt um selbständig und unabhängig tätig sein zu können. Seine Homepage steht daher allein unter seiner Verantwortung und unter seiner Urheberschaft.

Ich selbst betreibe eine Homepage unter der Adresse www.querschüsse.at. Diese steht auch allein unter meiner Verantwortung. Davon unterschieden ist die Homepage www.iwoe.at, diese ist die offizielle Seite der IWÖ.

Das wäre also zu beachten und es wäre auch korrekt, allfällige Kritik getrennt anzubringen und diese nicht personell zu vermengen.

In der Sache selbst ist folgendes festzustellen:

Die EU-Kommissarin Malmström hat in ihrer Mitteilung vom 21.10.2013 die Pläne der Kommission zur Gestaltung der Inneren Sicherheit der EU und der Neufassung der Bestimmungen über Schußwaffen geoffenbart. Kurz zusammengefaßt wurden diese schon ganz konkreten Projekte in den IWÖ-Nachrichten 4/13 dargestellt. Genauere Ausführungen dazu erübrigen sich daher.

Außerdem hat Frau Malmstöm eine manipulierte Umfrage und verfälschtes statistisches Zahlenmaterial dazu benützt, um ihre Vorstellungen zu untermauern. Eine nicht zu billigende Vorgangsweise.

Das hat verständlicherweise unter den legalen Waffenbesitzern in Österreich große Empörung und Unruhe verursacht, die IWÖ hat das auch artikuliert.

Die nunmehrige Erklärung der Kommission in der Besprechung vom 17.12.2013, daß diese nicht „den legalen Besitz von Jagd- und Sportwaffen sowie die legale Herstellung und Handel mit Schußwaffen weiter verschärfen möchte“ ist im Lichte der gegenteiligen Mitteilungen der Frau Kommissarin vom 21.10.2013 völlig unglaubwürdig. Ebenso ist auch der Beschluß des deutschen Bundesrates zu beurteilen, der im krassen Widerspruch zu den bisherigen Waffenrichtlinien der EU (1991 und 2008) steht, die tatsächlich Auswirkungen auf die innerstaatliche Gesetzgebung hatten, weil sie ja entsprechend umgesetzt werden mußten. Außerdem ist dieser Beschluß derart formuliert, daß jede Verschärfung des geltenden Waffenrechtes jederzeit dennoch gerechtfertigt werden kann.

Daher wurde der Bericht über das Gespräch mit der Kommission von vielen Betroffenen recht kritisch gesehen und die IWÖ hat das auch damit zum Ausdruck gebracht, daß sich das Forum Waffenrecht diesbezüglich habe täuschen lassen. (Zitat: Homepage der IWÖ).

Ich halte diese Position für legitim und natürlich muß es auch erlaubt sein, am Agieren einer „befreundeten“ Waffenrechtsorganisation Kritik zu üben, vor allem dort, wo es um ein Thema geht, das den legalen Waffenbesitz in Europa massiv gefährden könnte, wenn die EU die Vorgaben der Frau Kommissarin wie anscheinend geplant, tatsächlich verwirklicht. Distanziert haben sich die Mitarbeiter der Frau Malmström jedenfalls nicht von deren Forderungen.

Wahrscheinlich wird man von den Akteuren in den Kommissionen nie irgendwelche Zusagen erhalten, die eindeutig und verbindlich sind und die einen Widerruf der Positionen der Frau Malmström bedeuten. Das ist leider eine Tatsache, die auch durch dieses Gespräch nicht aus der Welt geschafft werden konnte.

Die Bemühungen des Forum Waffenrecht, des VDB und des JSM sind prinzipiell natürlich positiv zu bewerten, leider haben sie aber kein Ergebnis gebracht, mit dem man zufrieden sein kann. Das jedenfalls ist meine Ansicht und auch die Ansicht vieler, die in unserer Organisation tätig sind.

Ich bin mir auch dessen bewußt, daß die Politik der IWÖ und die des FWR grundlegend verschieden sind, dennoch verfolgen wir dasselbe Ziel: Die Erhaltung des freien und legalen Besitzes von Schußwaffen in unseren Ländern und die Verhinderung sinnloser und kontraproduktiver Verschärfungen des Waffenrechtes, die keinerlei Sicherheitseffekt haben, sondern nur die rechtreuen Bürger betreffen.

In diesem Bestreben sollten wir fortfahren und trotz allfälliger methodischer Unterschiede weiter an einem Strang ziehen. Und wir sollten wissen, wo unsere gemeinsamen Feinde zu finden sind.

 Mit besten Grüßen

Georg Zakrajsek

Was soll ich sagen – der Mann ist halt doch der bessere Diplomat von uns beiden… (Wobei ich den „Vorteil“ habe, keine Funktion zu bekleiden in der ich besonders auf meine Worte achten müßte. Ich bin nur mir selbst – und natürlich dem Strafrecht – verpflichtet. Kann befreiend sein.)

20 Antworten zu “Gastbeitrag zu den „ungehörigen, ungeheuerlichen Auslassungen“

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  2. Pingback: Wochenrückblick 2/2014 | dagarser

  3. Also…..irgendwie sind wir diese Woche auf den HUND gekommen :
    – angeschossene HUNDE
    – ans Bein pinkeln
    – HUNDE die bellen…
    Irgendwie gefällt mir das Ganze. Denn wie die Anzahl der, selten bis noch nie, hier gelesenen Komentatoren aufzeigen ist etwas sehr interessantes passiert :
    Es sind schlafende „HUNDE“ geweckt worden ! Und das werte ich sehr positiv.

    In diesem Sinne, bitte weiter so :-))

    MkG JanCux
    (Alias : Leuchtturm)

  4. Darf ich bei aller Euphorie und „jetzt haben wir’s dem FWR und Keusgen aber gegeben“-Stimmung mal vorsichtig zur Realität zurückkehren? Ich habe die Geschicke der IWÖ über ihre (mir bekannte) Geschichte hin verfolgt, das dürften 20 Jahre oder so sein. Ich zitiere mal den guten Herrn Doktor: „Die Bemühungen des Forum Waffenrecht, des VDB und des JSM sind prinzipiell natürlich positiv zu bewerten, leider haben sie aber kein Ergebnis gebracht, mit dem man zufrieden sein kann. Das jedenfalls ist meine Ansicht und auch die Ansicht vieler, die in unserer Organisation tätig sind.“

    Abgesehen von den öfter als die FWR-News erscheinende Zeitschrift und das traditionell und jahrelang andauernde laute Poltern von Herrn Dr. Zakrajcek: Wo liegen denn eigentlich die Erfolge im Waffenrecht, die die IWÖ für Österreich oder gar für Europa bewirkt hat? In Österreich ist der Waffenversandhandel seit Jahren verboten; in Österreich unterliegen alle Flinten der Längenbegrenzung, der bei uns nur die Vorderschaftrepetierflinten unterliegen. Vorderschaft-Repetierflinten, die hier in D wie international beliebte Wettkampfwaffen sind, sind in Österreich generell verboten. Seit der letzten Novellierung des österreichischen Gesetzes in 2012 gelten dort für den innereuropäischen Export doppelte Ausfuhrgenehmigungspflichten, worüber sich viele deutsche Waffenhändler gewaltig freuen (fragt mal Katja Triebel!). Man kann doch nicht jahrzehntelang nur von der Erinnerung an eine irgendwann mal erfolgreiche Unterschriftensammlung zehren – und wenn wir angeblich an einem Strang ziehen: was soll dann dieses ständige Ans-Bein-Pinkeln?

    • Wenn man die IWÖ-Nachrichten wirklich liest, kann man schon die Erfolge der IWÖ erkennen.
      Daß einiges In D nicht so streng wie in Österreich geregelt ist stimmt (Pumpgun & Co). Aber andererseits haben die Deutschen ihr Recht auf SV gänzlich verloren und den genehmigungsfreien Erwerb der C- und D-Waffen ohnehin.
      Aber typisch: Statt an einem Strang zu ziehen, wird nach dem Prinzip „Ätsch“ das große Hackl geschwungen. Traurig.

    • Da ich kein neidischer Mensch bin, freue ich mich für unsere westlichen Nachbarn über diese wenigen Vorteile, die sie anscheinend uns gegenüber haben.
      Aber gleichzeitig frage ich mich, was dieses Aufzählen unserer Nachteile mit dem obigen Artikel zu tun haben, bei dem es doch um Funktionäre geht, die anscheinend im gegnerischen Lager sitzen und gegen die Interessen ihrer Mitglieder agieren???

    • Tja, wo sind die Erfolge?
      Die Erhaltung des SV Bedürfnisses?
      Die begründungsfreie Erweiterung nach fünf Jahren?
      Die Verhinderung diverser Grauslichkeiten?

      Die Probleme die wir haben, haben wir Großteils durch die EU. Und fragen Sie einfach mich Herr Eichstädt. Ich habe Wohnsitze in D und Ö. Der Behördenkontakt ist 1000 und 1 , im direkten Vergleich. So frage ich mich häufig, warum ich zwar vom ersten Tag an, eine Waffe tragen durfte, aber ein Jahr im Verein und Verband sein mußte, für eine WBK. Ach ja, eine .22er ist ja nicht von DEM Bedürfnis umfasst……. Wenn ich jetzt noch mit dem Paragraph42 komme, wird es gaaaanz finster.

    • Dr. Reiner Schwarz

      Na, der Beitrag vom Ulrich ist in diesem Zusammenhang doch ein sehr gutes Beispiel. Eine Einzelperson äußert seine Meinung und seine Kritik. Die Katja tut das ebenso.
      Ob die Kritik an Euren Beiträgen gerechtfertigt ist? Ich meine: Nein. Aber das ist meine Meinung. Eine unter vielen.
      Trotz unserer unterschiedlichen Standpunkte im Bezug auf dieses Thema stehe ich natürlich auf der Seite vom Ulrich, Katja, Richard und dem Doc.
      Denn ich besitze legal Schusswaffen. Bin als solcher impulskontrolliert, konzentriert und zertifiziert (von dem Staate D). Und falls einige der einschlägigen hoplophoben Mitleser schon frohlocken: Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren. Das ist ein Fakt, oder?

      • Kritik halte ich aus und Kritik ist ja auch wertvoll (manchmal). Es geht aber um das Ganze und das sollten wir nicht aus den Augen verlieren.

  5. Aus dem FWR bin ich schon seit Jahren raus. Völlig intransparent und seit der Armatix-Geschichte bin ich auch noch ziemlich sauer über die Funktionäre, die genau dasselbe Politik-Sprech drauf haben, wie die Waffen-Verbieter.

    Malmström hat sich schon vor ein paar Jahren mit den Netzsperren kräftig in die Nesseln gesetzt. Jetzt versucht sie sich in einem Bereich zu profilieren, in dem nicht so viel Widerstand zu erwarten ist.

  6. Als Querschüsse Konsument der ersten Stunde bin ich erstaunt, wie diplomatisch, ja konziliant, der gute Herr Doktor sein kann.
    Gut so, denn eine schriftliche Gnackwatschen würde wohl Gräben aufreißen und niemanden helfen.

    Das „Gallische Dorf“ stellen in Deutschland allerdings Privatinitiativen, wie Die Fünf Bürger und Katja Triebel dar. Die Vereinigungen der Waffenbesitzer sind auf Tauchstation.

  7. elmar peschetz

    Wen unsere Kameraden mit ihren Deutschen Vertretungen nicht zu frieden sind , warum ändern Sie es sich nicht . Stellt doch einen Misstrauensantrag gegen jene Funktionäre , die gegen Euch arbeiten , oder tretet aus. Wir sind doch alle im EU-Karren gefangen. Jeder EU-Bürger , kann doch über all an der EU-Wahl teilnehmen . Kommt doch zu uns und stärkt uns.
    Man darf die Hoffnung nicht aufgeben , aber wen man sieht was in der EU für Unsinn produziert wird und wie Gesunde Staaten willkürlich zu Grunde gerichtet werden und jene Staaten die mit gefälschten Bilanzen in die EU kamen hochgehalten werden und jegliche Unterstützung erhalten , sowie nicht EU Reife Staaten einbezogen werden , ist wohl anzunehmen , bevor Vernunft in diesen „Sauhaufen“ einzieht , der Untergang der EU , sowie damals , der Untergang der Donaumonarchie erfolgte , vorgezeichnet ist. Es ist nur zu Hoffen , das dieser Untergang , nicht in Form eines Krieges erfolgt. Langsam steuern wir auf Grund des desolaten Sicherheitswesen auf Staaten zu , in denen das Recht auf Freiheit und Schutz des Lebens , anständiger Bürgern , von Gesetzlosen abgesprochen werden wird . Man hat immer mehr das Gefühl , das dies von Oben gesteuert wird. Man Denke nur an all die Koruptionsfälle , wo es fast keine bis nur minimale Strafen gibt. „Gute Nacht sicheres Europa“ !

  8. Auch ich bin der Meinung:die Hoffnung stirbt zuletzt. Kandidiert die FDP bei den EU-Wahlen?Wie ich so mitbekommen habe,ist diese Partei,die aus dem Bundestag leider `rausgewählt wurde,die einzige in Deutschland,die dem privaten,legalen Waffenbesitz positiv gegenübersteht.
    Lassen wir uns daher nicht unterkriegen.
    Hoffnungsvolle Grüße
    E.Wimmer

    • Zumindest ein IWÖ-Mitglied kandidiert in Österreich für die EU-Wahl: Der FPÖ-Abgeordnete Vilimsky. Wahrscheinlich werden es noch mehr. Wählen müßte man die halt dann auch und nicht bequem zu Hause bleiben.

  9. Wenn man sich das Trauerspiel in Deutschland ansieht: Die Hoffnung ist schon gestorben.

    • Sehr geehrter Herr Dr. Zakrajsek,

      dies kann ich so pauschal in den Raum gestellt nicht bestätigen. Es gibt sie schon, die (sehr) aktiven Mitstreiter, nur haben diese sich aufgrund herber Enttäuschungen der den legalen Waffenbesitzer „offiziell“ vertretenden Organe abgewandt.
      Seien sich aber vergewissert, dass gearbeitet wird, und zwar durch einen sehr hohen persönlichen Einsatz von Privatleuten unter Aufopferung viel kostbarer Freizeit auf Ebenen, die wahrscheinlich selbst den bekannten Organen nicht so einfach zugänglich sind.
      Und dies von Waffenbesitzern, die sich eben gerade nicht mehr richtig vertreten fühlen. Nachvollziehbar ist dies über stagnierende oder gar rückläufige Mitgliederzahlen in den bekannten Organisationen.
      Aber die von allen gewünschte Grasswurzelbewegung hat sich nun zwangsläufig aus dieser Not heraus gebildet und nimmt immer mehr Fahrt auf. Absprachen über soziale Netzwerke helfen dabei der internen Abstimmung untereinander.
      Es läuft. Derzeit teilweise noch unbemerkt, aber es läuft an. Und, so meine große Hoffnung, jeden Tag schneller und effektiver.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dipl.-Ing. F. Bonk
      5 Bürger UG

  10. “ ..an einen Strang ziehen.“
    Ich hoffe, daß ich das als Deutscher Bürger jemals erleben darf…..
    Aber wie heißt es doch so schön :
    Die Hoffnung stirbt zuletzt !

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